NEGRONI NIGHTS
Isabel & Lukas Zinnagl
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Isabel und Lukas Zinnagl diskutieren in ihrem Podcast über Themen, die sie als Unternehmer und Ehepaar im Alltag beschäftigen. Sie teilen ihre Ansichten zu Prinzipien und Modellen, die unsere Welt prägen, und lassen auch Alltagsgeschichten wie Pokémon Deals oder ihre Kennenlern-Story einfließen. Der Podcast unterhält und regt zum Schmunzeln und Nachdenken an.
Odcinki
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#170 Eltern-sein heißt Coach-sein 01.10.2026 42minNach einem langen und intensiven Sommer, der voll war mit Reisen, Erlebnissen und Unterwegs-Sein, haben Isabel und Lukas eine Entscheidung getroffen: zurückschrauben. Mehr kochen, weniger Restaurants, weniger Termine — nicht aus Askese, sondern weil Reizüberflutung auch im echten Leben passiert. Die Kinder werden größer, und damit kommen neue Fragen. Vitos erste Schularbeit ist der Aufhänger für eine grundsätzlichere Diskussion: Nachhilfe organisieren oder selbst dranbleiben? Isabel und Lukas sind sich einig — guter Coach sein ist nicht delegierbar, zumindest nicht in dieser Phase. Selbstvertrauen entsteht nicht durch bessere Noten, sondern dadurch, dass man selbst durch die Schwierigkeit gegangen ist. C.G. Jung hatte recht: alles bis 40 ist Übung. Lukas erzählt, dass er sich seit wenigen Jahren zum ersten Mal wirklich als eigenständiger Unternehmer fühlt — keine Verantwortung nach oben, keine nach unten, nur nach innen. Dann: das Otto Wagner Areal. Isabel und Lukas waren beim Performance-Theaterstück “Ganymed Areal” von Jacqueline Kornmüller und waren hellauf begeistert. Ihr persönliches Highlight waren Federspiel, ein Wachauer Blasmusik-Ensemble, die, während du mit einem Hocker durch das ehemalige Psychiatrie-Areal wanderst, neben dir beginnen zu spielen. Lukas findet dafür nur ein Wort: bewegend. Außerdem: Matthias Döpfner, CEO von Axel Springer, meint im Interview gegenüber Peter Thiel: "Progress in Medicine is the only thing that has no downside." Ein Satz, der hängenbleibt. Und ob man ewig leben wollen würde? -
#169 60 Dollar für ein Brot 24.09.2026 49minDer steirische Bäcker Martin Auer hat eine Bäckerei in New York eröffnet. Ein Brot: 60 Dollar. Lukas und Isabel fragen sich, ob das Mut ist oder Wahnsinn — und kommen zum Schluss: wahrscheinlich beides, und genau deshalb respektabel und spannend. Die Folge beginnt mit Hotelphilosophie (“man zahlt auch für die Lage, nicht nur das Zimmer”), macht einen Umweg über Lululemons Wien-Eröffnung und die Frage, warum manche Marken funktionieren und andere nicht. Wir leben in der Welt der Aufmerksamkeit, oder gar der Welt der “Intimität” und Marken schaffen große Werte. Schließlich landen die beiden dann bei Yuval Harari, der im Ezra-Klein-Interview eine Analogie bringt, die hängenbleibt: KI verhält sich wie Migration — kommt über die Grenze, nimmt Jobs, spricht eine andere Sprache und unterwandert von innen die Kultur. Der Unterschied: bei Migration ist die Angst diffus und politisch geprägt, bei KI ist sie faktisch. Dann: Trumpismus als Persönlichkeitsmodell — konsequenzlos handeln wie ein Kind, und wie erstaunlich weit das trägt. Isabel und Lukas debattieren Empathie als Superkraft versus Hemmschuh, streifen die Sterblichkeit (wer sich wirklich vorstellt, was es heißt zu sterben, kriegt Panik — das sei eine gute Übung), und landen schließlich bei Demokratie, AfD, FPÖ und der Frage, wie viel sich schleichend verändert, bevor man es merkt. Kein schlechtes Fundament für eine Folge über 60-Dollar-Brot. -
