F.A.Z. Digitalwirtschaft
Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Im Podcast "F.A.Z. Digitalwirtschaft" (früher FAZ D:ECONOMY) sprechen die Redakteure der FAZ über neue Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft, in der Industrie 4.0 - und in der Technik. Wir diskutieren miteinander und auch mit Gästen – dabei ordnen wir die aktuellen Themen rund um Digitalisierung und Technologie ein. Dabei geht es nicht nur um Bits und Bytes, sondern auch um einen größeren gesellschaftlichen Kontext.
Afleveringen
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Wie gefährlich ist Social Media für Kinder, Herr Korte? 17.07.2026 33minDie Europäische Union wird soziale Medien strenger regulieren für Kinder und Jugendliche. Verbote für bestimmte Altersgruppen und eingeschränkter Zugang für andere stehen auf der Tagesordnung. "Soziale Medien sind kein Spielzeug", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, als sie zu Wochenbeginn die Empfehlungen von Fachleuten vorstellte. Und die EU steht nicht alleine. Australien hat im vergangenen Jahr soziale Medien für Jugendliche untersagt, die jünger als 16 Jahre alt sind, China schränkt den Zugang schon länger ein, Großbritannien befasst sich damit. Doch warum befasst sich die Politik damit? Wieso sind gerade Kinder und Jugendliche besonders gefährdet? Martin Korte kennt Antworten. Er ist Neurobiologe an der Universität Braunschweig, hat populäre Bücher und Artikel auch in der F.A.Z. zu dieser Frage verfasst. Und er stellt im Podcast klar: Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen den Gehirnen von Kindern und Jugendlichen einerseits und Erwachsenen andererseits. Zwischen Kindern, die sich entwickeln, deren Gehirne wachsen oder sich mit Beginn der Pubertät noch einmal umprogrammieren – und ausgewachsenen Denkorgangen. Das bedeutet nicht, dass der (zu) hohe Konsum sozialer Medien für Erwachsene unproblematisch ist. Kinder sind aber stärker betroffen, darauf deutet sehr viel wissenschaftliche Evidenz hin. Korte rät zu nahezu überhaupt keiner Bildschirmzeit für kleine Kinder und zu sehr eingeschränktem Zugang für etwas ältere. Er gibt aber auch anderen Rat. Wer sich schwertut, könne beispielsweise familieneigene Regeln beschließen wie etwa diese: Kein Smartphone vor und während des gemeinsamen Frühstücks, Mittagessens und Abendessens; alleine das helfe schon viel. Er lobt, dass die EU einen differenzierten Ansatz verfolgen möchte mit abgestuftem Zugang nach verschiedenen Altersklassen. Aber er ist auch skeptisch, ob das nicht zu lange dauert, bis es in Kraft ist – und nicht zielführender gewesen wäre, wenn erstmal einzelne Länder oder Bundesländer voranschreiten und testen, was nützlich und praktisch möglich ist. Über all das und mehr sprechen wir in dieser Episode. Und nicht zuletzt auch darüber, wie wichtig ist, dass Eltern ein Vorbild sind und ihren Kindern nicht permanent vorführen, was nicht gut ist.
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Als John McCarthy den Begriff Künstliche Intelligenz erdachte 09.07.2026 42minÜber intelligente Maschinen und Technik, die das Gehirn nachbilden kann, denken die Menschen schon seit Menschengedenken nach. Wer heute danach fragt, wann die Künstliche Intelligenz entstand, wird indes häufig auf ein Ereignis im Jahr 1956 verwiesen, einen Sommer-Workshop am Dartmouth College im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire. Dort trafen sich Forscher, die sich mit der Frage beschäftigten, ob sich menschliche Denkprozesse prinzipiell präzise beschreiben und maschinell rekonstruieren lassen. Ihre Bedeutung lag vor allem darin, dass sie sehr unterschiedliche Ansätze zur Erforschung von Denken, Lernen und Problemlösen erstmals unter einem gemeinsamen wissenschaftlichen Rahmen versammelte. Vor Dartmouth gab es schon Arbeiten zu Logik, Kybernetik und Informationsverarbeitung, doch die Konferenz half, diese Strömungen zu bündeln. Sie markierte damit den Übergang von verstreuten Einzelprojekten hin zu einem bewussten, eigenständigen Forschungsgebiet mit einer klaren Vision. Zu den wichtigsten Teilnehmern und Initiatoren gehörten John McCarthy, Marvin Minsky, Claude Shannon und Nathaniel Rochester. John McCarthy war der zentrale Organisator und prägte den Namen des Fachgebiets. Marvin Minsky wurde später zu einer der bekanntesten Figuren der KI-Forschung. Claude Shannon hatte schon die Informationstheorie revolutioniert, und Nathaniel Rochester brachte wichtige Perspektiven aus der frühen Computerentwicklung ein. Auch andere Forscher wie Herbert Simon und Allen Newell standen in engem Zusammenhang mit den dort diskutierten Ideen und prägten die frühe KI stark. Aus der Dartmouth-Konferenz folgte vor allem die institutionelle und intellektuelle Etablierung der KI als Forschungsfeld. In den Jahren danach entstanden wichtige Programme zum Problemlösen, zur symbolischen Verarbeitung und zu frühen Lernverfahren. Zugleich weckte die Konferenz große Erwartungen an die Möglichkeiten intelligenter Maschinen, die sich teils als überzogen erwiesen. Dennoch blieb ihr Einfluss nachhaltig: Sie setzte einen Ausgangspunkt für Jahrzehnte intensiver Forschung und für die technologische Entwicklung, die bis zu heutigen KI-Systemen reicht. Wir sprechen in dieser Episode über die Konferenz, warum sie nicht zufällig in diese Zeit fiel - und was heute die Grenzen der KI sind.
