KLIMA UND KOHLE
Henrik te Heesen
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„Klima und Kohle“ ordnet die Transformation des Energie- und Wirtschaftssystems fachlich fundiert ein. Prof. Dr. Henrik te Heesen analysiert die Energiewende aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive, basierend auf Physik, Ingenieurwissenschaften und Energiewirtschaft. Die Episoden behandeln Aspekte wie Stromnetze, erneuerbare Energien, Speicher, Elektromobilität, Wasserstoff und energiepolitische Rahmenbedingungen. Der Podcast richtet sich an alle, die Energie- und Klimathemen vertieft verstehen und Wert auf eine sachliche, faktenbasierte Darstellung legen.
Επεισόδια
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#227 Klimabilanz Autos: Was die Studie der TU München sagt 17.09.2026 45λKlimabilanz von Elektroautos: Drei Studien nennen 41, 53 und 73 Prozent - alle drei rechnen korrekt. In dieser Folge nehme ich das White Paper der TU München auseinander, über das die „Bild am Sonntag" zwei Tage vor der Veröffentlichung berichtet hat. Ich zeige, wie eine Ökobilanz nach ISO 14040 aufgebaut ist, warum die EU-Flottenregulierung nur die Emissionen am Auspuff ansetzt und wie aus 19 ausgewerteten Studien mit 47 Szenarien der Mittelwert von 41 Prozent entsteht. Danach ordne ich die Zahlen ein: 223 Gramm CO₂-Äquivalent je Kilometer beim Benziner, 210 beim Diesel, 121 beim batterieelektrischen Fahrzeug - und eine Schwelle von 600 Gramm je Kilowattstunde Strom, unter der alle 27 EU-Mitgliedstaaten liegen. Am Ende steht der Reformvorschlag der Autoren und mein Einwand dazu. -
#226 Das Wetter könnt ihr nicht vorhersagen, aber das Klima? 10.09.2026 47λWettervorhersage und Klimamodelle beruhen auf derselben Physik, und trotzdem endet die eine nach zehn Tagen. In dieser Folge zeige ich, warum das kein Widerspruch ist. Am Doppelpendel wird sichtbar, dass ein chaotisches System die Einzelbahn verweigert und die Energiebilanz trotzdem exakt preisgibt. In einem Fingerhut Luft stecken 27 Trillionen Moleküle, deren Bahnen niemand kennt, während Druck und Temperatur auf viele Stellen genau feststehen. Genau diese Trennung zwischen Einzelfall und Mittelwert unterscheidet die Wettervorhersage vom Klimamodell. -
#225 Deindustrialisierung wegen der Erneuerbaren? Gespräch mit Prof. Harro Heilmann 03.09.2026 52λDeindustrialisierung: Sind die Erneuerbaren schuld? Prof. Harro Heilmann widerspricht. Der Professor für Produktion und Management an der Hochschule Aalen hält bereits die Diagnose für unsauber: Der Produktionsindex misst Stückzahlen in einer 2021 festgelegten Struktur, die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Industrie liegt heute über dem Niveau von 2015. Wir sprechen über den Industriestrompreis, der 2026 mit 17,2 ct/kWh auf dem Niveau von 2017 liegt, über einen Windpark im bayerischen Chemiedreieck, der am Bürgerentscheid scheitert, und über eine Raumfahrtindustrie, die in der Statistik unter „sonstiger Fahrzeugbau" verschwindet. -
#224 Chinas Fünfjahrespläne: Kohleboom und Energiewende 27.08.2026 45λChinas 15. Fünfjahresplan setzt bis 2030 auf 3.500 Gigawatt Erneuerbare – parallel wächst die Kohlekraft weiter. Ich ordne ein, wie der 13. und der 14. Fünfjahresplan ausgegangen sind, warum China 2025 mehr Wind- und Solarkapazität zugebaut hat als der Rest der Welt zusammen und wieso das Kernkraftziel verfehlt wurde. Am Beispiel von BASF in Zhanjiang zeige ich, wie chinesische Industrie schon heute mit langfristigen Grünstromverträgen kalkuliert. -
