Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien

FluxFM
Land Germany
Genrer Society & Culture, History
Sprog DE
Episoder 19
Seneste 01.06.2026

Der Podcast "Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien" vom Berliner Radiosender FluxFM erzählt außergewöhnliche Lebensgeschichten von Menschen, die Dinge erlebt haben, die man sich kaum ausdenken kann. Es geht um Brüche, Wendungen, Zufälle, Entscheidungen und Schicksalsschläge, aber auch um Mut, Überleben und Glück. Die Geschichten werden durch intensive Gespräche festgehalten, damit sie nicht verloren gehen. Hörer können eigene Vorschläge für weitere Geschichten an die Redaktion senden.

Episoder

  • Der Mann, der das Ampelmännchen gerettet hat | Was für ein Leben - Folge 19 01.06.2026 40min
    Markus Heckhausen: Eine Biografie zwischen Design, Ostalgie und der Rettung eines Berliner Symbols Manche Dinge verschwinden fast – und werden dann doch zu etwas ganz anderem. Der Weg des Ost-Ampelmännchens ist genau so eine Geschichte. Markus Heckhausen kommt Ende der 1980er-Jahre als Produktdesigner nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch, zwischen Ende der DDR und neuer Hauptstadt-Identität. Eigentlich interessiert er sich für Gestaltung, Materialien und neue Formen. Doch dann entdeckt er ein scheinbar unscheinbares Objekt, das gerade dabei ist, aus dem Stadtbild zu verschwinden: das Ost-Ampelmännchen. Während nach der Wiedervereinigung viele DDR-Symbole ersetzt und abgebaut werden, sieht Heckhausen in dem kleinen Verkehrssymbol etwas anderes: Charakter, Wiedererkennbarkeit und enormes gestalterisches Potenzial. Aus dem ersten geretteten Ampelglas entsteht eine Lampe – und daraus eine Idee. Gemeinsam mit dem Erfinder Karl Peglau beginnt eine Entwicklung, die aus einem ausrangierten Verkehrszeichen Schritt für Schritt eine Marke macht. Was als experimentelles Designprojekt beginnt, wird zu einem Unternehmen mit hunderten Produkten, eigenen Shops in Berlin und internationaler Bekanntheit. Heute ist das Ampelmännchen längst mehr als ein Verkehrssymbol: Es ist Designikone, Erinnerungsfigur und ein Stück Berliner Stadtkultur. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Markus Heckhausen über Zufälle, Entscheidungen und darüber, wie aus einem kleinen Männchen ein großes Stück Stadtgeschichte wurde.
  • Vapula Haukongo – Die DDR-Kinder aus Namibia | Was für ein Leben – Folge 18 25.05.2026 19min
    Vapula Haukongo wurde als Kind mitten im Kalten Krieg aus einem namibischen Flüchtlingslager in die DDR gebracht. Dort wuchs er in Ostdeutschland auf, sprach Deutsch, ging zur Schule und sollte Teil einer neuen sozialistischen Elite für ein unabhängiges Namibia werden. Doch dann fiel die Berliner Mauer – und plötzlich musste er zurück. In ein Land, das eigentlich seine Heimat war, ihm aber völlig fremd geworden war. In dieser Folge erzählt Vapula Haukongo, wie es war, zwischen zwei Kulturen und Identitäten aufzuwachsen, warum viele der sogenannten „DDR-Kinder aus Namibia“ bis heute mit ihrer Vergangenheit kämpfen – und wie er es geschafft hat, trotz dieses radikalen Bruchs seinen eigenen Weg zu finden. Heute lebt er als Zahnarzt in München. Ein Gespräch über Heimat, Verlust, Anpassung – und die Frage, wo man hingehört, wenn man eigentlich zwei Leben hatte.
