L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung
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L.I.S.A. ist das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Es bietet Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Veranstaltungen aus den Geisteswissenschaften. Der Podcast präsentiert Interviews und Diskussionen mit Wissenschaftlern zu historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Themen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Episod
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Fremde aufnehmen – oder von der Schwelle weisen. Antworten auf die Migrationsfrage im Mittelalter 24.07.2026 47minDas Mittelalter war wie alle Zeiten der Geschichte von vielfältigen Arten und Reichweiten der Migration geprägt. Gewiss lassen sich aus dem Umgang mit ihnen keine praktischen Lösungen für heutige Konflikte über die Einwanderung aus anderen Ländern und Kulturen ableiten; eine historische Analyse zeigt aber, dass und wie eine andere Einstellung zur Migrationsfrage zu größerer Gelassenheit verhelfen kann. Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Borgolte (Akademiemitglied, Mittelalterhistoriker, Humboldt Universität zu Berlin) geht, mit vergleichenden Streiflichtern auf ältere Kulturen und Religionen, auf die biblische Überlieferung zurück und verfolgt die Traditionen des lateinchristlichen Umgangs mit Migrationswilligen und Exilanten bis ins frühe Mittelalter. -
Wird Nolans „Odyssee“ Homer gerecht, Martin Zimmermann? 22.07.2026 39minDer lang erwartete und im Vorfeld schon vielbesprochene Film „Odyssee“ des US-amerikanischen Regisseurs Christopher Nolan ist inzwischen in den deutschen Kinos angekommen. Diskutiert wird unter anderem darüber, wie originalgetreu die Umsetzung des Homerschen Epos ist, ob die Besetzung der Protagonisten gelungen ist, wie stimmig Rüstungen, Schiffe oder Topographien sind usw. Von dem Althistoriker Martin Zimmermann von der LMU München wollten wir nicht nur seine Sicht auf diese vordergründigen Themen haben, sondern vielmehr wissen, wie sich inhaltlich Homers Odyssee zu der Nolans verhält. Welche Leitmotive, welche Fragen, welche Ästhetiken, welche Deutungen werden jeweils transportiert? Kurzum: Wird Nolans „Odyssee“ Homer gerecht, Herr Zimmermann? -
Vom Historikertag zum Tag der Geschichtswissenschaft 20.07.2026 1j 14min„Dynamiken der Macht“ war das Motto des 55. Historikertags, der vom 16. bis 19. September 2025 in Bonn stattfand. Am Rande des Kongresses traf die Mitgliederversammlung des ausrichtenden Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD) dabei eine wegweisende Entscheidung: Das alle zwei Jahre stattfindende Treffen heißt ab der kommenden Auflage „Tag der Geschichtswissenschaft“. Als solches findet es erstmals im September 2027 in Heidelberg statt, dann unter dem Motto „Rückschritte – Fortschritte“. Wir haben die Verantwortlichen im VHD, Prof. Dr. Antje Flüchter (Vorsitzende) und Dr. Marie von Lüneburg (Geschäftsführerin), sowie die Sprecher der ausrichtenden Ortskomitees, Prof. Dr. Friedrich Kießling (Bonn) und Prof. Dr. Romedio Schmitz-Esser (Heidelberg) eingeladen, um auf den vergangenen Historikertag zurückzublicken und die Planungen für den Tag der Geschichtswissenschaft in Heidelberg vorzustellen. -
Friedlos. Die Deutschen zwischen Kriegsgewalt und Friedenssuche 18.07.2026 1j 30minFriedlos – so erscheint heute vielen die politische Weltlage. In seinem jüngst erschienenen Buch beleuchtet Prof. Dr. Eckart Conze (Universität Marburg) im Scheinwerferlicht der Zeitenwende sowohl aus einer deutsch-historischen Perspektive als auch in einem internationalen Rahmen das komplexe Wechselverhältnis zwischen Kriegsgewalt und Friedenssuche. Mit einem Verweis auf eine jahrhundertelange historische Entwicklung ordnet Eckart Conze die „Rückkehr der Geschichte“, die nach dem Fukuyamischen „Ende der Geschichte“ wieder einkehrte, in die großen historischen Bewegungen ein. Im Anschluss an den Vortrag folgt ein Gespräch mit Prof. Dr. Fabian Klose, Lehrstuhl für Internationale Geschichte und historische Friedens- und Konfliktforschung an der Universität zu Köln, gefolgt von Fragen aus dem Publikum. -
