Inside Universitätsmedizin Mainz - Spannende Einblicke für alle
Universitätsmedizin Mainz
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In diesem Podcast interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der Einrichtung. Im Fokus stehen medizinische und wissenschaftliche Expertisen, fachliche Schwerpunkte sowie die persönliche Faszination der Gäste für ihr Arbeitsfeld. Themen reichen von Alzheimer-Forschung bis Zahnmedizin. Der Podcast bietet regelmäßig neue Folgen mit spannenden Einblicken.
Epizodes
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Faszination Robotische Chirurgie 14.09.2026 13minPräziseres Arbeiten, schonendere Eingriffe, schnellere Heilung – so beschreibt Prof. Dr. Peter Grimminger die Vorteile der Robotischen Chirurgie. Als erfahrener Spezialist insbesondere für Eingriffe an der Speiseröhre schildert er dies im Gespräch mit Ralf Kiesslich sehr plastisch: „Früher war die Speiseröhren-Operation ein sehr großer Eingriff mit vielen Komplikationen. Das hat sich mit der Robotischen Chirurgie revolutioniert.“ Bei dieser Art von Eingriffen sitzt der Chirurg an einer Art Konsole und kann von dort sehr präzise die Instrumente im Körper der Patientin oder des Patienten steuern. Peter Grimminger hat eine Professur speziell für Robotische Chirurgie inne. So stärkt die Universitätsmedizin Mainz gezielt ihre Position als Zentrum für Robotische Chirurgie. Zudem war die Universitätsmedizin Mainz deutschlandweit die erste Uniklinik, die über ein da Vinci Single-Port (SP)-System verfügte und mit diesem Roboter-assistierten Operationssystem erstmals auch Eingriffe an Magen, Speiseröhre, Leber oder Pankreas durchführen konnte. „Bei der Entwicklung des Systems konnte ich schon ganz früh dabei sein“, sagt Peter Grimminger. „Die Anfänge waren schon vor vielen Jahren.“ Seitdem wächst das Spektrum an Eingriffen, die auch robotisch assistiert möglich sind, ständig. „Thoraxchirurgie, Gynäkologie, HNO“, zählt Peter Grimminger auf. „Es gibt immer mehr Fächer, wo die Robotische Chirurgie sinnvoll eingesetzt werden kann. Das nimmt praktisch täglich zu.“ -
Medizin Aktiv – Gemeinsam in Bewegung bleiben 31.08.2026 8minDie Faszination für die Bewegung und die Anpassungsfähigkeit des Körpers an diese Bewegung treiben mich an“, berichtet Dr. Ulrich Betz, Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation (IPTPR) im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich. In Bewegung und aktiv zu bleiben, ist auch die Prämisse des Programms Medizin Aktiv, das Ulrich Betz mit seinem Team initiiert hat. „Wir wissen inzwischen, dass es auch im Krankenhaus, während der Erkrankung, besser ist, aktiv zu bleiben“, sagt Ulrich Betz. „Eine ganz neue Vorstellung.“ Dazu müssen in der Klinik Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Patient:innen überhaupt erst ermöglichen, aktiv zu sein. Das Ergebnis ist sehr überzeugend: „Vor fünf Jahren mussten Patientinnen und Patienten, die eine Hüft- oder Knieprothese bekommen haben, 13 Tage im Krankenhaus bleiben, heute sind es zwei bis drei Tage – und dann sind die Patientinnen und Patienten in einer besseren funktionellen Situation als damals nach 13 Tagen.“ Dies gelingt, indem die Patient:innen während des gesamten Aufenthalts aktiv in Bewegung bleiben und bereits am Tag der OP das Bett selbständig verlassen. Am Ende verrät Ulrich Betz auch, wie er in Bewegung bleibt – er integriert Bewegung in seinen Alltag und fährt Tag für Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit. -
