Dini Mundart - Schnabelweid
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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«Dini Mundart – Schnabelweid» ist die Sendung für alle, die Mundart lieben. Sie bringt die Mundartvielfalt der deutschen Schweiz zum Klingen mit Lesungen von MundartautorInnen, Liedern von MundartsängerInnen sowie Geschichten und Beiträgen zur Mundartkultur von Freiburg bis ins St.Galler Rheintal und von Schaffhausen bis zu den Walsern.
Epizody
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Lara Stoll: «Gunni» 10.09.2026 56minLara Stoll, Preisträgerin des Salzburger Stiers 2021, hat ein neues Buch veröffentlicht – das Drehbuch zu einer unverfilmten Mundart-Fernsehserie. Im Lara Stolls sechsteiliger Mini-Serie, die nun statt im Fernsehen zwischen zwei Buchdeckeln gelandet ist, geht es um Géraldine «Gunni» Hofer. Sie ist 34, versucht sich als Musikerin, schlägt sich als Moderatorin eines alternativen Radiosenders durch und ist mit dem Erwachsenenleben heillos überfordert – das ihr aktuell besonders übel mitspielt: Wohnung verloren, Beziehung beendet, Job auf der Kippe, und zu allem Übel liegt auch noch Gunnis geliebte Grossmutter im Sterben. Da erstaunt es schon fast nicht mehr, dass Lara Stolls Protagonistin auch noch von Panikattacken verfolgt wird. Inmitten dieses Lebens, das sie zunehmend überfordert, versucht Gunni, irgendwie zu bestehen – und beginnt immer stärker, allen etwas vorzuspielen. Sei es ihrem Psychiater, ihren Freunden, der Grossmutter oder auch sich selbst. Lara Stoll lässt uns aber nicht einfach einer Scheiternden zuschauen, sondern ihr ist (neben der Tatsache, dass es – typisch Stoll – viel absurde Situationskomik darin hat) nicht zuletzt ein rührendes Buch über Freundschaften und übers Abschiednehmen gelungen. In der Sendung spricht Lara Stoll darüber, was sie an der besonderen Form des Buchs als Drehbuch gereizt hat, welche Herausforderungen das Schreiben in Zürcher Dialekt für sie als Thurgauerin mit sich brachte, und wie viel echtes Leben in dieser filmisch erzählten Dramödie steckt. Ausserdem erklären wir zum Schluss der Mundartstunde die historischen und sprachlichen Hintergründe der Familiennamen Spring, Springer, Sprung und Sprunger. -
Briefkasten: Wörter und Namen von unterwegs 03.09.2026 57minUnsere Mundartexperten beantworten Fragen zu Flur-, Berg- und Quartiernamen, zu einem rätoromanischen Jägergruss oder zur Herkunft der Wörter «pilgern» und «wallfahren». Auf folgende Fragen gibt es in dieser Sendung Antworten: Wie spricht man den Südkanton eigentlich aus? «Tessiin» oder doch «Téssin»? Könnten die beiden ähnlich tönenden und nahe gelegenen Flurnamen «Lebere» (Nunningen SO) und «Chläbere» (Reigoldswil BL) etwas miteinander zu tun haben? Woher kommen die beiden Wörter «pilgern» und «wallfahren»? Und was hat der Übername «Chatzestrecker» für die Luzerner damit zu tun? Was steckt hinter dem Flurnamen «Hatzchlaue» in Altwis LU? Woher hat das Berner «Lorrainequartier» seinen Namen? Und warum gibt es im Kanton Bern und in der Romandie noch mehrere weitere «Lorraine»? Was könnte der Bergname «Wildgärst» im östlichen Berner Oberland bedeuten? Warum wünschen Engadiner Jäger einander «in bocca d'luf», also «in den Rachen des Wolfs»? Wie kam es zum Flurnamen «Rappagugg», der im Churer Rheintal gleich zweimal vorkommt? Woher kommt der Familienname Roduner und was hat er ursprünglich bedeutet? -