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Wie Roboter, KI und digitale Zwillinge den Bau retten sollen 02.07.2026 30minDer deutsche Immobilienmarkt im Jahr 2026 hat sich zwar konsolidiert und die Bauzinsen haben sich in einem Korridor zwischen 3,5 und 4,0 Prozent eingependelt – doch das fundamentale Problem bleibt ungelöst: Es herrscht Wohnungsmangel. Hohe Baukosten und der Fachkräftemangel sorgen dafür, dass die Neubauziele verfehlt werden. Aber nicht nur diese Entwicklung zwingt die traditionell eher konservative Branche zur Transformation. Um Kosten zu senken und Effizienzgewinne zu realisieren, halten immer mehr digitale Technologien in die Bau- und Immobilienwirtschaft Einzug. In dieser Folge des F.A.Z. Digitalwirtschaft-Podcasts spricht Carsten Knop deshalb mit Jan Hauser, dem Immobilienfachmann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über die Baustelle der Zukunft. Sie beleuchten, wie millimetergenaue Roboterarme in Fabriken ganze Raumzellen aus Holz vorfertigen, warum Drohnen dem Polier das Klemmbrett abnehmen und wie Generative KI den Architekten im Sekundentakt hunderte Entwurfsvarianten berechnet. Darüber hinaus geht es um den Lebenszyklus der Immobilie nach dem Bau: Welche finanziellen Vorteile bringt ein „digitaler Zwilling“ für die Hausverwaltung? Wie viel CO₂ spart ein KI-gesteuertes Smart Home wirklich? Und warum hinkt der digitale Bauantrag im bürokratischen Föderalismus der technologischen Realität immer noch hinterher? Auch die Finanzierung und Vermarktung verändern sich fundamental: Algorithmen ermitteln Immobilienwerte am Schreibtisch und große Makler wandeln sich zu digitalen All-in-one-Plattformen – von der VR-Besichtigung bis zur digitalen Notar-Vorbereitung.
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Wie wir das Vertrauen in die Technik retten 25.06.2026 39minAuf der einen Seite treiben Innovationen wie die Künstliche Intelligenz die Wirtschaft voran. Auf der anderen Seite wachsen die Verunsicherung und das Risiko durch Cyberkriminalität, Deepfakes und geopolitische Abhängigkeiten. Wie gelingt der Spagat zwischen technologischer Spitzenleistung und gesellschaftlichem Vertrauen? In der aktuellen Folge des F.A.Z. Digitalwirtschaft Podcasts begrüßten wir einen Gast, der wie Perspektiven im Auge behalten muss. Ralf Wintergerst ist nicht nur Vorsitzender der Geschäftsführung des Münchner Traditions- und Sicherheitstechnologiekonzerns Giesecke+Devrient (G+D), sondern auch Präsident des Digitalverbands Bitkom. Europa sieht sich in der Zange zwischen den USA und China. Wie sensibel dieses Gleichgewicht ist, zeigte sich erst Mitte Juni, als der US-amerikanische KI-Anbieter Anthropic auf Anweisung der US-Regierung sein leistungsfähigstes Modell für ausländische Nutzer sperrte. Im Podcast plädiert Wintergerst für eine Stärkung der europäischen Digitalsouveränität – nicht als Abschottung, sondern als fundamentale Absicherung der eigenen Handlungsfähigkeit. Zugleich warnt er davor, stets schwierige Vergleiche mit Amerika und China anzustellen. Zudem geht es um den Digitaltag am kommenden Freitag, dem 26. Juni 2026. Das diesjährige Motto lautet: „Digitale Sicherheit: Verstehen. Vermitteln. Vertrauen.“ Getragen von der Initiative „Digital für alle“, in der sich auch der Bitkom stark engagiert, als Medienpartner unterstützt von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, soll der Aktionstag technische Komplexität abbauen und digitale Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen erreichbar machen. Der Bitkom flankiert den Digitaltag daher mit praxisnahen Formaten: Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden Webinare zur Erkennung von KI-Betrug angeboten. Zudem öffnet der Verband seine Berliner Geschäftsstelle für ein Digitaltags-Festival, bei dem Ehrenamtliche praktische Technikhilfe leisten – bis hin zur Möglichkeit, im mobilen Bürgeramt spontan und ohne Termin einen neuen Reisepass zu beantragen.
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Warum fällt Unternehmen die Digitalisierung so schwer, Herr Buhrmann? 19.06.2026 38minPeter Buhrmann ist seit dem September des vergangenen Jahres Deutschland-Chef des IT-Beratungsunternehmens GFT Technologies. Zu dessen Kunden zählen vor allem auch Banken und Versicherer, also Unternehmen aus strenger regulierten Branchen. Die Künstliche Intelligenz setzt gegenwärtig aber nahezu jeden Anbieter unter Druck, große Konzerne, kleine und mittelgroße Unternehmen, Dienstleister und Industrie. Sie müssen mitunter alte Software-Systeme und Datenbanken auf neue Plattformen überführen - und das während des laufenden Betriebs. Wie geht das richtig? Was sind die Fallstricke? Und wie schlägt sich Deutschland eigentlich insgesamt in der Digitalisierung? Wie können und müssen wir unabhängiger werden auch von amerikanischen Tech-Anbietern. Über all das sprechen wir in diesem Podcast. Und nicht zuletzt über die Frage, wie eigentlich die GFT ihre Mitarbeiter in der KI besser aus- und weiterbildet.
