IGeL-Podcast

IGeL-Podcast

IGeL-Monitor
Country Germany
Language DE
Episodes 53
Latest 29.10.2026

Der IGeL-Podcast ist der Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors und beschäftigt sich mit Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sowie dem wachsenden IGeL-Markt. Im Mittelpunkt stehen die Bedeutung dieses Marktes für Versicherte und seine Rolle im deutschen Gesundheitssystem. Der Podcast sucht den Dialog mit gesundheitspolitischen Akteuren und diskutiert über Geld, Medizin sowie die Rechte von Patientinnen und Patienten. Einmal im Monat moderiert der Medizinjournalist Marcus Anhäuser Hintergrundinformationen zu Gesundheitsleistungen, Gesundheitswissenschaft und Gesundheitsökonomie; IGeL-Monitor und IGeL-Podcast sind Initiativen des Medizinischen Dienstes Bund.

Episodes

  • Laienverständlich und evidenzbasiert: gesundheitsinformation.de 29.10.2026 36m
    Die Suche im Internet nach Informationen über Krankheiten und ihre Behandlung gehört für die meisten Menschen in Deutschland zur Normalität. Fündig werden können sie seit über 20 Jahren auf der Website gesundheitsinformation.de. Was dieses Angebot auszeichnet und wie es sich von anderen Quellen unterscheidet, erläutert deren Chefredakteurin Sonja Siegert in der neuen Folge des IGeL-Podcast. Sonja Siegert ist seit dem 1. September Chefredakteurin von gesundheitsinformation.de und leitet ein Team von rund dreißig Mitarbeitenden. Betrieben wird die Website im gesetzlichen Auftrag vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ziel von gesundheitsinformation.de ist es, die Bevölkerung evidenzbasiert und laienverständlich über Krankheiten und Behandlungsformen zu informieren.Siegert selbst ist keine Medizinerin, hat aber mehrere Jahrzehnte als Journalistin, Redakteurin und Lektorin kritisch und informativ über Gesundheitshemen geschrieben und Gesundheitswebseiten betreut. Die Chefredakteurin beschreibt im Podcast, mit wie viel Aufwand das Team Artikel über Erkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten erstellt. Dieser Aufwand geht weit über das hinaus, was andere Gesundheits-Webseiten leisten können.Im Podcast verdeutlicht Siegert auch, welche Herausforderungen die Künstliche Intelligenz für das Ziel der Betreiber bedeutet, möglichst viele Menschen zu erreichen. Und sie erklärt, wie ihr Team versucht, Betroffene auch jenseits des Internets mit evidenzbasierten Texten zu informieren und welche Rolle dabei die Gesundheitsreform spielt.Links:·      Webseite Gesundheitsinformation.de·      Methoden und Prozesse zur Erstellung der Gesundheitsinforationen.·      Methodenpapier Version 8.0 (PDF, inkl. Kapitel 7 „Evidenzbasierte Gesundheitsinformation für Bürgerinnen und Bürger“)Zu Gast in dieser Folge:Sonja Siegert, Ressortleiterin und Chefredakteurin von Gesundheitsinformation.de beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.