El Ritschi: «Singing Radio Artist» 27.08.2026 54minDer Engelberger Musiker El Ritschi hat ein Doppelalbum mit einer Sammlung von «Apropos»-Radiokolumnen aus dem Regionaljournal Zentralschweiz und Solo-Liedern herausgegeben: gewitzt, manchmal kritisch, immer mit viel Liebe zur Sprache, zu den Menschen und ihren Geschichten. Seit 15 Jahren ist El Ritschi als singender und kommentierender Radiokolumnist für «Apropos» im SRF-RegionaIjournal Zentralschweiz tätig. In der Sendung sprechen wir ihm darüber, was ihn antreibt, und welche Fülle von Themen er aus seinem Engelberger Dialekt und seiner Heimatregion schöpft. Ausserdem erklären wir die sprachliche Geschichte hinter dem Familiennamen Brütsch, der ursprünglich wohl ein Übername für jemanden war, der auffällig barsch oder stolz auftrat. -
Wie Comics unsere Sprache revolutionierten (W) 20.08.2026 56min«Mampf», «glugglugg» und «jubilier!»: Nadia Zollinger und Markus Gasser von der SRF-Mundartredaktion vertiefen sich in die Sprache der Comics. Was ist so speziell daran und in welchem Verhältnis steht sie zur Alltagssprache? Eine zentrale Rolle spielt der sogenannte «Erikativ». Der Begriff erinnert an Erika Fuchs, die jahrzehntelang die Disney-Comic-Hefte ins Deutsche übertragen und damit die deutsche Schriftsprache mit neuen Elementen wie eben dem Erikativ bereichert hat. Damit sind Verbformen wie «seufz» oder «grübel» gemeint. Ausserdem wird die Geschichte der Comics besprochen mit seinen Vorformen in mittelalterlichen Heiligenbildern und bei Wilhelm Busch. Als bekennender Asterixianer analysiert Markus Gasser ausserdem die Vorzüge von Asterix auf Berndeutsch. Wer Inspiration sucht im Bereich Fluchen, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Kapitän Haddock aus Tim und Struppi liefert kreatives Vokabular - «Hunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!» Wiederholung der Sendung vom 6.6.2024 Familiennamen Kegel und Keigel Der Familienname Kegel ist ein Übername zum mittelhochdeutschen Wort «kegel» für «Kegel, Pflock, Stock oä.» und bezeichnet eine kleine, rundliche Person. Der Name ist in Appenzell AI alteingessen. Daneben gibt es auch die Variante Keigel, in Füllinsdorf BL, Reiden und Ruswil LU vor 1800 als Bürgergeschlecht belegt. -
Wie tönt Asterix auf Berndeutsch und im Aargauer Dialekt? 13.08.2026 55minAm 14. August jährt sich der Geburtstag des Asterix-Autors René Goscinny zum 100. Mal. Von den mittlerweile 41 Abenteuern des listigen Galliers gibt es fast 100 Übersetzungen in über 30 deutsche Mundarten, unter anderem ins Berndeutsche und Aargauerdeutsche. Warum eigentlich und ist das gut? Die ersten Übersetzungen der Asterix-Bände ins Deutsche waren äusserst problematisch, wurden sie doch in eine unappetittlich deutschnationale Gesinnung übertragen. Erst, als Gudrun Penndorf 1965 die Übersetzungen übernahm, wurde Asterix das, womit Generationen von Kindern und Jugendlichen aufgewachsen sind. Seit den 90er-Jahren entstanden immer mehr Übersetzungen auf Mundart, auch auf Berndeutsch. Zum Beispiel die beiden Bände «Dr grooss Grabe» (1996) und «Asterix u Obelix uf Irrwäge» (1997, auf Hochdeutsch «Die Odyssee») vom Berner Autor Hansruedi Lerch. 