Dini Mundart - Schnabelweid

Dini Mundart - Schnabelweid

Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Држава Швајцарска
Језик DE
Епизоде 50
Последња 16.07.2026

«Dini Mundart – Schnabelweid» ist die Sendung für alle, die Mundart lieben. Sie bringt die Mundartvielfalt der deutschen Schweiz zum Klingen mit Lesungen von MundartautorInnen, Liedern von MundartsängerInnen sowie Geschichten und Beiträgen zur Mundartkultur von Freiburg bis ins St.Galler Rheintal und von Schaffhausen bis zu den Walsern.

Епизоде

  • Redewendungen: Wer sind die Leviten und warum werden sie gelesen? 16.07.2026 56мин
    Die grösste einzelne Quelle für Redewendungen ist die Bibel. Daran zeigt sich, wie sehr die Religion Sprachen und Vorstellungswelten geprägt hat. Wenn man jemanden belehrt, dann «liest man ihm die Leviten», und wenn man etwas plötzlich begreift, dann «fällt es einem wie Schuppen von den Augen» oder «es geht einem ein Licht auf». All diese Redewendungen stammen aus der Bibel oder beziehen sich auf die heilige Schrift des Christentums. Und religiöse Bezüge gibt es auch in den Redensarten «jemandem eine Gardinenpredigt halten», «jemanden abkanzeln» und sogar in der «Standpauke». Aber natürlich, längst nicht alle Redewendungen haben mit Religion zu tun. Sie bedienen sich etwa auch in der Küche («jemanden schmoren lassen», «mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen haben») oder bei der Mode («öpperem d Chnöpf iitue» und «öpperem ds Möösch putze» – beides für 'zurechtweisen'. Mit «Möösch» ist das Messing gemeint, aus dem Uniformknöpfe gemacht sind). Erfahren Sie die Geschichten hinter diesen und weiteren Redensarten im zweiten Teil unserer Sommerserie. Zum Schluss der Sendung beleuchten wir noch die Herkunft des Familiennamens Wepfer, der auf ein altes Handwerk zurückgeht.
  • Redensarten vom Dampfer bis zu den Zügeln 09.07.2026 56мин
    Wir sprechen gern in bildhaften Redensarten. «Du bist auf dem falschen Dampfer» oder «Sie hat die Zügel in der Hand» oder «jetzt musst du einen Zahn zulegen!» Die Sprachbilder unserer Redensarten verändern sich mit den Lebenswelten unserer Alltagsumgebung. Wer früher auf dem Holzweg war, sitzt heute im falschen Film. Wer früher die Zügel in der Hand hielt, ist heute vielleicht der Babo im Haus. In der Sendung werden alte und neue Redensarten erläutert mit den Bedeutungen «sich beeilen», «sich irren», «sich gut verstehen» und «bestimmen, Chef sein». Was hat der Familienname Adank mit Dank zu tun? Familien namens Adank sind in Wartau SG, Fläsch und Luzein GR alteingesessen. Ihr Name ist ein Übername und geht zurück auf das Wort Dank und eine Vorsilbe, die die Abwesenheit des Genannten ausdrückt. Adank bedeutet also wörtlich «danklos» und bezeichnete ursprünglich wahrscheinlich einen undankbaren Menschen, allenfalls auch jemanden, der den ihm zustehenden Dank nicht bekam.
  • Briefkasten: Warum sagen wir «sperrangelweit offen»? 02.07.2026 55мин
    Neun Fragen aus unserem Publikum, neun Antworten von unseren Mundartredaktoren. In dieser Sendung beantworten die SRF-Mundartredaktoren folgende Mundartfragen: Woher kommt das Mundartwort «lättere» bzw. «lädere» für 'lichterloh brennen'? Warum sagt man in Graubünden für 'reizen' oder 'jucken' auch «nöössere»? Was steckt im fast vergessenen Verb «wolfele» für 'günstiger werden'? Antwortet man auf einen Dank zwingend mit «gärn gescheh» oder geht auch ein kurzes «gärn»? Woher kommt der Ausdruck «sperrangelweit»? Warum sagt man im älteren Schweizerdeutsch «schabab» für 'neidisch', 'verloren' oder 'todmüde'? Was bedeutet der merkwürdige Flurname «schräge Lebern»? Steckt im Flurnamen «Sibstel» vielleicht ein Siebtel von etwas? Woher stammt der Familienname T(h)enisch und was bedeutet er?
