Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien
FluxFM
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Der Podcast "Was für ein Leben - Außergewöhnliche Biografien" vom Berliner Radiosender FluxFM erzählt außergewöhnliche Lebensgeschichten von Menschen, die Dinge erlebt haben, die man sich kaum ausdenken kann. Es geht um Brüche, Wendungen, Zufälle, Entscheidungen und Schicksalsschläge, aber auch um Mut, Überleben und Glück. Die Geschichten werden durch intensive Gespräche festgehalten, damit sie nicht verloren gehen. Hörer können eigene Vorschläge für weitere Geschichten an die Redaktion senden.
Epizodes
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Hausbesetzerin mit 16: Marina Müller und das Rauch-Haus | Was für ein Leben – Folge 25 25.08.2026 34min1971 wird in Kreuzberg ein leerstehendes Gebäude besetzt. Aus dem ehemaligen Schwesternwohnheim des Bethanien-Krankenhauses entsteht das Georg-von-Rauch-Haus – eines der bekanntesten Hausprojekte Deutschlands. Marina Müller war damals 16 Jahre alt und von Anfang an dabei. Im Gespräch mit Matti Geyer erzählt sie von Wohnungsnot, Protestkultur, politischen Idealen und dem Alltag im besetzten Haus. Wie kam es zur Besetzung? Wer waren die Menschen dahinter? Und warum wird über das Rauch-Haus bis heute diskutiert? Darum geht es in dieser Folge von Was für ein Leben. -
Eberhard Diepgen: Der Mann, der Berlin fast zwei Jahrzehnte regierte | Was für ein Leben – Folge 24 10.08.2026 42minKaum ein Politiker hat Berlin so lange geprägt wie Eberhard Diepgen. Fast 17 Jahre lang war der CDU-Politiker Regierender Bürgermeister – zunächst im geteilten West-Berlin, später als erster Regierungschef des wiedervereinigten Berlin. Seine Amtszeit umfasste einige der entscheidendsten Jahre der jüngeren Stadtgeschichte. Geboren 1941 in Berlin, wächst Diepgen in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs auf. Schon früh engagiert er sich in der CDU, studiert Jura und wird 1984 erstmals Regierender Bürgermeister. Er erlebt die letzten Jahre der Frontstadt im Kalten Krieg, die 750-Jahr-Feier Berlins, den Anschlag auf die Diskothek La Belle und den politischen Alltag einer eingeschlossenen Stadt. Nach Mauerfall und Wiedervereinigung kehrt Diepgen 1991 ins Rote Rathaus zurück. Als erster Regierender Bürgermeister des vereinten Berlin steht er vor der Aufgabe, zwei Städte zusammenzuführen und aus Berlin wieder die Hauptstadt Deutschlands zu machen. Es sind Jahre des Aufbruchs, aber auch der schwierigen Entscheidungen, geprägt von milliardenschweren Bauprojekten, wirtschaftlichem Strukturwandel und politischen Kontroversen. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Eberhard Diepgen über seine Kindheit im Nachkriegs-Berlin, seinen Weg in die Politik, das Leben in der geteilten Stadt, die Herausforderungen der Wiedervereinigung und die Ereignisse, die Berlin bis heute prägen. Ein persönliches Gespräch mit einem Zeitzeugen, der die Geschichte der Hauptstadt über Jahrzehnte an entscheidender Stelle mitgestaltet hat. -
Assia Gorban: Das Mädchen, das den Holocaust überlebte | Was für ein Leben – Folge 23 03.08.2026 39minEine Kindheit zwischen Ghetto, Todeslager und Flucht – und die Geschichte einer Frau, die niemals aufgehört hat zu erinnern Manche Erinnerungen begleiten einen ein Leben lang. Assia Gorban trägt sie seit mehr als acht Jahrzehnten mit sich. 1933 wird sie als Assia Klurfeld in Mohyliw-Podilskyj in der heutigen Ukraine geboren. Als die deutsche Wehrmacht 1941 die Sowjetunion überfällt, ist sie sieben Jahre alt. Wenig später wird ihre Familie in ein Ghetto gezwungen und anschließend in das rumänisch verwaltete Todeslager Petschora deportiert. Hunger, Gewalt und der tägliche Tod bestimmen fortan ihren Alltag. Doch ihre