Passage
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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Die Sendung «Passage» steht für radiophone Exzellenz auf SRF 2 Kultur. Hier verbinden sich Wort und Musik, Ton und Stille.
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Rückkehr der Zauberflöte – ein mongolisches Roadmovie 18.09.2026 50นาทีAnne-Katrin und Mario sind beide 50 und machen sich auf einen gemeinsamen Trip in die Mongolei. Sie wollen eine Ritual-Flöte aus Menschenknochen an ihren Ursprungsort in der Wüste Gobi zurückbringen. Ein akustisches Roadmovie, in dem es nicht zuletzt um lange verschüttete Sehnsüchte geht. Anne-Katrin und Mario haben sich als Kinder in Ulan Bator kennengelernt. Anne lebte dort zwei Jahre mit ihren Eltern. Mario stammt von mongolischen Eltern ab und hat seine gesamte Kindheit in Ulan Bator verbracht. Dann ging er nach Berlin, und er und Anne setzten ihre frühe Kinderfreundschaft fort. Als Annes Eltern starben, fand sich in ihrem Nachlass neben anderen Dingen eine Flöte aus Menschenknochen, ein Ritualinstrument aus einem lamaistischen Kloster in der Wüste Gobi. Diese Flöte bringen Anne und Mario nun zurück an ihren Herkunftsort. -
Selling Out or Giving Up – Popmusik zwischen Kunst und Kommerz 11.09.2026 55นาทีWer mit Popmusik Geld verdienen will, muss mehr machen als nur Musik. Werbedeals, eigene Firmen gründen, Rechteverkauf – das ist meist lukrativer als die blosse Kunst. War das schon immer so oder hat der Kapitalismus die Popmusik endgültig aufgefressen? Es gab eine Zeit, da konnte man Musikerinnen und Musiker wenig Schlimmeres schimpfen als ein «Sellout» zu sein – eine Person, die ihre Kunst, ihre Werte, ihre Authentizität und Autonomie verkauft hat: an ein Unternehmen, an eine Marke, an den Mainstream. Doch die Zeiten haben sich geändert. Billie Eilish macht Werbung für Chanel, Bob Dylan verkauft die Rechte an all seinen Songs, Rapper wie Capital Bra lassen Eistee produzieren. Und: Viele werden dafür von ihren Fans gefeiert. Wo führt das hin, und welche Folgen hat das für die Kunst? -
Republik Ossola 1944: Schweizer Hilfe für Italiens Partisanen 04.09.2026 55นาทีWer kulinarische Spezialitäten einkaufen will, fährt samstags gerne auf den Markt nach Domodossola. In dieser italienischen Kleinstadt an der schweizerisch-italienischen Grenze gründeten Partisanen 1944 die Republik Ossola, einen Mini-Staat. Auch wenn die Partisanenrepublik nach 40 Tagen unterging, diente sie der italienischen Republik von 1946 als demokratisches Vorbild. Was in der Region Ossola passierte und wie die Schweiz Italiens Partisanen unterstützte, erzählen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie der Historiker Andrej Abplanalp. -
«Ausgezeichnet!»: Esel – der älteste Kleintransporter der Welt 30.08.2026 56นาทีDer Esel ist ein Rufer in der Wüste. Gehört wird er zwar, aber kaum verstanden. Denn Menschen- und Eselslogik laufen einander oft zuwider. Der Esel ist ein Wüstentier und als solches darauf spezialisiert, ruhig zu stehen, wenn Gefahr naht, und Verdorrtes zu fressen, wenn der Hunger nagt. Doch wird ihm seine Genügsamkeit als Dummheit und seine Vorsicht als Störrigkeit ausgelegt. So kommt es, dass das Grautier dem Menschen zwar seit 6000 Jahren unschätzbare Dienste erweist, gleichzeitig aber geringgeschätzt, vernachlässigt, gequält und verkannt wird wie kein anderes Nutztier. Die Kulturgeschichte des Esels sagt mehr aus über das Wesen des Menschen als über die Natur des Tiers. Erstsendung: 2.11.2015 Die HörPunkt-Sendung wurde mit dem Zürcher Radio-Preis 2016 ausgezeichnet. -
