Systemisch Denken - Systemtheorie, Konstruktivismus und Soziale Systeme treffen die Wirtschaft, Systemische Theorie und Praxi
Heiko Rössel, Systemischer Organisationsentwickler SOE (DGSF) und Businesscoach
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Der Podcast beschäftigt sich mit systemischem Denken, Systemtheorie, Konstruktivismus und sozialen Systemen und überträgt diese auf Wirtschaft und Praxis. Heiko Rössel beleuchtet systemische Ideen und die Essenz aus der Literatur für die berufliche und private Entwicklung. Er richtet sich an Unternehmer, Selbstständige, Führungskräfte und interessierte Menschen. Dabei zeigt er, wie systemische Methoden und Perspektiven eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sein können.
Epizódy
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PSD 359 MENSCHEN SIND KEINE KAFFEEMASCHINEN – Sie funktionieren nicht auf Knopfdruck. Das gleiche gilt für Teams und Organisationen. Dennoch können wir oft den Gedanken nicht ablegen, dass es so wäre. Warum nur? 14.09.2026 18minWir drücken einen Knopf und die Kaffeemaschine liefert Kaffee. Wir betätigen einen Schalter und das Licht geht an. Ursache und Wirkung – dieses Denken funktioniert in unserem Alltag so zuverlässig, dass wir es tief verinnerlicht haben. Und dann wenden wir dieselbe Logik auf Menschen, Teams und Organisationen an. Wir setzen einen Impuls und erwarten eine bestimmte Reaktion. Wir verändern etwas und rechnen mit einer vorhersehbaren Wirkung. Nur: Menschen sind keine Kaffeemaschinen. Heinz von Foerster unterscheidet deshalb zwischen trivialen und nicht-trivialen Maschinen. Die einen reagieren berechenbar, die anderen verändern fortlaufend ihren inneren Zustand. In dieser Episode gehe ich der Frage nach, warum uns das kausale Denken trotzdem so schwer loslässt und was an seine Stelle treten kann. Statt nach eindeutigen Ursachen zu suchen, können wir Muster und Zirkularitäten beobachten und mit Hypothesen arbeiten. Vielleicht beginnt systemisches Denken genau mit dieser Unterscheidung: Wann habe ich es mit einer Kaffeemaschine zu tun – und wann eher nicht? -
PSD 358 FAHRSTUHL (Gunther Schmidt Teil 5) – oder warum eine Frau, die keinen Aufzug fahren konnte, mir gezeigt hat, wieso das Warum oft die falsche Frage ist. Diese und sechs weitere Geschichten von Gunther Schmidt hörst du in dieser Episode. 07.09.2026 17minEine Frau fährt seit Jahren keinen Fahrstuhl – nach vielen Stunden Therapie weiß sie auch genau, warum das so ist. Gunther Schmidt frage die Frau, ob das ihr Ziel war. Lachend sagte sie: "Nein, eigentlich wollte sie ihre Angst überwinden." Neben dieser hat Gunter Schmidt in seinem Vortrag beim Metaforum noch sechs weitere lehrreiche Geschichten erzählt: von einer Patientin, die er über ihre verblüffende Stärke erreicht hat, von einem Bergsteiger, der seine Hand opfert, um zu überleben und von Viktor Frankl, der sich seine Höhenangst nicht gefallen lässt. Höre in dieser letzten Folge vom Metaforum aus dem italienischen Abano Terme spannende und lehrreiche Erzählungen. -
PSD 357 POLYNESISCHES SEGELN (Gunther Schmidt Teil 4) - Inspirationen aus Abano Terme oder warum jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt und warum SMART nicht immer smart sein muss. 31.08.2026 28minWas wäre, wenn du dein Ziel noch gar nicht kennen musst? Gunther Schmidt erzählte beim Metaforum von den polynesischen Seglern: Sie machten sich auf den Weg, ohne die nächste Insel zu kennen. Erst unterwegs entdeckten sie Hinweise, änderten ihren Kurs und fanden neue Ziele. Eine schöne Metapher für unser Leben – und für Unternehmen. Vielleicht brauchen wir nicht immer ein präzises Ziel. Vielleicht reicht manchmal eine Richtung, die eigenen Ressourcen und der Mut zum nächsten Schritt. In dieser Episode geht es um polynesisches Segeln, SMARTe-Ziele, Ressourcenorientierung und die Frage, warum es manchmal wichtiger ist, loszufahren, als genau zu wissen, wo man ankommen will. -