#168 “No” bedeutet nur “Not Now” 17.09.2026 44minAufgenommen wieder vereint in Wien, Isabel noch gerötet von einer Microneedling-Behandlung, Lukas gedanklich noch bei Restaurants in New York. Er hat aus dem Founders-Podcast von David Senra eine Zeile von Napoleon mitgebracht, die hängen bleibt: Appetit kommt vom Essen. Je mehr du tust, desto mehr willst du tun. Wer wenig macht, will wenig. Außerdem: Anmeldechaos für eine schulische Freizeitaktivität. Anmeldefenster öffnet Punkt 20:00, Isabel refresht ab 19:55, alle 20 Plätze sind weg, WhatsApp-Gruppe explodiert. Die Lektion daraus führt zu einem Grundsatz: Man sollte sich weniger mit den Problemen beschäftigen, und mehr mit den Lösungen. Dazu ein semantischer, feiner Unterschied zwischen “No” und “Not now”. Und dann spricht Lukas über seine Erfahrungen mit GLP-1: er nimmt Mounjaro auf der niedrigsten Dosis, erklärt den Mechanismus — Magenrezeptoren, Sättigungsschwelle, Food Noise das einfach aufhört — und gesteht ein, dass er leider kein sehr guter Patient ist. -
#167 Lukas allein in New York - Teil 1 10.09.2026 28minLukas ist beruflich in den USA und besucht die US Open - ein Traum, der für ihn wahr wird. Isabel muss derweil den ersten Schultag und alles was dazu gehört selbst meistern, freut sich aber auch auf etwas Me-Time und natürlich auf seine Rückkehr nach dieser langen Reise. ;) -
#166 If you want to call Europe, who do you call? 03.09.2026 39minNeue Location, Kamera läuft — aber alle drei SD-Karten versagen. Macht nichts. Lukas hat gerade den Jamie-Dimon-Podcast bei Nicolai Tangen (In Good Company) gehört, und ein Kissinger-Zitat geht ihm nicht aus dem Kopf: "If you want to call Europe, who do you call?" Dimon nennt Europa eine der größten Errungenschaften der Menschheit — zu Ende gedacht wurde es trotzdem nie. Dazu der Norwegische Staatsfonds als Paradebeispiel für das Gegenteil von Panik: kaufen, wenn alle verkaufen, langer Horizont, unfassbares Vermögen. Und eine Nilkreuzfahrt auf Isabels Bucket List — Lukas hat sie mit 16 gemacht und findet sie bis heute imposant. Isabel erzählt vom Heiratsantrag: Sie wusste, dass sie ja sagt — aber der Moment war beklemmend. Das führt zu einer längeren Diskussion über Commitment, Namen und warum die nächste Generation Dinge einfach anders macht als die davor. Isabel erzählt die Geschichte mit Hans Peter Haselsteiner bei 2 Minuten 2 Millionen und Lukas argumentiert warum die Währung der Welt Vertrauen ist. Gute Dinge lassen sich nicht erzwingen. -
#165 „Manche Menschen sind so arm, dass sie nur Geld haben.“ 27.08.2026 34minZurück in Wien und Tony muss abgeholt werden. Isabel fragt in Restaurants immer die Kellnerin, wie ein Gericht zubereitet wird und ob es auch schmeckt, was Lukas seit Jahren triggert. Dazu eine Max-Planck-Geschichte aus Charlie Mungers Almanack: Plancks Chauffeur kennt seine Quantenmechanik-Vorlesung auswendig und hält sie eines Tages selbst. Die Pointe: Planck-Wissen und Chauffeur-Wissen klingen beide überzeugend — aber nur eines hat echte Tiefe. Lukas warnt vor zu enger Beziehung zu ChatGPT,, weil es die Schwelle zur echten Interaktion senkt und eine Abhängigkeit erzeugt. Isabel sieht es lockerer. Am Ende: Die paar Prozent Unterschied im Genom zwischen Mensch und Tier enthalten Religion, Geld, Demokratie. Ein dünner Deckmantel — aber was für einer. -