  • Bettina Göring – Leben mit einem belasteten Namen | Was für ein Leben - Folge 17 14.05.2026 27min
    Bettina Göring trägt einen Namen, der bis heute mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden ist. Sie ist die Großnichte von Hermann Göring – einem der führenden Männer im NS-Regime. Doch was bedeutet es, mit so einer Familiengeschichte zu leben? In dieser Folge spricht Bettina Göring darüber, wie sie ihre Herkunft lange verdrängt hat, warum sie sich später intensiv damit auseinandergesetzt hat – und wie sehr sie diese Vergangenheit geprägt hat. Sie erzählt von ihrem Leben als Aussteigerin, von ihrer bewussten Abgrenzung zur Ideologie ihrer Familie und davon, wie sie ihren eigenen Weg gefunden hat. Ein Gespräch über Verantwortung, Identität und die Frage: Was hat die Vergangenheit mit uns zu tun – und was nicht?
  • Zwischen Aids-Station, Pflegealltag und neuer Berufung: Antje Hartmann | Was für ein Leben - Folge 16 11.05.2026 29min
    Eine Biografie zwischen Fürsorge, Grenzerfahrungen und kreativer Selbstverwirklichung Manche Lebenswege verlaufen nicht geradlinig – sondern zwischen Berufung und Neuanfang. Der von Antje Hartmann ist ein solcher. In Ost-Berlin geboren und in einer medizinisch geprägten Familie aufgewachsen, entwickelt sie früh ein Gespür für Menschen – und für Geschichten. Mit 18 beginnt sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester und taucht in den intensiven Krankenhausalltag der 1990er-Jahre ein. Sie arbeitet auf Aids-Stationen, erlebt Nachtschichten, Ausnahmesituationen und begegnet Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten. Später ist sie in der ambulanten Pflege in Kreuzberg tätig, wo sie Armut, Einsamkeit und oft übersehene Realitäten hautnah erlebt. Mit der Zeit übernimmt sie Verantwortung in der Einsatzleitung – bleibt dabei aber immer nah an den Menschen, die sie begleitet. Doch parallel wächst eine andere Leidenschaft: die für Sprache, Ausdruck und Bühne. Antje arbeitet in Redaktionen, absolviert eine Sprecher- und Schauspielausbildung und beginnt, ihrer kreativen Seite Raum zu geben. Heute verbindet sie beide Welten. Als schulische Inklusionsassistentin unterstützt sie Kinder medizinisch und psychosozial im Alltag. Gleichzeitig ist sie als Sprecherin und Schauspielerin tätig. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Antje Hartmann über ein Leben zwischen Pflege und Kunst – und über die Geschichten, die hinter den Menschen stehen.
  • Bevor es zu spät ist: Ein Gespräch mit meinem Vater | Was für ein Leben - Folge 15 08.05.2026 19min
    Ein Leben gegen den Strom: Harald Geyer Manche Gespräche sind mehr als Interviews. Dieses ist eines davon. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem eigenen Vater – Harald Geyer. Ein Gespräch unter besonderen Umständen: Harald befindet sich in Palliativpflege. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Das Sprechen fällt ihm bereits schwer. Geboren 1939, wächst er in den letzten Kriegsjahren und der unmittelbaren Nachkriegszeit auf. Früh verliert er seinen Vater. Kurz nach Kriegsende wird die Familie von sowjetischen Soldaten aus ihrem Zuhause vertrieben. Hunger prägt den Alltag – bis eine Beziehung seiner Mutter zu einem sowjetischen Offizier das Überleben sichert. Harald träumt davon, Regisseur zu werden. Doch in der DDR bleibt dieser Weg verschlossen. Er entscheidet sich für ein Lehramtsstudium – ein Kompromiss. Als seine Mutter in den Westen geht, plant er, ihr zu folgen. Doch dann wird die Mauer gebaut. Die Grenze schließt sich, und Mutter und Sohn werden getrennt. In der DDR wird von ihm erwartet, der Partei beizutreten. Harald weigert sich. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Überwachung durch die Stasi, eingeschränkte berufliche Perspektiven. Schließlich gibt er den Lehrerberuf auf. Sein weiterer Weg ist geprägt von Brüchen und Neuanfängen. Er arbeitet in verschiedenen Jobs, fährt illegal Taxi, schlägt sich durch – und bleibt dabei unabhängig. Nach der Wende beginnt ein neues Kapitel: Er unterrichtet vietnamesische Vertragsarbeiter in Deutsch und engagiert sich später in der jüdischen Gemeinde, wo er russischen Einwanderern beim Ankommen hilft. Sprache wird für ihn zum Mittel der Verbindung. Bis ins hohe Alter bleibt er aktiv, kritisch und eigenständig. Erst eine Krebsdiagnose verändert alles. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem Vater über ein Leben gegen den Strom – und hält einen Moment fest, der zugleich Abschied und Erinnerung ist.