  • Revolutioniert KI gerade das Sprachenlernen? 25.06.2026 57мин
    Sprachlern-Apps setzen immer mehr auf Künstliche Intelligenz. Welche Vorteile das fürs Sprachenlernen bringt und wo die Risiken liegen, zeigt unser Sprachredaktor mit einem Selbstversuch. Dank KI in zwei Wochen Kroatisch lernen? So einfach ist es dann doch nicht. Aber der Selbstversuch von Sprachredaktor André Perler zeigt: Künstliche Intelligenz hebt das digitale Sprachenlernen auf ein neues Niveau: Konnte man bisher praktisch nur vorgefertigte Sätze nachsprechen und übersetzen, ist es nun möglich, Konversation zu üben – freie Gespräche über irgendwelche Themen. Der Chatbot antwortet spontan und kommt fast an ein menschliches Gegenüber heran. Auf der anderen Seite macht die KI immer noch Fehler, die Menschen nicht passieren würden. Und auch in Sachen Datenschutz sind Sprachlern-Apps nicht über alle Zweifel erhaben. Im zweiten Teil der Sendung erklärt der ehemalige Idiotikon-Chefredaktor Hans-Peter Schifferle den Nidwaldner Familiennamen Lussi.
  • Mundart oder Hochdeutsch? (W) 18.06.2026 55мин
    Vor dieser Frage stehen Menschen, die in die Deutschschweiz flüchten. Beide Sprachen sind im Alltag wichtig. In der Standardsprache wird gelesen und geschrieben und mit ihr kann man sich auch mündlich zurechtfinden. Aber die Einheimischen reden untereinander Mundart. Zwei Sprachvarianten also, die sich sehr stark unterscheiden. Markus Gasser und Nadia Zollinger von der SRF-Mundartredaktion besprechen in der Sendung die sprachlichen Herausforderungen, mit denen Flüchtlinge hier konfrontiert werden. Und sie gehen der Frage nach, wieso Deutsch so schwer zu lernen ist. Der irakisch-deutsche Autor Abbas Khider findet, in der deutschen Sprache werde ständig «geballert, geboxt und geknetet». Er meint damit: Es gibt so viele Regeln und gleichzeitig so viele Ausnahmen von diesen Regeln, dass man Deutsch eigentlich auswendig lernen müsse. Eine steile These! Mit ihm und mit Rahim Mohammadzadeh, der vor 6 Jahren aus dem Iran in die Schweiz geflüchtet ist, kommen Betroffene zu Wort, deren Integration durch die «Hölle des Deutschlernens» geführt hat. Wiederholung der Sendung vom 17.03.2022 Der Familienname «Lorenz» Der Familienname Lorenz ist an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entstanden. Es ist ein Vatersname (Patronym): Der Taufname eines Vaters wurde als Familienname auf seine Kinder übertragen. Lorenz war als Taufname insbesondere wegen dem Heiligen Lorenz von Rom beliebt.
  • Mundart-Briefkasten: Wer ist der Böölimaa? 11.06.2026 55мин
    In dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Vom sprichwörtlichen «Böölimaa» über das Mundartwort «Flüngg» für einen Stein und die Frage, warum es eigentlich zum Landammann kein weibliches Pendant gibt, bis zu den Familiennamen Zurkirchen und Zumbrunnen. Diese Fragen werden in der Sendung beantwortet: · Wo hat der «Böölimaa» seinen Namen her? · Wie ist die Bezeichnung «Hafetatze» für Topflappen entstanden? · Was hat es mit dem Berner Begriff «Flüngg» für einen Stein auf sich? · Manche Menschen sagen «ufd Apothek gaa» statt «id Apothek gaa» – warum? · Warum gibt es zur Amtsbezeichnung «Landammann» nicht das weibliche Pendant «Landamfrau»? · Wie ist die sprachliche Herkunft der Familiennamen Zurkirch(en) und Zumbrunnen zu erklären? Ausserdem haben wir einen Mundart-Musiktipp für Sie bereit: Die Zürcher Musikerin Follia mit ihrem aktuellen Song «verrutscht».