#164 Isabels James-Bond-Beach 20.08.2026 35minIsabel und Lukas melden sich erneut live von den Kykladen, mittlerweile schon auf den letzten Metern ihres Urlaubs auf Naxos. Bevor es an die große Reise-Geschichte der Folge geht, gibt’s noch eine kleine Generalabrechnung mit der ewigen Frage “Warum tust du dir das eigentlich an?” – ob beim Flohmarkt-Shopping in Mexiko, bei der Gründung eines Unternehmens oder beim Dauerfotografieren im Urlaub. Dazwischen: wie man als drei Familien mit sechs Kindern harmonisch durch einen gemeinsamen Urlaub kommt – inklusive einer Bezahl-Split-App, die sich als echter Urlaubsretter entpuppt hat, plus einem sehr intuitiven Gefühl für Fairness obendrauf. Im Zentrum der Folge steht aber die Geschichte des Tages: die Fahrt zur Mini-Insel Koufonisia, die sie sich statt mit dem 5.000-Euro-Privatspeedboot lieber mit einem alten Fischerkutter und einem charmant verhandelnden Kapitän organisiert haben. Am Ende steht ein windstiller, menschenleerer Strand, den Isabel nur als “James-Bond-Beach” bezeichnen kann – inklusive dem wohl besten Souvlaki ihres Lebens direkt vom Kapitän gegrillt, Steuerrad für die Kinder und einer Insel, die gerade mal vier Quadratkilometer misst. Zum Ausklang gibt’s noch eine Frühstücksdiskussion über Loyalität versus rationales Urteilen – und die Feststellung, dass die Griechenland-Liebe der beiden eigentlich gar nicht mehr steigerbar schien. Bis jetzt. -
#163 Liebesgrüße aus Paros 13.08.2026 30minIsabel und Lukas melden sich diesmal live aus dem Urlaub auf Paros. Statt dem üblichen Podcast-Equipment gibt es das Handy als Kamera und ihre Ansteckmikros, die für diese Folge herhalten müssen. Sie sitzen in einem der angesagtesten Beach Clubs der Kykladeninsel und berichten – wie schon vor zwei Jahren – von ihren Erfahrungen auf Paros und Antiparos. Mit einer Runde von 14 Personen ist es nicht immer leicht, die richtige Liege zum besten Preis zu finden, aber die beiden haben in den Tagen seit ihrer Ankunft einiges erlebt. -
#162 Schrotschuss-Diagnostik 06.08.2026 38minNoch am Wörthersee, über 40 Grad, und Isabel kommt mit Kaffee und Verspätung – Radfahrer auf der Süduferstraße. Lukas erklärt, warum er Full-Body-MRTs für Gesunde für "Schrotschussdiagnostik" hält: Zufallsbefunde, die Angst machen, aber selten helfen, und Interessenskonflikte in der Prävention, die das Ganze nicht besser machen. Dazu eine Geschichte, die bei Isabel hängen blieb: Ein Bekannter trinkt aus einer Dose, eine Wespe sitzt drin, anaphylaktischer Schock, Adrenalinspritze, knappes Ende. Ab jetzt immer in ein Glas umfüllen. Lukas berichtet vom Spielplatz-Unfall eines befreundeten Kindes und macht sich Gedanken zur richtigen Diagnostik. Isabel hat sich einen Aluminium-Koffer der Marke Prezor gegönnt – auf Instagram entdeckt, 320 Euro im Sale, Unboxing-Erlebnis auf Apple-Niveau, und Lukas kann dazu nur sagen: "Du bist so ein Opfer." Lukas hat den Podcast von Sir Chris Hohn mit Nicolai Tangen gehört – Gründer des TCI Fund, einem der größten europäischen Hedge Fonds – und das Wichtigste war ein einfacher Gedanke: Die meisten Dinge im Leben haben geringe Relevanz, ein paar wenige extrem hohe – auf die konzentrieren. Airports als Investition, weil sie keinen Wettbewerb fürchten müssen. Außerdem: Das The Economist-Interview mit Elon Musk – ob er wirklich rechts ist und was seine Macht bedeutet. Und Lukas liest niemals ein Buch von vorn bis hinten durch: er liest bis zum nächsten interessanten Gedanken, dann legt er eine Pause und liest so mehrere Bücher parallel. -