Mutter weigert sich, das Schicksal ihrer Kinder zu akzeptieren. Mehrfach versucht sie, mit Assia aus dem Lager zu fliehen. Erst nach dramatischen Rückschlägen gelingt ihnen die Flucht – eine Entscheidung, die Assia das Leben rettet. Ihr Großvater wird ermordet, viele Angehörige überleben den Holocaust nicht. Nach dem Krieg baut Assia Gorban sich ein neues Leben auf. Heute lebt sie in Berlin und erzählt als Zeitzeugin ihre Geschichte, damit das Erlebte nicht in Vergessenheit gerät. Ihr Bericht gehört zu den eindrucksvollsten persönlichen Zeugnissen über den Holocaust in der Ukraine und das Lager Petschora. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Assia Gorban über ihre Kindheit im Holocaust, den Mut ihrer Mutter, den Verlust ihrer Familie und darüber, warum Erinnern für sie bis heute eine Aufgabe ist. -
Carla Kalkbrenner: Zwischen DDR-Fernsehen, Wende und Krimi | Was für ein Leben – Folge 22 27.07.2026 25minManche Menschen beobachten Geschichte. Andere erzählen sie. Carla Kalkbrenner hat beides getan. Sie wächst in der DDR als Tochter des Malers Fritz Eisel auf und erlebt ihre Kindheit in Potsdam. Später studiert sie Journalistik in Leipzig und arbeitet ab 1979 für das Fernsehen der DDR. Als die Friedliche Revolution das Land verändert, berichtet sie mittendrin über eine Gesellschaft im Umbruch – zunächst für den Deutschen Fernsehfunk, später für den ORB, das ZDF und die Deutsche Welle. Für ihre Arbeit wird sie unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Doch Carla Kalkbrenners Geschichte endet nicht im Journalismus. Heute schreibt sie erfolgreiche Berlin-Krimis, deren Ermittlungen mitten durch die Geschichte und Gegenwart der Hauptstadt führen. Und auch ihre Familie spiegelt deutsche Zeitgeschichte wider: Ihr Großonkel Fritz Selbmann gehörte zu den bekanntesten Politikern und Schriftstellern der DDR, ihr Vater Fritz Eisel war einer ihrer bedeutenden Maler. Ihr Mann Jörn Kalkbrenner schrieb Texte unter anderem für die Band Silly. Und ihre Söhne Paul und Fritz Kalkbrenner gehören heute zu den international bekanntesten deutschen Techno-Musikern. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Carla Kalkbrenner über das Aufwachsen in der DDR, den Journalismus im Wandel zweier politischer Systeme, ihre Leidenschaft für das Schreiben – und darüber, wie sich ein ganzes Stück deutscher Geschichte auch in einer einzigen Familie erzählen lässt. -
Michael Sturm: Lebensborn-Kind auf der Suche nach der eigenen Wahrheit | Was für ein Leben - Folge 21 16.06.2026 36minEine Biografie zwischen Verschleierung, Aufarbeitung und einem Leben im Schatten der NS-Vergangenheit Manche Lebensgeschichten wirken wie aus einem Drehbuch – nur dass sie real sind. Michael Sturm ist so eine Geschichte. 1941 in Bad Polzin (heute Polen) geboren, verbringt er seine ersten Lebensjahre in einem Lebensborn-Heim der SS. Was er selbst davon weiß? Jahrzehntelang praktisch nichts. Denn seine Herkunft wird ihm systematisch verschwiegen – von seiner Familie, von seiner Mutter, von einer Vergangenheit, über die nicht gesprochen wird. Er wächst mit einer anderen Geschichte auf: Sein Vater sei ein Widerstandskämpfer des 20. Juli gewesen, gefallen im Kampf gegen Hitler. Erst viele Jahre später beginnt diese Erzählung zu bröckeln. Als Michael Sturm selbst anfängt zu recherchieren, stößt er auf eine völlig andere Realität – und auf eine Wahrheit, die alles verändert. Er erfährt, dass er ein Kind des Lebensborn-Programms war – jenes SS-Systems, das während des Nationalsozialismus Kinder nach „rassischen“ Kriterien auswählte, Geburten in Heimen organisierte und Identitäten verschleierte. Und er entdeckt, dass auch sein Vater nicht der vermeintliche Held war, sondern Teil der NS-Militär-Elite. Aus der Suche nach der eigenen Herkunft wird eine Auseinandersetzung mit Schuld, Schweigen und Familienlügen – und mit der Frage, wie viel Wahrheit ein Leben aushält, wenn sie Jahrzehnte zu spät kommt. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Michael Sturm über ein Leben zwischen Erinnerungslücken, schmerzhaften Enthüllungen und dem Versuch, die eigene Geschichte neu zusammenzusetzen. -
