NEGRONI NIGHTS

NEGRONI NIGHTS

Isabel & Lukas Zinnagl
Paese Austria
Lingua DE
Episodi 157
Ultimo 13.08.2026

Isabel und Lukas Zinnagl diskutieren in ihrem Podcast über Themen, die sie als Unternehmer und Ehepaar im Alltag beschäftigen. Sie teilen ihre Ansichten zu Prinzipien und Modellen, die unsere Welt prägen, und lassen auch Alltagsgeschichten wie Pokémon Deals oder ihre Kennenlern-Story einfließen. Der Podcast unterhält und regt zum Schmunzeln und Nachdenken an.

Episodi

  • #163 Liebesgrüße aus Paros 13.08.2026 30min
    Isabel und Lukas melden sich diesmal live aus dem Urlaub auf Paros. Statt dem üblichen Podcast-Equipment gibt es das Handy als Kamera und ihre Ansteckmikros, die für diese Folge herhalten müssen. Sie sitzen in einem der angesagtesten Beach Clubs der Kykladeninsel und berichten – wie schon vor zwei Jahren – von ihren Erfahrungen auf Paros und Antiparos. Mit einer Runde von 14 Personen ist es nicht immer leicht, die richtige Liege zum besten Preis zu finden, aber die beiden haben in den Tagen seit ihrer Ankunft einiges erlebt.
  • #162 Schrotschuss-Diagnostik 06.08.2026 38min
    Noch am Wörthersee, über 40 Grad, und Isabel kommt mit Kaffee und Verspätung – Radfahrer auf der Süduferstraße. Lukas erklärt, warum er Full-Body-MRTs für Gesunde für "Schrotschussdiagnostik" hält: Zufallsbefunde, die Angst machen, aber selten helfen, und Interessenskonflikte in der Prävention, die das Ganze nicht besser machen. Dazu eine Geschichte, die bei Isabel hängen blieb: Ein Bekannter trinkt aus einer Dose, eine Wespe sitzt drin, anaphylaktischer Schock, Adrenalinspritze, knappes Ende. Ab jetzt immer in ein Glas umfüllen. Lukas berichtet vom Spielplatz-Unfall eines befreundeten Kindes und macht sich Gedanken zur richtigen Diagnostik. Isabel hat sich einen Aluminium-Koffer der Marke Prezor gegönnt – auf Instagram entdeckt, 320 Euro im Sale, Unboxing-Erlebnis auf Apple-Niveau, und Lukas kann dazu nur sagen: "Du bist so ein Opfer." Lukas hat den Podcast von Sir Chris Hohn mit Nicolai Tangen gehört – Gründer des TCI Fund, einem der größten europäischen Hedge Fonds – und das Wichtigste war ein einfacher Gedanke: Die meisten Dinge im Leben haben geringe Relevanz, ein paar wenige extrem hohe – auf die konzentrieren. Airports als Investition, weil sie keinen Wettbewerb fürchten müssen. Außerdem: Das The Economist-Interview mit Elon Musk – ob er wirklich rechts ist und was seine Macht bedeutet. Und Lukas liest niemals ein Buch von vorn bis hinten durch: er liest bis zum nächsten interessanten Gedanken, dann legt er eine Pause und liest so mehrere Bücher parallel.
  • #161 Die Summe der Menschen, die dich scheiße finden, ist immer gleich groß 30.07.2026 41min
    Auf der Rückfahrt vom Generali Open in Kitzbühel haben die beiden im Auto den aktuellen Hotel Matze Podcast mit Psychiater Dr. Michael Bohne gehört – und zwei Gedanken daraus lassen sie nicht los. Erstens: Man sollte sich sein eigenes Habitat schaffen, also die Umgebung finden, in der man am besten resoniert und performt. Zweitens, und das ist der Satz, der hängen bleibt: Die Summe der Menschen, die uns scheiße finden, ist immer gleich groß. Egal was man macht oder lässt – es wird sie immer geben, Gandhi eingeschlossen. Also kann man das Anpassen eigentlich lassen. Dazu Charlie Munger mit einer These, die so simpel ist, dass man sie fast übersieht: Einer der wichtigsten Erfolgsfaktor im Leben ist Verlässlichkeit – nicht Talent, nicht IQ. Lukas beschreibt sich dabei als "disziplinlos, aber diszipliniert", ein Widerspruch, der auf ihn genauso zutrifft wie auf Elon Musk. Aus Kitzbühel gibt es außerdem Bericht: Alexander Bublik, auf Weltranglisten-Platz Nummer 11, zertrümmert nach seiner Niederlage drei Schläger, und Isabel erzählt die Geschichte ihrer ersten Geburt – inklusive Hebammen-Cocktail, eines Monitors, der laut Lukas "nichts zeigt", und der Putzfrau, derentwegen er kurz die Klinik verlässt.
