L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung
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L.I.S.A. ist das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Es bietet Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Veranstaltungen aus den Geisteswissenschaften. Der Podcast präsentiert Interviews und Diskussionen mit Wissenschaftlern zu historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Themen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Episodi
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Real Madrid, Barça und Spaniens Fußball unter Franco 10.09.2026 1h 41minReal Madrid als Klub des Franco-Regimes, der FC Barcelona als Symbol des katalanischen Widerstands: Mit diesem Dualismus wird die Geschichte des spanischen Fußballs häufig erzählt. In dieser Folge von „Zeitlupe“ durchstreifen wir mit dem Historiker Julian Rieck fast 100 Jahre spanischer Fußballgeschichte – vom ersten Clásico 1902 über den Spanischen Bürgerkrieg und die Franco-Diktatur bis zur Transición. Wir widmen uns legendären, aber auch umstrittenen Figuren wie Santiago Bernabéu, Alfredo Di Stéfano und Raimundo Saporta, den politischen Verflechtungen Real Madrids mit dem Franco-Regime und der Frage, welche Rolle der FC Barcelona als vermeintlicher „Widerstandsklub“ im Franquismus tatsächlich spielte. Dabei zeigt sich: Fußball war und ist in Spanien weit mehr als nur Sport. -
Der real existierende Kapitalismus 07.09.2026 1h 10minDer Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Lebensform, um die sich zahlreiche Mythen ranken. Viele davon entstanden zu bestimmten historischen Zeitpunkten, wurden über Generationen weitergetragen und werden immer wieder neu erzählt: Der Kapitalismus sei etwas ganz Natürliches. Menschen hätten schon immer Privateigentum und Reichtümer angehäuft. Das Streben nach Profit sei dem Menschen gewissermaßen in die Wiege gelegt. Märkte habe es schon immer gegeben. Und der Staat sei seit jeher der große Gegenspieler des Kapitalismus. Doch wie historisch belastbar sind diese Erzählungen? Gemeinsam mit dem Wirtschaftshistoriker Prof. Sven Beckert von der Harvard University gehen wir den historischen Fakten hinter den kapitalistischen Mythen nach. -
Kunst der Verhandlung – Über Chancen und Grenzen der Diplomatie 31.08.2026 47minDiplomatie oder Krieg? Eine Frage, die in Europa von 1945 bis 1990 keine wirkliche Frage war, weil sie stets mit Diplomatie beantwortet wurde. Erst mit der Auflösung der Blockkonfrontation kehrte der Krieg nach Europa zurück – zuerst nach Jugoslawien, später in den Kaukasus und nach Georgien und aktuell in die Ukraine und nach Palästina. Hinzu kommen die zahlreichen sogenannten Out-of-area-Einsätze europäischer Staaten und die vielen Kriege an europäischen Grenzen wie in Libyen oder Syrien. Diplomatie zieht dabei oft den Kürzeren und stößt gegenwärtig offenbar an ihre Grenzen. So zumindest scheint es. Aber ist es auch tatsächlich so? Ist Diplomatie nicht mehr das Gebot der Stunde? Oder agiert sie eher still und leise und spielt sich zwar unterhalb des Radars öffentlicher Aufmerksamkeit, aber dennoch mit Erfolg ab? Hat sich historisch etwas grundsätzlich geändert oder ist das Verhältnis aus Diplomatie und Krieg stabiler als es scheint? Es diskutieren der ehemalige Diplomat der Bundesrepublik Martin Kobler (Botschafter u. a. in Pakistan und UN-Sondergesandter in Libyen), die Politologin Linn Selle (Alfred-von-Oppenheim-Leiterin des Europa-Zentrums der DGAP) und der Militärhistoriker Stig Förster (Universität Bern) mit Moderator Georgios Chatzoudis (Gerda Henkel Stiftung). -
Wie gerecht kann Imperialismus sein? Antike Debatten über die Herrschaft Roms 30.08.2026 1hWie antike Vorstellungen von Gerechtigkeit miteinander kollidieren konnten, vermittelt der Konflikt um die Rede des Karneades von Kyrene (214/13-129/128 v.Chr.), der sich im Zuge der philosophischen Gesandtschaft von 155 v.Chr. in Rom aufhielt, und die darauf folgende Reaktion der Verfechter althergebrachter römischer Tugenden, wie Cato dem Älteren (234-149 v.Chr.). In diesem Vortrag beleuchtet PD Dr. Andreas Hartmann antike Gerechtigkeitsdiskurse. Er stellt dar, wie diese auch Philosophen späterer Zeiten noch maßgeblich beeinflussten und warum uns diese antiken Diskurse auch heute noch betreffen. -