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen 17.08.2026 12min„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, beschreibt Prof. Dr. Corinna Grasemann in einem Satz die Herausforderungen ihres Faches und erläutert: „Dieser Spruch will verdeutlichen, dass bei uns so vieles anders ist als in der Erwachsenenmedizin. Beispielsweise sind viele Medikamente, die wir einsetzen, gar nicht zugelassen für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Wir haben da andere Herausforderungen.“ Mit ihrem Schwerpunkt Seltene Erkrankungen kann Corinna Grasemann in Mainz auf eine lange Tradition aufbauen: „Mainz war der Vorreiter in der Behandlung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen.“ Wissenschaftlich beschäftigt sie sich vor allem mit der Versorgungsforschung: Gerade ist das Projekt B(e) NAMSE gestartet – ein Projekt zur Verbesserung der ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Seltenen Erkrankungen. „Wir möchten den Menschen vor allem Schulungen anbieten, damit sie Expert:innen ihrer eigenen Erkrankung werden können.“ Insgesamt deckt die Kinderklinik ein sehr breites Spektrum ab – jede Fachdisziplin ist innerhalb der Klinik abgebildet. „Wir behandeln die ganze Breite der Erkrankungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten können“, sagt Corinna Grasemann. -
Anatomie – prägend für Studium und Beruf 06.07.2026 8min„Der anatomische Präparationskurs bleibt vielen Medizinerinnen und Medizinern in prägender Erinnerung, auch in ihrem späteren Berufsalltag“, so unterstreicht der Direktor des Instituts für Anatomie, Prof. Dr. Dr. Michael Schmeißer, in dieser Folge der Reihe „Inside UM“ die zentrale Bedeutung der Anatomie im Medizinstudium. „Die Studierenden lernen ärztliche Basiskompetenzen, sie lernen Sorgfalt und Empathie, sie lernen, im Team zu arbeiten und einen pietätvollen Umgang mit Verstorbenen.“ Körperspenden sind dabei ein wichtiges Thema – wie eine solche vonstattengeht und wer seinen Körper spenden kann, erfährt Prof. Dr. Ralf Kiesslich ebenfalls im Gespräch mit Michael Schmeißer. In der Forschung beschäftigt sich Michael Schmeißer vor allem mit der Anatomie des Gehirns. Konkret erforschen er und sein Team die Entwicklung des Gehirns und der Synapsen als Kontaktstelle zwischen zwei Nervenzellen – und zwar auf der molekularen Ebene. Und noch ein Projekt liegt dem Direktor des Instituts für Anatomie besonders am Herzen: Bereits Kinder im Kindergarten können seit Kurzem etwas über Anatomie erfahren – mithilfe von Plastikmodellen des Körpers, die sie auseinandernehmen und wieder zusammensetzen können. Wie funktionieren die Knochen in den Gelenken? Wie verteilt sich der Sauerstoff aus der Luft im Körper? Wie sieht, fühlt und hört das Gehirn? Hätten Sie’s gewusst? -
Als helfende Hand im Operationssaal: Über Faszination und Herausforderungen bei der Ausbildung im OP 22.06.2026 8minIhr Lieblingsinstrument ist die Tabaksbeutelnaht-Klemme, ihr Video ging bei TikTok viral und mit Ralf Kiesslich möchte sie einen Tag lang die Arbeit tauschen – Helen König macht an der Universitätsmedizin Mainz eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin (OTA) und ist zu Gast in der Reihe „Inside UM“. Das Gespräch dreht sich um die Aufgaben einer OTA, um Teamwork und Mythen im OP, um Berufsaussichten, um die große Bedeutung von Social Media, um junge Menschen für eine Ausbildung im OP zu gewinnen – aber vor allem um die Begeisterung für den Beruf, die in jeder Antwort mitschwingt. In dem Sinne fasst auch Ralf Kiesslich das Gespräch am Ende zusammen: „Das war auch für mich ein besonderes Interview. Es zeigt mit welcher Faszination und Hingabe unsere Auszubildenden ihrem Job nachgehen.“ Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten – reinhören lohnt sich! -