PSD 356 PACING (Gunther Schmidt Teil 3) - ein Patchwork großartiger Ideen von Gunther Schmidt vom Metaforum 2026 unter anderem mit dem Trick, durchgehende Pferde aufzuhalten. 24.08.2026 23minEine Woche lang durfte ich Gunther Schmidt beim Metaforum in italienischen Abano Terme lauschen. Aus meinen mitgeschriebenen Notizen entstand diese dritte Episode als Patchwork aus neun Inspirationen aus dem Seminar. Darunter der Trick, wie man durchgehende Pferde aufhält, ohne sie anzuschreien oder sich vor sie zu werfen, Gunthers Idee der Wahrgebung statt der Wahrnehmung, die Frage nach dem Ist-Soll-Abgleich hinter jedem Problem, und über Gunthers Haltung, die Menschen aus tiefsten Herzen in IHRER Welt zu besuchen. -
PSD 355 HYPNOSYSTEMISCHES PATCHWORK (Gunther Schmidt Teil 2) - Inspirationen vom Metaforum 2026: Gleichwertig, aber nicht gleichrangig, Probleme als Phänomen, das Paradox der Führung uvam. hörst du in diesem "Inspirator". 17.08.2026 23minWir machen Gefühle. Wir machen Probleme. Und wir entscheiden mit unserer Aufmerksamkeit, was für uns überhaupt Wirklichkeit wird. In dieser zweiten Episode, inspiriert von Gunther Schmidt und der hypnosystemischen Arbeit, teile ich ein Patchwork an Gedanken aus meiner Woche beim Metaforum in Abano Terme. Warum Führung Gleichwertigkeit braucht, aber nicht Gleichrangigkeit bedeutet. Warum es hilfreich sein kann, zunächst nur von einem „Phänomen“ statt von einem „Problem“ zu sprechen. Was sich verändert, wenn wir „Warum?“ durch „Wofür?“ ersetzen. Und warum wir andere Menschen nur erreichen können, wenn wir bereit sind, ihre Erlebniswelt zu betreten. Keine fertige Theorie – sondern Gedanken, Unterscheidungen und Fragen, die den Blick auf Führung, Probleme und das eigene Erleben verändern können. -
PSD 354 TEAMENTWICKLUNG (Gunther Schmidt Teil 1) - oder die Frage mit welchern Themen das "Unmögliche" doch möglich gemacht werden kann. Ideen von Gunther Schmidt und mir vom Metaforum aus Abano Terme. 10.08.2026 34minKann man ein Team eigentlich entwickeln? Streng genommen wohl kaum. Ein Team kann sich nur selbst entwickeln. Führungskräfte oder Beraterinnen und Berater können aber Bedingungen schaffen, die Entwicklung wahrscheinlicher machen. In dieser Episode greife ich Gedanken von Gunther Schmidt zur Teamentwicklung auf: über akzeptable Ziele, die Fokussierung auf gewünschte Entwicklungen, Kommunikations- und Entscheidungsregeln, Rituale und den Umgang mit Fehlern. Und ich ergänze seine Überlegungen um eine unternehmerische Perspektive: Wer sind eigentlich unsere Kunden, welche Produkte liefern wir ihnen – und wie müssen wir unsere Organisation gestalten, damit das besser gelingt? Eine Episode über Teamentwicklung, die weniger bei Menschen und mehr bei Fokus, Strukturen und anschlussfähigen Fragen ansetzt. Wenn du mehr zu mir oder zu meinem Business erfahren möchtest, dann schaue hier: https://www.servicearchitekt.com -
PSD 353 VORSICHT LANGWEILIG: KOMPROMISS! – der Kompromiss ist weder faul noch langweilig. Er erzeugt Akzeptanz ohne Sieger und hält die Auseinandersetzung gewaltfrei fortsetzbar. Trotzdem scheint er unbeliebt. 