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Warum gibt es keinen deutschen Batteriehersteller, Herr Winter? 12.06.2026 53minDie Batterie ist eine Schlüsselkomponente des Elektrofahrzeugs. Deutschland braucht eine integrierte Zell- und Batteriesystemproduktion. Diese zwei Sätze stammen aus dem Jahr 2010, sie stehen im ersten Zwischenbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität, die von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Leben gerufen wurde. Die Erkenntnis ist also nicht neu. Doch mittlerweile ist der Weltmarkt für Batteriezellen fest in chinesischer Hand. In Deutschland scheiterten die meisten Versuche, eine Produktion aufzubauen. Spektakulär war das Aus für Northvolt im vergangenen Jahr, trotz hoher dreistelliger Millionenförderung. Zwar gibt es in Thüringen eine Fabrik, die Akkus in hohen Stückzahlen produziert. Sie gehört allerdings CATL, einem chinesischen Hersteller, der allein rund 40 Prozent des Weltmarkts bedient. Alle Hoffnung ruht nun auf einem Projekt der Volkswagen-Tochtergesellschaft PowerCo in Salzgitter. Wie es so weit kommen konnte, und warum wir die Hoffnung auf eine von China unabhängige Industrie trotzdem nicht aufgeben sollten, diskutieren wir in dieser Folge des Podcasts Digitalwirtschaft mit Professor Martin Winter. In der Autoindustrie wird der Elektrochemiker auch als „Batteriepapst“ bezeichnet, er forscht seit 30 Jahren an Akkus und war vom ersten Tag an Mitglied der Nationalen Plattform. Hauptberuflich ist er Wissenschaftlicher Direktor des MEET, des Batterieforschungszentrums der Universität Münster, das er selbst aufgebaut hat. Die Ursache für den Status quo sieht Winter zu wesentlichen Teilen im Beharrungsvermögen der deutschen Industrie sowie in der Illusion, man könne dauerhaft auf einen fairen Welthandel setzen. „Das haben wir selber zu verantworten“, sagt Winter. Eine profitable Produktion von Batterien setze voraus, dass man hohe Stückzahlen mit geringen Fehlerquoten erreicht. Dies aber sei nur mit entsprechender Erfahrung möglich. Deshalb rät Winter dazu, mit der Produktion so rasch wie möglich anzufangen. „Die Chancen sind da“, man müsse dafür jedoch das System so umbauen, dass weniger Verluste in Bürokratie und Regularien auftreten.
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Milliarden für den Wandel 04.06.2026 42minDie deutsche Industrie steht vor einer Mammutaufgabe. Die Digitalisierung traditioneller Schlüsselbranchen und die gleichzeitige Dekarbonisierung erfordern enorme Kapitalsummen zu einer Zeit, in der sich das makroökonomische Umfeld fundamental gewandelt hat. Marcus Schenck, Co-Head Investment Banking für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei der renommierten Investmentbank Lazard, kennt beide Seiten dieses Spannungsfeldes wie kaum ein Zweiter. Nach prägenden Stationen bei McKinsey und Goldman Sachs lenkte er als Finanzvorstand die Geschicke des Energiekonzerns E.ON und später als CFO und Vize-Chef die der Deutschen Bank. Diese seltene Kombination aus tiefer Konzernpraxis und internationaler Investmentbanking-Expertise schärft seinen Blick für die aktuellen tektonischen Verschiebungen im M&A-Geschäft. Fusionen und Übernahmen dienen den Unternehmen heute immer seltener dem reinen Größenzuwachs, sondern fungieren als überlebenswichtiges Werkzeug, um sich fehlendes technologisches Know-how und digitale Innovationskraft radikal schnell einzukaufen. Wie tiefgreifend sich die Rahmenbedingungen für solche Geschäfte verändert haben, wurde soeben auf der SuperReturn-Konferenz in Berlin greifbar, dem wichtigsten Treffpunkt der Private-Equity- und Venture-Capital-Szene. Auch Schenck berichtet von einer spürbar größeren Selektivität unter den internationalen Geldgebern. Investoren prüfen Geschäftsmodelle kompromisslos auf ihre Profitabilität und Resilienz. Und dennoch ist die Liquidität im Markt alles andere als ausgetrocknet – sie fließt nur ungleich fokussierter. Allen voran steht Künstliche Intelligenz (KI) als branchenübergreifender Produktivitätshebel. Wie deutsche Schlüsselindustrien in diesem harten, hochselektiven Wettbewerb um die Transformationsmilliarden bestehen können, entschlüsselt dieses Podcast-Gespräch.
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Digitale Meilensteine bei FAZ.NET 28.05.2026 38minDas Jahr 2026 steht bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung abermals im Zeichen tiefgreifender digitaler Innovationen, die in den vergangenen Monaten in zwei großen Meilensteinen für unsere Leser sichtbar geworden sind. Mitte Mai wurde auf FAZ.NET und in der App der neuen digitale Themenschwerpunkt „Besser leben“ gestartet. Dieser Bereich, in dem unter anderem das bisherige Ressort Stil aufgegangen ist, bietet den großen lebensweltlichen Themen von Psychologie und Gesundheit bis hin zu Liebe und Familie eine neue, hochwertige Heimat. Wie man ein solches publizistisches und gestalterisches Großprojekt im Newsroom erfolgreich umsetzt, ist ein Thema in der aktuellen Folge des FAZ-Digitalwirtschaftspodcasts mit zwei Kollegen: Cai Tore Philippsen, Redaktionsleiter von FAZ.NET, und Robert Wenkemann, Art Director Digital. Gemeinsam beleuchten wir, wie es gelingt, klassische F.A.Z.-Werte wie journalistische Tiefe und sorgfältige Einordnung auf Ratgeberthemen zu übertragen und diese visuell durch großformatige Bilder und eine nahtlose Nutzererfahrung auf allen Endgeräten erlebbar zu machen. Neben den inhaltlichen Neuerungen geht es um das im März eingeführte Abonnementmodell „FAZ+ Premium“. Dieses Angebot richtet sich an Nutzer mit höchsten Ansprüchen und bietet neben einer komplett werbefreien Leseerfahrung auch ein praktisches Sharing-Modell für bis zu vier Nutzerkonten. Im Podcast erläutert Wenkemann, wie sehr sich das Nutzungserlebnis auf der Website und in der App durch den Wegfall klassischer Werbeanzeigen wandelt und wie die Premium-Inhalte transparent gekennzeichnet werden, ohne den Leser zu überfordern. Philippsen beschreibt die strategischen Überlegungen hinter dem neuen Modell. Dabei geht es unter anderem um die gezielte Auswahl der vier exklusiven Premium-Newsletter zu den Themen Finanzen, Digitalwirtschaft, Weltwirtschaft und Recht sowie um die Frage, wie das neue Sharing-Angebot auf das konkrete Nutzerbedürfnis nach mehr Familientauglichkeit bei digitalen News-Abos einzahlt. Dass sich diese Ausrichtung auf Qualität und nutzerzentriertes Design auszahlt, zeigt nicht zuletzt der Gewinn des INMA Global Media Awards für unsere News-App „Der Tag“ im Mai dieses Jahres. Darüber geht es um einen Blick auf die Daten: Treiben spezifische, tiefgründige Themen wie das Mikrobiom oder Narzissmus bei Kindern tatsächlich Abos an, und wie bewältigt die Redaktion den täglichen Balanceakt zwischen der nötigen Reichweite und der Bezahlschranke? Abschließend wagen Philippsen und Wenkemann einen Ausblick, von welchen weiteren digitalen Innovationen der F.A.Z. wir in diesem Jahr noch sprechen werden.