Anästhesiologie – ein Fach mit vielen Säulen 08.06.2026 12minSeit Oktober 2025 ist Prof. Dr. Nana-Maria Wagner Direktorin der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz. „Viele besondere Aspekte“ haben sie bewogen, sich für den Standort Mainz zu entscheiden, verrät sie im Gespräch mit Ralf Kiesslich: „Wir vertreten die operative Anästhesiologie und Intensivmedizin und dürfen die boden- und luftgebundene Rettung mitgestalten. Dadurch haben wir die gesamte Rettungskette und innerklinische Weiterversorgung mit in unserer Hand. Das macht den Charme hier am Standort für unser Fach aus.“ Patient:innen als Notärzt:innen erstzuversorgen und während des Klinikaufenthalts zu begleiten, ist für Nana-Maria Wagner darüber hinaus „eine unheimlich dankbare Aufgabe, die aber auch die Herausforderung hat abzuwägen, ob das, was die Hochleistungsmedizin bieten kann, im Einzelfall auch sinnvoll ist.“ Ein sogenanntes Patient Blood Management in Mainz umfassend umzusetzen, liegt Nana-Maria Wagner besonders am Herzen: Ziel ist es, die Anzahl von Bluttransfusionen während einer Operation zu verringern. Hierfür werden Patient:innen vor einer Operation gezielt auf verschiedene Formen einer Blutarmut untersucht. Liegt eine solche Blutarmut vor, wird diese noch vor der Operation ausgeglichen. In Mainz ist Nana-Maria Wagner schon nach wenigen Monaten angekommen und „richtig Mainzerin geworden. Die Geselligkeit gefällt mir an der Mainzer Mentalität besonders gut.“ -
Leukämie-Forschung 25.05.2026 10min„Bei Leukämien haben sich die Heilungschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert“, kann Michael Kühn gleich zu Beginn des Gesprächs mit Ralf Kiesslich in dieser Folge berichten. „Wesentliche Aspekte sind dabei, dass wir Innovationen aus der Forschung jetzt in die Klinik bringen, weil wir die Krankheitsmechanismen besser verstehen.“ Um künftig noch bessere und vor allem auch verträglichere Therapien für Blutkrebs zu entwickeln, ist Michael Kühn nicht nur Arzt, sondern auch Forscher – die von ihm geleitete Forschungsgruppe beschäftigt sich insbesondere mit der Akuten Myeloischen Leukämie (AML). Für den Leiter des Schwerpunktes Akute Leukämien an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik sind Clinician Scientists – also forschende Mediziner:innen – dabei sehr wichtig für Innovationen in der Medizin: „Sie haben sozusagen ein Bein im Forschungslabor und ein Bein in der Krankenversorgung und können so die relativ große Lücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung überwinden.“ Ein sehr gutes Beispiel, wo dies par excellence gelungen ist, ist die Entdeckung der sogenannten Menin-Inhibitoren als neue Therapie-Option bei der häufigsten Form der AML– eine echte Erfolgsgeschichte, die Michael Kühn in dieser Folge eindrucksvoll schildert. Kürzlich ist dazu die EVOLVE II-Studie gestartet – eine große internationale Phase III-Studie, an der die III. Medizinische Klinik und Poliklinik der UM federführend beteiligt ist. -