  • #160 Drogen-Post aus Mexiko 23.07.2026 41min
    Kurz vor Abreise zum Generali Open ATP Tennis-Turnier nach Kitzbühel gibt es einiges zu besprechen. Lukas ist wieder einmal unfähig richtig zu packen, aber Isabel fühlt sich dafür nicht mehr verantwortlich. Außerdem geht es in dieser Folge gleich um zweierlei Formen der Odysee: Zum einen um eine geheimnisvolle und vor allem Umweg-beladene Postsendung aus Mexiko, auf die Lukas 3 (!) Jahre gewartet hat und zum anderen um eine kritische Review zum neuen Christopher Nolan Epos “Die Odyssee”.
  • #159 Once it grows, it cannot be stopped 16.07.2026 40min
    Wörthersee Edition, Part 2 – diesmal live und gemeinsam. Die Folge beginnt mit der passenden Kleiderwahl für einen Drehtermin und den sprachlichen und grammatikalischen Grundprinzipien des zivilisierten Lebens. Kann der Kapitalismus überhaupt funktionieren, wenn endloses Wachstum seine Grundvoraussetzung ist? Und kann der Mensch überhaupt Stillstand akzeptieren? Das Nilpferd denkt nicht ans Übermorgen – wir schon. Dieser evolutionäre Vorteil des abstrakten Denkens ist gleichzeitig der Grund, warum echte Zufriedenheit so schwer ist. Es gibt nur das Jetzt. Der Rest ist Konstruktion. Isabel versucht aktiv, keine Ziele zu haben. “Trust the process” – am liebsten so, wie Roger Federer die Vorhand schlägt: kinetische Kette, Körper vertrauen, aufhören nachzudenken. Alexandra Eala, 21, Filipina, Top 30, Wimbledon – sagt bei einer Pressekonferenz über den Rückhalt ihres Landes: Once it grows, it cannot be stopped. Das gilt für Tennis. Und für damit, zumindest laut Lukas, auch für alles andere. Dazu: Warum "Du bist genug" nicht gleichzusetzen ist mit Anspruchslosigkeit. Und eine Anekdote von Lukas mit 16 Jahren, die zeigt, wie viel ein einziger Satz eines Mentors verändern kann.
  • #158 Was ist deine Love Language? 09.07.2026 40min
    Diese Folge wird remote aufgenommen: Isabel am Wörthersee, Lukas in Wien – und das Türkis des Sees ist, so viel sei verraten, bereits im ersten Satz zu spüren. Lukas kommt frisch aus einer vollgepackten Woche zurück: Fireside Chat in München mit dem Wiener Gesundheits-Startup NYRA HEALTH, Gespräche mit Gründerinnen, Unternehmerinnen, Family Offices und eine Erkenntnis, die hängen, die von der darauffolgenden Uni-Vorlesung bleibt – nämlich warum das amerikanische Rechtssystem auf Einzelfallentscheidungen basiert, während wir in Europa Gesetzestexte haben. Und dann noch ein Zitat, das die ganze Woche zusammenfasst: Take your work seriously, but not yourself. Der eigentliche Kern der Folge ist das Thema Stundenwert – wie bepreist man sich als Selbstständige/r, wenn die Leistung längst nicht alles ist, was zählt? Netzwerk, Marke, gelebte Erfahrung: das sind Dinge, die man schwer in eine Rechnung packt, die aber den Unterschied machen. Ein Studienkollege brachte es auf den Punkt: Es dauert so lange, wie man alt ist. 42 Jahre bedeutet, es hat 42 Jahre gedauert, um zu wissen, was man jetzt weiß. Die gesamte Lebenserfahrung steckt in der Stunde — und genau das ist ihr Preis. Wer das früher versteht, verliert weniger. Lukas erlebt im ÖBB Railjet Business Class – seinem klaren Favorit für österreichische Strecken – eine äußerst amüsante und sagen wir individuelle Bestellsituation. Buchempfehlung der Folge: Poor Charlie's Almanack von Charlie Munger. Isabel will Lukas’ “Love Language” herausfinden, aber das gelingt ihr nicht ganz…