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SpaceX geht an die Börse – was steckt alles in dem Unternehmen? 22.05.2026 37minDas amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX hat seinen mit Spannung erwarteten Börsenprospekt vorgelegt. Damit hat es erstmals ausführliche Finanzdaten und Informationen über seine Eigentümerstruktur veröffentlicht. SpaceX präsentiert sich in dem Dokument als wachstumsstarkes Unternehmen, was insbesondere seiner Satellitensparte Starlink zu verdanken ist. Allerdings weist SpaceX im Moment auch hohe Verluste aus. Eine besonders bemerkenswerte Erkenntnis aus dem Börsenprospekt ist, mit welcher Machtfülle SpaceX den Unternehmenschef Elon Musk ausgestattet hat. Das Unternehmen hat zwei Klassen von Aktien mit unterschiedlichen Stimmrechten. Musk hält eine überwältigende Mehrheit der privilegierten B-Aktien, die jeweils zehn Stimmrechte haben. Die gewöhnlichen Aktionäre werden A-Aktien mit jeweils einem Stimmrecht bekommen. Insgesamt hält Musk 85 Prozent der Stimmrechte an SpaceX. Musk hat außerdem dafür gesorgt, dass er praktisch unkündbar ist. Im Börsenprospekt heißt es, er könne nur von den Inhabern der B-Aktien von seinen Positionen als Vorstandschef und Vorsitzender des Verwaltungsrats entfernt werden. Da er selbst die Mehrheit an diesen Aktien hält, führt also kein Weg an ihm vorbei. SpaceX strebt angeblich eine Marktkapitalisierung von 1,75 Billionen Dollar an und würde damit aus dem Stand zu den zehn wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt gehören. Für einen Börsendebütanten ist SpaceX schon vergleichsweise alt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2002 gegründet. Es bewegt sich freilich in einer schwierigen Branche, die keine schnellen Durchbrüche verheißt. In seinen frühen Jahren hat es kaum Umsätze erzielt und musste viele Rückschläge hinnehmen, eine Reihe von Raketenstarts scheiterten. Nach und nach wurde Space X aber zum Vorzeigeunternehmen der amerikanischen Raumfahrtindustrie und etablierte sich als zentraler Partner der US-Raumfahrtbehörde NASA. Das Unternehmen hat Meilensteine für die ganze Branche erreicht und es zum Beispiel zur Routine gemacht, Trägerraketen nach absolvierten Missionen heil zur Erde zurückzubringen und wiederzuverwerten, was erhebliche Kostenersparnisse bringt. Wir diskutieren in dieser Folge all das – und auch, wieso im Börsenprospekt von einer Siedlung auf dem Mars die Rede ist, und warum Elon Musk mehr Geld bekommt, wenn sie errichtet ist.
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Unsere digitale Souveränität hängt von vier Dingen ab 15.05.2026 44minDer Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz ist eine Sache, wie sehr wir diese Schlüsseltechnologie selbst produzieren und beherrschen (können) eine andere. Dabei geht es gegenwärtig genau darum: Deutschland und Europa wollen spitzentechnologisch weniger abhängig sein von den Vereinigten Staaten und China. Sie wollen den etablierten großen Internetunternehmen wie Google, Microsoft oder Amazon eigene Angebote entgegensetzen, die konkurrenzfähiug sind. Doch was heißt technologische Souveränität eigentlich konkret? Der Informatiker Antonio Krüger nennt vier Kriterien. Krüger ist der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), das sich an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis befindet: Seine Direktoren sind Professoren an Universitäten und unterrichten dort – zugleich entwickelt das DFKI für Unternehmen und die öffentliche Verwaltung KI. Mit Krüger haben wir auf der Konferenz "Block im Park gesprochen", im Stadion des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, der dieses Tech-Treffen zum fünften Mal ausgerichtet hat. Digital souverän ist laut Krüger, wer selbständig entsprechende Rechenzentren bauen und betreiben kann, ebenso die dafür nötigen Computerchips, die Kommunikationsnetze und schließlich die KI-Modelle. Deutschland und Europa sieht er auf einem der drei Felder wirklich ordentlich positioniert: auf dem der Kommunikationsnetze. Im Bereich der Rechenzentren gäbe es Nachholbedarf, auch wenn die Schwarz-Gruppe und die Deutsche Telekom inzwischen eigene Projekte realisieren. Auch in der Chip-Produktion hänge Europa zu stark von den führenden amerikanischen Anbietern ab, und im Bereich der leistungsfähigsten KI-Modelle ebenfalls. Ändern lasse sich das nur, wenn Staat und Wirtschaft sich besser und langfristiger koordinieren, am besten europaweit. Krüger thematisiert in dieser Folge aber auch, wie weit die Computer inzwischen wirklich sind. Sie haben stark aufgeschlossen zum Gehirn, überflügeln den Menschen auch in immer mehr Domänen. Nach wie vor gebe es aber auch große Unterschiede – und zwar nicht nur darin, wie kompetent Rechner und Gehirn sind, sondern auch, wie sie zu ihren Ergebnissen kommen. Über all das und mehr sprechen wir in dieser Episode und diskutieren mit den Zuhörern im Stadion.
