Auf dem Weg als Anwält:in

Auf dem Weg als Anwält:in

Duri Bonin
Zemlja Švicarska
Jezik DE
Epizode 818
Najnovija 11.08.2026

In diesem Podcast spricht Strafverteidiger Duri Bonin mit Gästen über die Praxis des Anwaltsberufs. Themen sind unter anderem die Eigenschaften guter Anwältinnen und Anwälte, die Organisation der Arbeit, der Umgang mit Klienten, Gegnern und Behörden sowie die Entwicklung von Verteidigungsstrategien. Auch die Kunst des Plädoyers wird beleuchtet. Der Podcast reflektiert die menschlichen und bisweilen allzumenschlichen Seiten des Rechtsalltags.

Epizode

  • Causa Vincenz: Beat Stocker vor Obergericht – die Illusion vom Dialog 11.08.2026 10min
    Beat Stocker erinnert sich vor Obergericht an Aussagen aus der Untersuchungshaft vor Jahren. Er antwortet ruhig und ausführlich – bis er bei Nachfragen der Privatklägerschaft einzelne Antworten verweigert. Duri Bonin und Gregor Münch analysieren, was Aussagekonstanz verlangt und welche Fragen punktuelles Schweigen aufwirft. Die Beobachtung führt über die Causa Vincenz hinaus: Eine Einvernahme mag wie ein Gespräch wirken, ist aber kein Dialog unter Gleichen. Jede Antwort wird an Akten, früheren Protokollen und den Positionen der Parteien gemessen.
  • Causa Vincenz: So antwortet Pierin Vincenz vor Obergericht 11.08.2026 9min
    .Das Obergericht befragt Pierin Vincenz detailliert zu Auslagen, deren geschäftliche Berechtigung umstritten ist, und zu laut Anklage nicht offengelegten Beteiligungen. Duri Bonin und Gregor Münch schildern ein Gericht mit beeindruckender Aktenkenntnis, präzisen Nachfragen und offen erkennbarer Skepsis. Wie reagiert man, wenn eine Zeugenaussage der eigenen Darstellung widerspricht? Die Folge zeigt, weshalb Vincenz die Prämisse einer heiklen Frage nicht übernimmt, wann Reden neue Angriffsflächen schafft und warum die Aussageentscheidung früh getroffen werden muss.
  • Causa Vincenz: «Möchten Sie auch gerne etwas sagen, was wir schon gehört haben?» 11.08.2026 4min
    Um 9.36 Uhr sitzen Duri Bonin und Gregor Münch vor dem Obergericht Zürich. 24 Minuten später soll die I. Strafkammer bekanntgeben, wie sie mit den Vorfragen umgeht, die den gesamten ersten Verhandlungstag beansprucht haben: Verjährung, Rechtzeitigkeit eines Strafantrags, FINMA-Akten und der Nichtigkeitsantrag im Zusammenhang mit Andreas Donatsch. Unmittelbar vor der Fortsetzung rekonstruieren die beiden die zweite Runde der Parteivorträge und wagen eine Prognose. Im Zentrum steht die praktische Schlüsselfrage: Was muss das Gericht vor den Befragungen entscheiden – und was darf es dem Endurteil vorbehalten?
  • Causa Vincenz: «Kein Anspruch auf Fehler der Staatsanwaltschaft» 10.08.2026 9min
    Nach den Vorfragen der Verteidigung antwortet die Staatsanwaltschaft: zur Rolle von Professor Andreas Donatsch, zu Strafantragsfrist und Verjährung, zum Ursprung der Untersuchung und zur Verwertbarkeit von FINMA-Akten. Der Vorsitzende greift ein und trennt Fragen des Verfahrensauftakts von Punkten für die späteren Hauptplädoyers. Duri Bonin und Gregor Münch berichten direkt in der Pause am Obergericht Zürich. Im Zentrum steht die Frage, wie weit externe Qualitätskontrolle einer Anklage reichen darf – und weshalb die konkrete Arbeit des beigezogenen Experten für die Verfahrensfairness bedeutsam bleibt.