03.08.2026 20minEin Paar einigt sich auf den See mit Bergblick, beide sind leicht enttäuscht, und der Urlaub findet statt. Dieselbe Figur heißt in den Nachrichten gern „fauler Kompromiss“. Wie kommt es, dass die Form, die unseren Alltag zusammenhält, öffentlich so verachtet wird? Diese Episode geht dem systemtheoretisch nach: Luhmanns Nachrichtenwerte erklären, warum Einigung medial unsichtbar bleibt, während Konflikt alle Selektionskriterien erfüllt. Die Legitimation durch Verfahren zeigt, worin die eigentliche Leistung des Kompromisses liegt: Er erzeugt Akzeptanz ohne Sieger und hält die Auseinandersetzung gewaltfrei fortsetzbar. Konflikte erscheinen dagegen als parasitäre Systeme, die ihr Wirtssystem aufzehren – der Kompromiss ist die Immunleistung, die ihnen den Nachschub entzieht. Mit von Foerster wird schließlich klar, warum Kompromisse genau dort nötig sind, wo keine Seite recht haben kann: bei prinzipiell unentscheidbaren Fragen, für deren Beantwortung wir selbst Verantwortung tragen. Ein guter Kompromiss ist die Lösung, mit der niemand ganz zufrieden ist - und die Unzufriedenheit beweist, dass beide Seiten noch da sind. Am Ende zwei Werkzeugfragen für Führung und Alltag und die Einladung, die eigene letzte Kompromiss-Erzählung noch einmal anzuschauen. -
PSD 352 SO EIN DEPP – die billigste Diagnose und ihr teurer Preis. Erfahre warum die "Deppen" so naheleigend sind und wie du mit systemischen Methoden sehr viel mehr erkennst als nur "Schuldige" 27.07.2026 22minIn einem Meeting fällt das Wort, das keiner mehr laut sagen will: Depp. Alle nicken, alle sind erleichtert, und genau da beginnt diese Episode. Warum greift unser Denken so schnell zur Person, wenn es eigentlich Muster erklären müsste? Die Ausnahmefrage öffnet den Weg: Wann ist dieser Mensch eigentlich kein Depp, und was sagt das über das System, in dem er einer wird? Am Beispiel des Dieselskandals zeige ich, wie eine Kultur, in der bestimmte Sätze unsagbar sind, Regelverstöße hervorbringt, ohne dass jemand sie beschließen muss, und warum Schuldsprüche die Beobachtung beenden, bevor sie beim System ankommt. Am Ende bleiben zwei Werkzeuge: die Ausnahmefrage und die Systemfrage – und die Einladung, den eigenen aktuellen Deppen damit noch einmal anzuschauen. -
PSD 351 DAS MUSTER SCHIESST DAS TOR – der Torschütze zeigt nur den letzten Akt des Spiels. In dieser Episode erfährst du, warum der Ball wichtiger als die Spieler sein kann und was das mit Carlo Ancelotti zu tun hat. 20.07.2026 28minCarlo Ancelotti steht am Spielfeldrand, ruhig, souverän, ohne roten Kopf, und ist dabei der erfolgreichste Vereinstrainer der Fußballgeschichte. Diese Beobachtung ist der Ausgangspunkt einer Episode über die Frage, woraus ein Spiel eigentlich besteht. Die Spieler sind notwendige Voraussetzung, das Spiel selbst aber sind Pässe, Laufwege und anschlussfähige Entscheidungen, und in letzter Konsequenz schießt das Muster das Tor, während wir nur den finalen Akt sehen. Mit Luhmann übersetzt: Organisationen bestehen aus Kommunikation und aneinander anschließenden Entscheidungen, die Menschen bilden ihre Umwelt. Entlang dieser Idee biete ich dir drei Bilder an. Kinder, die ohne Tore über die Wiese bolzen, wie junge Organisationen in der Findungsphase. Der Spielertrainer, der gleichzeitig spielen und beobachten muss und damit die anspruchsvolle Doppelrolle jeder Führungskraft verkörpert. Und schließlich Ancelotti in der Trainerzone, nur fünfzig Zentimeter vom Rasen entfernt und doch in einer völlig anderen Welt, der Welt der Beobachtung zweiter Ordnung, in der man Spieler beim Entscheiden beobachtet und dadurch das Spiel selbst gestalten kann. Am Ende steht die Einladung, dich selbst zu verorten: Auf welchem Feld stehst du gerade, und was würde sich ändern, wenn du ein paar Schritte an die Seitenlinie machst? -