  • Rebellion, Rausch und Religion: Nina Hagen erzählt | Was für ein Leben - Folge 14 05.05.2026 24min
    Eine Biografie zwischen Punk, Provokation und spiritueller Suche Manche Leben sprengen jede Schublade. Das von Nina Hagen gehört dazu. Aufgewachsen in Ostberlin in einer politisch unbequemen Familie, wird sie früh zur Außenseiterin. Staatliche Institutionen setzen ihr Grenzen – doch sie findet ihren eigenen Weg in der Musik. Zunächst wird sie in der DDR bekannt, später im Westen zur Ikone und schließlich international berühmt. Ihr Weg führt sie durch die Punk-Szene Londons, das wilde Westberlin und bis nach Los Angeles. Ein Leben zwischen künstlerischen Höhenflügen und persönlichen Abstürzen, geprägt von Exzessen, radikaler Selbstinszenierung und immer neuen Neuanfängen. Doch Nina Hagen sucht nicht nur die Bühne, sondern auch Sinn. Spirituelle Erfahrungen und die Hinwendung zum Glauben werden zu einem wichtigen Teil ihres Lebens. Im Gespräch mit Matti Geyer erzählt sie offen wie selten von ihrer Kindheit im Prenzlauer Berg, vom Einfluss Wolf Biermanns, von ihrer Ausreise aus der DDR, ihrer Zeit im Punk – und von ihrer Suche nach Gott. In dieser Folge geht es um ein Leben zwischen Rebellion und Reflexion – und um eine Künstlerin, die sich immer wieder neu erfindet.
  • Kind im Inferno der letzten Kriegstage | Was für ein Leben - Folge 13 01.05.2026 25min
    Eine Biografie zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und zivilem Engagement Manche Erinnerungen lassen einen ein Leben lang nicht los. Die von Arnold Mosshammer gehören dazu. Ende April 1945 wird das kleine brandenburgische Dorf Halbe zum Schauplatz einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. In der sogenannten Kesselschlacht geraten Zehntausende Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten zwischen die Fronten von Wehrmacht und Roter Armee. Innerhalb weniger Tage sterben vermutlich bis zu 60.000 Menschen. Arnold Mosshammer ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Mutter und Großmutter verbringt er vier Tage in einem Keller, während über ihnen Granaten einschlagen und Maschinengewehre rattern. Als sie schließlich ins Freie treten, sehen sie eine zerstörte Landschaft – und unzählige Tote. In den Wochen danach helfen die Überlebenden, die Opfer zu begraben. Entlang von Straßen, in Gärten und auf Feldern entstehen Massengräber. Für den jungen Mosshammer wird diese Erfahrung prägend. Heute liegen auf dem Soldatenfriedhof Halbe mehr als 26.000 Kriegstote. Viele von ihnen sind bis heute namenlos. Arnold Mosshammer lebt inzwischen wieder in Halbe. Die Erlebnisse seiner Kindheit haben ihn zu einem entschiedenen Gegner von Rechtsextremismus gemacht. Seit Jahren engagiert er sich in einem lokalen Aktionsbündnis und stellt sich gegen Neonazi-Aufmärsche – ausgerechnet an dem Ort, der so eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Arnold Mosshammer über das Erlebte, über Erinnerung und Verantwortung – und darüber, warum es wichtig ist, Haltung zu zeigen.