  • Causa Vincenz: Der Weg nach Lausanne beginnt bei den Vorfragen 10.08.2026 6min
    Eine knapp dreistündige Mittagspause klingt nach Stillstand. Im Berufungsprozess der Causa Vincenz ist sie das Gegenteil: Die Staatsanwaltschaft ordnet ihre Antwort auf die Vorfragen, während für die Verteidigung die Frage bleibt, welche bereits erhobenen Rügen nochmals ausdrücklich wiederholt wurden. Duri Bonin und Gregor Münch berichten direkt aus der Mittagspause und erklären, weshalb Wiederholung vor Obergericht Prozessstrategie sein kann – und warum die Dauer der Unterbrechung noch nichts darüber beweist, ob die Anklage überrascht wurde.
  • Causa Vincenz: Ein entlastendes E-Mail im Aktenberg? 10.08.2026 4min
    Ein neu aufgefundenes E-Mail soll nach Darstellung der Verteidigung entlasten. Damit stellt sich in der Causa Vincenz eine grössere Frage: Wer entscheidet in riesigen digitalen Datenbeständen, welche Dokumente aktenkundig werden – und können Staatsanwaltschaft und Verteidigung mit gleichwertigen Werkzeugen suchen? Duri Bonin und Gregor Münch diskutieren die Pflicht, Belastendes und Entlastendes gleich sorgfältig zu untersuchen, die Kontrolle der behördlichen Aktenauswahl und die Grenzen des Vorwurfs im konkreten Verfahren.
  • Causa Vincenz: Darf das Gericht FINMA-Angaben verwerten? 10.08.2026 3min
    Im FINMA-Verfahren müssen Betroffene weitreichend mitwirken; im Strafverfahren dürfen beschuldigte Personen schweigen. Was geschieht, wenn unter aufsichtsrechtlichem Druck erteilte Angaben später als Strafbeweise verwendet werden sollen? Im Rahmen der Vorfragen greift Fatih Aslantas diese Schnittstelle auf, Cornel Borbély bezieht auch Folgebeweise ein. Duri Bonin und Gregor Münch ordnen das Bundesgerichtsurteil 7B_45/2022 ein – und erklären, was das Obergericht nun für jedes umstrittene Beweismittel prüfen muss.
  • Causa Vincenz: Was die Verteidigung zum Auftakt angreift 10.08.2026 11min
    Ein neues Bundesgerichtsurteil liegt am ersten Vormittag der Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz auf dem Tisch – und die Seiten lesen es unterschiedlich. Duri Bonin und Gregor Münch berichten aus der ersten Pause, weshalb Lorenz Erni im Commtrain-Komplex Verjährung geltend macht und welche weiteren Vorfragen Andreas Blattmann aufwirft. Der Bundesgerichtsentscheid betrifft ein anderes Verfahren, enthält aber Aussagen zu Herausgabepflichten, Betrug durch Unterlassen und Verjährungsbeginn. Dazu kommen die umstrittene Antragsfrist, die Verwertbarkeit bestimmter Beweismittel und eine auffällig abgestimmte Arbeitsteilung unter den Verteidigern.
  • Causa Vincenz: Wer prägt das Narrativ vor dem Urteil? 10.08.2026 5min
    Pierin Vincenz trifft in einem Kleinwagen am Obergericht Zürich ein. Kameras gehen hoch, Bilder gelangen innert Sekunden in die Liveticker. Duri Bonin und Gregor Münch beobachten, wie schnell aus einer Ankunft eine öffentliche Erzählung wird. Dann stellen sie die heikle Frage: Wird unabhängige Kritik an der Anklage als Litigation-PR gelesen – und kann das Narrativ einer milderen Strafe zum Bumerang werden? Sicher ist nur: Eine Strafreduktion ist keineswegs vorgezeichnet, denn auch die Staatsanwaltschaft hat Berufung erhoben.
  • Causa Vincenz: Die zwei Kernvorwürfe in fünf Minuten 10.08.2026 5min
    Spesen, welche die Anklage als privat einstuft, und nicht offengelegte Beteiligungen an Unternehmen, die später von Raiffeisen oder Aduno übernommen wurden: Unmittelbar vor der Türöffnung am Obergericht ordnen Duri Bonin und Gregor Münch die beiden grossen Vorwurfskomplexe der Causa Vincenz ein. Im Zentrum steht die strafrechtlich entscheidende Frage: Welche Offenlegungs- oder Herausgabepflicht bestand – und worin soll der Vermögensschaden liegen? Eine kompakte Vor-Ort-Folge über den Abstand zwischen einem verdächtig wirkenden Vorgang und einem nachweisbaren Straftatbestand.