  • «Gisch was hesch», ein Mundartroman von Stef Stauffer 04.06.2026 56мин
    Nach vier Romanen über eine Frauenbiografie schreibt die Berner Autorin Stef Stauffer diesmal eine höchst vergnügliche Kleingaunerkomödie. Man leidet mit den Figuren mit und ein bisschen lacht man auch über ihr bemühtes Strampeln für ein würdiges Leben. Sie sind so unendlich menschlich! Ewige Geldsorgen drücken zwar auf ihre Stimmung, aber sie haben auch kreative und nicht immer ganz legale Ideen, wie sie diese Geldsorgen loswerden könnten. Dr Chläbi, d Mönele, dr Anger und dr Püntu. Beim King zum Beispiel, Ex-Tennisprofi, da müsste doch was zu holen sein, so unanständig reich, wie der ist. Wenn nur nicht die Tschuggerei ständig dazwischenfunken würde. Es sind keine Helden und keine grossen Geschichten, über die Stef Stauffer schreibt. Aber ihre Figuren haben Herz. Vor allem haben sie ihr Mundwerk. Denn reden, das können sie endlos. Die Sprache jeder ihrer Figuren spiegle ihren jeweiligen Charakter, sagt die Autorin. Tatsächlich macht das umständliche, wortreiche, bildhafte, farbige Reden dieser Menschen die Lektüre des Romans zu einer Quelle für gute Laune und Mitgefühl. Happy End inklusive. Familienname Jegerlehner Der Familienname Jegerlehner ist in Biglen, Hasle bei Burgdorf und Walkringen im Berner Mittelland einheimisch. Er bezieht sich als Wohnstättenname auf den Wohnort der ersten Personen mit diesem Namen, den Hof Jegerlee im Talgraben in der Gemeinde Walkringen. Dessen Name setzt sich zusammen aus der Personenbezeichnung Jeger und dem alten Rechtswort Lee(n) «Pacht, Lehen». Das Jegerlee war also ein Hof, der an einen Jäger oder an eine Person namens Jeger verpachtet war.
  • Die Comedienne Jane Mumford im Gespräch 28.05.2026 55мин
    Obwohl sie ihre Comedy-Programme «Reptil» und «Leben» auf Mundart bestreitet, empfindet Jane Mumford Schweizerdeutsch als Fremdsprache. Denn sie wuchs zwar in der Schweiz auf, aber mit der Erstsprache Englisch. Eine perfekte Ausgangslage für die Sprachsendung «Dini Mundart Schnabelweid»! Die Stimmung ist heiter bis ausgelassen in der Cantina del Vino in Solothurn, wo das Gespräch mit Mundartredaktor Markus Gasser anlässlich der Literaturtage vor Publikum aufgezeichnet wurde. An manchen Stellen fällt es schwer zu sagen, ob Jane Mumford gerade einen Ausschnitt aus einem ihrer Programme performt oder über ihre sprachliche Prägungen diskutiert. Denn die Übergänge zwischen Gespräch und Auftritt sind fliessend und das Bühnentier Jane Mumford macht aus jedem beliebigen Stichwort spontan eine kleine Nummer. Beim Thema Fremdwörter zum Beispiel: Das Wort «Portemonnaie» sei ja auch mal von aussen ins Deutsche gekommen, vorher gab es da nichts. Doch, widerspricht Markus Gasser: «Geldseckel». Das sagt man im Senslerdeutschen heute noch. Geldseckel! Das Wort komme ihr gerade recht. Klingt wie ein Schimpfwort. Und so geht es Schlag auf Schlag. Auch bei den an sich seriösen Themen wie zum Beispiel den kulturellen Unterschieden zwischen England und der Schweiz. Mumford erläutert sie am Beispiel der Erfindung des Tourismus in der Schweiz durch die Briten vor etwa 200 Jahren. Da traf Snobismus auf Bauernschläue mit Profit auf beiden Seiten. Weniger zu lachen gab ihr Blick zurück auf die Anfänge ihrer Bühnenkarriere, als Frauen im Comedy-Genre noch Exotinnen waren und als solche behandelt und nicht ernst genommen wurden. Das habe sich in den seither verflossenen 12 Jahren spürbar geändert. Wenn sich jetzt noch alle etwas mehr entspannen könnten in der neu gewonnenen Ebenbürtigkeit, dann wäre es schon fast gut auf und hinter den Comedybühnen. Die Sendung bringt das Gespräch in voller Länge und im Originaltempo der unglaublich schnellen, klugen und witzigen Jane Mumford. Buchtipp Jane Mumford: Reptil. Ein kaltblütiges Libretto. Knapp Verlag 2024, 125 Seiten
  • Mundart-Briefkasten: So vielfältige Verben! 21.05.2026 54мин
    «veschpere», «wauele», «ergelschtere», «güllemüggere»: In dieser Sendung gehen wir unter anderem auf diese kreativen Verben ein, eingeschickt von unseren Hörerinnen und Hörern. Und auch Flur- und Familiennamen erklären wir. Sie fragen, wir antworten - in dieser Stunde behandeln wir folgene Mundartfragen: · Kann man «veschpere» nur für 'Zvieri essen' brauchen oder auch für «Znüni essen»? · Warum sagt man «wauele» für 'reklamieren, protestieren'? · Hat das Verb «ergelschtere» für 'sich ereifern' etwas mit Elstern zu tun? · Woher kommt der Ausdruck «güllemüggere» für das Besetztzeichen am Telefon? Und ist es vielleicht nur in der Familie unseres Hörers bekannt? · Warum sagte man dem Schaufenster früher auch «Montere» oder «Muntere»? · Woher kommt das Mundartwort «Höumi» für einen Ort, der vor Wind und Wetter geschützt ist? · Steckt im Hofnamen «Holzschuepisse» eine ungebührliche Handlung? Ausserdem stellen wir das neue «Kleine Flurnamenbuch für Wandernde» vom Namenforscher Roland Hofer vor. Er erklärt darin die Herkunft und Bedeutung vieler Orts-, Flur- und Bergnamen, denen man beim Wandern begegnet. Und wir erklären, wie es zum Familiennamen Stirnimann, bzw. Stirnemann gekommen ist. Buch-Tipp: Roland Hofer: Kleines Flurnamenbuch für Wandernde. Weber-Verlag 2026. 244 Seiten.