#161 Die Summe der Menschen, die dich scheiße finden, ist immer gleich groß 30.07.2026 41minAuf der Rückfahrt vom Generali Open in Kitzbühel haben die beiden im Auto den aktuellen Hotel Matze Podcast mit Psychiater Dr. Michael Bohne gehört – und zwei Gedanken daraus lassen sie nicht los. Erstens: Man sollte sich sein eigenes Habitat schaffen, also die Umgebung finden, in der man am besten resoniert und performt. Zweitens, und das ist der Satz, der hängen bleibt: Die Summe der Menschen, die uns scheiße finden, ist immer gleich groß. Egal was man macht oder lässt – es wird sie immer geben, Gandhi eingeschlossen. Also kann man das Anpassen eigentlich lassen. Dazu Charlie Munger mit einer These, die so simpel ist, dass man sie fast übersieht: Einer der wichtigsten Erfolgsfaktor im Leben ist Verlässlichkeit – nicht Talent, nicht IQ. Lukas beschreibt sich dabei als "disziplinlos, aber diszipliniert", ein Widerspruch, der auf ihn genauso zutrifft wie auf Elon Musk. Aus Kitzbühel gibt es außerdem Bericht: Alexander Bublik, auf Weltranglisten-Platz Nummer 11, zertrümmert nach seiner Niederlage drei Schläger, und Isabel erzählt die Geschichte ihrer ersten Geburt – inklusive Hebammen-Cocktail, eines Monitors, der laut Lukas "nichts zeigt", und der Putzfrau, derentwegen er kurz die Klinik verlässt. -
#160 Drogen-Post aus Mexiko 23.07.2026 41minKurz vor Abreise zum Generali Open ATP Tennis-Turnier nach Kitzbühel gibt es einiges zu besprechen. Lukas ist wieder einmal unfähig richtig zu packen, aber Isabel fühlt sich dafür nicht mehr verantwortlich. Außerdem geht es in dieser Folge gleich um zweierlei Formen der Odysee: Zum einen um eine geheimnisvolle und vor allem Umweg-beladene Postsendung aus Mexiko, auf die Lukas 3 (!) Jahre gewartet hat und zum anderen um eine kritische Review zum neuen Christopher Nolan Epos “Die Odyssee”. -
#159 Once it grows, it cannot be stopped 16.07.2026 40minWörthersee Edition, Part 2 – diesmal live und gemeinsam. Die Folge beginnt mit der passenden Kleiderwahl für einen Drehtermin und den sprachlichen und grammatikalischen Grundprinzipien des zivilisierten Lebens. Kann der Kapitalismus überhaupt funktionieren, wenn endloses Wachstum seine Grundvoraussetzung ist? Und kann der Mensch überhaupt Stillstand akzeptieren? Das Nilpferd denkt nicht ans Übermorgen – wir schon. Dieser evolutionäre Vorteil des abstrakten Denkens ist gleichzeitig der Grund, warum echte Zufriedenheit so schwer ist. Es gibt nur das Jetzt. Der Rest ist Konstruktion. Isabel versucht aktiv, keine Ziele zu haben. “Trust the process” – am liebsten so, wie Roger Federer die Vorhand schlägt: kinetische Kette, Körper vertrauen, aufhören nachzudenken. Alexandra Eala, 21, Filipina, Top 30, Wimbledon – sagt bei einer Pressekonferenz über den Rückhalt ihres Landes: Once it grows, it cannot be stopped. Das gilt für Tennis. Und für damit, zumindest laut Lukas, auch für alles andere. Dazu: Warum "Du bist genug" nicht gleichzusetzen ist mit Anspruchslosigkeit. Und eine Anekdote von Lukas mit 16 Jahren, die zeigt, wie viel ein einziger Satz eines Mentors verändern kann. -