  • Causa Vincenz: Der Prozess beginnt vor der Gerichtstür 10.08.2026 6min
    Am Morgen der Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz warten die Kameras bereits vor dem Obergericht Zürich. Duri Bonin und Gregor Münch stehen kurz nach 7.15 Uhr im Innenhof, beobachten das Eintreffen erster Verfahrensbeteiligter und fragen: Wie begleitet eine Verteidigung eine beschuldigte Person durch diesen öffentlichen Moment? Haupteingang oder Seiteneingang, selbstbewusst oder möglichst unauffällig? Die Vor-Ort-Folge zeigt, weshalb auch der Weg in den Gerichtssaal vorbereitet werden muss – und warum es keine allgemeingültige Lösung gibt.
  • Causa Vincenz: Die letzten Tage vor der Berufungsverhandlung 06.08.2026 9min
    Ein Plädoyer muss beim lauten Schlussdurchgang standhalten; die Klientschaft braucht Orientierung, und überraschende Vorfragen verlangen sofortige Reaktion. Wenige Tage vor der Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz sprechen Duri Bonin und Gregor Münch darüber, was vor einem solchen Grossprozess noch zählt. Anlass ist auch Marcel Nigglis scharfe Kritik an der Anklage in der NZZ. Die Folge verbindet offene Rechtsfragen mit dem Handwerk der letzten Vorbereitung und dem Rollenwechsel der beiden Strafverteidiger zu Prozessbeobachtern.
  • Causa Vincenz: Wie die Verteidigung die Berufungsverhandlung vorbereitet 04.08.2026 12min
    Vor Obergericht reicht es weder, das erstinstanzliche Plädoyer nochmals vorzulesen, noch, das angefochtene Urteil nur Punkt für Punkt zu widerlegen. Mit Blick auf die Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz diskutieren Duri Bonin und Gregor Münch, wie die Verteidigung den Fall neu ordnet und ihre Argumente auf die entscheidenden Punkte konzentriert. Ausserdem zeigen sie, wie eine beschuldigte Person auf Ablauf, Befragung, Gerichtssaal und Urteilsberatung vorbereitet wird. Befragungssituationen lassen sich trainieren; Antworten auswendig zu lernen wäre das Gegenteil guter Vorbereitung.
  • Shiffrin, Odermatt & Co.: Routine für den Ernstfall | Matchball-Momente 4 30.07.2026 11min
    Ein Song. Ein innerer Satz. Ein kontrollierter erster Schritt. In Teil 4 der Reihe «Matchball-Momente» übersetzt der Strafverteidiger Duri Bonin die Routinen von Mikaela Shiffrin, Marco Odermatt und weiteren Spitzensportler:innen in Anwaltsprüfung und Anwaltspraxis. Die Situationen sind nicht vergleichbar – die psychologische Grundfrage ist es: Wie wird eine vorbereitete Leistung unter Druck tatsächlich abrufbar? Die Folge entwickelt eine kurze Routine für Prüfung, Plädoyer, Einvernahme und schwierige Mandantengespräche. Entscheidend ist nicht, Nervosität abzuschaffen, sondern trotz Nervosität zur Aufgabe und ins Handeln zu finden.
  • Nicht jedes Risiko lohnt sich: Freiheit, Ruf und Lebenszeit (Letters to a Young Lawyer 10) 27.07.2026 14min
    Warum riskieren erfolgreiche Menschen Freiheit, Ruf und Lebenszeit für noch mehr Geld, Macht oder Anerkennung? Duri Bonin und Nina Langner diskutieren einen weiteren Brief von Alan M. Dershowitz’ «Letters to a Young Lawyer» und fragen, weshalb ein möglicher Gewinn oft konkreter erscheint als ein kaum ersetzbarer Verlust. In Teil 10 der Lektürereihe geht es um drei Risikotypen, den Blick auf beschuldigte Personen und die Causa Vincenz sowie um eine praktische Frage vor jedem folgenreichen Schritt: Setze ich gerade etwas Unersetzliches aufs Spiel, um mehr von etwas zu erhalten, von dem ich bereits genug habe?