Frauen in den Schaltzentralen 16.07.2026 1j 3minDas Telefon kam wie ein Paukenschlag in die Welt. Ab 1900 eröffnete es völlig neue Möglichkeiten, über weite Distanzen hinweg miteinander zu sprechen und Informationen auszutauschen. Doch die Verbindungen zwischen Menschen und den national organisierten Telefonnetzen wurden noch von Hand hergestellt – meist von jungen Frauen. Als Telefonistinnen verbanden sie nicht nur Gesprächspartner und -partnerinnen miteinander. Sie regulierten, optimierten und stabilisierten ein komplexes Dreieck aus Sprache, Technik und Menschen. Die Telefonzentrale wurde zu einem Experimentierfeld: ein Ort, an dem ein pragmatisches Verständnis von Sprache, Kommunikation und menschlicher Interaktion entwickelt wurde. Der Thomasius Club fragt bei Larissa Schüller – Autorin des Buches „Kommunikationsarbeit in Telefonzentralen“– nach, wie diese Frauen der Vermittlung unsere Kommunikationswelt geprägt haben und wie ihre Arbeit bis heute nachwirkt. -
Die Weimarer Republik und die erste Krise der Globalisierung 13.07.2026 1j 6minEine Demokratie, die nach einer tödlichen Pandemie mit vielfältigen Krisenphänomenen konfrontiert ist und ihren Platz in einer von massiven globalen Umbrüchen gekennzeichneten Welt sucht — diese Beschreibung der Weimarer Republik klingt aus heutiger Sicht recht vertraut. Der Vortrag diskutiert die Auseinandersetzung der Weimarer Republik mit der ersten Krise der Globalisierung nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei geht es auch um die globalen Bedingungsfaktoren der Zerstörung der Demokratie und des Aufstiegs des Nationalsozialismus. Gleichzeitig verweist der Vortrag aber auf durchaus existierende alternative Reaktionen auf die vielfältigen Krisenphänomene der Zwischenkriegszeit. Weimars Kollaps und der Triumph der rechtsradikalen Kräfte war demnach keinesfalls unvermeidbar — auch darin liegt eine der Lehren Weimars für unsere Gegenwart. -
Über Bilder sprechen 12.07.2026 44minTäglich werden weltweit rund 15 Milliarden Bilder neu erzeugt – eine kaum fassbare Menge in atemberaubender Geschwindigkeit. Bilder sind nicht nur aufgrund dieses Befundes längst wirkmächtiger als Texte. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) macht die Lage noch komplexer: Welches Bild ist überhaupt noch verlässlich, welches computergeneriert erzeugt? KI, so die These, verändert nicht nur den epistemischen Status von Bildern, sondern läutet möglicherweise sogar ihr Ende ein. Das mutet angesichs der Bilderflut paradox an, verlangt daher aber umso mehr ein zeitgemäßes Sprechen über Bilder. Tatsächlich aber werde noch viel zu wenig darüber gesprochen, so der Kunsthistoriker Ulrich Pfisterer. Eine Annahme, die er mit der Kunstwissenschaftlerin Judith Rottenburg, der Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen sowie mit den Kunsthistorikern Horst Bredekamp und Wolfgang Ullrich diskutiert. -
Neid und Wettstreit – Künstler zwischen Konflikt und Kollaboration 10.07.2026 48minWarum stellten die Künstler aus Renaissance und Barock sich so oft als Zielscheibe des Neides dar? In ihrem Buch „Neid“ hinterfragt die Kunsthistorikerin Dr. Jana Graul (Universität Hamburg) die geläufige Idee, sie seien dem Laster besonders verfallen gewesen und legt die rhetorischen Strategien ihrer Neidklagen offen. Im Gespräch mit Kunsthistoriker Prof. Dr. Wolf-Dietrich Löhr (Universität Hamburg) diskutiert sie den individuellen künstlerischen Umgang im Konflikt mit anderen, aber auch: Welche konstruktiven Konkurrenzen, Kollaborationen und Netzwerke stehen den kämpferischen Szenarien gegenüber? Wie prägt eine auf Fortschritt ausgerichtete Konzeption von Wettstreit unseren Kanon der Kunstgeschichte? -