  • Kuba, DDR, Berlin: Wie Teresa Casanueva Teil der East Side Gallery wurde | Was für ein Leben - Folge 12 28.04.2026 25min
    Eine Biografie zwischen Revolution, Kunst und überwundenen Grenzen Manche Lebenswege verlaufen zwischen Welten – politisch, geografisch und künstlerisch. Der von Teresa Casanueva ist ein solcher. 1963 in Kuba geboren, wächst sie in einem kommunistischen System auf, das ihr Denken und ihre Perspektiven früh prägt. In den 1980er-Jahren führt sie ihr Weg in die DDR, wo sie Kunst studiert – eine Zeit, die ihren Blick auf Gesellschaft und künstlerischen Ausdruck nachhaltig verändert. Dann kommt der Umbruch. Mit dem Fall der Berliner Mauer eröffnet sich ein neuer Raum – auch für ihre Kunst. Teresa Casanueva wird Teil eines einzigartigen Projekts: der East Side Gallery. Dort entsteht eines der bekanntesten Werke auf dem längsten erhaltenen Stück der Berliner Mauer. Ihr Wandbild kommt ohne Titel aus. Es zeigt parallele Linien, die sich verzweigen wie Äste – ein Motiv, das für sie das Überwinden von Grenzen symbolisiert: zwischen Ländern, Zeiten und Lebensrealitäten. Heute gehen jedes Jahr Millionen Menschen daran vorbei. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Teresa Casanueva über ihre Kindheit in Kuba, ihr Studium in der DDR und ihren Weg als Künstlerin in Berlin – und darüber, welche Rolle Kunst in einer sich ständig verändernden Welt spielen kann.
  • Wie Günther Krabbenhöft zum Berliner Kult-Opa wurde | Was für ein Leben - Folge 11 27.04.2026 38min
    Eine Biografie zwischen Ausgrenzung, Selbstfindung und Berliner Clubkultur Manche Menschen werden erst spät zu dem, was sie eigentlich immer sein wollten. Günther Krabbenhöft ist einer von ihnen. Geboren 1945 in Hildesheim und aufgewachsen in einer ländlichen Gegend bei Hannover, ist seine Kindheit geprägt von Strenge und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Schon früh gerät er in Konflikt mit sich selbst und seiner Umwelt. Mit 16 Jahren unternimmt er zwei Suizidversuche – und überlebt. Er beginnt, sich ein Leben aufzubauen: wird Koch, heiratet, wird Vater. Doch erst mit 35 findet er den Mut zu seinem Coming-out. Ein Wendepunkt. Berlin wird zu seinem Zufluchtsort. Seit 1968 lebt er in der Stadt – zunächst in Moabit, später in einer Kreuzberger WG. Über Jahrzehnte arbeitet er als Koch, engagiert sich in den 1980er-Jahren in der Sterbebegleitung von AIDS-Kranken und erlebt eine Zeit, die ihn nachhaltig prägt. Erst im höheren Alter wird er zu dem, was viele heute in ihm sehen: eine Ikone. Mit Melone, Weste und unverwechselbarem Stil wird er zum festen Bestandteil der Berliner Clubszene. Er tanzt in Clubs wie Berghain, Sisyphos oder Kater Blau – und zeigt, dass Freiheit keine Frage des Alters ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer über das bewegte Leben von Günther Krabbenhöft – und über die Kraft, sich selbst treu zu bleiben.