«Ausgezeichnet!»: Eigentlich seit immer. Frauenliebende Frauen 23.08.2026 54นาทีFrauenliebende Frauen jenseits der 80 erzählen ihre Lebensgeschichten: Christine verliebt sich während der Geburt ihrer Tochter in die Hebamme. Margrit weiss schon im Kindergarten, dass ihr Frauen gefallen, Ruth wiederum erlebt die grosse Liebe erst nach ihrer Pensionierung. In der intimen Audiocollage erinnern sich Frauen, wie sie Liebe gelebt haben, wie sie den gesellschaftlichen Widerständen ihrer Zeit begegnet sind und wie sie ihre inneren Widersprüche ausgehalten haben. Mit berührender Beiläufigkeit wirft das Feature aktuelle Fragen auf: Was macht eine Liebesbeziehung aus? Welche Selbstdefinitionen machen uns stark? Und was wollen wir gerne undefiniert lassen? Erstsendung: 3.3.2023 Ausgezeichnet von der Stiftung Radio Basel mit dem Audio-Förderpreis KatalysatOHR 2021 und unterstützt durch die Stiftung Radio und Kultur Schweiz, SRKS. -
«Ausgezeichnet!»: Memento Mori. Wandel im Umgang mit dem Tod 16.08.2026 56นาทีDer Umgang mit Verstorbenen ändert sich mit der Zeit. Dennoch scheinen sich gewisse Grundmuster in der Verarbeitung eines existentiellen Verlusts hartnäckig zu halten. Immer mehr Menschen beerdigen ihre Toten nicht mehr auf einem Friedhof, sondern nehmen die Asche ihrer Lieben nach Hause, streuen sie in Flüsse, auf Wiesen, vergraben sie im Garten oder tragen sie in den Wald. Trotz dieser Entwicklung hin zu einem individualisierten Totenkult sind und bleiben Friedhöfe unersetzlich, als besondere Orte der Trauer, der Begegnung mit dem Tod und dem Leben. Erstsendung: 30.10.2009 Das Feature wurde mit dem Basler Featurepreis 2010 ausgezeichnet. -
«Ausgezeichnet!»: Emil Selhofer. Fremdenlegionär und Deserteur 07.08.2026 52นาทีDer Schweizer Matrose Emil Selhofer verlässt 1944 seine Heimat und tritt in die französische Fremdenlegion ein, mit der er in den Indochinakrieg zieht. Dort wird er, wie er nach Hause schreibt, zum Verbrecher gemacht. Er desertiert und schliesst sich der vietnamesischen Befreiungsbewegung an, die den französischen Kolonialisten Widerstand leistet. Nach mehreren Jahren in der Fremde will Emil Selhofer zurück in die Schweiz, doch der Rückweg ist ihm versperrt. Seine Spur verliert sich im nordvietnamesischen Dschungel. Der Historiker An Lac Truong Dinh skizziert in der Sendung von Sabine Bitter das intensive, aber kurze Leben des Schweizer Fremdenlegionärs und Deserteurs Emil Selhofer. Erstsendung: 26.4.2012 Das Feature wurde 2012 mit dem «Prix Média akademien-schweiz» ausgezeichnet. -
«Ausgezeichnet!»: BABOOM!!! Kleine Musikgeschichte der Atombombe 31.07.2026 56นาที1945 töten die zwei Atombomben in Hiroshima und Nagasaki auf einen Schlag fast 100'000 Menschen. Ein Ereignis, das sich in der Musik niederschlägt. In Protestsongs. Aber nicht nur. In der Musikgeschichte der Atombombe zeigt sich auch eine Menge Sarkasmus und Verherrlichung der mörderischen Waffe. «Love that Bomb!» singen «Dr. Strangelove and the Fallouts» 1964, «Not the tiny toy from Word War I / This one is a million times more fun.» Galgenhumor angesichts der omnipräsenten Angst vor dem atomaren Wettrüsten im Kalten Krieg. Ein paar Jahre früher zeichnet die populäre Musik ein ganz anderes Bild: Obwohl fast 100'000 Menschen unmittelbar nach den Explosionen sterben, feiert die Mehrheit der US-Popstars die Atombombe ernsthaft – als Symbol des Sieges und Friedens, das den Feind Japan in die Knie gezwungen hat. Am Morgen nach dem Fall der Bombe auf Hiroshima entsteht mit dem fröhlichen Western Swing-Song «Atomic Power» der erste von zahlreichen Songs über Atombomben. Diese Songs sind stets ein Sensor der Gesellschaft. So spiegeln sich in vielen Liedern der 60er die Angst der Bevölkerung vor der omnipräsenten atomaren Bedrohung: «I want to be normal in every way / But a mushroom cloud hangs over my dreams», singt etwa der Rock'n'Roller Sammy Salvo. Und nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 wird Protestmusik in Japan zum mächtigen Treiber in der Anti-Atomkraft-Bewegung. Bleibt noch Nordkorea – welche Rolle spielt die Musik im aktuellen atomaren Konflikt mit den USA? Die «Passage» rollt 70 Jahre Atommusik auf und zeigt damit, dass es sich lohnt, zweimal hinzuhören und sich nicht nur von den fröhlichen Klängen eines Popsongs täuschen zu lassen. Erstsendung: 29.9.2017 Das Feature wurde mit dem Zürcher Radiopreis 2018 ausgezeichnet. -