2024 kam «Asterix der Aargallier» dazu, übersetzt vom Freiämter Musiker Jan SEVEN Dettwyler. Wie unterschiedlich solche Mundartübersetzungen herauskommen können, wie nah oder fern am (deutschen oder französischen) Vorbild sie sich bewegen, das sieht man an diesen Beispielen sehr schön. Mundartredaktor Markus Gasser erzählt die Übersetzungsgeschichte von «Asterix» mit Originaltönen von René Goscinny, Gudrun Penndorf und Seven - sowie mit reichlich Beispielen aus verschiedenen Geschichten und verschiedenen Übersetzungen. Die Familiennamen Rinderknecht und Gutknecht Martin Graf vom Schweizerischen Idiotikon erläutert, dass Rinderknecht ein Berufsname ist, der auf das gleichlautende altschweizerdeutsche Wort in der Bedeutung «Rinderhirt» zurückgeht. Da das Vieh früher grossenteils nicht in eingezäunten Weiden gehalten wurde, musste es von Hirten betreut werden. Gutknecht dagegen geht zurück auf die im Mittelhochdeutschen geläufige Fügung «guot knëht» im Sinne von «Ehrenmann, Held, Krieger». Es handelt sich also um einen Übernamen für einen besonders tapferen, edlen (jungen) Mann. Lesetipps - R. Goscinny, A. Uderzo: «Asterix redt Schwyzerdütsch». Enthält «Dr grooss Grabe» und «Asterix u Obelix uf Irrwäge», übersetzt von Hansruedi Lerch. Egmont Comic Collection 2025 - R. Goscinny, A. Uderzo: «Asterix der Aargallier», übersetzt von Jan SEVEN Dettwyler. Egmont Comic Collection 2024 - Jörg Fündling: Asterix. 100 Seiten. Reclam 2023 -
Wem die Sicherung durchbrennt, der wird kopflos 06.08.2026 56minIn Redensarten wird oft der menschliche Körper in Szene gesetzt, etwa das Zahnfleisch, auf dem man läuft. Genauso beliebt sind auch Bilder aus der Technik, sei es der Reset-Knopf, den man drückt, oder der Akku, der leer ist. Dass Klugheit mit dem Kopf in Verbindung gebracht wird, erstaunt nicht. Wer etwas auf dem Kasten hat, der hats buchstäblich im Hirnkasten - also viel Verstand. Entsprechend wird kopflos, wer die Beherrschung verliert. Ein Pendant aus der Elektrotechnik dazu ist die Sicherung, die bei jemandem durchbrennt. Andere Sprachbilder kommen aus mittelalterlichen Lebenswelten, etwa der Pechvogel: Das war wirklich ein Vogel, der am Leim kleben blieb, den der Vogelfänger auf einen Ast geschmiert hat. So unschön, wie die Arschkarte gezeigt bekommen - die rote Karte des Schiedsrichters, die er auf der Gesässtasche zieht. In der Sendung werden jeweils verschiedene Redensarten aus verschiedenen Epochen und Lebensbereichen erläutert zu den Bedeutungen «von vorne anfangen», «die Beherrschung verlieren», «Pech haben», «viel wissen, viel können» und «erschöpft sein». Ausserdem erläutert Namenexperte Hanspeter Schifferle den Namen Hasenfratz, der wohl aus einem Übernamen mit der Bedeutung «Hasengesicht» entstanden ist. -
Von «die Segel streichen» bis «kein Blatt vor den Mund nehmen» 30.07.2026 57minSo haben Krieg, Rechtswesen und Kunst Redensarten geprägt. Die Kapitulation, die Aufgabe einer Seite hat schon so manchen Krieg beendet. Deshalb verwendet man auch im sonstigen Leben sprachliche Bilder aus dem Kriegswesen, um das Aufgeben zu umschreiben: «die Flinte ins Korn werfen», «die Segel streichen» oder «die weisse Fahne hissen». Auch das mittelalterliche Rechtswesen spiegelt sich in diversen Redewendungen, so etwa in «auf die lange Bank schieben» für «hinauszögern». Der mittelalterlichen Dichtung haben wir wohl «über den grünen Klee loben» zu verdanken - denn die Dichter priesen den Klee wie kaum etwas anderes. Und auf das Theater bezieht sich die Redensart «kein Blatt vor den Mund nehmen» für «ehrlich und direkt sein» - in Zeiten der Zensur hielten sich manche Schauspieler ein Blatt Papier vor das Gesicht, damit sie nicht erkannt und für allfällig heikle Aussagen zur Rechenschaft gezogen werden konnten. In dieser Sendung erfahren Sie die spannenden Geschichten rund um diese und weitere Redewendungen. Und ausserdem erklären wir, was der Familienname Vollenhals ursprünglich bedeutet haben könnte. -