Faszination Sport. Von der Antike bis zur Fußball-WM 09.07.2026 46minSportereignisse schaffen immer wieder gemeinschaftsstiftende Erlebnisse und Begegnungen, die lange im Gedächtnis bleiben. Gleichzeitig ist der Sport kein Allheilmittel: Bisweilen macht er bestehende Bruchlinien und gesellschaftliche Spaltungen besonders sichtbar, immer wieder wird er politisch instrumentalisiert. Worin besteht also die Faszination des Sports? Wie alt ist sie und wie gelingt es dem Sport sich immer wieder gegenüber politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Logiken zu behaupten? Darüber haben wir mit dem Althistoriker und Experten für die Geschichte des antiken Sports Prof. Dr. Christian Mann (Universität Mannheim) gesprochen: eine Tour de Force durch die Sportgeschichte – vom Sport im antiken Griechenland bis zu den globalen Sportevents der Gegenwart. Diese Podcastfolge wurde im Rahmen des Jubiläumsfestes zum 50-jährigen Bestehen der Gerda Henkel Stiftung am 18. Juni 2026 vor Publikum aufgezeichnet. -
Wie schätzen Sie die Kanzlerporträts als Kunsthistoriker ein, Andreas Beyer? 08.07.2026 23minEnde Juni ist im Berliner Bode-Museum ein schon länger und mit Spannung erwartetes Gemälde enthüllt und vorgestellt worden: das Porträt der früheren Kanzlerin Angela Merkel als die jüngste Ergänzung in der Reihe der bisher sieben Kanzlerporträts für das Kanzleramt. Erstellt hat es der deutsch-französische Maler Jérémie Queyras. Wir wollten vom Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer wissen, wie er nicht nur Angela Merkels Kanzlerporträt einschätzt, sondern die Kanzlergalerie insgesamt. Und: In welche Tradition der Herrschaftsrepräsentation speist sich eine solche Ahnenreihe in Form von Porträtmalereien ein? -
Henry Kissinger. Ordnungsmacht und Deutungshoheit 06.07.2026 1j 11minHenry Kissinger – einflussreicher Staatsmann und polarisierende Figur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Von diesem „Scheinriesen“ der amerikanischen Außenpolitik während des Kalten Krieges handelt der von Arvid Schors (Universität zu Köln) herausgegebende Sammelband „Henry Kissinger. Ordnungsmacht und Deutungshoheit“. Aus diesem Anlass fand am 17.6.2026 an der Universität zu Köln eine Diskussion mit Agnes Bresselau von Bressensdorf (Institut für Zeitgeschichte München), Cora Schmidt-Ott (Universität Freiburg) und Arvid Schors unter der Moderation von Miloš Vec (Universität Wien / Universität zu Köln) statt. Die Diskutanten versuchten sich der Person Henry Kissinger jenseits seiner historischen Ikonisierung zu nähern und dabei auch weniger beachtete Aspekte wie seine wissenschaftliche Arbeit in das Gesamtbild einfließen zu lassen. -
Geschichte Schreiben 05.07.2026 42minIn Deutschland haben Disziplinen, die sich als Kulturwissenschaften begreifen, gegenwärtig einen harten Stand. Gelder werden gekürzt, Lehrstühle nicht mehr nachbesetzt und die Relevanz kulturwissenschaftlicher Forschung skeptisch eingeschätzt. Dabei blicken die Kulturwissenschaften auf eine lange Tradition und eine zentrale historische Referenz zurück: die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Aby Warburgs (KBW). Der Kunsthistoriker Andreas Beyer, stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Gerda Henkel Stiftung, diskutiert mit der Historikerin und Soziologin Caroline Arni, den Historikern Andreas Bähr und Dominik Fugger sowie mit dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Lothar Müller die leitende Frage, wo die Kulturwissenschaften heute stehen. -
Wie präsentieren sich die Repräsentanten? Neue Formen der politischen Ansprache und Fürsprache 29.06.2026 44minDie demokratische Gesellschaft befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Wandels der Orte und Medien des Sozialen. Begegnungen und Kooperationen, aber auch Auseinandersetzungen und Konflikte finden immer häufiger in neuen technisch-medialen Kontexten statt. Dabei verändern sich auch die traditionellen Formen politischer Repräsentation. Politikerinnen und Politiker nutzen neue Möglichkeiten, sich selbst zu entwerfen und zu präsentieren. Konsum, Kleidung, Körperhaltung, Sprache – private Entscheidungen werden dabei oft inszeniert und politisch aufgeladen. Politikwissenschaftlerin Astrid Séville (Leuphana Universität Lüneburg), Soziologe Julian Müller (Universität Hamburg) und Literaturwissenschaftler Christian Kirchmeier (Universität Bremen) zeigen, wie sich politische Präsentation und Repräsentation umformen, moderiert von Hannah Bethke (Welt). -