Wird der Fußballsport durch den Einsatz von Technik gerechter, Martina Heßler? 27.08.2026 23minWer im Fußballstadion war, hat es vielleicht selbst erlebt: Die eigene Mannschaft schießt ein Tor, ekstatischer Jubel, der plötzlich jäh abbricht, weil der Schiedsrichter auf dem Platz sich ans Ohr greift. Denn der VAR, sprich der Videoassistent, hat sich per Funk gemeldet – Verdacht auf eine Abseitsstellung oder ein Handspiel. Das Versprechen bei der Einführung des Videoschiedsrichters war: Eindeutigkeit. Was der Schiedsrichter auf dem Platz übersieht, am Fernseher aber zu sehen ist, wird nun entsprechend korrigiert. Ende der Diskussion. Die Praxis aber sieht anders aus. Die Debatten um Entscheidungen im Stadion sind nicht abgerissen - im Gegenteil. Was wiederum bedeutet das für unsere Erwartung an den Einsatz von Technik und unsere Vorstellungen von Objektivität und Gerechtigkeit? Und: Wird der Fußballsport durch den Einsatz von Technik gerechter? Wir haben diese Fragen der Historikerin Martina Heßler von der Technischen Universität Darmstadt gestellt. -
Welche Geschichte steckt im Eis des Ararat, Achim Lichtenberger? 17.08.2026 32minDer Ararat ist mit über 5.000 Metern der höchste Berg der Türkei. Der an der Grenze zu Armenien gelegene Berg birgt in seinem Gletscher ein bislang unerschlossenes Archiv der Kultur- und Klimageschichte. Um herauszufinden, welche historischen Informationen das Eis bereithält, unternahm der Archäologe Prof. Dr. Achim Lichtenberger im Juli gemeinsam mit einem internationalen und interdisziplinären Forschungsteam und mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung eine Expedition auf den Ararat. Auf über 5.000 Metern untersuchte das Team den Gletscher zwei Wochen lang mit Georadar und Seismik und suchte nach einer geeigneten Stelle für die Entnahme eines Eisbohrkerns. Welche Vorbereitungen eine solche Expedition erfordert, vor welchen logistischen und körperlichen Herausforderungen das Team stand und welche Erkenntnisse sich die Forschenden vom Eis des Ararat erhoffen, darüber spricht Achim Lichtenberger bei L.I.S.A. am Telefon. -
Die Rechnung ohne den Wirt gemacht? Konflikte an Standortgemeinden für erneuerbare Energien 14.08.2026 48minWindenergie ja, aber bitte nicht vor der eigenen Haustür! E-Autos sind cool, aber ich bleibe doch lieber bei einem Benziner! Ich stelle gerne auf eine Wärmepumpe um, wenn der Staat mir die Investitionen zahlt. So oder ähnlich schallt es aus Gesellschaft und Medien: Stimmt das so? Scheitert die Energiewende an mangelnder Akzeptanz? Im Vortrag von Prof. Dr. Ortwin Renn (Akademiemitglied, Nachhaltigkeitsforscher) geht es darum, eine realistische und wissenschaftlich fundierte Sicht der aktuellen Akzeptanz für erneuerbare Energien in Deutschland zu vermitteln. Wie lassen sich die Einstellungen der Menschen charakterisieren und wie reagieren sie auf geplante Energieanlagen vor Ort? Lassen Sie sich überraschen! -
Wie Judo und Jiu-Jitsu nach Deutschland kamen 13.08.2026 1h 21minDie Öffnung Japans im späten 19. Jahrhundert bewirkte eine Vielzahl an wechselseitigen Einflüssen, die sich in Westeuropa in der Kunst und im Design, aber auch im Sport niederschlugen: Japanische Kampfkunstmeister präsentierten in populären Showkämpfen ihre Techniken. Nach dem Ersten Weltkrieg etablierte sich nicht zuletzt in Deutschland schnell eine Kampfsportszene, die einerseits die Lehren aus Japan adaptierte, aber auch eigene Wege beschritt. Wie wurden Jiu-Jitsu und Judo in der Anfangszeit in Deutschland praktiziert? Und mit welchen Theorien versuchten die Kampfsportpioniere vor dem Hintergrund des aufkommenden nationalistischen und völkischen Denkens ihren Sport als etwas „urdeutsches“ darzustellen? Darüber haben wir in der neuen Folge von „Zeitlupe“ mit dem Historiker Dr. Marcus Coesfeld gesprochen. -