  • #157 Vier Käfige und ein Hamster 02.07.2026 33min
    Tony, der Hamster, selbst mit nach Kärnten – was eine erstaunliche Käfig-Logistik nach sich zieht: Transportkäfig, Wiener Käfig, Kärntner Käfig, Willhaben-Käfig. Vier Käfige, ein Hamster. Dazu der Plan für die Sommerfrische: kein fixes Programm, jeden Morgen entscheiden was der Tag bringt, Tscheppeschlucht oder See – Hauptsache spontan. Dass man trotzdem immer wieder an denselben fünf Stellen landet, erklärt Barry Schwartz schon lange: Zu viel Auswahl führt zu Entscheidungslähmung. Man greift zum Bewährten. Lukas lag gegen Podcast-Kollegen und Tennis-Freund Manuel R. 4:0 zurück – und hat dann zwar stark aufgeholt, aber knapp im Tie-Break verloren. Daraus entsteht eine Diskussion über Flow und Kontrolle: Der Aufschlag ist der einzige Schlag im Tennis, den man vollständig kontrolliert – und dennoch genau deshalb der schwierigste. Sobald man aktiv denkt – Kahnemann’s System 2 – verkrampft der Körper. In der Reaktion, im Ballwechsel, schaltet man ab – Flow-Zustand, Csikszentmihalyi lässt grüßen – und das Gehirn macht den Rest. Tennis als Metapher für alle Situationen, in denen Nachdenken schadet. Außerdem: Ein Film mit Timothée Chalamet, der beide nicht loslässt, und Gedanken über das Video-Format-Launch des Podcasts, der noch immer auf sich warten lässt.
  • #156 Tabuthema “Abnehmspritzen” 25.06.2026 41min
    Lukas nimmt seit einer Woche Mounjaro – und das ist der Aufhänger für eine der medizinisch dichtesten Folgen. Er erklärt, wie GLP-1 Agonisten in den Leptin-Ghrelin-Haushalt eingreifen, warum der Sättigungsmechanismus bei Adipositas biochemisch aus dem Takt gerät, und warum der Body-Mass-Index als Maßstab überholt ist. Sein Kernargument: Übergewicht ist eine multifaktorielle Erkrankung – Genetik, Kindheitsprägung, Insulinrezeptor-Sensitivität – und keine Frage des Willens. Das Schicksal der Biggest-Loser-Kandidaten, die zu 95% rückfällig werden, spricht Bände. Man kann davon ausgehen, dass jede Person über 40, die plötzlich Gewicht verliert eines dieser Medikamente nimmt, aber nicht drüber spricht. Was Lukas nach einer Woche selbst bemerkt: Der "Food Noise" ist weg – dieses permanente Denken ans Essen, das sich wie eine Hintergrundmelodie durch den Tag zieht. Er bringt das Serena-Williams-Beispiel: beste Tennisspielerin der Welt, jahrelang erfolglos dabei, überschüssiges Fett abzubauen – hat es erst mit einem GLP-1 Agonisten geschafft. Dazu neue Studiendaten: weniger Alkoholverlangen, reduzierte Suchtneigung, möglicher Schutz vor bestimmten Krebsarten. Lukas' Fazit: Diese Substanzklasse ist ein medizinischer Durchbruch, vergleichbar mit dem Antibiotikum. Aber – nur mit Lebensstiländerung, unter ärztlicher Aufsicht, und ganz sicher nicht für zwei Wunschkilos.