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Google obenauf, Amazons Werbegeschäft brummt – und was ist mit Apple und Meta? 08.05.2026 44minDie großen amerikanischen Internetunternehmen melden einen Milliardengewinn nach dem anderen. Zugleich haben sie enorme Investitionen in die Künstliche Intelligenz angekündigt, in neue Rechenzentren vornehmlich. Besonders heraus sticht gegenwärtig der Alphabet-Konzern mit seiner Suchmaschine Google. Er verzeichnet ein hohes Wachstum im Werbegeschäft ebenso wie in seiner immer wichtiger werdenden Cloud-Sparte. Die Anleger an der Börse honorieren dies mit einem außergewöhnlich starken Kursplus. Es fehlt nicht mehr viel, und Google zieht am KI-Chipkonzern Nvidia vorbei und ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Dabei stand und steht vermeintlich gerade das Google-Kerngeschäft durch den Aufstieg von KI-Systemen wie ChatGPT unter Druck. Denn die Nutzer, so die durchaus verbreitete Sorge, könnten nicht mehr an nützlichen weiterführenden Links interessiert sein, wenn Ihre Fragen direkt von der KI beantwortet werden – und damit Google für Werbetreibende unattraktiver machen, die keine oder weniger Anzeigen schalten. Es ist anders gekommen. Google bietet eine KI innerhalb der Suchmaschine an mit dem bisherigen Effekt, dass die Nutzer noch mehr Zeit dort verbringen, nicht weniger. Außerdem wächst auch das Cloudgeschäft stark – stärker als das der beiden großen und schon länger in diesem Markt aktiven Konkurrenten Amazon und Microsoft. Die verdienen deswegen nicht schlecht. Sie überzeugen gegenwärtig aber nicht zuletzt die Anleger weniger als Alphabet. Während Alphabet im Cloud-Geschäft weiter vordringt, verdient wiederum Amazon immer besser im Werbegeschäft. Die Entscheider in Seattle haben erkannt, wie stark sich das Suchverhalten ihrer Kundschaft auch für Werbezwecke kommerzialisieren lässt. Auf diesem Feld konkurriert Amazon nun zusehends mit Google und dem Facebook-Konzern Meta. Der traditionell margenschwache Onlinehandel, die ursprüngliche Geschäftsidee hinter der Amazon-Gründung, wird verglichen mit den anderen Geschäftsbereichen hingegen immer weniger wichtig. Das Werbegeschäft floriert indes weiterhin auch im Unternehmen Meta mit seinen Social-Media-Diensten Facebook, Instagram und Whatsapp. Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg hat dafür die Sparte rund um das sogenannte Metaversum deutlich zurechtgestutzt und im Gegenzug für viel Geld neue KI-Fachleute angeworben. Er erhofft sich davon, in der Künstlichen Intelligenz zu den anderen Tech-Unternehmen aufzuschließen, deren Modelle momentan leistungsfähiger sind als diejenigen aus dem Hause Meta. Und wie schlagen sich Microsoft und Apple? Und stehen die Vereinigten Staaten möglicherweise vor einer Kehrtwende in der Regulierung der Künstlichen Intelligenz, nachdem Donald Trump und seine Administration zu Beginn seiner Amtszeit noch die Devise vorgab, dieser Technologie (nahezu) keine Fesseln anzulegen? Auch darüber sprechen wir in dieser Episode.
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Wann verschwindet das Lenkrad wirklich? Ein Gespräch mit MOIA-Chef Meyer 30.04.2026 36minSascha Meyer ist der Vorstandsvorsitzende von MOIA, dem Ride-Pooling-Unternehmen des Volkswagen-Konzerns. MOIA ist im Jahr 2019 gestartet mit dem großen Ziel, den Stadtverkehr durch Sammelfahrten zu entlasten. Millionen Fahrgäste hat das Unternehmen seitdem befördert. Doch die Wahrheit des klassischen Ride-Poolings mit menschlichen Fahrern ist auch: Es ist ein enorm kostenintensives Geschäft. Die Profitabilität ist in der gesamten Branche eine massive Herausforderung. Genau deshalb steht MOIA jetzt vor der größten Transformation seiner noch jungen Geschichte. Zusammen mit Volkswagen Nutzfahrzeuge und dem Partner Mobileye bringt MOIA den ID. Buzz AD auf die Straße – ein autonomes Fahrzeug, das einmal fahrerlos Passagiere befördern soll. Und nicht nur das: Aus dem reinen Fahrdienstanbieter für Endkunden wird zunehmend ein Technologie-Lieferant. Dieser will mit seiner sogenannten "Turnkey Solution" eine schlüsselfertige Komplettlösung für autonome Fahrdienste anbieten, die auch andere Städte und Betreiber nutzen sollen. Doch wie weit ist MOIA wirklich? Wovon hängt ab, ob das klappt? Wann verschwindet das Lenkrad also wirklich aus unseren Sammeltaxis?