Redensarten: Warum funken wir uns dazwischen? 23.07.2026 57minRedensarten verraten uns viel über alte Traditionen und neue Technologien. Verschiedene Redensarten beziehen sich auf traditionelle Methoden von Handwerk – und an ihren moderneren Pendants lässt sich die Entwicklung der Gesellschaft und der Technologien mitverfolgen. Das zeigen wir in der heutigen Sendung anhand von vielen Beispielen für Redensarten zu den unterschiedlichsten Themen. Es geht um Gelegenheiten (erfolgreich genutzte, aber auch verpasste, die uns wie bei der Jagd das Wild «durch die Lappen gegangen» sind), um Störenfriede, die uns «dazwischenfunken», um Verrückte, die «nöd ganz gschöchlet» sind, aber auch um Sprachbilder dafür, wie wir uns heimlich davonmachen – und wie wir sterben. Zum Schluss der Sendung gehen wir ausserdem dem Familiennamen Aemisegger auf den Grund. -
Redewendungen: Wer sind die Leviten und warum werden sie gelesen? 16.07.2026 56minDie grösste einzelne Quelle für Redewendungen ist die Bibel. Daran zeigt sich, wie sehr die Religion Sprachen und Vorstellungswelten geprägt hat. Wenn man jemanden belehrt, dann «liest man ihm die Leviten», und wenn man etwas plötzlich begreift, dann «fällt es einem wie Schuppen von den Augen» oder «es geht einem ein Licht auf». All diese Redewendungen stammen aus der Bibel oder beziehen sich auf die heilige Schrift des Christentums. Und religiöse Bezüge gibt es auch in den Redensarten «jemandem eine Gardinenpredigt halten», «jemanden abkanzeln» und sogar in der «Standpauke». Aber natürlich, längst nicht alle Redewendungen haben mit Religion zu tun. Sie bedienen sich etwa auch in der Küche («jemanden schmoren lassen», «mit jemandem ein Hühnchen zu rupfen haben») oder bei der Mode («öpperem d Chnöpf iitue» und «öpperem ds Möösch putze» – beides für 'zurechtweisen'. Mit «Möösch» ist das Messing gemeint, aus dem Uniformknöpfe gemacht sind). Erfahren Sie die Geschichten hinter diesen und weiteren Redensarten im zweiten Teil unserer Sommerserie. Zum Schluss der Sendung beleuchten wir noch die Herkunft des Familiennamens Wepfer, der auf ein altes Handwerk zurückgeht. -
Redensarten vom Dampfer bis zu den Zügeln 09.07.2026 56minWir sprechen gern in bildhaften Redensarten. «Du bist auf dem falschen Dampfer» oder «Sie hat die Zügel in der Hand» oder «jetzt musst du einen Zahn zulegen!» Die Sprachbilder unserer Redensarten verändern sich mit den Lebenswelten unserer Alltagsumgebung. Wer früher auf dem Holzweg war, sitzt heute im falschen Film. Wer früher die Zügel in der Hand hielt, ist heute vielleicht der Babo im Haus. In der Sendung werden alte und neue Redensarten erläutert mit den Bedeutungen «sich beeilen», «sich irren», «sich gut verstehen» und «bestimmen, Chef sein». Was hat der Familienname Adank mit Dank zu tun? Familien namens Adank sind in Wartau SG, Fläsch und Luzein GR alteingesessen. Ihr Name ist ein Übername und geht zurück auf das Wort Dank und eine Vorsilbe, die die Abwesenheit des Genannten ausdrückt. Adank bedeutet also wörtlich «danklos» und bezeichnete ursprünglich wahrscheinlich einen undankbaren Menschen, allenfalls auch jemanden, der den ihm zustehenden Dank nicht bekam. -
Briefkasten: Warum sagen wir «sperrangelweit offen»? 02.07.2026 55minNeun Fragen aus unserem Publikum, neun Antworten von unseren Mundartredaktoren. In dieser Sendung beantworten die SRF-Mundartredaktoren folgende Mundartfragen: Woher kommt das Mundartwort «lättere» bzw. «lädere» für 'lichterloh brennen'? Warum sagt man in Graubünden für 'reizen' oder 'jucken' auch «nöössere»? Was steckt im fast vergessenen Verb «wolfele» für 'günstiger werden'? Antwortet man auf einen Dank zwingend mit «gärn gescheh» oder geht auch ein kurzes «gärn»? Woher kommt der Ausdruck «sperrangelweit»? Warum sagt man im älteren Schweizerdeutsch «schabab» für 'neidisch', 'verloren' oder 'todmüde'? Was bedeutet der merkwürdige Flurname «schräge Lebern»? Steckt im Flurnamen «Sibstel» vielleicht ein Siebtel von etwas? Woher stammt der Familienname T(h)enisch und was bedeutet er? -