PSD 350 VERKAUFEN - wie du deine Ideen, Produkte oder Dienstleistungen besser verkaufen kannst. Eine systemische Analyse, ein praktisches Schema und Luhmanns Gedanken führen zu überraschenden Ergebnissen. 13.07.2026 18minVerkaufsgespräche werden oft als Frage der richtigen Technik verstanden, besserer Formulierungen, cleverer Einwandbehandlung. Diese Episode zeigt anhand eines Zirkularitätsmodells von Haltung und Verhalten, warum der eigentliche Hebel woanders liegt. Haltung, das innere Denksystem eines Menschen, und Verhalten, das sichtbare Handeln, bedingen sich gegenseitig in einem geschlossenen Kreislauf. Sobald ein zweiter Mensch dazukommt, entsteht ein Vierfelder aus eigener Haltung, eigenem Verhalten, Haltung des anderen und Verhalten des anderen. Die doppelte Kontingenz nach Luhmann macht deutlich, dass beide Seiten ihr Verhalten wechselseitig an Erwartungen ausrichten, bevor überhaupt gesprochen wird. Die Haltung des Kunden bleibt für den Verkäufer unerreichbar, erreichbar ist nur das eigene Verhalten über den kommunikativen Kanal. Daraus folgt für die Praxis, dass der größte Hebel an der eigenen Haltung liegt, an echtem Interesse am Mehrwert für den Kunden, und nicht an optimierten Formulierungen. Wenn du mehr zu mir oder zu meinem Business erfahren möchtest, dann schaue hier: https://www.servicearchitekt.com -
PSD 349 SELBSTFÜHRUNG - ist eine (systemische) Notwendigkeit, keine Alternative zur Hierarchie. Diese Erkenntnis gibt Führung eine ganz neue Bedeutung und einen deutlich erweiteren Gestaltungsspielraum. 06.07.2026 22minSelbstorganisation gilt oft als Gegenmodell zu Hierarchie. Man denkt an agile Teams, flache Strukturen und Organisationen, in denen möglichst viele Menschen möglichst viel selbst entscheiden. Aus systemischer Sicht ist das allerdings nur die halbe Geschichte. Selbstorganisation ist demnach kein modernes Führungsmodell und auch keine Managementmethode. Sie ist ein Grundprinzip sozialer Systeme. Mit anderen Worten: Jede Organisation organisiert sich selbst – auch dann, wenn sie stark hierarchisch, zentralistisch oder patriarchal geführt wird. In dieser Episode schauen wir auf die Frage, warum Unternehmen immer eigene Entscheidungslogiken, Routinen und Kommunikationsmuster entwickeln. Selbst dann, wenn der Eindruck entsteht, dass alle Entscheidungen an einer einzigen Person hängen. Anhand eines Handwerksbetriebs wird sichtbar, dass tagtäglich unzählige Entscheidungen dezentral getroffen werden – von Bauleitern, Fachkräften, Mitarbeitenden und Teams. Nicht, weil die Hierarchie versagt, sondern weil Organisationen anders gar nicht funktionieren können. Die spannende Frage lautet deshalb nicht: Organisiert sich eine Organisation selbst? Sondern: Wie organisiert sie sich selbst Daraus ergibt sich ein anderer Blick auf Führung. Vielleicht besteht Führung nicht nur darin, Menschen zu führen. Vielleicht besteht ein wesentlicher Teil von Führung darin, Entscheidungsfähigkeit zu organisieren, Entscheidungen anschlussfähig zu machen und Kommunikationsstrukturen zu stabilisieren. -
PSD 348 SIEBEN WEGE ZUM KONSTRUKTIVISMUS - warum der Konstruktivismus sich selbst verrät (Türe 7) und warum es dennoch eine gute Idee ist, sich in die Welt des Konstruktismus zu begeben, das zeige ich mit sieben verschiedenen "Zugängen". 29.06.2026 29minDer Konstruktivismus wird oft falsch verstanden – und das fängt beim Namen an. Konstruieren weckt eine problematische Assoziation: eine Welt erfinden, die so nicht erkannt werden kann. Diese Perspektive liegt nicht auf der Hand, die Idee ist nicht leicht zugänglich. Diese Episode bietet sieben Einstiege in den Konstruktivismus – von Sprache über Wahrnehmung bis zur Frage, was es bedeutet, dass eine Theorie sich nicht selbst beweisen kann. Wer durch Tür 1 geht, landet bei Bedeutungsräumen und der Wörterspiele-Episode. Wer durch Tür 7 geht, landet bei der ehrlichsten Aussage, die eine Theorie machen kann. Theoretische Bezüge: George Spencer Brown, Ernst von Glasersfeld, Alfred Korzybski, Humberto Maturana, Heinz von Foerster. -