Große Versprechen der Moderne 10.08.2026 1h 25minWoher kommt das Unbehagen an der Moderne? Warum verfangen die Versprechen nicht mehr uneingeschränkt, mit denen sie angetreten war? Und welche Folgen hätte es, wenn man den für die Moderne zentralen Glauben an einen Fortschritt gänzlich preis gibt? Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit dem Soziologen Detlef Pollack. In seinem Buch bilanziert er die Versprechen der Moderne und ihre Paradoxie, hinterfragt aber ebenso prominente Modernekritiken. Was sind die Herausforderungen, denen wir uns zukünftig stellen müssen? Detlef Pollack im Thomasius Club Antwort. -
Demokratie: Lösung oder Teil des Problems? 03.08.2026 45minIst Demokratie die Lösung für Konflikte? Vor einigen Jahren hätte man die Frage mit Gewissheit bejaht, heute ist man sich da nicht mehr so sicher, hofft es vielleicht noch. Zu fragen wäre aber zuvor: Wessen Demokratie ist eigentlich gemeint, und zu welcher Zeit? Die Wahldemokratie des 19. Jahrhunderts? Die Massen- und Fortschrittsdemokratie des 20. Jahrhunderts? Oder vielleicht die Wertedemokratie der Gegenwart? Demokratie bedeutet demnach nicht immer dasselbe, sondern ist nur historisch zu verstehen. Es ist zu fragen: Welche Konflikte wurden zu welcher Zeit gelöst? Und welche Demokratie war dabei möglicherweise die Lösung? Oder aber auch das Problem? Es diskutieren die Politikwissenschaftler Michael Zürn (WZB Berlin, Akademiemitglied) und David Salomon (Technische Universität Darmstadt) mit Moderator Georgios Chatzoudis (Gerda Henkel Stiftung). -
Junge Menschen in Polen im Spannungsverhältnis zwischen Europa und der Nation 01.08.2026 41minDie Polarisierung europäischer Gesellschaften zeigt sich am Beispiel der politischen Ansichten junger Menschen in Polen besonders deutlich. Im Wahlverhalten oder in ihren Ansichten zu den gesellschaftlichen Streitthemen der Gegenwart liegen junge Menschen weit auseinander. Darüber hinaus sind sie politisiert und haben beispielsweise in den letzten Jahren verstärkt an Protesten teilgenommen. In diesem Vortrag wird das Spannungsverhältnis innerhalb der jungen Generation ausgeleuchtet, in ihrer Ausrichtung nach Europa und der Nation und in Bezug gesetzt zu den gesellschaftlichen Auswirkungen. Félix Krawatzek ist Politikwissenschaftler und leitet seit 2018 den Forschungsschwerpunkt Jugend und generationeller Wandel am ZOiS. Er ist ebenfalls Associate Editor des Journals Communist and Post-Communist Studies sowie Ko-Sprecher der Fachgruppe Politik- und Sozialwissenschaften der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. (DGO). Seit September 2022 leitet er das ERC-finanzierte Projekt Moving Russia(ns): Intergenerational Transmission of Memories Abroad and at Home (MoveMeRU). Félix Krawatzeks Forschungsschwerpunkte sind die vergleichende Analyse der Politik in Ost- und Westeuropa. Sein besonderes Interesse gilt dabei der Rolle der Jugend, der Bedeutung von historischer Repräsentation in politischen Prozessen sowie Fragen der Migration und des Transnationalismus. Bevor er ans ZOiS kam, forschte Félix Krawatzek als British Academy Postdoktorand an der University of Oxford (Department of Politics and International Relations), wo er ebenfalls promovierte. Die Veranstaltung fand am 28. April 2026 in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart statt. -