«Ausgezeichnet!»: Echo – von der Suche nach Widerhall 24.07.2026 55นาทีIm Projekt Echo-Topos-Schweiz vermisst der Schweizer Sänger Christian Zehnder den Alpenraum akustisch. Im Widerhall der Berge ertönen antike Mythen, eine Kulturgeschichte der Vermessung, die Alpenwahrnehmung der Romantik und die ewige Suche des Menschen nach sich selbst im Resonanzraum des anderen. Im Mythos kann die Nymphe Echo ihre Stimme nicht von selbst erheben. Wie Felswände in den Alpen muss sie auf Rufende warten, um den Schall zurück zu wenden. Der antike Dichter Ovid verbindet Echos Widerhall mit der Geschichte von Narziss, der auf der Suche nach sich selbst scheitert. Spinnt man die antike Geschichte weiter, so die Klassische Philologin Antje Wessels, dann suchen wir im Widerhall der Berge heut noch immer uns selbst – mit besseren Chancen. Erstsendung: 13.5.2016 Das Feature wurde mit dem Basler Feature-Preis 2016 ausgezeichnet. -
«Ausgezeichnet!»: Wer putzt die Schweiz? 17.07.2026 55นาทีWir leben in einem der saubersten Länder der Welt. Aber wer sorgt eigentlich dafür, dass das so ist und bleibt? Ein Einblick in den Alltag von Menschen, die beruflich hinter anderen herräumen. Die Autorin begleitet fünf Menschen bei ihrer Arbeit, die täglich gemacht, aber wenig wahrgenommen wird. Ein Mann aus Serbien, der Privatwohnungen putzt. Eine Mitarbeiterin der Stadtreinigung, die in ihrer Kindheit in Kuba mit wenig auskommen musste und nun mit den Folgen des Überflusses konfrontiert ist. Ein kurdischer Abfallkontrolleur, der tagsüber Müllsündern auf der Spur ist und abends Poetry-Slam-Texte schreibt. Eine Sans-Papiers-Hausarbeiterin, die ständig Angst vor Kontrollen hat. Eine tamilische Mitarbeiterin einer Reinigungsfirma, die mit dem engen Zeitplan ihrer Frühschicht kämpft. Erstsendung: 26.2.2021 Ausgezeichnet von der Stiftung Radio Basel mit dem Audio-Förderpreis KatalysatOHR 2019. -
Sklave der Taliban – Eni Yousufs langer Weg in die Freiheit 10.07.2026 55นาทีAls Kind von den Taliban entführt und zur Zwangsarbeit gezwungen, gelingt dem Afghanen Eni Yousuf 2015 die Flucht in die Schweiz. Heute führt er ein Restaurant bei Bern – und erzählt in seinem Buch von Gewalt, Hoffnung und dem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben. Eni Yousuf verbrachte als Kind und Teenager sieben Jahre in Zwangsarbeitslagern der Taliban und erlebte Gewalt, Ohnmacht und Verzweiflung. Dann gelang ihm die Flucht über Iran, Türkei und Balkanroute nach Europa. In der Schweiz kämpfte er sich mit harter Arbeit zurück ins Leben, lernte Deutsch und absolvierte eine Ausbildung in der Gastronomie. Seit 2024 betreibt er mit seiner Partnerin das Restaurant Zamarod in Wabern. In seinem Buch schildert er seine traumatische Vergangenheit, aber auch seinen unbeirrbaren Willen, neu anzufangen – und zeigt, wie weit ein Mensch trotz widrigster Umstände kommen kann. Buchhinweis: Eni Yousuf: Nach oben und von dort über die Dächer. Meine Flucht. Cosmos, 2025. -
Die ungeheuer normale Welt des J. J. Voskuil (W) 03.07.2026 54นาทีEr arbeitete 30 Jahre lang als Volkskundler in einem Amsterdamer Institut. Nach seiner Pensionierung schrieb er sich sein Arbeitsleben in über 5'000 Seiten von der Seele. Mit der siebenteiligen Romanreihe «Das Büro» landete J. J. Voskuil (1926-2008) in den Niederlanden einen gigantischen Erfolg. Aus Voskuils Nachlass erschien 2023 ein weiteres Buch auf Deutsch. «Die Nachbarn» seziert das Zusammenleben und erzeugt mit seinen 300 Seiten einen ähnlichen Sog wie der Mammutroman «Das Büro». Was Voskuils ungeheuer normale Welt so packend macht, erläutern die Literaturredakteurin Katharina Borchardt, der Übersetzer Gerd Busse, die Verlegerin Nelleke Geel und die Literatursoziologin Carolin Amlinger. Erstsendung: 15.3.2024 Buchtipps: J. J. Voskuil. Das Büro 1-7. Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Verbrecher Verlag. J. J. Voskuil. Die Nachbarn. Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Wagenbach Verlag. -