#158 Was ist deine Love Language? 09.07.2026 40minDiese Folge wird remote aufgenommen: Isabel am Wörthersee, Lukas in Wien – und das Türkis des Sees ist, so viel sei verraten, bereits im ersten Satz zu spüren. Lukas kommt frisch aus einer vollgepackten Woche zurück: Fireside Chat in München mit dem Wiener Gesundheits-Startup NYRA HEALTH, Gespräche mit Gründerinnen, Unternehmerinnen, Family Offices und eine Erkenntnis, die hängen, die von der darauffolgenden Uni-Vorlesung bleibt – nämlich warum das amerikanische Rechtssystem auf Einzelfallentscheidungen basiert, während wir in Europa Gesetzestexte haben. Und dann noch ein Zitat, das die ganze Woche zusammenfasst: Take your work seriously, but not yourself. Der eigentliche Kern der Folge ist das Thema Stundenwert – wie bepreist man sich als Selbstständige/r, wenn die Leistung längst nicht alles ist, was zählt? Netzwerk, Marke, gelebte Erfahrung: das sind Dinge, die man schwer in eine Rechnung packt, die aber den Unterschied machen. Ein Studienkollege brachte es auf den Punkt: Es dauert so lange, wie man alt ist. 42 Jahre bedeutet, es hat 42 Jahre gedauert, um zu wissen, was man jetzt weiß. Die gesamte Lebenserfahrung steckt in der Stunde — und genau das ist ihr Preis. Wer das früher versteht, verliert weniger. Lukas erlebt im ÖBB Railjet Business Class – seinem klaren Favorit für österreichische Strecken – eine äußerst amüsante und sagen wir individuelle Bestellsituation. Buchempfehlung der Folge: Poor Charlie's Almanack von Charlie Munger. Isabel will Lukas’ “Love Language” herausfinden, aber das gelingt ihr nicht ganz… -
#157 Vier Käfige und ein Hamster 02.07.2026 33minTony, der Hamster, selbst mit nach Kärnten – was eine erstaunliche Käfig-Logistik nach sich zieht: Transportkäfig, Wiener Käfig, Kärntner Käfig, Willhaben-Käfig. Vier Käfige, ein Hamster. Dazu der Plan für die Sommerfrische: kein fixes Programm, jeden Morgen entscheiden was der Tag bringt, Tscheppeschlucht oder See – Hauptsache spontan. Dass man trotzdem immer wieder an denselben fünf Stellen landet, erklärt Barry Schwartz schon lange: Zu viel Auswahl führt zu Entscheidungslähmung. Man greift zum Bewährten. Lukas lag gegen Podcast-Kollegen und Tennis-Freund Manuel R. 4:0 zurück – und hat dann zwar stark aufgeholt, aber knapp im Tie-Break verloren. Daraus entsteht eine Diskussion über Flow und Kontrolle: Der Aufschlag ist der einzige Schlag im Tennis, den man vollständig kontrolliert – und dennoch genau deshalb der schwierigste. Sobald man aktiv denkt – Kahnemann’s System 2 – verkrampft der Körper. In der Reaktion, im Ballwechsel, schaltet man ab – Flow-Zustand, Csikszentmihalyi lässt grüßen – und das Gehirn macht den Rest. Tennis als Metapher für alle Situationen, in denen Nachdenken schadet. Außerdem: Ein Film mit Timothée Chalamet, der beide nicht loslässt, und Gedanken über das Video-Format-Launch des Podcasts, der noch immer auf sich warten lässt. -