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KI: Ein System-Update für die deutsche Industrie 24.04.2026 24minKünstliche Intelligenz ist für Deutschland und Europa weit mehr als nur der nächste technologische Hype. Sie ist der entscheidende Hebel für unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, technologische Souveränität und industrielle Resilienz. In dieser besonderen Episode des F.A.Z. Digitalwirtschaft-Podcasts bringen wir Ihnen die große Bühne direkt ins Ohr: Hören Sie den exklusiven Mitschnitt der Podiumsdiskussion „AI: Chance für Deutschland und Europa“, die F.A.Z.-Herausgeber Carsten Knop am 20. April auf der Center Stage der Hannover Messe live moderiert hat. Für den heimischen Industriestandort entscheidet sich an der Frage der KI-Nutzung nicht weniger als die eigene Zukunft. Es geht darum, ob historische Stärken in Produktion, Automatisierung und Engineering erfolgreich in die nächste Wachstumsphase überführt werden können. Das Panel beleuchtet KI daher ausdrücklich nicht isoliert als digitale Innovation, sondern als handfeste industriepolitische und infrastrukturelle Gestaltungsaufgabe. Im Mittelpunkt der Debatte steht das notwendige Ökosystem: Cloud- und Recheninfrastruktur, industrielle Anwendungen, Datenverfügbarkeit sowie Energie- und Automatisierungskompetenz müssen nahtlos ineinandergreifen, flankiert von passenden europäischen Rahmenbedingungen für die nötige Skalierung. Ausgangspunkt der Diskussion ist die Überzeugung, dass wir in Europa bereits über erhebliche Stärken verfügen. Nun müssen wir unsere hochrelevanten Mittelstands- und Technologieunternehmen, die industrielle Softwarekompetenz und wachsende Dateninfrastrukturen schneller, mutiger und systematischer zusammenführen. Darüber hinaus berührt das Gespräch zentrale Fragestellungen rund um die Rolle des Staates, der als Möglichmacher, Standardsetzer und Ankerkunde die Skalierung neuer Technologien maßgeblich treiben kann. Die zentrale Erkenntnis der Debatte lautet dabei: Wahre Wettbewerbsfähigkeit entsteht in der industriellen Anwendung von KI nicht durch Algorithmen allein, sondern durch das perfekte Zusammenspiel von Datenzugang, leistungsfähiger Netzinfrastruktur, pragmatischer Regulierung und vor allem einer hohen Umsetzungsgeschwindigkeit. Diskutiert haben darüber Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Bernie Wagner, Chief Sales Officer bei Schwarz Digits, sowie Jean-Pascal Tricoire, Chairman of the Board of Directors bei Schneider Electric. Komplettiert wird die Runde durch die Verbandspräsidenten Gunther Kegel vom ZVEI und Bertram Kawlath vom VDMA.
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Um welche KI geht es auf der Hannover Messe, Herr Köckler? 17.04.2026 39minDie deutsche Industrie steckt im Umbruch. Neue Computer- und Energietechnologien verursachen Veränderungsdruck, zugleich sind infolge des Irankrieges die Energiepreise merklich gestiegen. Wie schlagen sich die deutschen Unternehmen in dieser Situation? Einen Eindruck davon vermittelt die Hannover Messe, die an diesem Sonntagabend beginnt und die nächste Woche andauert. Deutsche und internationale Unternehmen präsentieren dort neue Produkte und Prozesstechniken. Sie zeigen, was heute in der modernen Fertigung schon möglich ist – und was sie in den kommenden Jahren vorhaben. Jochen Köckler ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG und auch in diesem Jahr Gastgeber in Hannover. Er erzählt, was es in den Hallen zu sehen gibt, von Automatisierungs- über Energietechniken bis hin zur Künstlichen Intelligenz. Und in dieser wiederum geht es in der Industrie nicht um die allseits bekannten großen Sprachmodelle, sondern über das, was nicht nur er "Physical AI" nennt. Es geht um KI, die in der realen Welt handelt, mitarbeitet, mitdenkt. Das ist nicht nur in Hannover ein Schwerpunkt, sondern auch eine Chance für Deutschland, um in diesem Feld Weltspitze zu bleiben. Köckler spricht aber nicht nur über Technologie, sondern auch über Politik. Gastland ist dieses Jahr Brasilien, der brasilianische Präsident Lula da Silva wird die Messe eröffnen und selbst da sein, ihn begleitet eine große Delegation aus Unternehmern und Politikern. Bundeskanzler Merz ist da, Digitalminister Wildberger und Verteidigungsminister Pistorius. In diesem Jahr gibt es ein eigenes Areal für Verteidigungstechnik. Und schließlich spricht Köckler auch darüber, was sie hierzulande ändern muss, damit der Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiver wird auch für die Industrie. Denn die ist, wie nicht nur die vergangenen Jahre gezeigt haben, überhaupt nicht "Old Economy".
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Ist die Künstliche Intelligenz bald so klug wie wir? 10.04.2026 54minComputer können inzwischen kompetent mit Sprache und Bildern umgehen, auf schwierige Fragen sinnstiftende Antworten geben, schneiden in Wettbewerben auf ähnlichem Niveau wie Menschen ab und spielen Spiele längst besser als wir. Wie geht es nun weiter? Darüber haben wir auf unserem F.A.Z.-Kongress mit zwei führenden Fachleuten auf diesem Gebiet debattiert: Holger Hoos ist Professor an der RWTH in Aachen, lehrte zuvor viele Jahre in Kanada und den Niederlanden. Zudem hat er den KI-Forscher-Verband Claire mit initiiert, dem europaweit Wissenschaftler aus allen Disziplinen des Faches angehören. Antonio Krüger wiederum ist Professor an der Universität Saarbrücken und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Er befasst sich in dieser Rolle auch sehr viel damit, wie Unternehmen KI tatsächlich einsetzen (können) – und zwar nicht nur Sprachmodelle. Weil der Fortschritt auf diesem Gebiet enorm ist, stellt sich nun zunehmend die Frage: Was fehlt Computern zum Gehirn. Was können wir Menschen, was die Rechner nicht können – und woran liegt das? Auf dem F.A.Z.-Kongress gab es darüber einen spannenden Austausch mit beiden Fachleuten und unseren Lesern. Wir wollen in dieser Sonderausgabe darum diese Diskussion präsentieren auch für diejenigen, die nicht dabei sein konnten.