Raus aus den Essanfällen 11.05.2026 11min„Was für andere Menschen das Normalste und Einfachste der Welt zu sein scheint – das Essen – das war für mich der Endgegner“, so beschreibt Jana Crämer ihre frühere Situation in einem eindrücklichen Gespräch mit Ralf Kiesslich der Reihe „Inside UM“. Heute sagt sie: „Die Essstörung von damals ist mein Kompass von heute.“ Jana Crämer, einst selbst von Essanfällen, englisch Binge-Eating, betroffen, ist heute ein Vorbild für viele – sie hat zahlreiche Bücher über das Thema geschrieben, rund eine Million Menschen folgen ihr in den Sozialen Medien. Und seit Kurzem ist sie nun in einer weiteren Funktion unterwegs: als Botschafterin für eine neue Studie der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz und der LWL-Universitätsklinik Hamm für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Die Studie „EXIeaTON – Raus aus den Essanfällen“ richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 20 Jahren, die unter Essanfällen leiden. Ziel ist es, diese Essanfälle zu reduzieren. Im Fokus steht neben der Binge-Eating-Störung auch die Bulimia nervosa. „Das Spannende ist, dass die Studie online stattfindet und das macht den Zugang für die Jugendlichen natürlich sehr, sehr viel niederschwelliger, und das ist das Wertvolle“, betont Jana Crämer. Ebenso wertvoll ist nach Meinung von Jana Crämer der partizipative Forschungsansatz der Studie. Beim „Patient and Public Involvement (PPI)“ werden ehemalige Betroffene wie Jana Crämer in die Studie einbezogen. „Das ist das Tolle, denn ich erlebe es oft bei Podiumsdiskussionen, dass viele Menschen über ein Thema sprechen, aber keiner von denen hat´s erlebt.“ Abschließend nach ihrem Motto des Tages gefragt, sagt Jana Crämer: „Lass immer einen Platz für Wunder.“ -
Herzstillstand: Wenn jede Sekunde zählt 27.04.2026 11min„Prüfen, Rufen, Drücken“ – diese drei plakativen Worte können Leben retten, denn: „Die Rettungskette bei einem Herzstillstand beginnt bei jedem von uns“, appelliert Dr. Ingo Sagoschen, Oberarzt und Leiter Intensivmedizin am Zentrum für Kardiologie, eindrücklich im Gespräch mit Ralf Kiesslich. „Drücken bezieht sich dabei auf die mechanische Herz-Lungen-Wiederbelebung, die jeder beginnen kann, um die Zeit zu überbrücken, bis der professionelle Rettungsdienst eintrifft.“ Seit 2019 ist die Universitätsmedizin Mainz für die Versorgung von Patient:innen, die nach Herzkreislauf-Stillstand wiederbelebt werden mussten, als „Cardiac Arrest Center“ zertifiziert. Nach der Reanimation durch Laien und die Versorgung durch den Rettungsdienst setzt sich die Rettungskette in der Klinik fort. „In der Intensivtherapie etwa haben wir in den letzten 10 bis 15 Jahren viel dazugelernt, wie wir in dieser Phase für die Patienten Gutes tun können.“ Mit Blick auf die generelle Entwicklung der Intensivmedizin sagt Ingo Sagoschen: „Vor 20 Jahren haben wir Krankheitsbilder auf der Intensivstation gesehen, die sehen wir heute nicht mehr, weil die Grunderkrankungen so gut behandelt werden können. Dafür kommen neue Herausforderungen etwa aufgrund zunehmend multimorbider Patienten hinzu.“ Auch auf die Corona-Zeit blickt Ingo Sagoschen zurück: „Die vielen gleichzeitigen Schicksale haben mich sehr beschäftigt. Das kann kaum ein Intensivmediziner, der die Zeit miterlebt hat, ablegen, dass das nicht eine bewegende und herausfordernde Zeit war.“ -
Unfallchirurgie: Die Versorgung von Schwerstverletzten ist Teamwork 13.04.2026 12minNach einem eindrücklichen Fall, der ihm besonders im Gedächtnis geblieben sei, fragt Prof. Dr. Ralf Kiesslich den Unfallchirurgen Prof. Dr. Erol Gercek zu Beginn der Folge 10 der Reihe „Inside UM“. Gercek, der gemeinsam mit Prof. Dr. Philipp Drees das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie leitet, berichtet von einem Motorradfahrer, der als Schwerstverletzter in den Schockraum der Universitätsmedizin Mainz kam „und sich quasi sein Bein halb abgerissen und zusätzlich viele Frakturen erlitten hatte.