  • Tagebuch einer Berliner Busfahrerin | Was für ein Leben - Folge 10 17.04.2026 41min
    Drei Jahrzehnte Berliner Busleben – die Anekdoten einer Fahrerin Das ist Berlin – aus der Perspektive, die wir alle kennen… aber viel zu selten wirklich hören. In dieser Folge von "Was für ein Leben" spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Antje Boesler. Seit über 30 Jahren sitzt sie am Steuer eines Berliner Busses. Schon vor der Wende geht’s für sie los – seitdem erlebt sie Tag für Tag diese Stadt in all ihren Facetten. Und wer denkt, Busfahren ist Routine, der hat diese Geschichten noch nicht gehört. Antje Boesler erzählt von schrägen Fahrgästen, absurden Situationen und Momenten, die einfach nur typisch Berlin sind. Von Polizeieinsätzen in der Pause. Von Dingen, die Menschen im Bus vergessen – und die man kaum glauben kann. Ihre Erlebnisse hat sie in ihrem Buch „Tagebuch einer Berliner Busfahrerin“ festgehalten. Im Gespräch geht es um den Alltag auf Berlins Straßen – um Begegnungen, die im Kopf bleiben – und um eine Stadt, die man aus dem Fahrersitz ganz anders erlebt. Eine Geschichte über 30 Jahre Berlin – und darüber, dass hinter jedem Lenkrad auch ein ganz eigenes Leben steckt.
  • Ein Bein verloren, die Freiheit gewonnen | Was für ein Leben - Folge 9 14.04.2026 26min
    Schuss an der Grenze – und trotzdem weiter Das klingt wie ein harter Film – ist aber Realität. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Thomas von Grumbkow. Er wächst in der DDR auf, in Leipzig. Ein junger Mann, der aneckt. Der Westmusik hört. Der Freiheit spüren will. Im selbstorganisierten Jugendclub legt er verbotene Songs auf – heimlich vom Radio aufgenommen. Jeden Sommer trampt er ans Schwarze Meer. Bulgarien. Ein kleines Stück Freiheit im System. Doch irgendwann reicht ihm das nicht mehr. 1981 wagt er die Flucht. An der bulgarisch-türkischen Grenze. Wenige Meter vor der Freiheit fallen Schüsse. Thomas von Grumbkow wird getroffen. Er überlebt – aber verliert sein Bein. Und kommt ins Gefängnis. Zurück in Leipzig gibt er trotzdem nicht auf. Er geht in die Nikolaikirche, schließt sich der Friedensbewegung an, organisiert Protest. 1984 gelingt ihm schließlich die Ausreise in den Westen. Heute spricht er als Zeitzeuge über seine Geschichte – über Repression, Mut und die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet. Eine Geschichte über einen Moment, der alles verändert – und darüber, warum Aufgeben manchmal einfach keine Option ist.
  • Freiheit auf UKW: Astrid Landero und DT64 | Was für ein Leben - Folge 8 12.04.2026 41min
    Eine Biografie im Spannungsfeld von Politik, Radio und Feminismus Manche Lebensgeschichten erzählen mehr über eine Zeit als jedes Geschichtsbuch. Die von Astrid Landero ist eine davon. Aufgewachsen in Thüringen in einem politisch geprägten Elternhaus, entwickelt sie früh ein Interesse für internationale Themen, hört westliche Musik und beschäftigt sich mit der US-Bürgerrechtsbewegung. Ihr Weg führt sie zum Studium nach Moskau – in ein internationales Umfeld, das ihren Blick weitet. Zurück in der DDR arbeitet sie zunächst beim Zentralrat der FDJ, bevor sie 1988 zum Jugendradiosender DT64 kommt. DT64 ist zu diesem Zeitpunkt ein besonderer Ort: unterschätzt von der politischen Führung – und gerade deshalb ein Raum mit überraschend großen Freiheiten. Hier entstehen Beiträge über Themen, die zuvor kaum öffentlich verhandelt wurden: Rassismus in der DDR, Sexualität und Beziehungen, queeres Leben, Einsamkeit, Suizid und Flucht. Im Jahr 1989, als das politische System ins Wanken gerät, wird auch das Radio mutiger. Die Redaktion nutzt ihre Spielräume – und ist in manchen Momenten schneller als die Politik selbst. Nach dem Mauerfall engagiert sich Astrid Landero intensiv in der Frauenbewegung. Sie ist aktiv im Unabhängigen Frauenverband und beteiligt sich am Aufbau wichtiger Ostberliner Frauenprojekte wie dem Frauenzentrum Paula Panke. Für ihr Engagement wird sie 2023 mit der Bezirksmedaille Pankow ausgezeichnet. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Astrid Landero über ein Leben zwischen Anpassung und Aufbruch – und über die Frage, was es bedeutet, Freiräume zu erkennen und zu nutzen.