  • «Beiz», «Kaff», «E Ligu Lehm» – Alles Rotwelsch? Alles Rotwelsch! 14.05.2026 57мин
    «Rotwelsch» sind verschiedene, miteinander verwandte Sprechweisen von gesellschaftlichen Randgruppen im deutschen Sprachraum, die sich über Jahrhunderte parallel entwickelt haben. Ein neues Wörterbuch gibt Einblicke in diese Sondersprachen und regt zum Nachdenken über Sprache und Gesellschaft an. Das «Wörterbuch deutscher Geheimsprachen» von Klaus Siewert versammelt Tausende Wörter aus rund 70 verschiedenen Rotwelsch-Dialekten. Deren gemeinsamer Vorfahr ist eine mittelalterliche Sondersprache von Bettlern, Fahrenden, Prostituierten und anderen Gruppen, die von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert und an den Rand gedrängt wurden. In der Sendung werfen wir einen vertieften Blick ins Wörterbuch anhand diverser Beispiele, die es auch in die Schweizer Mundarten des Alltags geschafft haben: etwa «Beiz», «Kaff» oder «Tschugger». Neben den Bedeutungen der einzelnen Rotwelsch-Begriffe liefert das Wörterbuch auch Erklärungen zu deren Entstehung, was anschaulich macht, wie viele verschiedene sprachliche Einflüsse im Rotwelschen zusammenkommen – und wie sprachschöpferisch kreativ diese Sprachen verfahren. Man stösst auf ursprüngliche Lehnwörter: Der berndeutsche Ausdruck «Ligu Lehm» für ein Stück Brot geht beispielsweise zurück aufs hebräische Wort «lechem» («Brot»). Es gibt zahlreiche Ableitungen (der Fisch wird zum «Flössling») und Neukombinationen von Wörtern, die zwar den Regeln der deutschsprachigen Wortbildung folgen, aber trotzdem kaum verständlich sind. Der deutsche Linguist und Rotwelsch-Forscher Christian Efing gibt in der Sendung Auskunft über Status und Bedeutung des Rotwelschen für verschiedene Sprechergruppen und den sozialgeschichtlichen Hintergrund, der die Arbeit an solchen Wörterbüchern erschwert. Seit 2025 stehen die Rotwelsch-Dialekte auf der deutschen UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Ausserdem erklären wir gegen Ende der Sendung die Herkunft und Bedeutung der Familiennamen Felder, Imfeld, Fanger und Infanger. Buchhinweis: · Klaus Siewert: Wörterbuch deutscher Geheimsprachen – Rotwelsch-Dialekte. De Gruyter, 2025.