#223 Gravitation: Was ohne Schwerkraft passiert 21.08.2026 37λGravitation lässt sich nicht abschalten - auch nicht für sieben Sekunden. Im Sommer 2026 kursierte online die Behauptung, die NASA werde am 12. August genau das tun. Ich nehme das nicht als Faktencheck, sondern als Anlass für ein Gedankenexperiment, was in einen solchen Fall passieren würde: Ein Mensch in Deutschland käme 34 Zentimeter hoch, der Mond würde um eine Handbreit von seiner Bahn abweichen, und unangenehm würde es erst bei Luft und Wasser. Von dort geht es zu Newton und Einstein, zur Sonnenfinsternis von 1919 und zum GPS - und am Ende zu den beiden Stellen, an denen die Energietechnik die Gravitation zwingend braucht: Pumpspeicherkraftwerke und die Kernfusion in der Sonne. -
#222 Energiewende in Deutschland. Was Beraterstudien zeigen 13.08.2026 46λEnergiewende-Studien großer Beratungshäuser prägen seit einem Jahrzehnt Kosten- und Tempo-Debatten. Ich habe Studien von BCG, McKinsey, PwC, Deloitte, KPMG und EY aus den Jahren 2015 bis 2026 ausgewertet und ihre Prognosen für 2025 gegen die amtlichen Ist-Werte gestellt. Die Infrastrukturwarnungen erwiesen sich dabei als robust, während die Nachfrageprognosen in jedem geprüften Fall danebenlagen. Im Zentrum steht ein Satz aus einer McKinsey-Studie von 2023, der die heutige Debatte über Deindustrialisierung vorwegnimmt, ohne damals ernst genommen worden zu sein. -
#221 Energiewende im Vereinigten Königreich 06.08.2026 35λEnergiewende in UK: Wie das Land den Kohleausstieg schneller schaffte als Deutschland. Ich besuche das stillgelegte Kraftwerk Battersea, den Offshore-Windpark Rampion bei Brighton und ordne den Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C ein. Im Zentrum stehen der Strommix 2025, der Merit-Order-Effekt bei den Strompreisen und die Frage, warum Strom im Vereinigten Königreich trotz hohem Erneuerbaren-Anteil teuer bleibt. Mit Zahlen zu CO₂-Intensität, Auktionsergebnissen und öffentlicher Zustimmung ordne ich ein, was sich für die deutsche Debatte daraus lernen lässt. Diese Podcastfolge ist während meines Sommerlaubs in England entstanden. -
#220 Gebäudemodernisierungsgesetz 30.07.2026 37λDas Gebäudemodernisierungsgesetz löst das sogenannte "Heizungsgesetz" ab. In der aktuellen Folge diskutieren wir, was sich ändert und was es kostet. Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag die pauschale 65-Prozent-Regel gekippt: Wer eine neue Heizung braucht, hat wieder die Wahl, auch Gas und Öl bleiben erlaubt. Hierzu ordnen wir ein ein, warum der Gebäudesektor für den Klimaschutz so entscheidend ist, wie sich das Recht seit 1976 entwickelt hat und was die „Bio-Treppe", die Grüngasquote und die neue 50-50-Kostenregel konkret bedeuten. Das Fazit: Die versprochene Freiheit ist für Mieter, Gewerbe und den Klimaschutz mit erheblichen Kostenrisiken verbunden. -
#219 Small Modular Reactors 23.07.2026 41λSmall Modular Reactors erreichten in den USA erstmals Kritikalität - wirtschaftlich bleiben sie ungelöst. Ich ordne den Hype um die kleinen Kernreaktoren ein: wie sie physikalisch funktionieren, was die Studie von ETH Zürich und Paul-Scherrer-Institut zur Wirtschaftlichkeit zeigt, warum das deutsche BASE rund 3.000 baugleiche Reaktoren für nötig hält und weshalb Atommüll, hoch angereicherter Brennstoff und die Börsenkurse der Start-ups zur Vorsicht mahnen. Mein Fazit: Die Physik funktioniert, das eigentliche Problem sind die Kosten. -
#218 Batteriespeicher: So verdienen Großspeicher Geld 16.07.2026 44λBatteriespeicher verdienen mit Arbitrage am Strommarkt und Regelleistung Geld. In dieser Podcast-Folge sprechen wir über die netzdienliche von der marktdienlichen Fahrweise: Regelleistung auf der einen Seite sowie das Kaufen bei niedrigen und Verkaufen bei hohen Preisen auf der anderen Seite. Für einen Speicher mit 300 Megawatt und 600 Megawattstunden lässt sich aus den letzten 18 Monate mit den realen Day-Ahead-Preise ermitteln, dass mit Erlösen um 90.000 Euro je Megawatt und Jahr und einer Amortisation von sechs bis acht Jahren gerechnet werden kann. Ein Blick nach Kalifornien zeigt, wohin die Reise geht: Dort verdrängen Batteriespeicher am Abend bereits die Gaskraftwerke. Schließlich ordnen wir in der Folge ein, warum Planungssicherheit bei den Netzentgelten wichtiger als jede Förderung ist. -