  • Causa Vincenz: So läuft das Berufungsverfahren 23.07.2026 22min
    Das Obergericht kennt das erstinstanzliche Urteil, die Akten und die bisherigen Plädoyers. Trotzdem muss es die angefochtenen Punkte selbst beurteilen. Vor der Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz erklären die Strafverteidiger Duri Bonin und Gregor Münch, weshalb die zweite Instanz weder bei null beginnt noch die erste Instanz einfach bestätigen darf. Die Folge führt durch das Berufungsverfahren: Berufungserklärung, Vorfragen, Beweisabnahme, Befragung, Parteivorträge, letztes Wort und Urteilseröffnung. Im Zentrum steht dabei eine menschliche Frage: Wie erlebt eine beschuldigte Person ein Gericht, das über Freiheit, Ruf und Zukunft nochmals entscheidet?
  • Klopp, Verstappen & Co.: Routinen unter Druck | Matchball-Momente 3 15.07.2026 16min
    Jürgen Klopp trainiert Standards, Max Verstappen hält die Dinge einfach, Marco Odermatt arbeitet mit inneren Sätzen und Mikaela Shiffrin mit Musik. Strafverteidiger Duri Bonin zeigt, was Juristinnen und Juristen von ihnen – und von Pep Guardiola, Toto Wolff, Cyprien Sarrazin und Malaika Mihambo – für Anwaltsprüfung, Plädoyer und Gerichtsverhandlung lernen können. Im Zentrum stehen fünf Ebenen einer starken Pre-Performance-Routine und die entscheidende Frage: Was ist jetzt wichtig?
  • Causa Vincenz: Fast neun Jahre bis zur Berufung – die Timeline 09.07.2026 17min
    Die Causa Vincenz begann prozessual mit hohem Tempo: Strafanzeige, Untersuchungseröffnung, Hausdurchsuchungen, Untersuchungshaft. Danach wurde aus Tempo ein komplexes Verfahren mit Übersetzungsfragen, Anklage, 99 verfahrensleitenden Verfügungen, erstinstanzlicher Hauptverhandlung, umfangreicher Urteilsbegründung, Rückweisung durch das Obergericht Zürich und Korrektur durch das Bundesgericht. Duri Bonin und Gregor Münch zeichnen die Prozessgeschichte von 2017 bis zur bevorstehenden Berufungsverhandlung nach. Eine Folge über Timeline, Rechtsmittel, Verfahrensführung und die Frage, warum Streit im Verfahren nicht zwingend Rechtsstaatsversagen ist, sondern manchmal gerade Rechtsstaat.
  • Michael Phelps: Praktisch blind zum Weltrekord | Matchball-Momente 2 07.07.2026 8min
    Michael Phelps springt im Olympiafinal über 200 Meter Schmetterling ins Wasser – und seine Schwimmbrille füllt sich. Er sieht die Beckenlinien, die Wand und seine Gegner kaum noch, zählt stattdessen seine Züge und schwimmt zu Gold und Weltrekord. Strafverteidiger Duri Bonin zeigt, was Juristinnen und Juristen daraus für Anwaltsprüfung, Plädoyer und Strafverteidigung lernen können: Wenn die Sicht wegfällt, tragen nicht grosse Gedanken oder spontane Genialität, sondern der nächste Atemzug, der nächste Satz und eine eingeübte Struktur.
  • Causa Vincenz: Was im 1’198-seiten Urteil des Bezirksgerichts Zürich seht 03.07.2026 26min
    1’198 Seiten Urteil, 20 Seiten Dispositiv, 65 Dispositiv-Ziffern: Wer die Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz verstehen will, muss zuerst wissen, wie das erstinstanzliche Urteil aufgebaut ist. Duri Bonin und Gregor Münch öffnen das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. April 2022 und verschaffen sich einen Überblick: Beteiligte, Anträge, Schuldsprüche und Freisprüche, Strafen, Kosten, Entschädigungen und Verteidigungshonorare. Wie liest man ein solches Urteil? Eine Folge über Strafurteile und Wirtschaftsstrafverfahren als Vorbereitung auf die Berufungsverhandlung in der Sache Pierin Vincenz.

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