  • Flucht, Folter, Hoffnung: Der Weg von Tarek Elmasoudi nach Europa | Was für ein Leben - Folge 7 09.04.2026 44min
    Tareks Flucht durch Wüste, Gefängnisse und über das Mittelmeer Manche Lebensgeschichten sind so drastisch, dass sie kaum zu glauben sind. Und doch sind sie real. Die Geschichte von Tarek Elmasoudi ist eine davon. Aufgewachsen in der ägyptischen Wüste, ohne Perspektive, macht er sich schon als Teenager auf den Weg – raus aus einem Leben, das für ihn keine Zukunft bereithält. Seine erste Flucht führt ihn nach Saudi-Arabien, wo er auf der Straße lebt und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Doch er wird zurückgebracht. Der nächste Versuch endet in einem Albtraum: Libyen. Gefängnis. Folter. Menschenhandel. Zurück in Ägypten folgt die nächste Inhaftierung. Tage ohne Essen, kaum Wasser, Isolation. Für Tarek wird klar: Wenn er bleibt, wird er das nicht überleben. Sein Ziel: Europa. Die Überfahrt über das Mittelmeer ist lebensgefährlich. Zwei seiner engsten Freunde sterben auf diesem Weg. In Griechenland angekommen, ist seine Flucht noch lange nicht vorbei. Schlepper halten ihn fest, verlangen Geld. Erst danach kann er weiter – über die Balkanroute, zu Fuß, per Anhalter, immer in Angst. Er erzählt davon, wie er Müll gegessen hat, um zu überleben. Und davon, was es bedeutet, nie zu wissen, ob man den nächsten Tag erlebt. Heute lebt Tarek in Deutschland. Er arbeitet für den Verein Über den Tellerrand, der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenbringt – durch gemeinsames Kochen, Austausch und Begegnung. Doch auch hier ist nicht alles sicher: Die staatliche Förderung wurde gestrichen. Umso wichtiger sind Unterstützung und Aufmerksamkeit. In dieser Folge von Was für ein Leben spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Tarek Elmasoudi über Angst, Verlust – und darüber, warum Zusammenhalt die einzige Chance ist, dass dieses Zusammenleben funktioniert.
  • Wie eine Frau Berlin geprägt hat – und warum sie ging und zurückkam | Was für ein Leben - Folge 6 07.04.2026 35min
    Eine Frau, viele Szenen. New York in den 80ern, Westberlin kurz vor dem Mauerfall, das wilde, offene Berlin der 90er – und mittendrin: Danielle de Picciotto. Multimediakünstlerin, Musikerin, Modedesignerin, Autorin, Filmemacherin – und eine der prägendsten Figuren der Berliner Szene. Gemeinsam mit Dr. Motte initiierte sie 1989 die erste Love Parade – damals noch ein kleiner Umzug auf dem Kurfürstendamm, der später Musikgeschichte schreiben sollte. Doch ihre Geschichte geht weit darüber hinaus. Danielle kommt Ende der 80er nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch. Freiräume entstehen, kreative Szenen wachsen, Clubs wie der Tresor oder das E-Werk prägen eine neue Kultur zwischen Ost und West. Als Künstlerin und Kuratorin ist sie mittendrin: Sie organisiert Ausstellungen, gründet Netzwerke, bringt internationale Künstler*innen zusammen und gestaltet das kreative Berlin der 90er aktiv mit. Doch irgendwann kehrt sie der Stadt den Rücken. Zu viel Veränderung, zu viel Kommerz. Jahre später kommt sie zurück – mit neuem Blick auf eine Stadt, die sich weiterentwickelt hat und doch immer noch diese besondere Energie in sich trägt. FluxFM-Redakteur Matti Geyer hat mit Danielle de Picciotto über diese Zeit gesprochen. Über Aufbruch, Freiheit und kreative Explosion – aber auch über Abschied, Veränderung und Rückkehr.