Ilse Biberti – Zu viele Geschichten für nur einen Podcast | Was für ein Leben - Folge 20 08.06.2026 41minIlse Biberti hat in ihrem Leben so viel erlebt, dass man daraus vermutlich mehrere Podcasts machen könnte. Schauspielerin, Regisseurin, Autorin, Produzentin, Sesamstraßen-Star, Pflegende von Angehörigen und heute Aktivistin bei den Omas gegen Rechts. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht Matti Geyer mit einer Frau, die sich immer wieder neu erfunden hat. Ilse erzählt von ihrer schwierigen Kindheit, ihrem Auszug von zu Hause, ihrer ungewöhnlichen Verbindung zu Robert Biberti von den legendären Comedian Harmonists, ihren Erfolgen als Schauspielerin und Regisseurin sowie von den Widerständen, gegen die sie sich in einer von Männern dominierten Branche behaupten musste. Außerdem geht es um ihre Zeit in der Sesamstraße, ihre Arbeit für Formate wie Tatort, Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Alphateam, den schwierigen Spagat zwischen Karriere und familiärer Verantwortung – und darum, warum Altersdiskriminierung in Deutschland endlich stärker diskutiert werden sollte. Eine Folge über Mut, Durchhaltevermögen und kreative Leidenschaft. Themen dieser Folge: • Kindheit und Aufbruch in die Selbstständigkeit • Robert Biberti und die Comedian Harmonists • Zehn Jahre Sesamstraße • Frauen hinter der Kamera in den 1970er- und 1980er-Jahren • Tatort, GZSZ, Alphateam und eigene Serienproduktionen • Pflege von Angehörigen und ihre Folgen für die Karriere • Altersdiskriminierung in Deutschland • Engagement bei den Omas gegen Rechts -
Der Mann, der das Ampelmännchen gerettet hat | Was für ein Leben - Folge 19 01.06.2026 40minMarkus Heckhausen: Eine Biografie zwischen Design, Ostalgie und der Rettung eines Berliner Symbols Manche Dinge verschwinden fast – und werden dann doch zu etwas ganz anderem. Der Weg des Ost-Ampelmännchens ist genau so eine Geschichte. Markus Heckhausen kommt Ende der 1980er-Jahre als Produktdesigner nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch, zwischen Ende der DDR und neuer Hauptstadt-Identität. Eigentlich interessiert er sich für Gestaltung, Materialien und neue Formen. Doch dann entdeckt er ein scheinbar unscheinbares Objekt, das gerade dabei ist, aus dem Stadtbild zu verschwinden: das Ost-Ampelmännchen. Während nach der Wiedervereinigung viele DDR-Symbole ersetzt und abgebaut werden, sieht Heckhausen in dem kleinen Verkehrssymbol etwas anderes: Charakter, Wiedererkennbarkeit und enormes gestalterisches Potenzial. Aus dem ersten geretteten Ampelglas entsteht eine Lampe – und daraus eine Idee. Gemeinsam mit dem Erfinder Karl Peglau beginnt eine Entwicklung, die aus einem ausrangierten Verkehrszeichen Schritt für Schritt eine Marke macht. Was als experimentelles Designprojekt beginnt, wird zu einem Unternehmen mit hunderten Produkten, eigenen Shops in Berlin und internationaler Bekanntheit. Heute ist das Ampelmännchen längst mehr als ein Verkehrssymbol: Es ist Designikone, Erinnerungsfigur und ein Stück Berliner Stadtkultur. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Markus Heckhausen über Zufälle, Entscheidungen und darüber, wie aus einem kleinen Männchen ein großes Stück Stadtgeschichte wurde. -