  • #155 Kein Shortcut ins Glück 18.06.2026 43min
    Lukas stolpert über ein YouTube-Format, das fragwürdige Instagram-Coaches auseinandernimmt – Typen mit Rolex, Dubai-Pool und 15.000-Euro-Kursen, die schnellen Reichtum versprechen. Was das mit einer persönlichen Erfahrung zu tun hat: Lukas saß mal selbst in einem solchen „Coaching-Call" mit einem Typen aus Dubai, den er aber schnell abwürgte. Die Grundregel, die danach bleibt: Versprechen auf schnellen Reichtum, die nicht mit Glück argumentieren, sind falsch. Immer. Daraus folgt eine länger diskutierte Frage: Warum ist Risikobereitschaft in Europa so anders als in Amerika? Scott Galloway, NYU-Professor und Podcast-Host, liefert den Rahmen – seine These: Für die breite Masse ist Europa besser, für wer wirklich an die Spitze will, braucht es amerikanische Marktgröße und eine Kultur, die Scheitern nicht bestraft. Dann der Samstag: Vienna Pride mit den Kindern – und das Kind, das in der vollgestopften Straßenbahn einfach mit den Pride-Menschen zu reden beginnt. Isabel findet das schöner als alles andere. Danach das Abendessen: Lukas hatte das Arici in der Blindengasse reserviert, Isabel hatte eigentlich keine Lust. Dann: Marmor-Eingang, 20er-Jahre-Holzvertäfelung, Spaghetti all'assassina, Muscheln, Tiramisu – und ein Abend, den man nicht vergisst. Und ganz am Schluss, quasi als Bonusthese: Je mehr Leute in einem Meeting sitzen, desto weniger passiert. Echte Entscheidungen fallen immer zu zweit.
  • #154 Micro-Diktatur Isabel 11.06.2026 40min
    Wer macht eigentlich zuhause was? 50/50? 70/30? Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Bananenbrot, Frühstücksvorbereitung und der These, dass eine Diktatur im Familiensystem manchmal effizienter wäre als Demokratie – auch wenn das natürlich niemand offiziell unterschreiben würde. Lukas hatte übers Wochenende ein dreitägiges DSGVO-Seminar an der Uni und bringt eine überraschende Erkenntnis mit: Die europäische Datenschutzverordnung ist vielleicht der schärfste Hebel, den Europa gegen US-Tech-Monopolismus hat – weil wir ihn eben wirklich ernst nehmen. Isabel hat derweil eine neue Morgenroutine – kein Handy bis acht Uhr früh, ein paar Übungen, Datteln in heißem Wasser. Lukas hat indes eine Rechnung angestellt, die einen nicht mehr loslässt: Das Jahr hat 8.760 Stunden – wie viele davon arbeitet man wirklich? Wer das einmal ausrechnet, weiß plötzlich, was eine erwerbstätige Stunde im eigenen Leben kostet. Und warum sich das schlechte Gewissen, an einem Dienstagvormittag ins Gym zu gehen, mit einem Blick auf die Zahlen ziemlich schnell in Luft auflöst.
  • #153 Kein leeres Glas in Elixhausen 04.06.2026 57min
    Ein Wochenende mit einer Geburtstagsparty, die eine riskante Prämisse hatte: kein Glas darf leer sein. Lukas und Isabel landen dabei endlich in einem Hotel, in das sie schon längst wollten – dem Romantik Hotel Gmachl in Elixhausen, dem ältesten Hotel Österreichs. Eine tolle Übernachtung, neue Leute, gute Gespräche. Was haben wir wieder daraus gelernt? Die Erkenntnis, dass man sich auf Dinge einlassen muss, um festzustellen, dass sie gut waren. Auch wenn das eben bedeutet die eigene Komfortzone zu verlassen. Lukas ruft beim Kundenservice der Wiener Netze an und stellt fest, warum er zwei Stromrechnungen bekommt – und wechselt. Dazu eine These, die ihn nicht mehr loslässt: Wer teuren Wohnraum für Kisten nutzt, verschwendet seine wertvollsten Quadratmeter. Lagerflächen als Anlage findet er ein gutes Investment. Und dann ein kleiner Ausflug zum pathologischen Sozial-Phänomen Christian Wolf – sektisches Verhalten im Health-Bereich, Produktversprechen die nie halten, und warum das gerade dort besonders problematisch ist.