  • Als Martin Luther King in Ostberlin predigte – und ein Berliner hautnah dabei war | Was für ein Leben - Folge 5 02.04.2026 15min
    Anfang der 1960er Jahre ist er Lehramtsstudent in Ost-Berlin – und singt im Chor der Marienkirche Berlin. Religion ist in der Deutsche Demokratische Republik offiziell unerwünscht. Gerade deshalb wird die Kirche für viele zu einem Ort der Freiheit. Dann passiert etwas völlig Unerwartetes: Martin Luther King Jr. kommt nach Berlin – und überquert 1964 spontan die Grenze nach Ost-Berlin. Ohne Pass. Mit einer American-Express-Karte. Wenig später steht er auf der Kanzel der Marienkirche – und predigt vor hunderten Menschen. Später auch in der Sophienkirche Berlin. Ekkehardt Brewing ist mittendrin. Er erzählt, wie sich dieser Moment angefühlt hat, welche Bedeutung Kirche in der DDR hatte – und ob sein Glaube für ihn zum Problem wurde. Eine Geschichte über Mut, Zufall – und einen Moment, der zeigt, dass selbst im Kalten Krieg Grenzen manchmal einfach überschritten wurden.
  • 94 Jahre Berlin | Was für ein Leben - Folge 4 02.04.2026 37min
    Ein Jahrhundertleben zwischen Krieg, Mut und Freiheit In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Eva Tetz – 94 Jahre alt, Ur-Berlinerin, voller Energie und mit einer Geschichte, die sich über fast ein ganzes Jahrhundert spannt. Geboren am Ende der Weimarer Republik, wächst sie im Nationalsozialismus auf und erlebt den Zweiten Weltkrieg als Kind mitten in Berlin. Bombennächte, Angst, Zerstörung – und eine Zeit, die ihr Leben prägt. Zwischendurch wird sie aufs Land verschickt, fern von ihren Eltern, während die Angriffe auf die Hauptstadt immer heftiger werden. Nach dem Krieg folgt ein Leben in der DDR: als Lehrerin, als Zeitzeugin – und als jemand, der sich auch mit der Stasi auseinandersetzen muss. Und dann, Jahrzehnte später, steht sie plötzlich wieder an einem historischen Wendepunkt: Am 9. November 1989 gehört Eva Tetz zu den ersten Ost-Berlinerinnen, die über die Bornholmer Straße in den Westen gehen. Eine Geschichte über ein Leben zwischen Systemen, Zeiten und Extremen – erzählt mit einer Leichtigkeit und Wärme, die beeindruckt.