Fremde aufnehmen – oder von der Schwelle weisen. Antworten auf die Migrationsfrage im Mittelalter 24.07.2026 47minDas Mittelalter war wie alle Zeiten der Geschichte von vielfältigen Arten und Reichweiten der Migration geprägt. Gewiss lassen sich aus dem Umgang mit ihnen keine praktischen Lösungen für heutige Konflikte über die Einwanderung aus anderen Ländern und Kulturen ableiten; eine historische Analyse zeigt aber, dass und wie eine andere Einstellung zur Migrationsfrage zu größerer Gelassenheit verhelfen kann. Der Vortrag von Prof. Dr. Michael Borgolte (Akademiemitglied, Mittelalterhistoriker, Humboldt-Universität zu Berlin) geht, mit vergleichenden Streiflichtern auf ältere Kulturen und Religionen, auf die biblische Überlieferung zurück und verfolgt die Traditionen des lateinchristlichen Umgangs mit Migrationswilligen und Exilanten bis ins frühe Mittelalter. -
Wird Nolans „Odyssee“ Homer gerecht, Martin Zimmermann? 22.07.2026 39minDer lang erwartete und im Vorfeld schon vielbesprochene Film „Odyssee“ des US-amerikanischen Regisseurs Christopher Nolan ist inzwischen in den deutschen Kinos angekommen. Diskutiert wird unter anderem darüber, wie originalgetreu die Umsetzung des Homerschen Epos ist, ob die Besetzung der Protagonisten gelungen ist, wie stimmig Rüstungen, Schiffe oder Topographien sind usw. Von dem Althistoriker Martin Zimmermann von der LMU München wollten wir nicht nur seine Sicht auf diese vordergründigen Themen haben, sondern vielmehr wissen, wie sich inhaltlich Homers Odyssee zu der Nolans verhält. Welche Leitmotive, welche Fragen, welche Ästhetiken, welche Deutungen werden jeweils transportiert? Kurzum: Wird Nolans „Odyssee“ Homer gerecht, Herr Zimmermann? -
Vom Historikertag zum Tag der Geschichtswissenschaft 20.07.2026 1h 14min„Dynamiken der Macht“ war das Motto des 55. Historikertags, der vom 16. bis 19. September 2025 in Bonn stattfand. Am Rande des Kongresses traf die Mitgliederversammlung des ausrichtenden Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD) dabei eine wegweisende Entscheidung: Das alle zwei Jahre stattfindende Treffen heißt ab der kommenden Auflage „Tag der Geschichtswissenschaft“. Als solches findet es erstmals im September 2027 in Heidelberg statt, dann unter dem Motto „Rückschritte – Fortschritte“. Wir haben die Verantwortlichen im VHD, Prof. Dr. Antje Flüchter (Vorsitzende) und Dr. Marie von Lüneburg (Geschäftsführerin), sowie die Sprecher der ausrichtenden Ortskomitees, Prof. Dr. Friedrich Kießling (Bonn) und Prof. Dr. Romedio Schmitz-Esser (Heidelberg) eingeladen, um auf den vergangenen Historikertag zurückzublicken und die Planungen für den Tag der Geschichtswissenschaft in Heidelberg vorzustellen. -
Friedlos. Die Deutschen zwischen Kriegsgewalt und Friedenssuche 18.07.2026 1h 30minFriedlos – so erscheint heute vielen die politische Weltlage. In seinem jüngst erschienenen Buch beleuchtet Prof. Dr. Eckart Conze (Universität Marburg) im Scheinwerferlicht der Zeitenwende sowohl aus einer deutsch-historischen Perspektive als auch in einem internationalen Rahmen das komplexe Wechselverhältnis zwischen Kriegsgewalt und Friedenssuche. Mit einem Verweis auf eine jahrhundertelange historische Entwicklung ordnet Eckart Conze die „Rückkehr der Geschichte“, die nach dem Fukuyamischen „Ende der Geschichte“ wieder einkehrte, in die großen historischen Bewegungen ein. Im Anschluss an den Vortrag folgt ein Gespräch mit Prof. Dr. Fabian Klose, Lehrstuhl für Internationale Geschichte und historische Friedens- und Konfliktforschung an der Universität zu Köln, gefolgt von Fragen aus dem Publikum. -
Frauen in den Schaltzentralen 16.07.2026 1h 3minDas Telefon kam wie ein Paukenschlag in die Welt. Ab 1900 eröffnete es völlig neue Möglichkeiten, über weite Distanzen hinweg miteinander zu sprechen und Informationen auszutauschen. Doch die Verbindungen zwischen Menschen und den national organisierten Telefonnetzen wurden noch von Hand hergestellt – meist von jungen Frauen. Als Telefonistinnen verbanden sie nicht nur Gesprächspartner und -partnerinnen miteinander. Sie regulierten, optimierten und stabilisierten ein komplexes Dreieck aus Sprache, Technik und Menschen. Die Telefonzentrale wurde zu einem Experimentierfeld: ein Ort, an dem ein pragmatisches Verständnis von Sprache, Kommunikation und menschlicher Interaktion entwickelt wurde. Der Thomasius Club fragt bei Larissa Schüller – Autorin des Buches „Kommunikationsarbeit in Telefonzentralen“– nach, wie diese Frauen der Vermittlung unsere Kommunikationswelt geprägt haben und wie ihre Arbeit bis heute nachwirkt. -