“ „Wir haben ihm zunächst nicht viele Überlebenschancen eingeräumt. In einer sechsstündigen Notoperation haben wir ihn aber retten können. Einige Jahre später habe ich ihn wiedergetroffen: Er ist auf beiden Beinen gelaufen und war so glücklich, dass er mich gleich in den Arm genommen hat.“ Die Versorgung solch schwerstverletzter Patient:innen ist immer Teamwork. Dabei ist die Universitätsmedizin Mainz Teil eines Traumanetzwerks mit standardisierten Abläufen und Untersuchungen, etwa einem Polytrauma-CT. Dabei muss es vor allem schnell gehen: „In 30 bis 40 Sekunden wissen wir, welche Verletzungen der Patient hat“, so Gercek. Eine besondere Herausforderung sei es, wenn in kurzer Zeit viele Schwerstverletzte in der Klinik ankommen – emotional wie logistisch, schließlich müsse innerhalb kürzester Zeit entschieden werden, in welcher Reihenfolge die Verletzten behandelt würden. „Das sind mitunter sehr schwierige Entscheidungen.“ -
Seelsorge an der Unimedizin Mainz 30.03.2026 8min„Wir sind für alle da: für Patientinnen und Patienten, für Angehörige, fürs Personal – und zwar unabhängig von Konfession, Religion und Weltanschauung“, sagt Pastoralreferent Norbert Nichell gleich zu Beginn eines bewegenden Gesprächs mit Ralf Kiesslich in Folge 29 der Reihe „Inside UM“. Als katholischer Klinikseelsorger ist er viel unterwegs auf den Stationen – wo immer er gebraucht wird. Er begegnet dort vielen Schicksalen, etwa in der Orthopädie oder der Kinderklinik: „Wenn Kinder schwer krank sind, schauen wir gemeinsam mit den Eltern, was kann jetzt stärkend sein für den nächsten Schritt.“ Kommt ein Kind tot zur Welt, gibt der Sternengarten Trost und Hoffnung: „Wir gestalten zwei Mal im Jahr eine Trauerfeier“, berichtet Norbert Nichell. „Von betroffenen Eltern bekommen wir dann oft die Rückmeldung ‚Das ist Balsam auf die Seele‘.“ Und für den ehrenamtlichen Besuchsdienst der Grünen Damen und Herren bietet Norbert Nichell zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen Einführungskurse an. Bei all den vielfältigen Aufgaben ist Norbert Nichell an der Universitätsmedizin Mainz vor allem auch bekannt als der Mann mit dem Engel: Er verschenkt gerne Karten mit dem Engel der Geborgenheit und mit handgeschriebenen persönlichen Worten. Der Engel drückt aus: Ich gehe mit dir, du bist nicht allein. „Das kommt so gut an, weil es genau trifft in dem Moment“, sagt Norbert Nichell. Erst kürzlich habe er wieder die Rückmeldung bekommen, dass Seelsorgerinnen und Seelsorger scheinbar immer wieder die richtigen Worte finden. „Das macht mich sehr froh!“ -
Leberchirurgie 16.03.2026 11min„Wir haben viele Patient:innen auf der Liste, die durch ein Organ gerettet werden könnten, aber nie eine Chance auf ein Organ haben“, schildert Hauke Lang den eklatanten Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Der Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie transplantiert mit seinem Team etwa 50 Lebern im Jahr. Damit gehört die Klinik zu den größten Lebertransplantationszentren in Deutschland – und doch sagt Hauke Lang: „50 Lebern sind viel zu wenig, um den medizinischen Bedarf zu decken und um Nachwuchs auszubilden.“ Im Gespräch mit Ralf Kiesslich geht es in Folge 33 der Reihe „Inside UM“ auch um die Entwicklung der Leberchirurgie insgesamt. „Es wird auch im Bereich der Leberchirurgie eine personalisierte Medizin geben, da immer mehr molekularbiologische Ergebnisse in die Operationsplanung einfließen“, wirft Hauke Lang einen Blick in die Zukunft. Die Themen Augmented Reality und Virtual Reality spielen hier ebenfalls eine immer größere Rolle – ebenso wie 3D-gedruckte Lebern, die eins zu eins die Leber eines Patienten abbilden. „Diese Lebern drucken wir, um uns während einer Operation besser orientieren zu können. Wir forschen auf all diesen Gebieten, weil wir als Exzellenzzentrum für Leberchirurgie nicht nur der Krankenversorgung, sondern auch der Forschung verpflichtet sind.“ -