  • Gebehebeimsprabacheben (W) 07.05.2026 57мин
    Geheimsprachen sind bereits seit der Antike bekannt. Unter Geheimsprachen versteht man ganz verschiedene Sprachformen: Gruppensprachen, die von Aussenstehenden kaum verstanden werden, aber auch sprachliche Verschlüsselungsstrategien. (Wiederholungssendung) Nadia Zollinger und André Perler sprechen in dieser Folge des «Dini Mundart»-Podcasts über Geheimsprachen. Das sind nicht Sprachen wie Deutsch, Französisch oder Chinesisch, sondern Formen und Abwandlungen davon, welche versuchen, gewisse Menschen von der Kommunikation auszuschliessen. Und zwar durch die Verwendung von Wörtern aus anderen Sprachen, durch Wortcodes oder durch die Abänderung von Wörtern, etwa indem Buchstaben ersetzt oder erweitert oder indem Silben verschoben werden. Prominent unter den Geheimsprachen ist «Grüfnisch». Dies ist eine sogenannte Spielsprache, wie auch die B-Sprache, Leffisch oder die Feckersprache. Vokale werden durch längere Einschübe ersetzt, so dass am Ende eine Gebehebeimsprabachebe entsteht. Während es bei den Spielsprachen häufig um Gruppenidentität und Sprachkreativität geht, gibt es auch Geheimsprachen, welche diskriminierten Minderheiten die Möglichkeit gaben, untereinander zu kommunizieren, zum Beispiel Rotwelsch oder Polari. Und während des 2. Weltkrieges und im Kalten Krieg wurde sogar Rätoromanisch als Geheimsprache benutzt. Nadia und André knacken jeden Code und geben Inspirationen für ein persönliches Geheimsprachsystem. Ubunbebedibingt rebeinhöböreben. Lesetipps · Hansjörg Roth: Barthel und sein Most. Rotwelsch für Anfänger (Verlag Huber 2007) · Hans Markus Tschirren, Peter Hafen: Ittu'me inglisch'e - Matteänglisch. Die Matte und ihre Sprachen (Weber Verlag 2016)
  • Mundart-Briefkasten: Langsamer oder langsämer? 30.04.2026 55мин
    In dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Von Lautlichem wie der die Frage, ob die Steigerungsform «langsamer» oder «langsämer» heisst, über das Wort «Butscheretä» bis zu den Familiennamen Dübi, Düblin und Dübendorfer. Diese Fragen werden in der Sendung beantwortet: · Was steckt hinter dem Mundartwort «Butscheretä» für eine grössere Menge von etwas? · Ist die korrekte, mundartliche Steigerungsform von «langsam» nun «langsamer» oder «langsämer»? · Warum spricht man das Mundartwort für «Sägerei» in manchen Regionen als «Soogi» aus? · «Bratis», «Schimpfis», «Stunggis»: Woher kommt das «-is» am Ende dieser Wörter? · Was hat es mit der Redensart «Lengg und Lämp händ sich gfunde und Hudi isch Bürg gsii» auf sich? · Warum haben die Zeitangaben «Vieri», «Füfi», «Sächsi» etc. ein zusätzliches «-i» hintendran, aber «Eis», «Zwei» und «Drü» nicht? · Wie ist die sprachliche Herkunft der Familiennamen Dübi, Düblin und Dübendorfer zu erklären? · Dabu Fantastic covern den bekannten, berndeutschen Mundartsong «Teddybär» der Band Rumpelstilz auf Zürichdeutsch – wie geht das?
  • Flurnamenforschung auf der Zielgeraden 23.04.2026 56мин
    Mit Band 6 zur Amtei Bucheggberg-Wasseramt ist das Solothurnische Namenbuch nun abgeschlossen - nach 36 Jahren Projektarbeit und gegen 50'000 behandelten Flur- und Siedlungsnamen. Die Herausgeberinnen erklären kuriose Flurnamen wie Maccaronibach oder Fröschekäti und denken über die Zukunft nach. Rund 11'000 Flurnamen aus der Amtei Bucheggberg-Wasseramt auf über 1500 Seiten umfasst der 6. Band des Solothurnischen Namenbuchs. Er ist Anfang Jahr erschienen und schliesst damit die 36-jährige Forschungsarbeit zum Kanton Solothurn ab. Das Forschungsteam um Begründer Rolf Max Kully und die aktuellen Herausgeberinnen Jacqueline Reber und Rebekka Schifferle haben damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieses immateriellen Kulturguts geleistet. Namen, die nur in mittelalterlichen Urkunden oder in der Erinnerung von Förstern und Bäuerinnen vorhanden waren, finden sich nun, alphabetisch geordnet, im Namenbuch. Zu den meisten Namen steht auch, was das Namenmotiv war (oder gewesen sein könnte - nicht immer ist der Fall klar). Unter den 11'000 Namen gibt es auch etliche kuriose, wie den «Maccaronibach», das «Fröschekäti», das «Elsässli» oder den «Chneubrächer». Die beiden Herausgeberinnen erklären in der Sendung, wie diese Namen zustande kamen und wie sich Elemente wie die Topografie oder die wirtschaftliche Entwicklung eines Gebiets in der jeweiligen Flurnamenlandschaft niederschlägt. Ausserdem blicken sie zurück auf die Fortschritte der Flurnamenforschung in den letzten Jahrzehnten und auf die eher schwierige Zukunft dieses Forschungszweigs in der Schweiz. Familienname Trittibach/Trittenbach und Schweizermeisterschaft im Poetry Slam Später in der Sendung erklärt Idiotikon-Redaktor Matthias Friedli den Solothurner Familiennamen «Trittibach». Gibt es allenfalls eine Verwandtschaft mit den Thurgauer «Trittenbach»? Zum Schluss der Sendung hören Sie den Siegerinnentext der frischgebackenen deutschsprachigen Schweizermeisterin im Poetry Slam Karla Lamešić. Buch-Tipp: Solothurnisches Namenbuch, Band 6: Die Siedlungs- und Flurnamen der Amtei Bucheggberg-Wasseramt. Herausgege ben von Jacqueline Reber und Rebekka Schifferle, Schwabe-Verlag 2026 (ca. 1500 Seiten in zwei Büchern).