Vapula Haukongo – Die DDR-Kinder aus Namibia | Was für ein Leben – Folge 18 25.05.2026 19minVapula Haukongo wurde als Kind mitten im Kalten Krieg aus einem namibischen Flüchtlingslager in die DDR gebracht. Dort wuchs er in Ostdeutschland auf, sprach Deutsch, ging zur Schule und sollte Teil einer neuen sozialistischen Elite für ein unabhängiges Namibia werden. Doch dann fiel die Berliner Mauer – und plötzlich musste er zurück. In ein Land, das eigentlich seine Heimat war, ihm aber völlig fremd geworden war. In dieser Folge erzählt Vapula Haukongo, wie es war, zwischen zwei Kulturen und Identitäten aufzuwachsen, warum viele der sogenannten „DDR-Kinder aus Namibia“ bis heute mit ihrer Vergangenheit kämpfen – und wie er es geschafft hat, trotz dieses radikalen Bruchs seinen eigenen Weg zu finden. Heute lebt er als Zahnarzt in München. Ein Gespräch über Heimat, Verlust, Anpassung – und die Frage, wo man hingehört, wenn man eigentlich zwei Leben hatte. -
Bettina Göring – Leben mit einem belasteten Namen | Was für ein Leben - Folge 17 14.05.2026 27minBettina Göring trägt einen Namen, der bis heute mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden ist. Sie ist die Großnichte von Hermann Göring – einem der führenden Männer im NS-Regime. Doch was bedeutet es, mit so einer Familiengeschichte zu leben? In dieser Folge spricht Bettina Göring darüber, wie sie ihre Herkunft lange verdrängt hat, warum sie sich später intensiv damit auseinandergesetzt hat – und wie sehr sie diese Vergangenheit geprägt hat. Sie erzählt von ihrem Leben als Aussteigerin, von ihrer bewussten Abgrenzung zur Ideologie ihrer Familie und davon, wie sie ihren eigenen Weg gefunden hat. Ein Gespräch über Verantwortung, Identität und die Frage: Was hat die Vergangenheit mit uns zu tun – und was nicht? -
Zwischen Aids-Station, Pflegealltag und neuer Berufung: Antje Hartmann | Was für ein Leben - Folge 16 11.05.2026 29minEine Biografie zwischen Fürsorge, Grenzerfahrungen und kreativer Selbstverwirklichung Manche Lebenswege verlaufen nicht geradlinig – sondern zwischen Berufung und Neuanfang. Der von Antje Hartmann ist ein solcher. In Ost-Berlin geboren und in einer medizinisch geprägten Familie aufgewachsen, entwickelt sie früh ein Gespür für Menschen – und für Geschichten. Mit 18 beginnt sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester und taucht in den intensiven Krankenhausalltag der 1990er-Jahre ein. Sie arbeitet auf Aids-Stationen, erlebt Nachtschichten, Ausnahmesituationen und begegnet Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten. Später ist sie in der ambulanten Pflege in Kreuzberg tätig, wo sie Armut, Einsamkeit und oft übersehene Realitäten hautnah erlebt. Mit der Zeit übernimmt sie Verantwortung in der Einsatzleitung – bleibt dabei aber immer nah an den Menschen, die sie begleitet. Doch parallel wächst eine andere Leidenschaft: die für Sprache, Ausdruck und Bühne. Antje arbeitet in Redaktionen, absolviert eine Sprecher- und Schauspielausbildung und beginnt, ihrer kreativen Seite Raum zu geben. Heute verbindet sie beide Welten. Als schulische Inklusionsassistentin unterstützt sie Kinder medizinisch und psychosozial im Alltag. Gleichzeitig ist sie als Sprecherin und Schauspielerin tätig. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Antje Hartmann über ein Leben zwischen Pflege und Kunst – und über die Geschichten, die hinter den Menschen stehen. -