  • #152 Was uns früh prägt, das bleibt 28.05.2026 42min
    Ein Kind ist zum ersten Mal auf Schulreise. Das gibt Raum für Quality time - aber ist das auch tatsächlich so? Lukas hat auf der Fahrt nach Kärnten ein Hörbuch über Niels Bohr und Albert Einstein gehört, was eine Grundsatzdebatte lostritt: Ist kooperatives Verhalten angeboren oder gelernt? Francis Fukuyamas „The Origins of Political Order" liefert den Rahmen: Aus tiefst egoistischen Motiven entsteht reziproker Altruismus – und das erklärt vielleicht mehr über Verwandtschaft, Freundschaft und gesellschaftliche Verantwortung, als einem lieb ist. Ein Wochenende in Kärnten, eine 40er-Geburtstagsfeier, alte Schulfreunde. Menschen, die einen noch kennen, bevor man wurde wer man ist. Die Folge landet bei der Frage, warum frühe Freundschaften anders haften als spätere – und warum der Einfluss von Peers in der Adoleszenz den der Eltern überwiegt. Dazwischen: Lukas und Isabel merken, dass sie gerade nicht richtig konnektet sind. Eine Tennismetapher für Vermögensaufbau. Und – erstmals – schaut jemand zu und man spürt, dass das die Dynamik ändert.
  • #151 Alles, was nicht eindeutig ist, ist Kunst 21.05.2026 42min
    Lukas begrüßt am Supercharger eine Fremde als „Tina“ – sie ist es nicht und trifft im Handyshop eine ausgewachsene “Karen”. Und nach verregneten Tagen in Jesolo, einem Pflichtabstecher in ein Outlet-Center und einer Buchung über Booking.com, die besser gelaufen wäre, landen die beiden in Venedig. Der österreichische Pavillon zeigt „SEAWORLD VENICE“ von Florentina Holzinger – und wer eine Gruppenausstellung erwartet, liegt falsch. Nackte Performerinnen, eine schlafende Frau in gefiltertem Fremdurin, Putzfrauen als Teil des Kunststücks – und als Highlight zur vollen Stunde: Holzinger selbst klettert kopfüber in eine riesige Glocke und wird zu ihrem eigenen Klöppel. Die zwölfjährige Tochter fragt: Warum müssen es Frauen sein? Lukas findet derweil sein neues Lieblingszitat: Alles, was nicht eindeutig ist, ist Kunst.
  • #150 Die Eigenheit als Marke 14.05.2026 41min
    Benjamin von Stuckrad-Barre fiel es auf und sprach es an: Die Hälfte der Kommentare des OMR-Podcasts ist Kritik an Philipp Westermeyer’s Nuscheln. Was andere als Makel lesen, ist aber seine Besonderheit. Eine offensichtliche Schwäche nicht verstecken, sondern zum USP machen. Udo Lindenberg hat es vorgemacht – das Trinken auf der Bühne war anfangs Angstbewältigung, am Ende Trademark. Der Hamburger Style-Influencer Ben Bernschneider bekommt einen Kommentar: overdressed. Seine Antwort: Das gibt es nicht. Nur in fremden Normsystemen. Das zieht Lukas und Isabel hinein in die Frage, warum Männer Mode so selten ernst nehmen – und ob das überhaupt stimmt. Die Demokratisierung von Kleidung hat Statussignale unleserlich gemacht. Und wer Entscheidungsmüdigkeit als Argument für das immer gleiche Outfit benutzt, sollte es zumindest einmal bewusst gewählt haben.