Revolutioniert KI gerade das Sprachenlernen? 25.06.2026 57minSprachlern-Apps setzen immer mehr auf Künstliche Intelligenz. Welche Vorteile das fürs Sprachenlernen bringt und wo die Risiken liegen, zeigt unser Sprachredaktor mit einem Selbstversuch. Dank KI in zwei Wochen Kroatisch lernen? So einfach ist es dann doch nicht. Aber der Selbstversuch von Sprachredaktor André Perler zeigt: Künstliche Intelligenz hebt das digitale Sprachenlernen auf ein neues Niveau: Konnte man bisher praktisch nur vorgefertigte Sätze nachsprechen und übersetzen, ist es nun möglich, Konversation zu üben – freie Gespräche über irgendwelche Themen. Der Chatbot antwortet spontan und kommt fast an ein menschliches Gegenüber heran. Auf der anderen Seite macht die KI immer noch Fehler, die Menschen nicht passieren würden. Und auch in Sachen Datenschutz sind Sprachlern-Apps nicht über alle Zweifel erhaben. Im zweiten Teil der Sendung erklärt der ehemalige Idiotikon-Chefredaktor Hans-Peter Schifferle den Nidwaldner Familiennamen Lussi. -
Mundart oder Hochdeutsch? (W) 18.06.2026 55minVor dieser Frage stehen Menschen, die in die Deutschschweiz flüchten. Beide Sprachen sind im Alltag wichtig. In der Standardsprache wird gelesen und geschrieben und mit ihr kann man sich auch mündlich zurechtfinden. Aber die Einheimischen reden untereinander Mundart. Zwei Sprachvarianten also, die sich sehr stark unterscheiden. Markus Gasser und Nadia Zollinger von der SRF-Mundartredaktion besprechen in der Sendung die sprachlichen Herausforderungen, mit denen Flüchtlinge hier konfrontiert werden. Und sie gehen der Frage nach, wieso Deutsch so schwer zu lernen ist. Der irakisch-deutsche Autor Abbas Khider findet, in der deutschen Sprache werde ständig «geballert, geboxt und geknetet». Er meint damit: Es gibt so viele Regeln und gleichzeitig so viele Ausnahmen von diesen Regeln, dass man Deutsch eigentlich auswendig lernen müsse. Eine steile These! Mit ihm und mit Rahim Mohammadzadeh, der vor 6 Jahren aus dem Iran in die Schweiz geflüchtet ist, kommen Betroffene zu Wort, deren Integration durch die «Hölle des Deutschlernens» geführt hat. Wiederholung der Sendung vom 17.03.2022 Der Familienname «Lorenz» Der Familienname Lorenz ist an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entstanden. Es ist ein Vatersname (Patronym): Der Taufname eines Vaters wurde als Familienname auf seine Kinder übertragen. Lorenz war als Taufname insbesondere wegen dem Heiligen Lorenz von Rom beliebt. -
Mundart-Briefkasten: Wer ist der Böölimaa? 11.06.2026 55minIn dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Vom sprichwörtlichen «Böölimaa» über das Mundartwort «Flüngg» für einen Stein und die Frage, warum es eigentlich zum Landammann kein weibliches Pendant gibt, bis zu den Familiennamen Zurkirchen und Zumbrunnen. Diese Fragen werden in der Sendung beantwortet: · Wo hat der «Böölimaa» seinen Namen her? · Wie ist die Bezeichnung «Hafetatze» für Topflappen entstanden? · Was hat es mit dem Berner Begriff «Flüngg» für einen Stein auf sich? · Manche Menschen sagen «ufd Apothek gaa» statt «id Apothek gaa» – warum? · Warum gibt es zur Amtsbezeichnung «Landammann» nicht das weibliche Pendant «Landamfrau»? · Wie ist die sprachliche Herkunft der Familiennamen Zurkirch(en) und Zumbrunnen zu erklären? Ausserdem haben wir einen Mundart-Musiktipp für Sie bereit: Die Zürcher Musikerin Follia mit ihrem aktuellen Song «verrutscht». -