Bevor es zu spät ist: Ein Gespräch mit meinem Vater | Was für ein Leben - Folge 15 08.05.2026 19minEin Leben gegen den Strom: Harald Geyer Manche Gespräche sind mehr als Interviews. Dieses ist eines davon. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem eigenen Vater – Harald Geyer. Ein Gespräch unter besonderen Umständen: Harald befindet sich in Palliativpflege. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Das Sprechen fällt ihm bereits schwer. Geboren 1939, wächst er in den letzten Kriegsjahren und der unmittelbaren Nachkriegszeit auf. Früh verliert er seinen Vater. Kurz nach Kriegsende wird die Familie von sowjetischen Soldaten aus ihrem Zuhause vertrieben. Hunger prägt den Alltag – bis eine Beziehung seiner Mutter zu einem sowjetischen Offizier das Überleben sichert. Harald träumt davon, Regisseur zu werden. Doch in der DDR bleibt dieser Weg verschlossen. Er entscheidet sich für ein Lehramtsstudium – ein Kompromiss. Als seine Mutter in den Westen geht, plant er, ihr zu folgen. Doch dann wird die Mauer gebaut. Die Grenze schließt sich, und Mutter und Sohn werden getrennt. In der DDR wird von ihm erwartet, der Partei beizutreten. Harald weigert sich. Eine Entscheidung mit Konsequenzen: Überwachung durch die Stasi, eingeschränkte berufliche Perspektiven. Schließlich gibt er den Lehrerberuf auf. Sein weiterer Weg ist geprägt von Brüchen und Neuanfängen. Er arbeitet in verschiedenen Jobs, fährt illegal Taxi, schlägt sich durch – und bleibt dabei unabhängig. Nach der Wende beginnt ein neues Kapitel: Er unterrichtet vietnamesische Vertragsarbeiter in Deutsch und engagiert sich später in der jüdischen Gemeinde, wo er russischen Einwanderern beim Ankommen hilft. Sprache wird für ihn zum Mittel der Verbindung. Bis ins hohe Alter bleibt er aktiv, kritisch und eigenständig. Erst eine Krebsdiagnose verändert alles. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit seinem Vater über ein Leben gegen den Strom – und hält einen Moment fest, der zugleich Abschied und Erinnerung ist. -
Rebellion, Rausch und Religion: Nina Hagen erzählt | Was für ein Leben - Folge 14 05.05.2026 24minEine Biografie zwischen Punk, Provokation und spiritueller Suche Manche Leben sprengen jede Schublade. Das von Nina Hagen gehört dazu. Aufgewachsen in Ostberlin in einer politisch unbequemen Familie, wird sie früh zur Außenseiterin. Staatliche Institutionen setzen ihr Grenzen – doch sie findet ihren eigenen Weg in der Musik. Zunächst wird sie in der DDR bekannt, später im Westen zur Ikone und schließlich international berühmt. Ihr Weg führt sie durch die Punk-Szene Londons, das wilde Westberlin und bis nach Los Angeles. Ein Leben zwischen künstlerischen Höhenflügen und persönlichen Abstürzen, geprägt von Exzessen, radikaler Selbstinszenierung und immer neuen Neuanfängen. Doch Nina Hagen sucht nicht nur die Bühne, sondern auch Sinn. Spirituelle Erfahrungen und die Hinwendung zum Glauben werden zu einem wichtigen Teil ihres Lebens. Im Gespräch mit Matti Geyer erzählt sie offen wie selten von ihrer Kindheit im Prenzlauer Berg, vom Einfluss Wolf Biermanns, von ihrer Ausreise aus der DDR, ihrer Zeit im Punk – und von ihrer Suche nach Gott. In dieser Folge geht es um ein Leben zwischen Rebellion und Reflexion – und um eine Künstlerin, die sich immer wieder neu erfindet. -
Kind im Inferno der letzten Kriegstage | Was für ein Leben - Folge 13 01.05.2026 25minEine Biografie zwischen Kriegserfahrung, Erinnerung und zivilem Engagement Manche Erinnerungen lassen einen ein Leben lang nicht los. Die von Arnold Mosshammer gehören dazu. Ende April 1945 wird das kleine brandenburgische Dorf Halbe zum Schauplatz einer der letzten großen Schlachten des Zweiten Weltkriegs. In der sogenannten Kesselschlacht geraten Zehntausende Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten zwischen die Fronten von Wehrmacht und Roter Armee. Innerhalb weniger Tage sterben vermutlich bis zu 60.000 Menschen. Arnold Mosshammer ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Mutter und Großmutter verbringt er vier Tage in einem Keller, während über ihnen Granaten einschlagen und Maschinengewehre rattern. Als sie schließlich ins Freie treten, sehen sie eine zerstörte Landschaft – und unzählige Tote. In