  • #149 Welcher Beruf für mein Kind? 07.05.2026 38min
    Eine Nachricht eines Freundes früh morgens bringt Isabel und Lukas direkt zum Thema: Ist ein Studium in der KI-Ära noch sinnvoll? Lukas bricht den Wert einer Ausbildung auf drei Komponenten herunter – Inhalt, Netzwerk, Signal – und kommt zum Schluss: Der langfristig wertvollste, aber am wenigsten greifbare Teil ist die unbeschwerte Zeit selbst. Die Phase, in der man noch für niemanden verantwortlich ist, keine Verbindlichkeiten hat, sich irren darf. Entschleunigung als Investition. Und nebenbei: Handwerk als das unterschätzte Fundament – nicht digitalisierbar, extrem stabil, krisenfest. Am Ende landet die Folge bei einer scharfen Dichotomie im Berufsleben: Corporate heißt anpassen, Unternehmertum heißt querlegen. Aber stimmt das auch? Dazwischen: der Sachertorte-Chef, der Lehrlinge danach auswählt, ob sie für irgendetwas brennen – nicht unbedingt für sein Fach. Und Zuckerberg, der Yahoos Milliarde ablehnt. Lukas hat gerade Francis Fukuyamas „Origins of Political Order“ bestellt – ein Buch über politische Ordnungssysteme, das mit seinem Berufsalltag rein gar nichts zu tun hat. Genau deshalb schärft es den Blick.
  • #148 Die Zugbuchung 30.04.2026 35min
    Nach einem sehr erfolgreichen Family Health Day ist Isabel in einem tiefen Energie-Loch und Lukas hat die passenden Vergleiche parat. Was folgt, ist eine kurze Rekapitulation zum Event: ausverkauft, niederschwelliger Zugang zu Gesundheit und Vorsorge, über 100 Leute beim Cholesterin-Chec und der HPV Impfung.. Panels zu Adipositas, Krebsvorsorge, Herz-Kreislauf und Medienkompetenz – mit der Wiener Bürgermeister-Stellvertreterin Bettina Emmerling am Tisch. Die Mission war, Gesundheit niederschwellig zu machen.Und es hat mit viel Freude und Energie richtig gut funktioniert. Dennoch versinken Lukas und Isabel gemeinsam in einem Westbahn-Buchungskaninchenloch. Screenshots, Diskussion über Vierer-Insel vs. Abteil, Vorteilscard, Komfort-Klasse – und die Erkenntnis, dass das graue Rechteck im Buchungs-Graphic einfach der Tisch ist. Komplizierter als gedacht, einfacher als erhofft. Außerdem: Lukas hat mit Tochter Alma eine ARTE-Doku über Mark Rothko geschaut, der mit einem Fun Fact zum idealen Betrachtungsabstand seiner Bilder endet.
  • #147 Die Tyrannei der Aufmerksamkeit 23.04.2026 34min
    Wer sich heute sechs Stunden nicht meldet, gilt als tot. WhatsApp, Smartphones und permanente Erreichbarkeit haben eine neue Normalität geschaffen – und Menschen können gar nichts dafür: Das dopaminerge System wird durch jede Notification so präzise getriggert, dass Willenskraft allein keine faire Antwort ist. Ein globales Experiment ohne Kontrollgruppe. Für Lukas und Isabel ist klar: Gerade wegen der Kinder muss man es vorleben – und so wird das Thema auch beim anstehenden Family Health Day nicht fehlen. Außerdem: Der Burger vom El Reno Grill hat Lukas begeistert – Geschmack und Verpackung perfekt. Das führt zur These, dass der Stellenwert des Kochens sinkt: In Städten ist Spitzenessen überall verfügbar, in Manila entstehen Condominiums angeblich schon ohne Küchen. Wie Mode – niemand strickt mehr selbst. Lukas’ logische Konsequenz: die Kaffeemaschine verkaufen, Cappuccino lieber beim Lieblingslokal holen. Und Isabel nimmt sich vor, endlich ihren Vorsorge-Check zu machen: Blutbild, Nährstoffinfusion und Herz-Kreislauf-Status – denn Herz-Kreislauf ist das größte Gesundheitsrisiko für Frauen.