#217 Strompreisspitzen und Hitzewelle 09.07.2026 43λStrompreisspitzen von 747 €/MWh: In der Junihitze 2026 schoss der Abendstrom auf einen Jahresrekord. Tagsüber drückt die Solarenergie den Preis, doch mit dem Sonnenuntergang trifft hohe Kühllast auf ein knappes Angebot, und teure Gaskraftwerke setzen den Preis. Anhand von Börsen- und Temperaturdaten zeige ich, warum diese Spitzen erstmals im Sommer auftreten, was die neue „Hitzeflaute" bedeutet und welche Rolle Klimaanlagen, Importe und der Klimawandel spielen. Zum Schluss geht es um die Lösungswege: Speicher, Flexibilisierung und Netzausbau. -
#216 Iran-Konflikt, leere Gasspeicher und Winter 2026/27: Was droht? 02.07.2026 38λDeutschlands Gasspeicher sind derzeit historisch leer - ein Blick auf die Risiken für den Winter 2026/27. Der Iran-Konflikt hat die Sommerpreise für Erdgas so weit in die Höhe getrieben, dass das Einspeichern für Gasversorger wirtschaftlich ein Verlustgeschäft ist: Wer heute Gas kauft und im Winter verkauft, macht pro Megawattstunde rund 2 Euro Verlust. In der Folge ordnen wir ein, welche Szenarien von einem milden bis zu einem sehr kalten Winter realistisch sind, warum Bayern mit seinen leeren Porenspeichern und der Abhängigkeit vom österreichischen Großspeicher Haidach besonders exponiert ist, und was Deutschland vom französischen Erlösausgleich-Modell lernen könnte, das seit Jahren für volle Speicher sorgt. -
#215 Live vom Umwelt-Campus Birkenfeld: 30 Jahre Energiewende 25.06.2026 59λIn dieser Folge diskutieren Christian Kammlott und ich live vom Tag der offenen Tür am Umwelt-Campus Birkenfeld über den Zustand der deutschen Energiewende nach 30 Jahren. Wir gehen der Frage nach, wie ernst die Deindustrialisierung wirklich ist, warum Energiepreise und Bürokratie so viele Unternehmen ins Ausland treiben und wo Deutschland beim Thema Kapitalmarkt und Innovation im internationalen Vergleich steht. Anlass des Live-Podcasts ist das 30-jährige Jubiläum des Umwelt-Campus Birkenfeld, der zeitlich mit dem Beginn der deutschen Energiewende zusammenfällt. Trotz kritischer Analyse finden wir auch Gründe für Zuversicht und benennen konkrete Hebel, an denen Deutschland ansetzen kann. Die Aufnahme fand am Samstag, den 20. Juni 2026, statt. -
#214 Systemdienlichkeit und Netzausbau. Gespräch mit Gunther Gehlert 18.06.2026 46λIn dieser Folge spreche ich mit Prof. Gunther Gehlert von der FH Westküste über die Frage, wie systemdienliches Verhalten und ein intelligentes Netzdesign dazu beitragen können, die enormen Kosten des Netzausbaus zu begrenzen. Bis Netto-Null werden allein im Bereich der Verteilnetze Investitionen von rund 535 Milliarden Euro erwartet – ein Vielfaches dessen, was heute jährlich investiert wird. Wir diskutieren, welche regulatorischen Hemmnisse wie das Bandlastprivileg für die Industrie oder die fehlende Trennung von Stromliefervertrag und Netznutzungsvertrag systemdienliches Verhalten bremsen und was sich ändern muss. Außerdem beleuchten wir das Potenzial von Elektroautos als bidirektionale Speicher und die Rolle zeitvariabler Netzentgelte als Anreizinstrument. -
#213 Luxemburg: Wohlstand, Tanktourismus und die Grenzen der Energiewende 11.06.2026 38λLuxemburg ist eines unserer direkten Nachbarländer - und hat bei der Energiewende mit Problemen zu kämpfen, die in der deutschen Debatte kaum vorkommen. Ich schaue mir in dieser Folge an, wie ein kleines, wohlhabendes Land mit strukturellen Abhängigkeiten umgeht: 80 % des Stroms werden importiert, die CO₂-Bilanz wird durch einen massiven Tanktourismus verzerrt, und ein Pumpspeicherkraftwerk mit der Leistung eines Kernkraftwerks gehört zwar bilanziell zu Luxemburg - speist aber physikalisch ins deutsche Netz ein. Die Herausforderungen Luxemburgs helfen dabei, die deutsche Energiewende aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. -