PSD 347 WÖRTERSPIELE – Dein „Führung“ ist nicht mein „Führung“, dein "Management" unterscheidet sich von meinem. Wörter sind Konstruktionen und das kann zu grossen Missverständnissen führen... 22.06.2026 24minWörter wie Haus oder Baum funktionieren gut genug – die Bedeutungen, die verschiedene Menschen damit verbinden, überlappen sich stark. Bei Wörtern wie Bedürfnis, Führung, Service oder System sieht das anders aus. Jeder hat seinen "Kreis" was beinhaltet ist, aber Größe und Position dieser Kreise variieren erheblich. Das ist ein strukturelles Phänomen: Wörter sind Konstruktionen, keine Abbilder. Heinz von Foerster und George Spencer-Brown liefern den theoretischen Rahmen: jede Konstruktion beginnt mit einer Unterscheidung, und diese ist nie die Einzige, was denkbar gewesen wäre. Alfred Korzybski hat das 1931 auf den Punkt gebracht: Die Karte ist nicht das Territorium. Gregory Bateson hat dieses Bild ins systemische Denken eingeführt, auch Fritz B. Simon verwendet es. Die Episode zeigt, warum sprachliche Präzision in Beratung, Führung und Kommunikation nicht eine Frage des Stils ist, sondern eine Frage der Anschlussfähigkeit. -
PSD 346 ABHOLEN UND MITNEHMEN?! - was empathisch klingt, kann das Gegenteil davon sein - und eine gesunde Systemreaktion, den Widerstand, zum nachhaltigen Schweigen bringen. 15.06.2026 17minWer andere abholen muss, setzt voraus, dass er bereits dort ist, wo die anderen noch nicht sind – eine Asymmetrie, die sich selbst bestätigt. In dieser Episode analysiere ich, warum Abholen und Mitnehmen in der inflationären Nutzung das Gegenteil von echter Wertschätzung sein kann, und was systemisches Denken als Alternative bietet. Mit Heinz von Foersters Satz über Objektivität als Wahnvorstellung, dem Begriff des blinden Flecks und dem Phänomen der Schweigespirale in Organisationen ergibt sich ein anderes Bild: Widerstand ist eine intelligente Systemreaktion – und eine Ressource, die man ernst nehmen sollte. -
PSD 345 FAKE NEWS – Nicht nur die Gläubigen sind das Problem, sondern auch die Cleveren – wie der Third-Person-Effekt wirkt. 08.06.2026Fake News sind längst kein Problem mehr nur für die, die ihnen aufsitzen. Wer glaubt, selbst nicht betroffen zu sein, aber gleichzeitig annimmt, die anderen schon – handelt am Ende genauso. Der Third-Person-Effekt (Davison 1983) beschreibt genau diese Dynamik: Medieninhalte wirken auf andere stärker als auf mich. Die Folge ist präventives Handeln, das die Situation erst schafft, die man vermeiden wollte. Bank Run auf die Silicon Valley Bank 2023, Klopapier-Engpass 2020 – beides Beispiele für selbsterfüllende Prophezeiungen durch kollektives Handeln bei unterstellter Fremdreaktion. Ob jemand aus Überzeugung handelt oder aus Angst vor dem Verhalten anderer – die Kommunikation oder das Verhalten, das dadurch entsteht, ist dasselbe. Ergänzend: die Schweigespirale nach Noelle-Neumann als verwandter Mechanismus, bei dem Selbstzensur genauso wirkt wie externe Zensur. -
PSD 344 ZUKUNFTSANGST – erkenne das Paradox Angst vor deiner eigenen Vorstellung zu haben – und erfahre, wie du den Film der anderen weglegst und deinen eigenen gestaltest. 01.06.2026 24minWer Angst vor der Zukunft hat, hat Angst vor einer Vorstellung, die er sich selbst ausgedacht hat. Denn die Zukunft existiert nicht. Es gibt keine Artefakte, keine Ruinen, keine "begehbare Zukunft". Alles, was wir über die Zukunft wissen, sind Konstruktionen – unsere eigenen oder die der anderen. Und genau da liegt das Problem. Wer täglich Nachrichten konsumiert, Krisen verfolgt und den Geschichten anderer zuhört, lebt in deren Film. Die eigene Konstruktion bleibt liegen. In dieser Episode entfalte ich das Paradox der Zukunftsangst u.a. mit Ideen von Niklas Luhmann und Heinz von Foerster – und zeige, wie du lernst, das Fernglas statt die Lupe zu nehmen und deinen eigenen Film zu gestalten. Für dich persönlich genauso wie für dein Team und deine Organisation. -