Polens Wirtschaftswunder. Wie wurde aus dem Sorgenkind ein Erfolgsland? 28.06.2026 53minPolen hat in nur einer Generation einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufstieg vollzogen. Aus einem der ärmsten Länder Europas wurde eine dynamische Wachstumsökonomie, die heute zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt zählt und deren Markt für deutsche Exporte inzwischen wichtiger ist als China. Der Vortrag zeichnet nach, welche Stärken, Reformen und wirtschaftspolitischen Ideen diesen Erfolg ermöglicht haben. Vielleicht ist es an der Zeit, aus dem polnischen Wirtschaftswunder auch Lehren für den Standort Deutschland zu ziehen? Dr. hab. Sebastian Płóciennik ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und Professor für Ökonomie am Institut für Wirtschaft der Akademie für Finanzen und Business Vistula in Warschau. Er studierte Rechtswissenschaften und erwarb einen Doktortitel sowie eine Habilitation in Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Breslau. Seine wissenschaftliche Arbeit begann am Willy Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien in Breslau. An der Universität Breslau leitete er das internationale Masterstudienprogramm Global Studies – a European Perspective. Er hat an Universitäten in Deutschland, Kanada, Südkorea, Südafrika und Indien gelehrt. Seine Spezialisierung liegt in der Erforschung der deutschen Wirtschaft, der wirtschaftlichen Integrationsprozesse in Europa sowie der institutionellen Ökonomie. Die Veranstaltung fand am 16. April 2026 in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart statt. -
Schöner Wohnen im antiken Rom 18.06.2026 1j 6minWohlfühlfaktor oder reine Notwendigkeit? Häuser dienen als persönlicher Rückzugs- und Repräsentationsort. Ihre Ausstattung offenbart Zeitgeschmack, spiegelt aber auch soziale Gegebenheiten wider. Römische Wandmalereien und Bodenmosaike zeigen Wohlstand an und dienen repräsentativen Zwecken. Neben die Funktion trat früh schon ein ästhetischer Anspruch. Schöner Wohnen ohne den praktischen Nutzen zu vernachlässigen. Wie das geht, wussten die Menschen, die es sich leisten konnten, auch schon damals. In der Reihe „Archäologie trifft Literatur“ stellen die Archäologin Dr. Astrid Fendt und die Rezitatorin Barbara Greese antike Artefakte aus dem Landesmuseum Württemberg in einen kulturhistorischen Kontext. Im Dialog zwischen archäologischen Erläuterungen zu ausgewählten Objekten aus dem Museum mit der Lesung von poetischen und philosophischen Texten von der Antike bis heute zeigen sich Wohnideen für ein stilvolles Zuhause – Inspiration für unsere moderne Wohnkultur durchaus nicht ausgeschlossen. -
Familie und Revolution: Wie 1848 nach Amerika kam 15.06.2026 1j 17minNach dem Scheitern der Revolution von 1848/49 suchten tausende Revolutionäre in den USA eine neue Zukunft. Auf der Flucht mussten sie nicht nur ihre Heimat, sondern oft auch Besitz, Freunde und Verwandte zurücklassen. Welche Rolle spielte die Familie bei diesem transatlantischen Neuanfang? Und wie prägten Ehefrauen und Kinder die Erinnerung an die Revolution und ihre Ideale? Diesen Fragen geht die Historikerin PD Dr. Sarah Panter in ihrem Buch „Revolutionäre Familien. Die transatlantischen Leben der ‚Achtundvierziger/ Forty-Eighters‘, 1848/49–1914“ nach. In dieser Ausgabe von „Zu Gast bei L.I.S.A.“ sprechen wir mit ihr über Migration, politische Identität und die oft verschlungenen Lebenswege revolutionärer Familien zwischen Europa und den USA. -