#212 Klimakatastrophe abgesagt? 04.06.2026 41λIn dieser Folge diskutieren wir, warum das schlimmste Klimaszenario der Klimaforschung, RCP 8,5, als abgewendet gilt und was das tatsächlich bedeutet. Die weltweiten Treibhausgasemissionen flachen messbar ab, angetrieben vor allem durch den massiven Ausbau erneuerbarer Energien in China und weltweit. Wir ordnen ein, auf welchem Erwärmungspfad wir uns heute realistisch befinden, welche Temperaturerhöhungen die aktuellen Klimamodelle prognostizieren und warum jedes weitere Zehntelgrad Erwärmung konkrete Konsequenzen hat. Außerdem besprechen wir, wie die Klimaforschung ihre Szenarien weiterentwickelt und warum der eingeschlagene Weg konsequent fortgesetzt und beschleunigt werden muss. -
#211 Energiewende mit Strategie – Was Deutschland von China und den USA lernen kann. Gespräch mit Dirk Specht 28.05.2026 53λIn dieser Folge spreche ich mit Dirk Specht, Unternehmer, Aufsichtsrat und kritischer Beobachter der Energiewende. Wir ordnen die deutsche Entwicklung historisch ein, vergleichen sie mit der strategischen Industriepolitik Chinas und der marktgetriebenen Dynamik in den USA. Dabei geht es um die Debatte um 80 oder 100 Prozent Erneuerbare, um den enormen Energiebedarf der KI-Rechenzentren und um die Rolle von Photovoltaik, Batteriespeichern, SMR und Perowskit-PV. Im Zentrum steht die These, dass nicht Erzeugungstechnologien das Nadelöhr der Energiewende sind, sondern die Infrastruktur – insbesondere die Stromnetze. -
#210 Frisst der Energiehunger der KI den Klimaschutz? 21.05.2026 43λIn dieser Folge analysiere ich den wachsenden Energiehunger der Künstlichen Intelligenz und die daraus resultierenden Herausforderungen für Klimaschutz und Energieversorgung. Die fünf größten Techkonzerne haben 2025 über 400 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert – mehr als die weltweiten Investitionen in die gesamte Öl- und Gasförderung. Ich ordne die Zahlen der Internationalen Energieagentur ein, erkläre den Unterschied zwischen Trainings- und Inferenzphase und zeige, warum der Strombedarf der Rechenzentren von heute 485 Terawattstunden bis 2030 auf rund 1.000 Terawattstunden anwachsen könnte. Außerdem beleuchte ich, welche Strategien die großen Tech-Konzerne verfolgen – von Gasturbinen über Kernkraft bis hin zu solar-gestützten Rechenzentren – und warum Effizienzgewinne allein durch den Rebound-Effekt nicht ausreichen werden. -
#209 Flusswärmepumpen und Wärmenetze für die Wärmewende 14.05.2026 41λIn dieser Folge schaue ich mir an, wie sich der Wärmesektor dekarbonisieren lässt, wenn das Erdgas wegfällt. Anlass ist eine SWR-Anfrage zur Stadt Ladenburg am Neckar, deren Gasversorger ab 2035 kein Erdgas mehr liefert. Ich erläutere die Funktionsweise von Wärmepumpen, vergleiche Luft- und Wasserquellen und ordne die Rolle von Flusswärmepumpen in Verbindung mit Wärmenetzen ein. Anhand der Praxisbeispiele in Mannheim und im dänischen Esbjerg zeige ich, was technisch und wirtschaftlich machbar ist und wo die Hürden bei Anschlussquote, Strompreis und Förderung liegen. -
#208 Flächenkonkurrenz Photovoltaik versus Landwirtschaft 07.05.2026 35λFreiflächen-Photovoltaik ist die günstigste Form der Stromerzeugung, doch ihr Ausbau gerät zunehmend in Konflikt mit der Landwirtschaft. Kommunen kündigen Landwirten Pachtverträge, weil Projektierer ein Vielfaches der bisherigen Pacht bieten – und die öffentliche Hand gesetzlich verpflichtet ist, das beste Angebot anzunehmen. In dieser Folge ordne ich die Flächenkonkurrenz ein, analysiert die Rolle der geplanten EEG-Reform für kleine Dachanlagen und zeigt Lösungsansätze auf: von der Stärkung der Dach-Photovoltaik über Agri-PV bis zur regulatorischen Steuerung.
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