Kinder- und Jugendpsychiatrie 02.03.2026 10min„Ich wollte Ihnen nur sagen: Ich studiere jetzt und es geht mir gut!“, zitiert Prof. Dr. Michael Huss aus einer E-Mail, die er jüngst von einer ehemaligen Patientin erhalten hat. Solche Rückmeldungen freuen den Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, denn: „Es gibt viele Fälle, die sehr belastend sind, das muss man ganz offen sagen.“ Im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich macht Michael Huss deutlich, dass immer mehr Kinder und Jugendliche an psychischen Störungen wie Depressionen und Ängsten oder auch an Essstörungen leiden. Um ihnen zu helfen, gibt es in Mainz neben ambulanten, teilstationären und stationären Behandlungsmöglichkeiten ein weiteres Angebot: „Wir haben ein großes Innovationsprojekt, wo wir aufsuchend tätig sind: Es heißt ‚HomeBASE‘. Das bedeutet, wir fahren in die Familien, auch bei sehr krisenhaften Patient:innen, und versuchen, sie dort zu stabilisieren.“ Und noch etwas anderes ist ihm dabei sehr wichtig: „Wir rücken die Kinder von Anfang an in den Mittelunkt unseres Gesprächs.“ Angesprochen auf das Thema Soziale Medien und psychische Erkrankungen sagt Michael Huss: „Hier müssen wir den richtigen Fokus setzen: Wer mehr Medien nutzt, wird davon nicht depressiv. Gleichwohl können Soziale Medien ein Brandbeschleuniger sein, wenn ein psychisches Problem besteht. Aber man darf die Medien selbst nicht als Ursache verstehen. Das ist immer die Kunst!“ -
Alzheimer-Forschung 16.02.2026 8min„Man weiß heute, dass gut 50 Prozent aller Alzheimer-Fälle durch Faktoren, die wir selbst beeinflussen können – Sport, Ernährung, Schul- und Ausbildung, Herz-Kreislauf Aktivierung – zu verhindern wären“, sagt Prof. Dr. Christian Behl, Direktor des Instituts für Pathobiochemie, im Gespräch mit Ralf Kiesslich. Dabei gibt er weitere spannende Einblicke in die Entwicklung der Alzheimer-Forschung und berichtet von der Entstehung verschiedener Krankheitshypothesen, u.a. der sehr lange verfolgten sogenannten Amyloid Hypothese in den 90er Jahren. Diese führt die Alzheimer-Erkrankung auf Ablagerungen von Proteinklumpen im Gehirn, genannt Plaques, zurück, was aber bis heute wissenschaftlich noch nicht geklärt ist. Dreißig Jahren später ist die Alzheimer-Erkrankung immer noch ein wichtiger Forschungsschwerpunkt von Christian Behl – 2023 hat er dazu ein Buch veröffentlicht: „Ich habe mir erlaubt, kritisch über die Amyloid-Hypothese zu schreiben und auch zu reden, die nach wie vor das Feld dominiert. Ich bin im Laufe der Zeit immer mehr davon abgekommen, Amyloid als einzigen Auslöser dieser Erkrankung zu sehen.“ Für ihn ist heute vielmehr klar, dass Alzheimer eine multifaktorielle Erkrankung ist. „Ich glaube, wir haben Aussicht auf neue und wirksamere Medikamente, wenn wir den Forschungsbereich öffnen und weitere Faktoren neben den Plaques in den Blick nehmen.“ -