  • Der Ankelappi im Eländ! (W) 16.04.2026 56мин
    Ein Gespräch über Flurnamen zwischen Host Nadia Zollinger und dem früheren Namenforscher und SRF-Mundartexperten Markus Gasser. Was bedeuten Flurnamen, was erzählen sie von früher (und was nicht), wie führen sie uns in die Irre und warum tönen sie oft so witzig? «Der Ankelappi im Eländ» klingt wie ein Dorfschwank aus den 70ern. Aber es handelt sich um zwei Flurnamen! Für Mundartredaktor Markus Gasser, der fast ein Vierteljahrhundert Flurnamen wissenschaftlich erforscht hat, ist dieses Gespräch ein Heimspiel. Kollegin Nadia Zollinger merkt schnell, dass hinter dem vermeintlich trockenen Thema viele witzige Anekdoten und spannende Geschichten stecken. Aber Flurnamen wie «Kuss», «Sankt Jodel» oder «Dofel» führen sie regelmässig auf falsche Fährten. Wiederholung der Sendung vom 31.05.2021 Der Familienname Forster Forster ist ein Berufsname zu mittelhochdeutsch «vorstære» für einen Förster, Waldhüter. Es gibt auch die Schreibvarianten Foster, Foerster und Förstler. Forster ist gleich in mehreren Kantonen altverbürgert, so in Bern, Freiburg, Luzern, Sankt Galle, Schaffhausen, Thurgau und Zürich.
  • Mundart-Briefkasten: Wem sagen wir «Schimmel und Bless»? 09.04.2026 56мин
    In dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Von der Redewendung «Öpperem Schimmel und Bless säge» über die Wollkappe namens «Beanie» bis zu den Familiennamen Krebs und Krebser. Diese Fragen werden in der Sendung beantwortet: · Was ist die «richtige» schweizerdeutsche Formulierung für «einen Brief einwerfen»? · Warum sagt man in einigen Dialekten «disi» statt «di anderi»? · Welche Geschichte steckt hinter dem Mundartwort «arig» («komisch, merkwürdig»)? · «Öpperem Schimmel und Bless säge» heisst, dass man jemandem Schimpf und Schande sagt. Was haben die beiden Tiere (Schimmel und Bless) in der Redensart verloren? · Was hat die englische Bezeichnung «Beanie» für eine Wollmütze mit Bohnen zu tun? · In manchen Regionen sagt man «jehar» statt «diesseits von ...». Was hat es mit diesem Wort «jehar» auf sich? · Wie kamen Menschen, die Krebs oder Krebser mit Nachnamen heissen, zu ihrem Familiennamen?
  • Schwyzer Familiennamen: (K)ein Volk von Bauern 02.04.2026 55мин
    Eine neue Untersuchung der Schwyzer Landleutegeschlechter rüttelt am demokratischen Gründungsmythos des Kantons Schwyz. Ein Gespräch darüber, was Familiennamen über die Geschichte verraten. Über Jahrhunderte gab sich Schwyz einen bescheiden Gründungsmythos: Einfache Bauern hätten sich gegen die bösen Habsburger Vögte zur Wehr gesetzt und die Schweizer Demokratie begründet. Dieses Bild wurde in den letzten Jahrhzehnten von der Geschichtsforschung revidiert. Und nun zeigt auch eine Untersuchung der Schwyzer Familiennamen, dass die führenden Geschlechter des mittelalterlichen Schwyz kaum alle Bauern waren. Es dürften auch Adlige darunter gewesen sein - etliche davon sogar von ausserhalb des heutigen Kantons. Und mit Demokratie hatten die Anfänge des Standes Schwyz auch nicht viel zu tun: Wenige Familien regierten, viele hatten nichts zu bestellen. Der Familienname spielte hier eine entscheidende Rolle - an ihm hingen existenzielle Rechte. Wer nicht Teil der sogenannten Landleutegeschlechter war, durfte kein Land besitzen oder pachten und auch politisch nicht mitbestimmen. Die Autorin dieser neuen Untersuchung, die Schwyzer Namenforscherin Nathalie Henseler erzählt im Gespräch mit Mundartredaktor André Perler, wie die Schwyzer ihr Herrschaftsgebiet skrupellos erweiterten und dafür auch Familiennamen systematisch nutzten. Im zweiten Teil der Sendung erklärt der ehemalige Idiotikon-Chefredaktor Hans-Peter Schifferle, was hinter dem Aargauer Familiennamen Schweri steckt. Buch-Hinweis: Nathalie Henseler: Die Schwyzer Familiennamen. Deutung und Bedeutung der Landleutegeschlechter des Kantons Schwyz. Schwabe-Verlag 2026, 559 Seiten.