  • Leitlinien: Werkzeuge für eine bessere Behandlung 01.10.2026 35m
    Medizinische Leitlinien sind Handlungsempfehlungen, die Ärztinnen und Ärzte und ihre Patienten bei der Entscheidung über eine Behandlung unterstützen. In der heute veröffentlichten Folge des IGeL-Podcast erklärt Leitlinien-Expertin Monika Nothacker, wofür Leitlinien gebraucht werden, wie und von wem sie erstellt werden und warum sie auch für Patientinnen und Patienten wichtig sind.  Monika Nothacker ist stellvertretende Leiterin des Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Die AWMF koordiniert die Entwicklung und Weiterentwicklung von wissenschaftlich begründeten medizinischen Leitlinien und begleitet die Autorinnen und Autoren bei der Leitlinienerstellung.  Im Durchschnitt dauert es ein bis zwei Jahre, bis eine Leitlinie nach internationalen Standards erstellt ist. Nothacker erklärt im Podcast das aufwändige Verfahren. Sie betont, wie wichtig es ist, dass sich dabei auch Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen und anderer Gesundheitsberufe sowie Patientenvertretende einbringen. Die Expertin stellt die Leitlinien-Klassifikation vor und erklärt, was S3-Leitlinien zum Flaggschiff macht, und weshalb die S1-Leitlinienklasse bis heute nicht abgeschafft wurde, obwohl dies immer wieder zur Diskussion stand.  Bei Autorinnen und Autoren von Leitlinien können Interessenkonflikte vorliegen. Nothacker erklärt, was damit gemeint ist, und wie versucht wird, mit Interessenkonflikten transparent umzugehen. Links:Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)LeitlinienregisterLeitlinien / Informationen für PatientenLeitlinienwatch.deZu Gast in dieser Folge:Dr. med. Monika Nothacker, MPH, stellvertretende Leiterin Institut für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) der Arbeitsgemeinschaft der medizinisch wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF)Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast
  • Stärken und Schwächen: Das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich 10.09.2026 36m
    Das deutsche Gesundheitssystem bietet viele Leistungen und Wahlmöglichkeiten. Doch trotz hoher Ausgaben belegt Deutschland bei wichtigen Gesundheitsindikatoren nur das Mittelfeld. In der neuen Folge des IGeL-Podcast ordnet die Gesundheitssoziologin Dr. Miriam Blümel von der Technischen Universität Berlin das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich ein. „Versicherte sind es hierzulande gewohnt, sich ihren Facharzt selbst auszusuchen. Und sie müssen sich meist auch keine Gedanken darüber machen, was eine der zahllosen Therapien oder Medikamente kostet. Von daher bietet das deutsche Gesundheitssystem den Versicherten schon sehr viel im Vergleich zu vielen anderen Ländern“, sagt Blümel. Sie erläutert im IGeL-Podcast, was das deutsche System auszeichnet und einzigartig macht.  Ihre anfängliche Meinung, dass Deutschland das beste Gesundheitssystem der Welt hat, geriet zunehmend ins Wanken. Denn wenn Forschende wie Blümel, sich das System genauer anschauen, gibt es auch Aspekte, die in Gesundheitssystemen anderer Länder besser laufen. Dafür blickt Blümel unter anderem auf die Reform in Dänemark oder den Niederlanden und erläutert deren Wirkungen.   Zu Gast in dieser Folge: Dr. Miriam Blümel, Technische Universität Berlin   Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.
  • Kritisch betrachtet: Selbstzahlerleistungen in der Schwangerschaft 30.07.2026 29m