«Gisch was hesch», ein Mundartroman von Stef Stauffer 04.06.2026 56minNach vier Romanen über eine Frauenbiografie schreibt die Berner Autorin Stef Stauffer diesmal eine höchst vergnügliche Kleingaunerkomödie. Man leidet mit den Figuren mit und ein bisschen lacht man auch über ihr bemühtes Strampeln für ein würdiges Leben. Sie sind so unendlich menschlich! Ewige Geldsorgen drücken zwar auf ihre Stimmung, aber sie haben auch kreative und nicht immer ganz legale Ideen, wie sie diese Geldsorgen loswerden könnten. Dr Chläbi, d Mönele, dr Anger und dr Püntu. Beim King zum Beispiel, Ex-Tennisprofi, da müsste doch was zu holen sein, so unanständig reich, wie der ist. Wenn nur nicht die Tschuggerei ständig dazwischenfunken würde. Es sind keine Helden und keine grossen Geschichten, über die Stef Stauffer schreibt. Aber ihre Figuren haben Herz. Vor allem haben sie ihr Mundwerk. Denn reden, das können sie endlos. Die Sprache jeder ihrer Figuren spiegle ihren jeweiligen Charakter, sagt die Autorin. Tatsächlich macht das umständliche, wortreiche, bildhafte, farbige Reden dieser Menschen die Lektüre des Romans zu einer Quelle für gute Laune und Mitgefühl. Happy End inklusive. Familienname Jegerlehner Der Familienname Jegerlehner ist in Biglen, Hasle bei Burgdorf und Walkringen im Berner Mittelland einheimisch. Er bezieht sich als Wohnstättenname auf den Wohnort der ersten Personen mit diesem Namen, den Hof Jegerlee im Talgraben in der Gemeinde Walkringen. Dessen Name setzt sich zusammen aus der Personenbezeichnung Jeger und dem alten Rechtswort Lee(n) «Pacht, Lehen». Das Jegerlee war also ein Hof, der an einen Jäger oder an eine Person namens Jeger verpachtet war. -
Die Comedienne Jane Mumford im Gespräch 28.05.2026 55minObwohl sie ihre Comedy-Programme «Reptil» und «Leben» auf Mundart bestreitet, empfindet Jane Mumford Schweizerdeutsch als Fremdsprache. Denn sie wuchs zwar in der Schweiz auf, aber mit der Erstsprache Englisch. Eine perfekte Ausgangslage für die Sprachsendung «Dini Mundart Schnabelweid»! Die Stimmung ist heiter bis ausgelassen in der Cantina del Vino in Solothurn, wo das Gespräch mit Mundartredaktor Markus Gasser anlässlich der Literaturtage vor Publikum aufgezeichnet wurde. An manchen Stellen fällt es schwer zu sagen, ob Jane Mumford gerade einen Ausschnitt aus einem ihrer Programme performt oder über ihre sprachliche Prägungen diskutiert. Denn die Übergänge zwischen Gespräch und Auftritt sind fliessend und das Bühnentier Jane Mumford macht aus jedem beliebigen Stichwort spontan eine kleine Nummer. Beim Thema Fremdwörter zum Beispiel: Das Wort «Portemonnaie» sei ja auch mal von aussen ins Deutsche gekommen, vorher gab es da nichts. Doch, widerspricht Markus Gasser: «Geldseckel». Das sagt man im Senslerdeutschen heute noch. Geldseckel! Das Wort komme ihr gerade recht. Klingt wie ein Schimpfwort. Und so geht es Schlag auf Schlag. Auch bei den an sich seriösen Themen wie zum Beispiel den kulturellen Unterschieden zwischen England und der Schweiz. Mumford erläutert sie am Beispiel der Erfindung des Tourismus in der Schweiz durch die Briten vor etwa 200 Jahren. Da traf Snobismus auf Bauernschläue mit Profit auf beiden Seiten. Weniger zu lachen gab ihr Blick zurück auf die Anfänge ihrer