#156 Tabuthema “Abnehmspritzen” 25.06.2026 41minLukas nimmt seit einer Woche Mounjaro – und das ist der Aufhänger für eine der medizinisch dichtesten Folgen. Er erklärt, wie GLP-1 Agonisten in den Leptin-Ghrelin-Haushalt eingreifen, warum der Sättigungsmechanismus bei Adipositas biochemisch aus dem Takt gerät, und warum der Body-Mass-Index als Maßstab überholt ist. Sein Kernargument: Übergewicht ist eine multifaktorielle Erkrankung – Genetik, Kindheitsprägung, Insulinrezeptor-Sensitivität – und keine Frage des Willens. Das Schicksal der Biggest-Loser-Kandidaten, die zu 95% rückfällig werden, spricht Bände. Man kann davon ausgehen, dass jede Person über 40, die plötzlich Gewicht verliert eines dieser Medikamente nimmt, aber nicht drüber spricht. Was Lukas nach einer Woche selbst bemerkt: Der "Food Noise" ist weg – dieses permanente Denken ans Essen, das sich wie eine Hintergrundmelodie durch den Tag zieht. Er bringt das Serena-Williams-Beispiel: beste Tennisspielerin der Welt, jahrelang erfolglos dabei, überschüssiges Fett abzubauen – hat es erst mit einem GLP-1 Agonisten geschafft. Dazu neue Studiendaten: weniger Alkoholverlangen, reduzierte Suchtneigung, möglicher Schutz vor bestimmten Krebsarten. Lukas' Fazit: Diese Substanzklasse ist ein medizinischer Durchbruch, vergleichbar mit dem Antibiotikum. Aber – nur mit Lebensstiländerung, unter ärztlicher Aufsicht, und ganz sicher nicht für zwei Wunschkilos. -
#155 Kein Shortcut ins Glück 18.06.2026 43minLukas stolpert über ein YouTube-Format, das fragwürdige Instagram-Coaches auseinandernimmt – Typen mit Rolex, Dubai-Pool und 15.000-Euro-Kursen, die schnellen Reichtum versprechen. Was das mit einer persönlichen Erfahrung zu tun hat: Lukas saß mal selbst in einem solchen „Coaching-Call" mit einem Typen aus Dubai, den er aber schnell abwürgte. Die Grundregel, die danach bleibt: Versprechen auf schnellen Reichtum, die nicht mit Glück argumentieren, sind falsch. Immer. Daraus folgt eine länger diskutierte Frage: Warum ist Risikobereitschaft in Europa so anders als in Amerika? Scott Galloway, NYU-Professor und Podcast-Host, liefert den Rahmen – seine These: Für die breite Masse ist Europa besser, für wer wirklich an die Spitze will, braucht es amerikanische Marktgröße und eine Kultur, die Scheitern nicht bestraft. Dann der Samstag: Vienna Pride mit den Kindern – und das Kind, das in der vollgestopften Straßenbahn einfach mit den Pride-Menschen zu reden beginnt. Isabel findet das schöner als alles andere. Danach das Abendessen: Lukas hatte das Arici in der Blindengasse reserviert, Isabel hatte eigentlich keine Lust. Dann: Marmor-Eingang, 20er-Jahre-Holzvertäfelung, Spaghetti all'assassina, Muscheln, Tiramisu – und ein Abend, den man nicht vergisst. Und ganz am Schluss, quasi als Bonusthese: Je mehr Leute in einem Meeting sitzen, desto weniger passiert. Echte Entscheidungen fallen immer zu zweit. -
#154 Micro-Diktatur Isabel 11.06.2026 40minWer macht eigentlich zuhause was? 50/50? 70/30? Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Bananenbrot, Frühstücksvorbereitung und der These, dass eine Diktatur im Familiensystem manchmal effizienter wäre als Demokratie – auch wenn das natürlich niemand offiziell unterschreiben würde. Lukas hatte übers Wochenende ein dreitägiges DSGVO-Seminar an der Uni und bringt eine überraschende Erkenntnis mit: Die europäische Datenschutzverordnung ist vielleicht der schärfste Hebel, den Europa gegen US-Tech-Monopolismus hat – weil wir ihn eben wirklich ernst nehmen. Isabel hat derweil eine neue Morgenroutine – kein Handy bis acht Uhr früh, ein paar Übungen, Datteln in heißem Wasser. Lukas hat indes eine Rechnung angestellt, die einen nicht mehr loslässt: Das Jahr hat 8.760 Stunden – wie viele davon arbeitet man wirklich? Wer das einmal ausrechnet, weiß plötzlich, was eine erwerbstätige Stunde im eigenen Leben kostet. Und warum sich das schlechte Gewissen, an einem Dienstagvormittag ins Gym zu gehen, mit einem Blick auf die Zahlen ziemlich schnell in Luft auflöst. -