den Wochen danach helfen die Überlebenden, die Opfer zu begraben. Entlang von Straßen, in Gärten und auf Feldern entstehen Massengräber. Für den jungen Mosshammer wird diese Erfahrung prägend. Heute liegen auf dem Soldatenfriedhof Halbe mehr als 26.000 Kriegstote. Viele von ihnen sind bis heute namenlos. Arnold Mosshammer lebt inzwischen wieder in Halbe. Die Erlebnisse seiner Kindheit haben ihn zu einem entschiedenen Gegner von Rechtsextremismus gemacht. Seit Jahren engagiert er sich in einem lokalen Aktionsbündnis und stellt sich gegen Neonazi-Aufmärsche – ausgerechnet an dem Ort, der so eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Arnold Mosshammer über das Erlebte, über Erinnerung und Verantwortung – und darüber, warum es wichtig ist, Haltung zu zeigen. -
Kuba, DDR, Berlin: Wie Teresa Casanueva Teil der East Side Gallery wurde | Was für ein Leben - Folge 12 28.04.2026 25minEine Biografie zwischen Revolution, Kunst und überwundenen Grenzen Manche Lebenswege verlaufen zwischen Welten – politisch, geografisch und künstlerisch. Der von Teresa Casanueva ist ein solcher. 1963 in Kuba geboren, wächst sie in einem kommunistischen System auf, das ihr Denken und ihre Perspektiven früh prägt. In den 1980er-Jahren führt sie ihr Weg in die DDR, wo sie Kunst studiert – eine Zeit, die ihren Blick auf Gesellschaft und künstlerischen Ausdruck nachhaltig verändert. Dann kommt der Umbruch. Mit dem Fall der Berliner Mauer eröffnet sich ein neuer Raum – auch für ihre Kunst. Teresa Casanueva wird Teil eines einzigartigen Projekts: der East Side Gallery. Dort entsteht eines der bekanntesten Werke auf dem längsten erhaltenen Stück der Berliner Mauer. Ihr Wandbild kommt ohne Titel aus. Es zeigt parallele Linien, die sich verzweigen wie Äste – ein Motiv, das für sie das Überwinden von Grenzen symbolisiert: zwischen Ländern, Zeiten und Lebensrealitäten. Heute gehen jedes Jahr Millionen Menschen daran vorbei. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Teresa Casanueva über ihre Kindheit in Kuba, ihr Studium in der DDR und ihren Weg als Künstlerin in Berlin – und darüber, welche Rolle Kunst in einer sich ständig verändernden Welt spielen kann. -
Wie Günther Krabbenhöft zum Berliner Kult-Opa wurde | Was für ein Leben - Folge 11 27.04.2026 38minEine Biografie zwischen Ausgrenzung, Selbstfindung und Berliner Clubkultur Manche Menschen werden erst spät zu dem, was sie eigentlich immer sein wollten. Günther Krabbenhöft ist einer von ihnen. Geboren 1945 in Hildesheim und aufgewachsen in einer ländlichen Gegend bei Hannover, ist seine Kindheit geprägt von Strenge und dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Schon früh gerät er in Konflikt mit sich selbst und seiner Umwelt. Mit 16 Jahren unternimmt er zwei Suizidversuche – und überlebt. Er beginnt, sich ein Leben aufzubauen: wird Koch, heiratet, wird Vater. Doch erst mit 35 findet er den Mut zu seinem Coming-out. Ein Wendepunkt. Berlin wird zu seinem Zufluchtsort. Seit 1968 lebt er in der Stadt – zunächst in Moabit, später in einer Kreuzberger WG. Über Jahrzehnte arbeitet er als Koch, engagiert sich in den 1980er-Jahren in der Sterbebegleitung von AIDS-Kranken und erlebt eine Zeit, die ihn nachhaltig prägt. Erst im höheren Alter wird er zu dem, was viele heute in ihm sehen: eine Ikone. Mit Melone, Weste und unverwechselbarem Stil wird er zum festen Bestandteil der Berliner Clubszene. Er tanzt in Clubs wie Berghain, Sisyphos oder Kater Blau – und zeigt, dass Freiheit keine Frage des Alters ist. In dieser Folge spricht Matti Geyer über das bewegte Leben von Günther Krabbenhöft – und über die Kraft, sich selbst treu zu bleiben. -