    Die Schwangerschaft ist eine Zeit von Hoffen und Bangen. Um Gefahren für die Gesundheit von Mutter und Kind abzuwenden und Gesundheitsstörungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen viele Leistungen. Darüber hinaus gibt es ein großes Angebot an selbst zu zahlenden IGeL-Leistungen. Doch wie sinnvoll sind diese Angebote? Im Gespräch mit Dr. Antje Enekwe hinterfragt die neue Folge des IGeL-Podcast Selbstzahlerleistungen in der Schwangerschaft. Dr. Antje Enewke ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe beim Medizinischen Dienst Bund. Als solche berät sie unter anderem den GKV-Spitzenverband vor allem beim Thema außerklinische Geburtshilfe. Enekwe erläutert, wie umfangreich die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen während Schwangerschaft, Geburt und nach der Geburt sind und auch, wo diese Leistungen geregelt sind. Die Ärztin erklärt auch, welche individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Schwangerschaft besonders häufig angeboten werden. Dazu zählen vor allem Früherkennungsuntersuchungen wie das Ersttrimester-Screening und die Nackenfaltenmessung oder Tests auf Toxoplasmose und das Zytomegalievirus. Viele Untersuchungen versprechen Sicherheit, bergen aber Risiken wie Überdiagnostik, Scheinsicherheit oder ein unklares Verhältnis von Nutzen zu Schaden, wie Enekwe am Beispiel des ß-Streptokokken-Tests verdeutlicht. In den vergangenen Jahren sind einige wenige IGeL-Leistungen zu Kassenleistungen geworden, weil es ausreichende Belege dafür gab, dass ihr Nutzen größer ist als ihr Schaden. Beispiele sind der Pränataltest auf den fetalen Rhesusfaktor oder der Pränataltest auf die Trisomien 13, 18 und 21. Die Einführung des letzteren als Kassenleistung wirft allerdings ethische Fragen auf, weiß Enekwe und berichtet auch darüber im IGeL-Podcast. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Antje Enekwe, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Medizinischer Dienst Bund Links zu IGeL-Bewertungen: • Akupunktur in der Schwangerschaft (wird in Kürze aktualisiert) • Toxoplasmose-Test bei Schwangeren (2021)• Streptokokken-Test in der Schwangerschaft (2017) • Ultraschall in der Schwangerschaft (ergänzende Untersuchungen) (ohne Bewertung, da seit 2021 verboten)  Weitere Informationen zu Schwangerschaft und Mutterschaft (G-BA) Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • Unspezifische Kreuzschmerzen: Wie gut hilft Osteopathie? 25.06.2026 27m
    Der IGeL-Monitor hat vor wenigen Tagen seine aktuelle Bewertung der Osteopathie bei unspezifischen Rückenschmerzen veröffentlicht. In der heutigen Folge des IGeL-Podcast erläutert Marion Danner, eine der Autorinnen, warum der Nutzen und Schaden dieser Selbstzahlerleistung vom IGeL-Monitor erneut mit „unklar“ bewertet wurde.Die Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Kerstin Kempen aus Köln erklärt, was genau man unter Osteopathie versteht und was das alternative Verfahren von Physiotherapie unterscheidet. Sie berichtet zudem, wie sie persönlich die osteopathische Behandlung einsetzt. Rückenschmerzen zählen zu den am weitesten verbreiteten Beschwerden und sind einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Viele therapeutische Maßnahmen – darunter auch die Physiotherapie – werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Osteopathie hingegen ist eine selbst zu zahlende Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Leistung jedoch freiwillig. Viele Patientinnen und Patienten setzen auf osteopathische Behandlungen als Selbstzahlerleistung. Wer das für sich in Betracht zieht, sollte sich über den zu erwartenden Nutzen und Schaden informieren. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Marion Danner, Diplom-Volkswirtin und Gesundheitsökonomin Kerstin Kempen, Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Links:Pressemitteilung zur Bewertung  Bewertung: Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • Gesundheitsreform: Wie die FinanzKommission Gesundheit die GKV-Beiträge stabilisieren will 28.05.2026 33m