Happy Birthday? In welcher Verfassung sind die USA? 12.06.2026 51min250 Jahre alt und in der schwersten Krise ihrer Geschichte: Die USA gelten als Mutterland der modernen Demokratie – doch seit Donald Trump zentrale Verfassungsbestimmungen missachtet, stehen ihre Grundprinzipien auf dem Spiel. Was 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der 13 nordamerikanischen Kolonien als Versprechen einer besseren Welt begann und zum – nicht unumstrittenen – Maßstab für Demokratien weltweit wurde, scheint heute zu erodieren. Wie gefährdet ist die amerikanische Demokratie wirklich – und was bedeutet ihr Wanken für Deutschland und Europa? In Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum/ James-F.-Byrnes-Institut e.V. -
Das Ballspiel der Maya 11.06.2026 1j 6minMexiko, das zusammen mit Kanada und den USA die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausrichtet, hat eine lange Ballspieltradition, die weit über die Zeit der spanischen Eroberung hinausreicht. Tatsächlich war das Ballspiel eines der wesentlichen verbindenden Elemente aller mesoamerikanischen Kulturen. Die Maya waren geradezu ballspielverrückt: Im Maya-Kerngebiet haben Archäologen mehr als 3.000 Ballspielplätze identifizieren können. Wie und nach welchen Regeln wurde aber auf diesen Plätzen gespielt? Und welche politische und religiöse Bedeutung hatte das Ballspiel für die Maya? Darüber haben wir in der neuen Folge von „Zeitlupe“ mit dem Archäologen und Maya-Experten Dr. Nicolaus Seefeld (Bonn) gesprochen. Ein Exkurs zum Zusammenhang von Ballspiel und zeremonieller Gewalt ist als Bonus-Material dieser Folge beigefügt. -
Lebendig oder museal? Die deutsche Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert 01.06.2026 1j 42minDie Kontroversen, die sich an der Erinnerungskultur in Deutschland entzünden, reißen nicht ab. Der „Historikerstreit 2.0“, die Debatte um die Gedenkstättenkonzeption des Bundes oder Protestaktionen wie zuletzt „Kufiyas in Buchenwald“ sind nur einige Beispiele. Mit den Historikern Dr. Janosch Steuwer (Köln) und Dr. Per Leo (Berlin) blicken wir in der neuen Ausgabe von „Zu Gast bei L.I.S.A.“ zunächst zurück: Unter welchen Bedingungen entstand die Erinnerungskultur und wie wurde sie zur bestimmenden Form der Auseinandersetzung der Deutschen mit dem Holocaust und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft? Um davon ausgehend zu fragen, wo heute die Grenzen dieses Umgangs mit der Geschichte liegen – insbesondere, wenn der Holocaust-Erinnerung eine identitätsstiftende Funktion zugeschrieben wird. Und inwieweit können Geschichtserzählungen heute überhaupt noch kollektive Bindekraft entfalten? -
Europa im Krieg: Determinanten von Krieg und Frieden 31.05.2026 59minDen Erwartungen an eine „Rückkehr nach Europa“ folgten in den letzten Jahren Populismus, Ethnonationalismus, Enttäuschung über die EU, Korruption, teilweise autoritäre Regression und Orientierung an Putin. Welche Konflikte prägen die Gesellschaften, was beeinflusst den Wertewandel, wie hängen wirtschaftliche Entwicklung und Einstellungsmuster miteinander zusammen? Schließlich: Was ist an den osteuropäischen Entwicklungen „östlich“, welche übergreifenden europäischen Trends lassen sich identifizieren? Das Bild ist vielschichtig. Andreas Heinemann-Grüder ist Senior Fellow beim CASSIS und außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bonn. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politik und Konflikte im postsowjetischen Raum, vergleichender Föderalismus, das Wiederaufleben des Autoritarismus und gewaltsame politische Krisen mit irregulären bewaffneten Gruppen. Heinemann-Grüder studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik an der Freien Universität Berlin und absolvierte ein Postgraduiertenstudium an der Lomonossow-Universität in Moskau. Er promovierte 1989 an der Freien Universität Berlin und habilitierte sich 1999 an der Humboldt-Universität. Er ist Mitglied des Beirats der Bundesregierung für zivile Konfliktprävention und Friedensförderung. Die Veranstaltung fand am 26. März 2026 in der Württembergischen Landesbibliothek statt.
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