Tagebuch einer Berliner Busfahrerin | Was für ein Leben - Folge 10 17.04.2026 41minDrei Jahrzehnte Berliner Busleben – die Anekdoten einer Fahrerin Das ist Berlin – aus der Perspektive, die wir alle kennen… aber viel zu selten wirklich hören. In dieser Folge von "Was für ein Leben" spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Antje Boesler. Seit über 30 Jahren sitzt sie am Steuer eines Berliner Busses. Schon vor der Wende geht’s für sie los – seitdem erlebt sie Tag für Tag diese Stadt in all ihren Facetten. Und wer denkt, Busfahren ist Routine, der hat diese Geschichten noch nicht gehört. Antje Boesler erzählt von schrägen Fahrgästen, absurden Situationen und Momenten, die einfach nur typisch Berlin sind. Von Polizeieinsätzen in der Pause. Von Dingen, die Menschen im Bus vergessen – und die man kaum glauben kann. Ihre Erlebnisse hat sie in ihrem Buch „Tagebuch einer Berliner Busfahrerin“ festgehalten. Im Gespräch geht es um den Alltag auf Berlins Straßen – um Begegnungen, die im Kopf bleiben – und um eine Stadt, die man aus dem Fahrersitz ganz anders erlebt. Eine Geschichte über 30 Jahre Berlin – und darüber, dass hinter jedem Lenkrad auch ein ganz eigenes Leben steckt. -
Ein Bein verloren, die Freiheit gewonnen | Was für ein Leben - Folge 9 14.04.2026 26minSchuss an der Grenze – und trotzdem weiter Das klingt wie ein harter Film – ist aber Realität. In dieser Folge von „Was für ein Leben“ spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Thomas von Grumbkow. Er wächst in der DDR auf, in Leipzig. Ein junger Mann, der aneckt. Der Westmusik hört. Der Freiheit spüren will. Im selbstorganisierten Jugendclub legt er verbotene Songs auf – heimlich vom Radio aufgenommen. Jeden Sommer trampt er ans Schwarze Meer. Bulgarien. Ein kleines Stück Freiheit im System. Doch irgendwann reicht ihm das nicht mehr. 1981 wagt er die Flucht. An der bulgarisch-türkischen Grenze. Wenige Meter vor der Freiheit fallen Schüsse. Thomas von Grumbkow wird getroffen. Er überlebt – aber verliert sein Bein. Und kommt ins Gefängnis. Zurück in Leipzig gibt er trotzdem nicht auf. Er geht in die Nikolaikirche, schließt sich der Friedensbewegung an, organisiert Protest. 1984 gelingt ihm schließlich die Ausreise in den Westen. Heute spricht er als Zeitzeuge über seine Geschichte – über Repression, Mut und die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet. Eine Geschichte über einen Moment, der alles verändert – und darüber, warum Aufgeben manchmal einfach keine Option ist. -
Freiheit auf UKW: Astrid Landero und DT64 | Was für ein Leben - Folge 8 12.04.2026 41minEine Biografie im Spannungsfeld von Politik, Radio und Feminismus Manche Lebensgeschichten erzählen mehr über eine Zeit als jedes Geschichtsbuch. Die von Astrid Landero ist eine davon. Aufgewachsen in Thüringen in einem politisch geprägten Elternhaus, entwickelt sie früh ein Interesse für internationale Themen, hört westliche Musik und beschäftigt sich mit der US-Bürgerrechtsbewegung. Ihr Weg führt sie zum Studium nach Moskau – in ein internationales Umfeld, das ihren Blick weitet. Zurück in der DDR arbeitet sie zunächst beim Zentralrat der FDJ, bevor sie 1988 zum Jugendradiosender DT64 kommt. DT64 ist zu diesem Zeitpunkt ein besonderer Ort: unterschätzt von der politischen Führung – und gerade deshalb ein Raum mit überraschend großen Freiheiten. Hier entstehen Beiträge über Themen, die zuvor kaum öffentlich verhandelt wurden: Rassismus in der DDR, Sexualität und Beziehungen, queeres Leben, Einsamkeit, Suizid und Flucht. Im Jahr 1989, als das politische System ins Wanken gerät, wird auch das Radio mutiger. Die Redaktion nutzt ihre Spielräume – und ist in manchen Momenten schneller als die Politik selbst. Nach dem Mauerfall engagiert sich Astrid Landero intensiv in der Frauenbewegung. Sie ist aktiv im Unabhängigen Frauenverband und beteiligt sich am Aufbau wichtiger Ostberliner Frauenprojekte wie dem Frauenzentrum Paula Panke. Für ihr Engagement wird sie 2023 mit der Bezirksmedaille Pankow ausgezeichnet. In dieser Folge spricht Matti Geyer mit Astrid Landero über ein Leben zwischen Anpassung und Aufbruch – und über die Frage, was es bedeutet, Freiräume zu erkennen und zu nutzen. -