PSD 343 SELBST GEWÄHLTE OHNMACHT – wie Führungskräfte, die keine Macht wollen, nicht kollegialer werden, sondern einfach aufhören zu gestalten – und wie du mit dem roten und blauen Topf lernst, Macht bewusst einzusetzen statt sie zu verweigern. 25.05.2026 25minWer Macht ablehnt, wählt nicht Freiheit – er wählt, dass andere entscheiden. In dieser Episode geht es darum, den Machtbegriff vom negativen Framing zu befreien und ihn als das zu verstehen, was er systemisch ist – ein Werkzeug, um Entscheidungen zu ermöglichen, Folgeentscheidungen auszulösen und Organisationen handlungsfähig zu halten. Mit dem roten und blauen Topf bekommst du ein konkretes Werkzeug, um zu unterscheiden, was du selbst entscheiden willst und was du bewusst abgibst – für mehr Geschwindigkeit, mehr Resilienz und mehr Gestaltungsspielraum. Für dich als Führungskraft genauso wie für dein Team. -
PSD 342 DIE KRISE SCHRUMPFT DEIN SPIELFELD – wie du erkennst, dass du nicht mehr gestaltest sondern nur noch reagierst – und wie du den selbst gesetzten Rahmen sprengst. Eine praktische Anleitung in Krisen, für dich und dein Team. 18.05.2026Krisen schrumpfen Spielfelder – und das Tückische ist, dass es niemand merkt. Man kämpft, analysiert, bespricht und dreht sich trotzdem im Kreis. Was dabei unsichtbar passiert: der Raum möglicher Entscheidungen wird enger, der Rahmen selbst wird nicht mehr hinterfragt. In dieser Episode geht es darum, wie Organisationen ins Kleinsein geraten, warum sie dort bleiben und wie Spielfelder wieder wachsen können – für dich persönlich genauso wie für dein Team. Du bist nicht nur derjenige, der auf dem Spielfeld spielt. Du ziehst auch die Linien. -
PSD 341 SYSTEMISCHE PRINZIPIEN – wie aus einem alltäglichen Kundengespräch Erkenntnisse über Vertrieb, Führung und Kommunikation entstehen. Die Episode lädt dazu ein, Alltagssituationen als Beobachtungsraum für systemische Muster zu nutzen. 11.05.2026 22minEine beiläufige Gesprächssituation auf einem Kundenevent.Ein potenzieller Interessent hört zu. Niemand pitcht. Niemand verkauft aktiv. Und trotzdem entsteht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein neuer Auftrag. Was zunächst wie eine alltägliche Episode wirkt, zeigt bei genauerem Hinsehen erstaunlich viele systemisch-konstruktivistische Prinzipien: Emergenz statt Vertriebsdesign, Authentizität statt Inszenierung, dezentrale Führung, anschlussfähige Kommunikation und die Frage, wie Systeme eigentlich andocken. Die Episode lädt dazu ein, Alltagssituationen in Organisationen als Beobachtungsraum für systemische Muster zu nutzen. -
PSD 340 INTERVENTIONEN – wie die Umstellung einer Kalkulationsformel dazu führen kann, dass Organisationen anders denken, innovativer handeln und plötzlich neue Lösungen möglich werden. Zwei Alltagserfahrungen werden zu einer spannenden Intervention. 04.05.2026 32minKalkulationsformeln wirken zunächst neutral. Sie rechnen scheinbar nur Zahlen zusammen. Aber vielleicht schaffen sie deutlich mehr: Sie legen fest, was in Organisationen als unveränderbar gilt und worüber überhaupt noch nachgedacht wird. In dieser Episode geht es um eine stark vereinfachte Formel aus der Immobilienprojektentwicklung und um die Frage, was passiert, wenn man diese Formel einfach umstellt. Plötzlich verändern sich nicht nur Ergebnisse, sondern Denklogiken, Entscheidungen und Innovationsmöglichkeiten. Aus „Das kostet eben so viel“ wird die Frage: „Wie könnten wir es trotzdem möglich machen?“ Vielleicht entstehen Innovationen also nicht durch Appelle oder Workshops, sondern durch kleine systemische Interventionen, die verändern, wie Organisationen rechnen und damit auch, wie sie denken. Viel Spaß bei zuhören und "mitrechnen"!
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