  • «Schwoobe», «Zücchin» und «Wälschi» 26.03.2026 55мин
    Mit Bezeichnungen für die Bevölkerung von Kontinenten, Ländern, Regionen, Städten oder Dörfern balancieren wir oft auf der Grenze zwischen liebevoll-neckisch und herabwürdigend-rassistisch. Wie kommt es zu diesen sogenannten Ethnophaulismen und warum brauchen wir sie so gern? Am Einfachsten kann man über Fremdbezeichnungen reden, die einem selber betreffen - dann verletzt man niemanden und muss nur mit sich selbst aushandeln, wie abwertend man es empfindet. Zum Beispiel der chinesische Begriff Changbizi, der wörtlich «Langnase» heisst und ein Ethnophaulismus für uns Westler ist. Oder die Beschimpfung «Kuhschweizer». Klingt harmlos, schliesslich verstehen wir uns noch heute als Bauernvolk. Aber dahinter steckt eine deftige spätmittelalterliche Beleidigung, die damals Saubannerzüge aus der Eidgenossenschaft nach Süddeutschland auslöste... Motive für Ethnophaulismen können jede Art von vermeintlicher Typizität sein: Personennamen wie «Fritz», womit Engländer und US-Amerikanerinnen Deutsche bezeichnen. Kulinarisches wie bei «Maiser», einem Spitznamen für Italiener wegen der Polenta. Die Herkunft, etwa wenn man in Bayern alle Norddeutschen als «Preissn» bezeichnet. Eigenschaften wie Dickköpfigkeit, die man im Tessin den Deutschschweizern nachsagt und sie deshalb «Zücchin» schimpft, wörtlich «Kürbiskopf». Oder auch, oft auf der Ebene von spöttischen Bezeichnungen zwischen den Dörfern, sagenhafte Tätigkeiten. Zürichseegemeinden bezeichnen einander als «Lungesüüder», «Gäissehänker» oder «Chrotteschätzer». Und nicht zuletzt beziehen sich Spottnamen auf sprachliche Eigenheiten der Bezeichneten. Schon die alten Griechen nannten alle Nichtgriechen Barbaren - weil sie in ihren Augen keine richtige Sprache hatten und nur stottern konnten. Viel Humor, viel Augenzwinker, nicht selten am Rand der Rassismusstrafnorm. Welche Funktionen Ethnophaulismen im Zusammenleben haben, erläutert in der Sendung die Soziologin Lea Stahel. Familienname Schlup Der Familienname Schlup ist (zusammen mit seinen graphischen Varianten Schluep, Schlub, Schlueb und Schlupp, ein Übername nach einem mundartlich noch in oberdeutschen Dialekten erhaltenen Wort für den Schmollmund oder herabhängende Mundwinkel. Er stand also für eine Person, die aus dem Blickwinkel des Benennenden öfters den Mund verzog oder unzufrieden dreinblickte.