Herzchirurgie und Fastnacht 02.02.2026 12min„Das Herz ist ein tolles Organ, in dem so viel steckt – und auch optisch wunderschön“, beschreibt Dr. Kathrin Dohle in Folge 44 der Reihe „Inside UM“ ihre Faszination für die Herzchirurgie. Als Fachärztin in der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie kümmert sie sich vor allem „um die kranken Herzen“ auf der Intensivstation. „Die Herzchirurgie und die herzchirurgische Intensivmedizin sind für mich persönlich das faszinierendste Fach, das es gibt. Wir können kränkste Patienten wieder gesund machen und ihnen eine Lebensqualität geben.“ Um Patient:innen in solch kritischen Situationen zu beruhigen, ist neben einem starken Team auf der Intensivstation auch viel Empathie nötig: „Aufklärung und sich Zeit für ein Gespräch nehmen: Das ist extrem wichtig. Wenn die Patient:innen wissen, was auf sie zukommt und was sie zu erwarten haben, sind viele Ängste allein schon dadurch genommen.“ Und mitunter hilft in solchen Situationen auch singen – was Kathrin Dohle wunderbar mit ihrer zweiten Leidenschaft verbinden kann: Sie ist passionierte Fastnachterin und in jeder Kampagne als Sängerin sehr aktiv. „Im Schatten des Doms“ ist für sie das Mainzer Fastnachtslied schlechthin. Zusammen mit Thomas Neger und den Humbas hat sie es im letzten Jahr bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vor einem Millionenpublikum gesungen: „Unglaublich“, schwärmt Kathrin Dohle. „Das hätte ich nie zu träumen gewagt.“ -
Intensivpflege mit Herz und Hightech 19.01.2026 6minFür Sinan Cetin war nach zwei Schulpraktika im Krankenhaus klar: „Ich möchte in der Pflege arbeiten.“ Heute ist er Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie und Gesprächspartner von Professor Ralf Kiesslich in Folge 34 der Reihe „Inside UM“. Sinan Cetin betreut auf der Intensivstation herzchirurgische Patientinnen und Patienten – den Wandel in der modernen Herzchirurgie hin zu zunehmend minimal-invasiven Eingriffen und die vielen Hightech-Maschinen, mit denen er täglich arbeitet, findet er besonders spannend. Damit alles reibungslos funktioniert, legt er großen Wert auf eine intensive Einarbeitung und ist selbst Teil des Einarbeitungsteams auf seiner Station: „Ich möchte neuen Kolleginnen und Kollegen Werkzeuge an die Hand geben, damit sie es auch so einfach haben, wie ich es am Anfang hatte.“ Sein Plädoyer für eine Pflegeausbildung an der Universitätsmedizin Mainz: „Ich konnte viele Fachgebiete kennen lernen, die es nicht überall gibt.“ Als Beispiel nennt er die Neurochirurgie, Knochenmarktransplantationen und die Herzchirurgie – sein heutiger Arbeitsbereich. Als Teamplayer betont Sinan Cetin, dass die Arbeit im Team sehr viel leichter fällt, zum Beispiel weil sich Kompetenzen ergänzen: „Am Ende des Tages arbeite ich in einem ganz großen Team – dem #TeamUM!“ -
Onkologie – Patientenschicksale, die bewegen 05.01.2026 11minIn dieser Folge von „Inside UM“ geht es um das Thema Onkologie. Im Gespräch mit Ralf Kiesslich berichtet Matthias Theobald unter anderem über die Prävention von Krebserkrankungen. Man könne einiges tun, damit Krebs erst gar nicht auftritt, so der Direktor der III. Medizinischen Klinik. Wenn dies doch der Fall ist, arbeiten unter dem Dach des Onkologischen Spitzenzentrums der Universitätsmedizin Mainz zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten gemeinsam daran, dass die Erkrankung nicht schicksalhaft ist, sondern dass Patient:innen die bestmögliche, individuelle Therapie bekommen. Auch eine mögliche künftige Krebsimpfung steht im Fokus des Gesprächs. „Unser Wissen für Ihre Gesundheit“ – dieses Motto der Universitätsmedizin gilt damit gerade auch in der Onkologie. -