Die offene Rechnung – was die USA ihren Schwarzen schulden 26.06.2026 1ชม.Sie gilt als «Erbsünde Amerikas» und wird noch immer weitgehend verschwiegen und verdrängt: das jahrhundertelange Verschleppen, Verkaufen und Versklaven von Millionen von Menschen aus Afrika. Wo steht Amerika mit dieser Schuld heute, 250 Jahre nach seiner Gründung? Amerikas wirtschaftlicher Aufstieg wäre ohne die jahrhundertelange Ausbeutung von Millionen aus Afrika verschleppten und versklavten Menschen nicht möglich gewesen. Doch bis heute hat sich der Staat weder gegenüber den Opfern noch gegenüber deren Nachkommen je zu diesem beispiellosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt, geschweige denn dafür entschuldigt. Zum 250. Bestehen der USA eine Reportage, in der es nicht nur um Reparation geht, sondern auch um die fehlende gesellschaftliche Aufarbeitung des schlimmsten Kapitels amerikanischer Geschichte, das bis heute nachwirkt. -
«Aus mir braust finstre Tanzmusik». Else Lasker-Schüler vertont 19.06.2026 58นาทีMit etwa 2'500 Vertonungen wurde Else Lasker-Schüler so oft in Töne gekleidet wie keine andere deutschsprachige Dichterin. Welche Faszination geht von dieser Lyrik für Musikerinnen und Musiker aus? Eine Spurensuche in Wuppertal, Dresden und der Schweiz. Ihre Poesie selbst ist schon Musik, Gedichttitel wie «Ouvertüre», «Fortissimo» und natürlich das berühmte «blaue Klavier» künden davon. Paul Hindemith, Friedrich Hollaender und der zeitgenössische Schweizer Komponist David Philipp Hefti fanden ganz unterschiedliche Ansätze für Vertonungen. Aber auch Jazzer wie Ulrich Klan, die Schlagersängerin Katja Ebstein und junge Songwriterinnen wie Christa Abels beschäftigen sich mit den Versen der expressionistischen Poetin. 80 Jahre nach ihrem Tod in Jerusalem ist Else Lasker-Schüler zeitlos – als Kämpferin für Frauen- und Autorenrechte, als Friedensbotschafterin und nicht zuletzt als eine frühe Performance-Künstlerin. -
Ingeborg Bachmann oder der Preis der Freiheit 12.06.2026 54นาทีIngeborg Bachmann gehört zu den großen Stimmen der europäischen Nachkriegsmoderne – und zu den widersprüchlichsten. Aufgewachsen im Schatten von Krieg und Nationalsozialismus, findet die 1926 geborene Kärntnerin früh zur Literatur – und macht das Schreiben zu ihrem existenziellen Projekt. Eine atemberaubende Karriere führt die Autorin von Wien über Paris nach Rom. Beziehungen zu Paul Celan und Max Frisch prägen Bachmanns Leben ebenso wie Brüche, Krisen und Rückzüge. In den 1960er-Jahren gerät das Leben der Schriftstellerin zunehmend aus dem Gleichgewicht. Zum 100. Geburtstag der Schriftstellerin wird das Werk Ingeborg Bachmanns aus verschiedenen Blickwinkeln neu beleuchtet. Sichtbar wird eine Autorin, die bei allem Streben nach Emanzipation in den Verstrickungen ihrer Zeit gefangen blieb – existenziell und künstlerisch. -
Grönland will seine eigene Geschichte schreiben 05.06.2026 56นาทีKaum hat sich die grösste Insel der Welt etwas vom dänischen Kolonialismus befreien können, melden die USA unverhohlene Annexionsgelüste an. Für die Grönländerinnen und Grönländer geht es jetzt ums Ganze. «Wir brauchen Grönland für unsere nationale Sicherheit», sagt US-Präsident Donald Trump. «Grönland ist Teil des Dänischen Königreiches», unterstreicht die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Derweil machen sich die Menschen auf der Arktis-Insel daran, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Sie bauen dabei auf eine indigene Erzähltradition und viele Stärken. Doch die Zeit wird knapp, denn die Weltpolitik hat Grönland entdeckt und die eigenen Mittel sind überschaubar. Die Zukunft des Inuitvolkes steht auf der Kippe. -