Die Weimarer Republik und die erste Krise der Globalisierung 13.07.2026 1h 6minEine Demokratie, die nach einer tödlichen Pandemie mit vielfältigen Krisenphänomenen konfrontiert ist und ihren Platz in einer von massiven globalen Umbrüchen gekennzeichneten Welt sucht — diese Beschreibung der Weimarer Republik klingt aus heutiger Sicht recht vertraut. Der Vortrag diskutiert die Auseinandersetzung der Weimarer Republik mit der ersten Krise der Globalisierung nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei geht es auch um die globalen Bedingungsfaktoren der Zerstörung der Demokratie und des Aufstiegs des Nationalsozialismus. Gleichzeitig verweist der Vortrag aber auf durchaus existierende alternative Reaktionen auf die vielfältigen Krisenphänomene der Zwischenkriegszeit. Weimars Kollaps und der Triumph der rechtsradikalen Kräfte war demnach keinesfalls unvermeidbar — auch darin liegt eine der Lehren Weimars für unsere Gegenwart. -
Über Bilder sprechen 12.07.2026 44minTäglich werden weltweit rund 15 Milliarden Bilder neu erzeugt – eine kaum fassbare Menge in atemberaubender Geschwindigkeit. Bilder sind nicht nur aufgrund dieses Befundes längst wirkmächtiger als Texte. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) macht die Lage noch komplexer: Welches Bild ist überhaupt noch verlässlich, welches computergeneriert erzeugt? KI, so die These, verändert nicht nur den epistemischen Status von Bildern, sondern läutet möglicherweise sogar ihr Ende ein. Das mutet angesichs der Bilderflut paradox an, verlangt daher aber umso mehr ein zeitgemäßes Sprechen über Bilder. Tatsächlich aber werde noch viel zu wenig darüber gesprochen, so der Kunsthistoriker Ulrich Pfisterer. Eine Annahme, die er mit der Kunstwissenschaftlerin Judith Rottenburg, der Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen sowie mit den Kunsthistorikern Horst Bredekamp und Wolfgang Ullrich diskutiert. -
Neid und Wettstreit – Künstler zwischen Konflikt und Kollaboration 10.07.2026 48minWarum stellten die Künstler aus Renaissance und Barock sich so oft als Zielscheibe des Neides dar? In ihrem Buch „Neid“ hinterfragt die Kunsthistorikerin Dr. Jana Graul (Universität Hamburg) die geläufige Idee, sie seien dem Laster besonders verfallen gewesen und legt die rhetorischen Strategien ihrer Neidklagen offen. Im Gespräch mit Kunsthistoriker Prof. Dr. Wolf-Dietrich Löhr (Universität Hamburg) diskutiert sie den individuellen künstlerischen Umgang im Konflikt mit anderen, aber auch: Welche konstruktiven Konkurrenzen, Kollaborationen und Netzwerke stehen den kämpferischen Szenarien gegenüber? Wie prägt eine auf Fortschritt ausgerichtete Konzeption von Wettstreit unseren Kanon der Kunstgeschichte? -
Faszination Sport. Von der Antike bis zur Fußball-WM 09.07.2026 46minSportereignisse schaffen immer wieder gemeinschaftsstiftende Erlebnisse und Begegnungen, die lange im Gedächtnis bleiben. Gleichzeitig ist der Sport kein Allheilmittel: Bisweilen macht er bestehende Bruchlinien und gesellschaftliche Spaltungen besonders sichtbar, immer wieder wird er politisch instrumentalisiert. Worin besteht also die Faszination des Sports? Wie alt ist sie und wie gelingt es dem Sport sich immer wieder gegenüber politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Logiken zu behaupten? Darüber haben wir mit dem Althistoriker und Experten für die Geschichte des antiken Sports Prof. Dr. Christian Mann (Universität Mannheim) gesprochen: eine Tour de Force durch die Sportgeschichte – vom Sport im antiken Griechenland bis zu den globalen Sportevents der Gegenwart. Diese Podcastfolge wurde im Rahmen des Jubiläumsfestes zum 50-jährigen Bestehen der Gerda Henkel Stiftung am 18. Juni 2026 vor Publikum aufgezeichnet.
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