    Das System der gesetzlichen Krankenversicherung steht unter enormem finanziellem Druck. Wege aus der Krise soll die ‚FinanzKommission Gesundheit‘ weisen. Im März präsentierte sie einen ersten Bericht mit 66 Vorschlägen zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2027. In der neuen Folge des IGeL-Podcast erklärt der Vorsitzende der Kommission, Prof. Dr. Wolfgang Greiner, wie die Kommission vorging und was ihr wichtig war. Greiner ist Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement an der Universität Bielefeld. Er ist seit 2010 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Im IGeL-Podcast berichtet er, wie die Kommission es schaffte, aus rund 1.700 Vorschlägen der verschiedenen Stakeholder im Gesundheitssystem die 66 Vorschläge zu destillieren, die dem Bundesgesundheitsministerium als Grundlage für einen Gesetzesentwurf dienten. Greiner erläutert, wie frei die Kommission bei der Erarbeitung der Vorschläge war, wie einig sich die Kommissionsmitglieder bei den Maßnahmen waren, welche Maßnahme aus finanzieller Sicht einen ganz besonders großen Effekt hätte und was den Finanzökonom bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs überrascht hat. Die Kommission besteht aus zehn Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ökonomie, Medizin, Sozialrecht, Ethik und Prävention. Sie nahmen im September 2025 die Arbeit auf. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte sie berufen und damit beauftragt, wissenschaftlich fundierte Maßnahmen vorzuschlagen, mit denen das GKV-System stabilisiert und weitere Belastungen vermieden werden können. In einem zweiten Schritt erarbeitet die Kommission bis Ende des Jahres Vorschläge für strukturelle Verbesserungen, mit denen das GKV-System mittel- bis langfristig gefestigt werden kann. Zu Gast in dieser Folge: Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Vorsitzender FinanzKommission Gesundheit, Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld Links:Webseite der FinanzKommission Gesundheit auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • Das Robert Koch-Institut: Wächter der öffentlichen Gesundheit 05.05.2026 31m
    Viele Menschen kennen das Robert Koch-Institut (RKI) noch aus der Corona-Pandemie. Doch welche vielfältigen Aufgaben das RKI erfüllt, wissen nur wenige. In der neuen Folge des IGeL-Podcast beleuchtet der IGeL-Monitor gemeinsam mit RKI-Präsident Lars Schaade eine der zentralen Institutionen im deutschen Gesundheitswesen. Schaade stellt Bereiche vor, in denen das RKI für die öffentliche Gesundheit tätig ist, und erläutert, wie es sich von anderen Institutionen etwa dem noch neuen Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unterscheidet. Der gelernte Mediziner erklärt, warum das RKI seit 2019 verstärkt im Ausland wirkt und wie das Institut mit seinen rund 1.500 Mitarbeitenden den Folgen der heraufziehenden Klimakatstrophe begegnet. Zudem wirft Schaade einen Blick zurück auf die Corona-Pandemie: Wie arbeitet das RKI diese enorme Herausforderung für die öffentliche Gesundheit auf, um für das nächste Mal besser gewappnet zu sein, und warum kann das RKI künftig schneller reagieren als noch während der Pandemie? Schaade leitet das Robert Koch-Institut seit Oktober 2023. Er ist Facharzt für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, für das Fach Medizinische Mikrobiologie und Virologie habilitiert und Honorarprofessor an der Charité. Zu Gast in dieser Folge: Prof. Dr. Lars Schaade, Präsident, Robert Koch-Institut Links:Webseite Robert Koch-Institut Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • Gesundheitsmagazine: Es geht auch kritisch, evidenzbasiert und ganz ohne Werbung 26.03.2026 37m
    Wer sich über Gesundheitsthemen informieren will, kann aus einer Flut von Zeitschriften, Webseiten und Social Media-Kanälen wählen. Doch bei vielen Angeboten ist die Grenze zwischen Werbung und Information kaum zu erkennen. In der neuen Folge des IGeL-Podcast stellt der IGeL-Monitor zwei Magazine vor, die seit vielen Jahren zeigen, wie man werbefrei, unabhängig und evidenzbasiert über Arzneimittel informieren kann: das arznei-telegramm® und Gute Pillen – Schlechte Pillen. Beide Magazine verzichten völlig auf Werbung und finanzieren sich fast ausschließlich durch Abonnementbeiträge. Das arznei-telegramm® informiert seit über fünfzig Jahren unabhängig und kritisch vor allem die Ärzteschaft und Apotheken. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirft Gute Pillen – Schlechte Pillen seit 2005 den kritischen Blick auf Nahrungsergänzungsmittel, fragwürdige Gesundheitsprodukte und irreführende Werbung. Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber und geschäftsführender Gesellschafter des arznei-telegramm®, erklärt, wie das Heft 1970 entstand, warum das Magazin schon immer auf Werbung verzichtet und wieso die Macher neue Arzneimittel naturgemäß mit einer gewissen Skepsis betrachten und meist nicht empfehlen. Jörg Schaaber, Chefredakteur von Gute Pillen – Schlechte Pillen, erläutert, was beide Magazine verbindet, was im Bereich von Nahrungsergänzungsmitteln schiefläuft und welches Thema für das Magazin zuletzt immer wichtiger wurde. Zu Gast in dieser Folge: Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber und geschäftsführender Gesellschafter, arznei-telegramm Jörg Schaaber, Chefredakteur, Gute Pillen – Schlechte Pillen Links:Webseite arznei-telegramm  Webseite Gute Pillen – schlechte Pillen  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • Cochrane: Von der Graswurzel-Bewegung zum 'Goldstandard' 05.03.2026 41m
    Das unabhängige Cochrane-Netzwerk zählt weltweit zu den vertrauenswürdigsten Organisationen in der Medizin. In der neuen Folge des IGeL-Podcast des IGeL-Monitors geht es darum, wie das Netzwerk entstanden ist, wie es die Evidenz von medizinischen Interventionen und diagnostischen Tests überprüft – und wie aufwändig diese Arbeit ist. Orientierung zu geben im medizinischen Informationsdschungel, sei ihre Hauptaufgabe, heißt es auf der Webseite von Cochrane Deutschland, einem der größten Ableger des internationalen Cochrane-Netzwerkes. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der über die Welt verteilten Arbeitsgruppen fassen den aktuellen Wissensstand der Forschung zu Fragestellungen aus Medizin und Gesundheit zusammen und bewerten die Belastbarkeit der zugrundeliegenden Studienergebnisse. Die strengen Kriterien von Cochrane sind weltweit als Goldstandard anerkannt. Entsprechend hoch ist der Aufwand, bis eine der bekannten systematischen Übersichtsarbeiten („Cochrane Reviews“) erstellt und veröffentlicht ist. Jörg Meerpohl, wissenschaftlicher Vorstand von Cochrane Deutschland, schildert im IGeL-Podcast die mehr als dreißigjährige Entwicklung von Cochrane – von der Gründung in Oxford durch eine kleine Gruppe von Enthusiasten für evidenzbasierte Medizin bis zu einer weltweit respektierten globalen Gesundheitsorganisation. Und er erläutert, wie das Netzwerk künftig eine zentrale Schwäche im Entstehungsprozess der Übersichtsarbeiten beseitigen will. Die Gesundheitswissenschaftlerin Sandra Messer berichtet, wie sie ihr erstes Cochrane Review erstellt hat, wo die besonderen Herausforderungen liegen und warum sie auch uneindeutige Ergebnisse hilfreich findet. Zu Gast in dieser Folge: Prof. Dr. Jörg Meerpohl, Wissenschaftlicher Vorstand Cochrane Deutschland, Freiburg Sarah Messer, M.Sc., Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Universität Köln Links Links:Cochrane International  Cochrane Deutschland  Messer et al. (2025) Yoga for fatigue in people with cancer Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions  Handbook for Systematic Reviews of Diagnostic Test Accuracy  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • IGeL versus GKV-Leistungen: Warum Kassenleistungen oft unterschätzt werden 29.01.2026 21m