  • #146 Nie gut genug 16.04.2026 44min
    Lukas hat ein Viktor-Frankl-Zitat mitgebracht, das diese Folge eigentlich schon im ersten Satz zusammenfasst: “Wer eine Situation nicht ändern kann, ist gefordert, sich selbst zu ändern.” Was folgt, ist ein ehrliches, manchmal unbequemes Gespräch über das, was Isabel und Lukas seit Jahren begleitet und immer wieder zum Hauptkonfliktpunkt wird – ihre grundverschiedenen Coping-und Konfliktlösungs-Strategien. Während Isabel eher mit Optimismus und Gelassenheit durch die Welt geht, kämpft Lukas mit dem permanenten Drang zum Optimieren: dem inneren Kritiker, der leise flüstert, dass es immer noch ein bisschen besser gehen könnte. Den passenden Spiegel liefert ausgerechnet ein Podcast über Jan-Lennard Struff, den deutschen Tennisprofi – den Lukas sich am Vorabend reingezogen hat. Die Metapher des Spielers als CEO der eigenen Karriere, mit dem Coach als notwendiges Korrektiv, trifft das Paar mitten ins Herz. Denn am Ende ist es gar nicht die Situation, die eskaliert – es sind die unterschiedlichen Wege, wie man damit umgeht. Als Paar, als Geschäftspartner, als Eltern. Und ja, der Family Health Day am 26. April steht auch vor der Tür.
  • #145 Was Paare nicht sagen 09.04.2026 50min
    Lukas hatte Geburtstag – ausgerechnet am stillen Ostersonntag, mit bescheidener Kulisse und drei Stunden Bettaufbau als Hauptprogramm. Das eigentliche Geschenk kam dann unverhofft: beim Ausflug sitzt plötzlich Dr. Walter Posch – der Iranist, über den Lukas in der letzten Folge kaum aufgehört hatte zu reden – am Nebentisch. Natürlich geht Lukas hin. Natürlich kommt ein Gespräch zustande. Dazu: ein Lanz & Precht-Podcast über Langeweile und Schlaf auf der Autofahrt, und eine Empfehlung für Ralph Janiks zweistündige Doppelfolge über die Iran-Prinzipien. Das eigentliche Herzstück der Folge stellt eine einfache, aber unbequeme Frage: Warum reden eigentlich so wenige offen über ihre Eheprobleme? Isabel bringt das Thema auf den Tisch – und es entwickelt sich eine echte Diskussion über Kommunikation in Beziehungen, über Persönlichkeit, die nur durch Reibung entsteht, und über die Bequemlichkeit des Nicht-Ansprechens. Lukas hat eine klare These: Konfliktfähigkeit ist Persönlichkeit. Isabel stimmt zu – und ergänzt, dass das nichts mit Klagen zu tun hat, sondern mit Ehrlichkeit. Außerdem: Stand der Vorbereitungen für den Family Health Day am 26. April.
  • #144 Du bist mein größter Kritiker 02.04.2026 46min
    Diese Folge nehmen Isabel und Lukas aus Kärnten auf – nach drei Tagen in Kals am Großglockner (inklusive Gipfelversuch mit dramatisch verhülltem Gipfel und dem kürzlichen aufsehenerregenden Bergsteiger-Urteil, das die beiden ausführlich diskutieren) im Gradonna Mountain Resort in Osttirol. Lukas hat sich dabei wieder in ein Thema verbissen: den Iranisten Dr. Walter Posch, dessen geopolitische Expertise ihn so fesselt, dass er stundenlang dessen Podcasts und YouTube-Videos konsumiert. Posch sagt, dass seine Quellen nie Bilder sind, sondern immer Worte. Das imponiert Lukas und er notiet sich auch dessen Buchempfehlung: LTI – Notizbuch eines Philologen – ein Buch über die Sprache des Nationalsozialismus und darüber, wie Sprache Wirklichkeit definiert. Eine Parallele, die Lukas auch in der Gegenwart sieht. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den Family Health Day am 26. April in der Wiener Markterei – und mitten darin das Herzstück der Folge: Lukas sitzt stundenlang an Instagram-Designs für das Event, Isabel übt harsche Kritik – und plötzlich liegt alles auf dem Tisch. Wer ist der härtere Kritiker? Wer braucht mehr Anerkennung? Eine ehrliche Auseinandersetzung mit Wertschätzung, Feedback-Kultur und der Frage, warum Männer auf Kritik oft empfindlicher reagieren als sie zugeben würden. Die Erkenntnis: Aus genau diesen Reibungsmomenten entstehen die besten Dinge. Außerdem diskutieren die beiden, welche Aufgaben man sinnvoll auslagern kann – und Lukas schwärmt von seinen ersten Erfahrungen mit KI-Automatisierung für die Buchhaltung via Claude CoWork.

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