Flucht, Folter, Hoffnung: Der Weg von Tarek Elmasoudi nach Europa | Was für ein Leben - Folge 7 09.04.2026 44minTareks Flucht durch Wüste, Gefängnisse und über das Mittelmeer Manche Lebensgeschichten sind so drastisch, dass sie kaum zu glauben sind. Und doch sind sie real. Die Geschichte von Tarek Elmasoudi ist eine davon. Aufgewachsen in der ägyptischen Wüste, ohne Perspektive, macht er sich schon als Teenager auf den Weg – raus aus einem Leben, das für ihn keine Zukunft bereithält. Seine erste Flucht führt ihn nach Saudi-Arabien, wo er auf der Straße lebt und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Doch er wird zurückgebracht. Der nächste Versuch endet in einem Albtraum: Libyen. Gefängnis. Folter. Menschenhandel. Zurück in Ägypten folgt die nächste Inhaftierung. Tage ohne Essen, kaum Wasser, Isolation. Für Tarek wird klar: Wenn er bleibt, wird er das nicht überleben. Sein Ziel: Europa. Die Überfahrt über das Mittelmeer ist lebensgefährlich. Zwei seiner engsten Freunde sterben auf diesem Weg. In Griechenland angekommen, ist seine Flucht noch lange nicht vorbei. Schlepper halten ihn fest, verlangen Geld. Erst danach kann er weiter – über die Balkanroute, zu Fuß, per Anhalter, immer in Angst. Er erzählt davon, wie er Müll gegessen hat, um zu überleben. Und davon, was es bedeutet, nie zu wissen, ob man den nächsten Tag erlebt. Heute lebt Tarek in Deutschland. Er arbeitet für den Verein Über den Tellerrand, der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenbringt – durch gemeinsames Kochen, Austausch und Begegnung. Doch auch hier ist nicht alles sicher: Die staatliche Förderung wurde gestrichen. Umso wichtiger sind Unterstützung und Aufmerksamkeit. In dieser Folge von Was für ein Leben spricht FluxFM-Redakteur Matti Geyer mit Tarek Elmasoudi über Angst, Verlust – und darüber, warum Zusammenhalt die einzige Chance ist, dass dieses Zusammenleben funktioniert. -
Wie eine Frau Berlin geprägt hat – und warum sie ging und zurückkam | Was für ein Leben - Folge 6 07.04.2026 35minEine Frau, viele Szenen. New York in den 80ern, Westberlin kurz vor dem Mauerfall, das wilde, offene Berlin der 90er – und mittendrin: Danielle de Picciotto. Multimediakünstlerin, Musikerin, Modedesignerin, Autorin, Filmemacherin – und eine der prägendsten Figuren der Berliner Szene. Gemeinsam mit Dr. Motte initiierte sie 1989 die erste Love Parade – damals noch ein kleiner Umzug auf dem Kurfürstendamm, der später Musikgeschichte schreiben sollte. Doch ihre Geschichte geht weit darüber hinaus. Danielle kommt Ende der 80er nach Berlin – in eine Stadt im Umbruch. Freiräume entstehen, kreative Szenen wachsen, Clubs wie der Tresor oder das E-Werk prägen eine neue Kultur zwischen Ost und West. Als Künstlerin und Kuratorin ist sie mittendrin: Sie organisiert Ausstellungen, gründet Netzwerke, bringt internationale Künstler*innen zusammen und gestaltet das kreative Berlin der 90er aktiv mit. Doch irgendwann kehrt sie der Stadt den Rücken. Zu viel Veränderung, zu viel Kommerz. Jahre später kommt sie zurück – mit neuem Blick auf eine Stadt, die sich weiterentwickelt hat und doch immer noch diese besondere Energie in sich trägt. FluxFM-Redakteur Matti Geyer hat mit Danielle de Picciotto über diese Zeit gesprochen. Über Aufbruch, Freiheit und kreative Explosion – aber auch über Abschied, Veränderung und Rückkehr.
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