Vers trifft auf Musik: Monika Rinck und Anna Trauffer 29.05.2026 1ชม. 1นาทีDie Deutsche Monika Rinck zählt mit ihren vielschichtigen und sinnlichen Gedichten zu den prägendsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik. Die virtuose Schweizer Klangkünstlerin Anna Trauffer entwickelt im gemeinsamen Auftritt mit der Autorin zu deren Texten musikalische Klangwelten. Gedicht und Musik begegnen sich in dieser an den Solothurner Literaturtagen aufgezeichneten «Passage» im offenen Experiment: Sprache wird Klang, Klang wird Kommentar – spontan und im Dialog. Die Lyrik der 57-jährigen Monika Rinck gleicht überraschenden Denkbewegungen – musikalisch, ironisch gebrochen, wild assoziierend. Die Musikerin Anna Trauffer reagiert mit Kontrabass, Stimme und ausgefallenen klanglichen Texturen auf Rincks Texte. Dadurch entsteht ein einzigartiges Zusammenspiel von Vers und Klang, das Bedeutungen öffnet, ohne diese klar festzulegen: eine Einladung ans Publikum zu einer Reise in ungewohnte Hörräume. Buchhinweis: Monika Rinck: Höllenfahrt & Entenstaat. Kookbooks 2024. -
Für alle Sinne – der Pilz in Kunst und Kultur 22.05.2026 51นาทีAuf Pilzen ruhen grosse Hoffnungen. Sie sollen helfen, Probleme der Menschheit zu lösen: z.B. Baustoffe liefern, aber auch Verpackung und sogar Kleidung. Pilze bereichern unsere Esskultur und unterstützen unser Wohlbefinden. Und sie sind geheimnisvoll: Erst ein Bruchteil der Pilze ist beschrieben. Pilze stehen auch bei Kunstschaffenden hoch im Kurs. Künstlerinnen und Künstler besingen sie, wandeln ihre elektrischen Signale in Klang um, arbeiten mit ihrer Leuchtkraft, ihrer Biolumineszenz. Forschende an der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt behandeln Holz mit Pilzen, um ihm neue Eigenschaften zu geben. So entstehen zum Beispiel pilzbehandelte Geigen, die es mit einer Stradivari aufnehmen können. Diese Sendung wurde von der Stiftung für Radio und Kultur unterstützt. -
100 Jahre Miles Davis: Was wir von ihm lernen können 15.05.2026 55นาทีMiles Davis ist mehr als eine Jazz-Ikone: Über Jahrzehnte hinweg hat er als Innovator und Visionär auch seine Mitmusiker zu kreativen Höhenflügen herausgefordert und so wieder und wieder Neues kreiert. Wie hat er das gemacht? Über Miles’ Führungsstil, Fehlerkultur und den Mut zum Risiko reflektieren eine Kreativitätsforscherin und zwei Musiker: der Grammy-prämierte Jazzbassist Christian McBride, eine Schlüsselfigur der afroamerikanischen Jazzszene, der österreichische Trompeter Thomas Gansch mit engem Bezug zu Miles Davis, sowie die Psychologin, Neurowissenschaftlerin und Musikerin Teresa Wenhart. Mit ihnen taucht Jazzspezialistin Annina Salis ins Leben und Werk des Jahrhundertmusikers ein. Was können wir in Zeiten von KI und gesellschaftlichem Wandel von Miles Davis’ einzigartigem kreativen Mindset lernen? -
Die Olive – Wandlerin zw. Kulinarik, Klimawandel, Mythologie (W) 14.05.2026 56นาทีSalzig, sauer, süss knackt sie zwischen den Zähnen. Ist mal fest, mal samtig weich. Die Olive erfreut sich grosser Beliebtheit – schon seit Jahrtausenden. Neu gedeiht sie auch in der Schweiz. Ein Audiofeature über eine grosszügige Spenderin von Licht, Kost und Trost. Die Kulturgeschichte der Olive ist so polyvalent wie die eigensinnige Frucht selbst: Der Gründungsmythos der Stadt Athen, Wiege der Demokratie, ist eng mit dem Olivenbaum verbunden. Das zentrale Element der christlichen Salbungstradition ist Olivenöl. Auch in unseren Breitengraden gewinnt der Olivenbaum an Bedeutung – begleitet allerdings vom bitteren Nachgeschmack des Klimawandels. Erstsendung: 17.10.2025
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