Bühnenkarriere, als Frauen im Comedy-Genre noch Exotinnen waren und als solche behandelt und nicht ernst genommen wurden. Das habe sich in den seither verflossenen 12 Jahren spürbar geändert. Wenn sich jetzt noch alle etwas mehr entspannen könnten in der neu gewonnenen Ebenbürtigkeit, dann wäre es schon fast gut auf und hinter den Comedybühnen. Die Sendung bringt das Gespräch in voller Länge und im Originaltempo der unglaublich schnellen, klugen und witzigen Jane Mumford. Buchtipp Jane Mumford: Reptil. Ein kaltblütiges Libretto. Knapp Verlag 2024, 125 Seiten -
Mundart-Briefkasten: So vielfältige Verben! 21.05.2026 54min«veschpere», «wauele», «ergelschtere», «güllemüggere»: In dieser Sendung gehen wir unter anderem auf diese kreativen Verben ein, eingeschickt von unseren Hörerinnen und Hörern. Und auch Flur- und Familiennamen erklären wir. Sie fragen, wir antworten - in dieser Stunde behandeln wir folgene Mundartfragen: · Kann man «veschpere» nur für 'Zvieri essen' brauchen oder auch für «Znüni essen»? · Warum sagt man «wauele» für 'reklamieren, protestieren'? · Hat das Verb «ergelschtere» für 'sich ereifern' etwas mit Elstern zu tun? · Woher kommt der Ausdruck «güllemüggere» für das Besetztzeichen am Telefon? Und ist es vielleicht nur in der Familie unseres Hörers bekannt? · Warum sagte man dem Schaufenster früher auch «Montere» oder «Muntere»? · Woher kommt das Mundartwort «Höumi» für einen Ort, der vor Wind und Wetter geschützt ist? · Steckt im Hofnamen «Holzschuepisse» eine ungebührliche Handlung? Ausserdem stellen wir das neue «Kleine Flurnamenbuch für Wandernde» vom Namenforscher Roland Hofer vor. Er erklärt darin die Herkunft und Bedeutung vieler Orts-, Flur- und Bergnamen, denen man beim Wandern begegnet. Und wir erklären, wie es zum Familiennamen Stirnimann, bzw. Stirnemann gekommen ist. Buch-Tipp: Roland Hofer: Kleines Flurnamenbuch für Wandernde. Weber-Verlag 2026. 244 Seiten. -
«Beiz», «Kaff», «E Ligu Lehm» – Alles Rotwelsch? Alles Rotwelsch! 14.05.2026 57min«Rotwelsch» sind verschiedene, miteinander verwandte Sprechweisen von gesellschaftlichen Randgruppen im deutschen Sprachraum, die sich über Jahrhunderte parallel entwickelt haben. Ein neues Wörterbuch gibt Einblicke in diese Sondersprachen und regt zum Nachdenken über Sprache und Gesellschaft an. Das «Wörterbuch deutscher Geheimsprachen» von Klaus Siewert versammelt Tausende Wörter aus rund 70 verschiedenen Rotwelsch-Dialekten. Deren gemeinsamer Vorfahr ist eine mittelalterliche Sondersprache von Bettlern, Fahrenden, Prostituierten und anderen Gruppen, die von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert und an den Rand gedrängt wurden. In der Sendung werfen wir einen vertieften Blick ins Wörterbuch anhand diverser Beispiele, die es auch in die Schweizer Mundarten des Alltags geschafft haben: etwa «Beiz», «Kaff» oder «Tschugger». Neben den Bedeutungen der einzelnen Rotwelsch-Begriffe liefert das Wörterbuch auch Erklärungen zu deren Entstehung, was anschaulich macht, wie viele verschiedene sprachliche Einflüsse im Rotwelschen zusammenkommen – und wie sprachschöpferisch kreativ diese Sprachen verfahren. Man stösst auf ursprüngliche Lehnwörter: Der berndeutsche Ausdruck «Ligu Lehm» für ein Stück Brot geht beispielsweise zurück aufs hebräische Wort «lechem» («Brot»). Es gibt zahlreiche Ableitungen (der Fisch wird zum «Flössling») und Neukombinationen von Wörtern, die zwar den Regeln der deutschsprachigen Wortbildung folgen, aber trotzdem kaum verständlich sind. Der deutsche Linguist und Rotwelsch-Forscher