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Warum Drohnen-Software über unsere Sicherheit entscheidet 02.04.2026 42minDrohnen gelten traditionell als Hardware-Geschäft, doch die wahre geopolitische Aufholjagd des Westens entscheidet sich bei der Software. Über diese These diskutierten wir auf dem F.A.Z.-Kongress unter dem Leitmotiv „Zukunft gestalten“ im Frankfurter Kap Europa mit Lorenz Meier. Der Co-Gründer und CEO des deutsch-amerikanischen Softwareunternehmens Auterion, der jüngst schon einmal Gast im Digitalwirtschaft-Podcast war, verdeutlichte in dem Panel zum Thema „Drohnen für unsere Sicherheit?“, warum ein gemeinsamer Technologie-Standard für westliche Demokratien unerlässlich ist. In dem Gespräch, das als Video bereits auf YouTube verfügbar ist und nun in voller Länge als Audio-Premiere im F.A.Z. Digitalwirtschaft-Podcast gesendet wird, räumt Meier mit dem Missverständnis auf, die militärische und zivile Überlegenheit im Drohnenbereich sei eine reine Materialschlacht. Vielmehr entscheide die Intelligenz der Systeme über Erfolg und Sicherheit. Der Westen müsse den Fokus zwingend auf flexibel skalierbare und sichere Software legen, die schnelle Anpassungen an neue Bedrohungen erlaube, statt sich in einer fragmentierten Hardware-Landschaft zu verlieren. Meier, dessen technologische Wurzeln an der ETH Zürich liegen und der als Architekt der modernen Drohnensteuerung gilt, erläutert in diesem Kontext die Bedeutung des von ihm mitentwickelten „PX4“-Standards. Dieser hat sich mittlerweile als führende Open-Source-Lösung für Autopiloten etabliert. Darauf aufbauend hat Auterion ein Betriebssystem entwickelt, das in der Branche oft als das „Android der Lüfte“ bezeichnet wird und als universelle Schnittstelle zwischen unterschiedlichsten Hardware-Plattformen und den darauf laufenden Anwendungen fungiert. Meier argumentiert in der neuen Podcast-Episode eindringlich für herstellerübergreifende Kompatibilität. Nur durch einen gemeinsamen Software-Standard und die Möglichkeit, Drohnenflotten durch simple „Over-the-Air“-Updates kontinuierlich zu verbessern, könnten die Handlungsfähigkeit und technologische Souveränität gewahrt werden. So bietet der Mitschnitt den Zuhörern profunde Einblicke an der Schnittstelle von Deep-Tech, Verteidigungspolitik sowie innovativer Softwareentwicklung und macht anschaulich begreifbar, warum die Sicherheit von morgen untrennbar mit den Codezeilen von heute verbunden ist.
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Fraunhofer-Präsident Hanselka: Wir müssen viel mehr für unsere Unternehmer tun 26.03.2026 1u 8minDie Künstliche Intelligenz ist beeindruckend, Computer können immer mehr. Doch nicht nur in diesem Bereich vollzieht sich ein rasanter technischer Fortschritt. Es geht auch um viele Anwendungen in der Industrie, wo eine neue Legierung, eine neue chemische Verbindung, ein effizienterer Energieeinsatz, eine stabilere Schraube oder Ähnliches einen Unterschied ausmachen. Deutschlands technisches Niveau entscheidet sich nicht nur in den Maschinenräumen der Software-Entwickler, sondern in unzähligen anderen Domänen, in denen findige Tüftler gefragt sind. Wie steht es darum? Holger Hanselka ist Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, die sich dem Ziel verschrieben hat, wissenschaftliche Weiterentwicklungen schnell in praktischen Anwendungen und Produkte zu überführen, die am Markt bestehen. Mit mehr als 30.000 Mitarbeitern und mehr als 70 Forschungsinstituten ist sie deutschlandweit präsent. Zu ihren Kunden zählen zahlreiche Mittelständler. Gerade sie sind ein Grund, aus dem heraus die Fraunhofer-Gesellschaft wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde: Kleine und mittelgroße Unternehmen haben oft nicht ausreichend eigene Mittel, um große Forschungslabore betreiben zu können - und können dies auslagern. Zugleich hat sich das wirtschaftliche Umfeld zuletzt auch für Fraunhofer verschlechtert. Denn der Erfolg der Gesellschaft hängt wie beschrieben wesentlich auch davon ab, wie viele Kunden sie in der privaten Wirtschaft gewinnen kann – und wenn die Unternehmen sparen oder Investitionen hinauszögern, weil die Unsicherheit wächst, dann merken sie das auch in den Fraunhofer-Instituten. Wie also steht es um die deutsche Wirtschaft? Wie schlägt sich die Fraunhofer-Gesellschaft gerade? Und wer war eigentlich der Namensgeber Joseph von Fraunhofer, dessen 200. Todestag in dieses Jahr fällt? Und schließlich: Was sind die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen - ständig nur mehr Geld umzuverteilen zählt nicht dazu, sagt Hanselka. Er wünscht sich mehr Fokus auf Wirtschaftswachstum. Und wirbt dafür, Unternehmer mehr ins Rampenlicht zu stellen, die eben für gut bezahlte Arbeitsplätze heute und morgen sorgen.