  • Sieben Jahre Straße | Was für ein Leben - Folge 3 31.03.2026 20min
    Ein Gespräch über Freiheit, Sucht – und den langen Weg zurück Was passiert, wenn Freiheit plötzlich keine Richtung hat? In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Uwe Tobias – einem Mann, der sich nie angepasst hat. In der DDR landet er mehrfach im Zuchthaus, weil er sich gegen das System stellt. Nach der Wende will er eigentlich nur kurz raus – ein paar Tage auf der Straße, die neue Freiheit spüren. Doch aus Tagen werden Jahre. Sieben Jahre lebt Uwe Tobias ohne festen Wohnsitz in Berlin. Er schläft unter Brücken, in Hauseingängen, kämpft mit Alkohol und hält sich irgendwie über Wasser. Und erzählt heute offen davon: von den Tiefpunkten, den Routinen auf der Straße – und dem Moment, in dem er entscheidet, dass es so nicht weitergehen kann. Heute steht er wieder auf beiden Beinen. Er arbeitet als Stadtführer bei querstadtein e.V. und führt Menschen durch die Orte, an denen er selbst gelebt hat. Eine ehrliche, direkte und beeindruckende Geschichte über Absturz, Überleben – und den Weg zurück. Mehr zu Uwes Touren: querstadtein.org
  • Die 21-Jährige, die der DDR entkam | Was für ein Leben - Folge 2 31.03.2026 28min
    Ständige Vertretung, ständiger Nervenkitzel: Die Geschichte der Inge Albrecht Manche Entscheidungen verändern alles. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Inge Albrecht – die 1984 mit gerade einmal 21 Jahren einen mutigen Schritt wagt: Sie flieht aus der DDR. Nach mehreren gescheiterten Versuchen landet sie schließlich in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin – einem Ort zwischen Hoffnung und politischem Ausnahmezustand. Wochenlang wartet sie dort, zusammen mit anderen, auf eine Entscheidung, die über ihre Zukunft bestimmt. Inge erzählt, wie sie ihre Flucht geplant hat, was in der Vertretung wirklich passiert ist – und wie es sich anfühlt, alles hinter sich zu lassen, ohne zu wissen, ob es ein Zurück gibt. Eine Geschichte über Mut, Risiko und den Moment, in dem man einfach losgeht.
  • Der Sohn aus dem letzten Deportationszug | Was für ein Leben - Folge 1 31.03.2026 21min
    Aus einem kurzen Radiobeitrag wird ein bewegendes Zeitzeugengespräch. Alles beginnt mit einem Berliner Schnipsel bei FluxFM: Redakteur Matti Geyer erzählt vom letzten Deportationszug, der am 27. März 1945 Berlin in Richtung Theresienstadt verlässt. Mit an Bord: eine junge Mutter und ihr wenige Tage altes Baby. Eine Geschichte, die fast vergessen war. Bis sich 80 Jahre später ein Mann meldet. Michael Meisels hört den Beitrag und erkennt sich selbst darin wieder. Er ist dieses Baby. Vermutlich der jüngste Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt. In dieser ersten Folge von „Was für ein Leben“ erzählt er seine unglaubliche Geschichte: von seiner Mutter, die während des Holocausts untertaucht, ihn im Versteck zur Welt bringt und nur wenige Tage später mit ihm deportiert wird. Es ist eine Geschichte über Mut, Zufall und das Überleben in einer der dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte. Trotz eines Schlaganfalls reist Michael Meisels extra aus Hamburg an, um im Studio bei FluxFM davon zu berichten. Diese Folge ist der Ausgangspunkt für die ganze Podcastreihe. Buchtipp zur Folge Im Gespräch geht es auch um das Buch „Heimat, deine Sterne …“ (unter dem Pseudonym Michael Mandel erschienen). Ein ungewöhnlich erzählter Doku-Roman: Der Autor tritt darin in einen Dialog mit Gott, der die Lücken füllt, wo Erinnerungen fehlen. Gerade dieser besondere Zugang macht das Buch so eindringlich und persönlich. Habt ihr eine Geschichte für uns? Kennt ihr jemanden, der oder die ein außergewöhnliches Leben geführt hat? Eine Geschichte, die man einfach hören muss? Dann schreibt uns an matti.geyer@fluxfm.de – vielleicht wird genau daraus eine der nächsten Folgen von "Was für ein Leben".

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