  • «Vo s Lunzifranze und em Ludiseppedurslisjoggi» (W) 19.03.2026 56мин
    In vielen Dörfern haben die alteingesessenen Familien einen Zunamen. Damit lassen sich die Familienmitglieder eindeutig zuordnen. Wie sind diese Namen entstanden? Welche Aufgaben haben sie? Antworten an den Beispielen Nunningen SO und Villmergen AG. Traditionell lebten in den Dörfern der Deutschschweiz jeweils einige wenige alteingesessene Familien. Da ausserdem die Kinder aus Traditionsgründen sehr oft nach dem Vater oder der Mutter benannt wurden und der Vornamenbestand insgesamt überschaubar war, hiessen viele Menschen genau gleich. Deshalb bekamen die Familien und ihre Mitglieder eindeutige Zunamen. «Dr Grüngefranz» ist der Franz vom Hof Grünge, «s Lunzifranze» ist die Sippe von Franz, dem Sohn von Leontius respektive Lunzi. Heute sind diese dörflichen Namen-Netzwerke, mit deren Hilfe man jeden Einheimischen «häi tue» konnte, am Verschwinden. Die Dörfer sind durch Zuwanderung unübersichtlicher geworden. Der Fundus der Vornamen ist so gross geworden, dass es kaum noch Gleichnamigkeit gibt. Die Familien-Zunamen sind eine Art immaterielles Kulturgut. Solange die Erinnerung daran noch lebendig ist, entstehen deshalb immer häufiger Sammlungen und Publikationen dazu, meist auf Basis von Laien- und Freiwilligenarbeit. Zwei solche Bücher und ihre Macher werden in der Schnabelweid vorgestellt: «Nunniger Dorfnämme» von Albert Pflugi und Liliane Müller-Hänggi und «Villmerger Zunamen. Eine Spurensuche» von Otto Walti. Wiederholung der Sendung vom 26.05.2016 Familienname Dubach Dubach ist ein Wohnstättename zu einem Gewässer- oder Flurnamen Dubach, Tubach, Dübach usw. Der Name ist an mehreren Orten im Kanton Bern und Luzern sowie in Tecknau BL altverbürgert. Buchtipp * Villmerger Zunamen. Eine Spurensuche von Otto Walti. Sprüngli Druck AG, Villmergen, 2011 * Albert Pflugi und Liliane Müller-Hänggi: Nunniger Dorfnämme. Eigenverlag Verein Dorfmuseum Nunningen 2016
  • Mundart-Briefkasten: Warum «putzt» uns der Strom eins? 12.03.2026 56мин
    In dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Vom «Putzen» des Stroms über schweizerdeutsche Wörter für «Klugscheisser» bis zum Familiennamen «Läber». Diese Fragen werden in dieser Sendung beantwortet: · «Es het mer eis putzt.»: Was hat ein Stromschlag mit «putzen» zu tun? · Warum kann berndeutsch «süngge» sowohl 'schmerzen' als auch 'gurgelnd schmatzen, von Schuhen im Schlamm' bedeuten? Und was hat das alles mit 'brennen' zu tun? · Welche schweizerdeutschen Varianten gibt es für das Wort «Klugscheisser»? · Sind schweizerdeutsch «Ramsele» u.ä. und englisch «Ramson» für den Bärlauch tatsächlich verwandt? · Hat der Bach «Biberze» seinen Namen tatsächlich von Bibern? · Warum heissen der Thurgauer Weiler «Uerenbohl» und das Haus «zum wiisse Güggel» so wie sie heissen? · Was steckt im Flurnamen «Germatt»? · Und was verrät der Familienname «Leber» bzw. «Läber» über den ersten Träger dieses Namens? Zum Schluss der Sendung stellen wir Ihnen das neue Album der «Mundart-Folk-Rock-Polka-Countryband für Kinder und Eltern» Marius und die Jagdkapelle vor.
  • Maria Lauber: Muetersprach, du luubi Sprach (W) 05.03.2026 56мин
    Die Frutigtaler Dichterin Maria Lauber (1891-1973) war eine Pionierin der Mundartliteratur. Sie beschrieb ihr Frutigtal, die Menschen, die Landschaft, auch Heimweh-Gefühle, die Liebe und der Tod kommen immer wieder vor. Die Wirkung der Stille war der Meisterin in der Kunst des Andeutens wichtig. Ein Lesebuch mit Gedichten, Erzählungen, Sagen, Briefauszügen und Worterklärungen bringt uns die ehemalige Primarlehrerin und Schriftstellerin wieder näher. Auf einer beigelegten CD sind Frutigdeutsche Geschichten von Maria Lauber und vertonte Gedichte von Christoph Trummer, Nadja Stoller und dem Trio Rehblick zu hören. Buchhinweis: Maria Lauber: Ischt net mys Tal emitts. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Lesebuch. Zytglogge 2016. Ausserdem von Maria Lauber verfügbar: - Chüngold. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Zytglogge 2018. - Chüngold in dr Stadt. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Zytglogge 2021. - Gedichte. (Hg. v. Kulturgutstiftung Frutigland). Zytglogge 2023. Wiederholung der Sendung vom 17.11.2016 Familienname Henzirohs Der Familienname Henzirohs (alt eingesessen nur in Niederbuchsiten SO) ist eine erst 1966 erfolgte Umformung des Namens Henziross. Dieser ist nicht ganz geklärt; aller Wahrscheinlichkeit nach steht im ersten Namenteil der Ruf- oder Familienname Henzi (eine Koseform von Heinrich) und im zweiten der Familienname Ross. Der Name könnte als Dorfübername in den Familiennamenschatz übergegangen sein oder auch eine scherzhafte Bildung sein.

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