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"One more thing": Apple wird 50 Jahre alt – und nun? 20.03.2026 1u 6minDer amerikanische Elektronik-Konzern Apple ist an der Börse schon lange ein Billionenwert. Sein bekanntestes Produkt, das iPhone, hat eine Revolution ausgelöst: Es hat den Weg ins Internet erleichtert, seither sind Menschen ständig erreichbar und in einer permanenten Art und Weise vernetzt wie nie zuvor. Der Erfolg beruht auf Technik und Design, auf Funktionalität und dem klaren Fokus darauf, das Gerät intuitiv bedienbar zu machen. Erst das iPhone hat Apple zu einem Unternehmen gemacht, dass kontinuierlich und rund um die Welt viele Milliarden Dollar verdient. Es ist längst eine Kult-Marke. Abzusehen war das überhaupt nicht. Am 1. April des Jahres 1976 haben Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne Apple gegründet, also vor beinahe 50 Jahren. Wir blicken deshalb zurück und erzählen in dieser extra langen Episode die Geschichte dahinter. Vom ersten Personalcomputer aus dem Hause Apple, warum damals die Zeit dafür reif war, von der ersten Massenfertigung, von anfänglichen Erfolgen. Vom Abgang des legendären langjährigen Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs, der Beinahe-Pleite in den neunziger Jahren, der Rückkehr des Gründers. Von iMac, iPod, ungewöhnlichen weißen Kopfhören, dem Star-Designer Jony Ivy. Und natürlich von der berühmt gewordenen Präsentation des ersten iPhones durch Steve Jobs im Jahr 2007 – und wieso nicht nur der damalige Microsoft-Vorstandsvorsitzende Steve Ballmer darüber lachte. Und nicht nur ihm das Lachen alsbald verging. Das iPhone wird zur zentralen Säule des Apple-Erfolgs. Jahr für Jahr fiebern Fans der Ankündigung entgegen, stellen sich schon etliche Stunden vor Ladenöffnung in lange Schlangen, um die ersten Produkte sofort zu bekommen. Jobs erlebt den Erfolg nicht sehr lange mit, er erkrankt unheilbar, stirbt im Jahr 2011 an Krebs. Daraufhin übernimmt Tim Cook den Konzern. Er richtet ihn neu aus, zunächst nicht so sehr im Hinblick auf die Produkte, sondern vor allem auf eine effizientere, günstigere Lieferkette. Apple wird wertvoller als jemals zu vor, der Aktienkurs steigt und steigt. Dann folgen weitere Angebote, Apple entwickelt eigene leistungsfähige Chips und bietet beipielsweise eine eigenen Streamingdienst an. Nur mit Künstlicher Intelligenz tut sich der Konzern schwer, hier bleibt der überragende Erfolg aus. Ein autonomes Auto aus dem Hause Apple gibt es bis heute nicht – und vielleicht nie. Für den Sprach-Assistenten greift Apple nun auf die KI des Internetkonzerns Google zurück. Und längst tobt die Diskussion um die Nachfolge von Cook, der im vergangenen Jahr seinen 65. Geburtstag feierte. Was auf den Nachfolger oder die erste Frau an der Spitze des Konzerns zukommt, auch darüber sprechen wir in dieser Folge.
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Warum chatten Sie mit Maschinen in der Fabrik, Herr Krattenmacher? 13.03.2026 45minKünstliche Intelligenz bedeutet für viele Menschen derzeit: In allen Lebenslagen ein großes Sprachmodell wie Chat GPT oder Gemini befragen zu können. In einigen Berufen, etwa unter Programmierern oder Rechtsanwälten, gehört KI bereits heute zum Handwerkszeug. Wenig gesprochen wird aber noch über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der industriellen Produktion. Dies ändert sich derzeit, und damit verbinden sich große Hoffnungen für den Standort Deutschland. Doch kann die Warenproduktion in Ländern mit hohen Lohn- und Energiekosten mit Hilfe von KI wirklich deutlich wettbewerbsfähiger werden? Was unter industrieller KI zu verstehen ist und welches Produktivitätspotenzial sich damit bergen lässt diskutieren wir in dieser Folge mit Dr. Hans Krattenbacher, Geschäftsführer Innovation Mechatronik von SEW Eurodive. Als promovierter Elektrotechniker arbeitet er seit einem Viertel Jahrhundert für das Familienunternehmen, das vor allem als Hersteller von Antrieben, sogenannten Getriebemotoren, bekannt ist. Mit einem Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro und rund 23.000 Mitarbeiter gehört SEW Eurodrive zu den vielen in der Öffentlichkeit wenig bekannten Anbietern deutscher Automatisierungstechnik, die Fabriken in aller Welt am Laufen hält. Für Krattenmacher hat ist Künstliche Intelligenz der Akkuschrauber der Datentechnik, sie beschleunigt bislang vom Menschen durchgeführte Tätigkeiten deutlich. Das habe sich kürzlich anhand eines internen Projektes gezeigt, als es um die Inbetriebnahme eines Umrichters gegangen sei. Junge Mitarbeiter programmierten einen Chatbot und schafften es, das Gerät innerhalb einer Viertelstunde ans Laufen zu bringen – selbst ein mit der Materie vertrauter Fachmann bräuchte dafür länger. Konsequent angewendet könne Künstliche Intelligenz die Produktivität produzierender Unternehmen um mehr als zehn Prozent steigern, so Krattenmacher. Es ginge aber auch darum, das gegenwärtige Niveau angesichts des drohenden Fachkräftemangels in die Industrie überhaupt zu halten. Menschenleere, nur von Robotern in Gang gehaltene Fabriken hält Krattenmacher aber nur in Sonderfällen für machbar. Der Physiker, sich ehrenamtlich im Branchenverband ZVEI eingagiert, mahnt zur Eile. Zwar habe Deutschland im Maschinen- und Anlagenbau sowie der zugehörigen Automatisierungstechnik noch immer einen technischen Vorsprung und durchaus solides Know-how hinsichtlich Künstlicher Intelligenz. „Wenn wir aber noch 20 Jahre weiter darüber diskutieren, was richtig wäre, dann werden wir diese Dominanz und diesen Wettbewerbsvorteil einfach verlieren.“
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Keine Innovation mehr bei Smartphones und Mobilfunk? 06.03.2026 36minDer Smartphone-Markt stockt, gleichzeitig wartet die Branche auf die nächste Generation an Mobilfunknetzen. Der harter Wettbewerb führt zu neuen Ideen, die auf dem Mobile World Congress diskutiert wurden. Eine Nachlese.
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