Christian Efing gibt in der Sendung Auskunft über Status und Bedeutung des Rotwelschen für verschiedene Sprechergruppen und den sozialgeschichtlichen Hintergrund, der die Arbeit an solchen Wörterbüchern erschwert. Seit 2025 stehen die Rotwelsch-Dialekte auf der deutschen UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Ausserdem erklären wir gegen Ende der Sendung die Herkunft und Bedeutung der Familiennamen Felder, Imfeld, Fanger und Infanger. Buchhinweis: · Klaus Siewert: Wörterbuch deutscher Geheimsprachen – Rotwelsch-Dialekte. De Gruyter, 2025. -
Gebehebeimsprabacheben (W) 07.05.2026 57minGeheimsprachen sind bereits seit der Antike bekannt. Unter Geheimsprachen versteht man ganz verschiedene Sprachformen: Gruppensprachen, die von Aussenstehenden kaum verstanden werden, aber auch sprachliche Verschlüsselungsstrategien. (Wiederholungssendung) Nadia Zollinger und André Perler sprechen in dieser Folge des «Dini Mundart»-Podcasts über Geheimsprachen. Das sind nicht Sprachen wie Deutsch, Französisch oder Chinesisch, sondern Formen und Abwandlungen davon, welche versuchen, gewisse Menschen von der Kommunikation auszuschliessen. Und zwar durch die Verwendung von Wörtern aus anderen Sprachen, durch Wortcodes oder durch die Abänderung von Wörtern, etwa indem Buchstaben ersetzt oder erweitert oder indem Silben verschoben werden. Prominent unter den Geheimsprachen ist «Grüfnisch». Dies ist eine sogenannte Spielsprache, wie auch die B-Sprache, Leffisch oder die Feckersprache. Vokale werden durch längere Einschübe ersetzt, so dass am Ende eine Gebehebeimsprabachebe entsteht. Während es bei den Spielsprachen häufig um Gruppenidentität und Sprachkreativität geht, gibt es auch Geheimsprachen, welche diskriminierten Minderheiten die Möglichkeit gaben, untereinander zu kommunizieren, zum Beispiel Rotwelsch oder Polari. Und während des 2. Weltkrieges und im Kalten Krieg wurde sogar Rätoromanisch als Geheimsprache benutzt. Nadia und André knacken jeden Code und geben Inspirationen für ein persönliches Geheimsprachsystem. Ubunbebedibingt rebeinhöböreben. Lesetipps · Hansjörg Roth: Barthel und sein Most. Rotwelsch für Anfänger (Verlag Huber 2007) · Hans Markus Tschirren, Peter Hafen: Ittu'me inglisch'e - Matteänglisch. Die Matte und ihre Sprachen (Weber Verlag 2016) -
Mundart-Briefkasten: Langsamer oder langsämer? 30.04.2026 55minIn dieser Sendung beantworten wir Ihre Fragen zu Mundart, Sprache und Namen. Von Lautlichem wie der die Frage, ob die Steigerungsform «langsamer» oder «langsämer» heisst, über das Wort «Butscheretä» bis zu den Familiennamen Dübi, Düblin und Dübendorfer. Diese Fragen werden in der Sendung beantwortet: · Was steckt hinter dem Mundartwort «Butscheretä» für eine grössere Menge von etwas? · Ist die korrekte, mundartliche Steigerungsform von «langsam» nun «langsamer» oder «langsämer»? · Warum spricht man das Mundartwort für «Sägerei» in manchen Regionen als «Soogi» aus? · «Bratis», «Schimpfis», «Stunggis»: Woher kommt das «-is» am Ende dieser Wörter? · Was hat es mit der Redensart «Lengg und Lämp händ sich gfunde und Hudi isch Bürg gsii» auf sich? · Warum haben die Zeitangaben «Vieri», «Füfi», «Sächsi» etc. ein zusätzliches «-i» hintendran, aber «Eis», «Zwei» und «Drü» nicht? · Wie ist die sprachliche Herkunft der Familiennamen Dübi, Düblin und Dübendorfer zu erklären? · Dabu Fantastic covern den bekannten, berndeutschen Mundartsong «Teddybär» der Band Rumpelstilz auf Zürichdeutsch – wie geht das?
Oblíbený v
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