#153 Kein leeres Glas in Elixhausen 04.06.2026 57minEin Wochenende mit einer Geburtstagsparty, die eine riskante Prämisse hatte: kein Glas darf leer sein. Lukas und Isabel landen dabei endlich in einem Hotel, in das sie schon längst wollten – dem Romantik Hotel Gmachl in Elixhausen, dem ältesten Hotel Österreichs. Eine tolle Übernachtung, neue Leute, gute Gespräche. Was haben wir wieder daraus gelernt? Die Erkenntnis, dass man sich auf Dinge einlassen muss, um festzustellen, dass sie gut waren. Auch wenn das eben bedeutet die eigene Komfortzone zu verlassen. Lukas ruft beim Kundenservice der Wiener Netze an und stellt fest, warum er zwei Stromrechnungen bekommt – und wechselt. Dazu eine These, die ihn nicht mehr loslässt: Wer teuren Wohnraum für Kisten nutzt, verschwendet seine wertvollsten Quadratmeter. Lagerflächen als Anlage findet er ein gutes Investment. Und dann ein kleiner Ausflug zum pathologischen Sozial-Phänomen Christian Wolf – sektisches Verhalten im Health-Bereich, Produktversprechen die nie halten, und warum das gerade dort besonders problematisch ist. -
#152 Was uns früh prägt, das bleibt 28.05.2026 42minEin Kind ist zum ersten Mal auf Schulreise. Das gibt Raum für Quality time - aber ist das auch tatsächlich so? Lukas hat auf der Fahrt nach Kärnten ein Hörbuch über Niels Bohr und Albert Einstein gehört, was eine Grundsatzdebatte lostritt: Ist kooperatives Verhalten angeboren oder gelernt? Francis Fukuyamas „The Origins of Political Order" liefert den Rahmen: Aus tiefst egoistischen Motiven entsteht reziproker Altruismus – und das erklärt vielleicht mehr über Verwandtschaft, Freundschaft und gesellschaftliche Verantwortung, als einem lieb ist. Ein Wochenende in Kärnten, eine 40er-Geburtstagsfeier, alte Schulfreunde. Menschen, die einen noch kennen, bevor man wurde wer man ist. Die Folge landet bei der Frage, warum frühe Freundschaften anders haften als spätere – und warum der Einfluss von Peers in der Adoleszenz den der Eltern überwiegt. Dazwischen: Lukas und Isabel merken, dass sie gerade nicht richtig konnektet sind. Eine Tennismetapher für Vermögensaufbau. Und – erstmals – schaut jemand zu und man spürt, dass das die Dynamik ändert. -
#151 Alles, was nicht eindeutig ist, ist Kunst 21.05.2026 42minLukas begrüßt am Supercharger eine Fremde als „Tina“ – sie ist es nicht und trifft im Handyshop eine ausgewachsene “Karen”. Und nach verregneten Tagen in Jesolo, einem Pflichtabstecher in ein Outlet-Center und einer Buchung über Booking.com, die besser gelaufen wäre, landen die beiden in Venedig. Der österreichische Pavillon zeigt „SEAWORLD VENICE“ von Florentina Holzinger – und wer eine Gruppenausstellung erwartet, liegt falsch. Nackte Performerinnen, eine schlafende Frau in gefiltertem Fremdurin, Putzfrauen als Teil des Kunststücks – und als Highlight zur vollen Stunde: Holzinger selbst klettert kopfüber in eine riesige Glocke und wird zu ihrem eigenen Klöppel. Die zwölfjährige Tochter fragt: Warum müssen es Frauen sein? Lukas findet derweil sein neues Lieblingszitat: Alles, was nicht eindeutig ist, ist Kunst.
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