Therapierevolution Dermatologie 22.12.2025 10minVon einer Therapierevolution spricht Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik und Poliklinik, in seinem Interview mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich bei einer neuen Folge der Reihe „InsideUM“ gleich mehrfach. Beim schwarzen Hautkrebs etwa hat vor allem die Entfesselung des Immunsystems dazu geführt: „Wir wissen heute, dass es im Immunsystem sozusagen eingebaute Bremsen gibt, die verhindern, dass das Immunsystem den Tumor angreift. Wenn wir diese Bremsen blockieren, können wir das eigene Immunsystem dazu bewegen, Tumorzellen und Metastasen zu beseitigen.“ Und das mit beeindruckendem Erfolg: „Bei schwarzem Hautkrebs war vor 15 Jahren die Bildung von Metastasen gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Heute heilen wir 50 Prozent dieser Patient:innen. Hier sieht man, wie Forschung beim Menschen ankommen kann.“ Eine weitere Therapierevolution macht Stephan Grabbe bei der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen aus, etwa bei Neurodermitis. „Wir haben verstanden, wie die Entzündungsprozesse vonstattengehen, die zum Beispiel den quälenden Juckreiz auslösen. Und wir haben Medikamente, die diese Entzündungsfaktoren gezielt abschalten.“ -
Moderne Zahnmedizin 08.12.2025 10minSeit dem 1. September 2024 leitet Prof. Dr. Samir Abou-Ayash die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde an der Universitätsmedizin Mainz. Im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich berichtet er über seine Schwerpunktthemen digitale Zahnmedizin und Zahnmedizin im Alter, erläutert die Vorzüge, von Studierenden im Rahmen ihres Medizin-Studiums behandelt zu werden, und beschreibt die Zusammenarbeit der vier zahnmedizinischen Kliniken an der Universitätsmedizin Mainz. Sein Fachgebiet, die Prothetik, beschäftigt sich mit der Herstellung von Zahnersatz, berichtet Samir Abou-Ayash. Dabei kommen inzwischen überwiegend digitale Technologien zum Einsatz: „Wir formen den Kiefer heute zumeist mittels lichtbasierter Scanner digital ab. Das ist nicht nur angenehmer als früher mit der Abdruckmasse, es ist vor allem genauer und dadurch können wir Zahnersatz herstellen, der wunderschön passend ist.“ Bei der Herstellung des Zahnersatzes kommen dann die Werkstoffkunde und neue Fertigungsverfahren, allen voran der 3D-Druck, ins Spiel. „Hier haben wir eine riesige Bandbreite an Materialien zur Auswahl, von Keramiken über Metalle bis hin zu Kunststoffen. Ein ganz spannendes Feld!“ Praktische Tipps zum richtigen Zähneputzen und wie Patient:innen einen Termin in der Zahnklinik bekommen, dürfen natürlich auch nicht fehlen. -
Herz- und Gefäßmedizin ist Teamwork 24.11.2025 11min„Die Herz- und Gefäßmedizin funktioniert nur gut in Teams“, so lautet das Credo von Prof. Dr. Hendrik Treede, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie, das sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich zieht. Dies seien Teams, in denen verschiedene Berufsgruppen eng zusammenarbeiten, aber auch Teams, die fächerübergreifend kooperieren – etwa Herzchirurg:innen und Kardiolog:innen oder Angiolg:innen und Gefäßchirurg:innen. In Mainz wird ein großes Spektrum in der Herz- und Gefäßchirurgie angeboten, so Treede: „Auch hier sind hochspezialisierte Teams der Schlüssel einer erfolgreichen Patientenversorgung – vom Säugling bis zum hochbetagten Menschen.“ Ganz wichtig für Hendrik Treede sind neue schonende OP-Methoden, die in der modernen Herzchirurgie heute zur Verfügung stehen: „Solche minimal-invasiven Verfahren sind für die Patientinnen und Patienten ein Segen, da ihnen so eine wesentlich belastendere OP am offenen Herzen erspart bleibt.“ Außerdem geht es in dieser Podcast-Folge der Reihe „Inside UM“ um klinische Forschung in der Herzchirurgie, sportliche Aktivitäten zur Förderung der Herzgesundheit und um einen Tanz vor einem Klinikgebäude. Neugierig geworden? Reinhören lohnt sich.
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