    Häufig werden Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) im Gegensatz zu GKV-Leistungen als besonders attraktive Premiumleistungen angeboten und wahrgenommen. Warum dies an der Realität vorbeigeht, klärt die neue Folge des IGeL-Podcast. Viele Menschen haben falsche Vorstellungen von den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Sie unterstellen, dass GKV-Leistungen lediglich Mindestanforderungen genügen, während Selbstzahlerleistungen laut IGeL-Report 2024 häufig als „wichtig für den Erhalt der Gesundheit“ verstanden werden. Hinzu kommt, dass IGeL mitunter als medizinisch „notwendige Leistungen“ verkauft werden, die die Krankenkassen nicht übernehmen. IGeL-Leistungen werden oft als der „Mercedes“ unter den Gesundheitsleistungen wahrgenommen, das GKV-Angebot eher als „Golf-Klasse“. Warum das nicht zutrifft und Kassenleistungen auch der „Mercedes“ sein können, erklärt Dr. Martin Krasney, Vorstandsmitglied des GKV-Spitzenverbands in der neuen Folge des IGeL-Podcast. Dabei erläutert der Jurist unter anderem, was das „Wirtschaftlichkeitsgebot“ für GKV-Leistungen wirklich bedeutet. GKV-Mitglied Anja Schiller teilt ihr persönliches Erlebnis in einer Hautarztpraxis, in der ihr die Kassenleistung zum Hautkrebsscreening lediglich abschätzig angeboten wurde, was sie durchaus kritisch sieht. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Martin Krasney, Mitglied des Vorstandes, GKV-Spitzenverband Anja Schiller, selbstständig, GKV-Mitglied Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • EU-HTA: Entscheidet jetzt die EU, welche Arzneimittel in Deutschland erstattet werden? 07.01.2026 28m
    2025 starteten die ersten europäischen Nutzenbewertungen (EU-HTA). Das deutsche IQWiG hat als größte Health Technology Assessment-Organisation eine wichtige Rolle in diesem Verfahren. IQWiG-Chef Thomas Kaiser erklärt in der neuen Podcast-Folge, warum HTA-Bewertungen auf europäischer Ebene wichtig sind und welche Bedeutung sie für die Nutzenbewertung auf nationaler Ebene haben. Was im Bereich der Zulassung von neuen Arzneimitteln schon Standard ist, wird ab diesem Jahr auch für die anschließende Nutzenbewertung von Medikamenten und anderen medizinischen Verfahren zunehmend durchgeführt werden: Die gemeinsame Bewertung auf europäischer Ebene, kurz EU-HTA oder European Health Technology Assessment, auch Joint Clinical Assessments, JCA, genannt. Im Januar 2025 fiel der Startschuss mit den Bewertungen für onkologische Wirkstoffe und Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMPs). 2028 kommen Arzneimittel für Seltene Erkrankungen hinzu und ab 2030 sollen alle neu zugelassenen Arzneimittel auf europäischer Ebene gemeinsam bewertet werden. Ab 2026 werden auch ausgewählte Medizinprodukte mit hohem Risiko europaweit bewertet werden. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist in der EU die größte der nationalen HTA-Organisationen und spielt daher in den Prozessen eine wichtige Rolle. IQWiG-Chef Thomas Kaiser erklärt in der aktuellen Folge des IGeL-Podcast das Vorgehen bei den EU-HTAs, welche besondere Rolle das IQWiG dabei spielt und was dies für die nationalen Entscheidungsebenen und die Festsetzung der Preise und die Erstattung durch die Krankenkassen bedeutet. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Thomas Kaiser, Institutsleiter Links: Thema im Fokus: Europäische Nutzenbewertung, auf der Webseite des IQWiG  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • „Medizin transparent“: Mit evidenzbasierter Medizin gegen „Wunderwuzzis“ 27.11.2025 28m
    Hilft Vitamin C wirklich gegen Erkältungen oder eine Vagusnerv-Stimulation am Ohr gegen Depressionen? In der neuen Folge des IGeL-Podcast erklären zwei Mitarbeitende des Faktencheck-Portals „Medizin transparent“, wie sie Gesundheitsmythen aufklären, Werbesprüche entlarven und versuchen, Menschen gegen falsche Gesundheits-Versprechen zu wappnen. Herzstück von Medizin-Transparent ist ein kostenloser Anfrageservice. Alle, die Interesse haben können bekannte Gesundheitsmythen und Behauptungen aus Werbung, Medien oder Internet zur Überprüfung an das wissenschaftliche Redaktionsteam schicken. Die Mitarbeitenden recherchieren auch eigenständig zu Themen, die Ihnen auffallen, weil sie aktuell in den Medien und im Internet kursieren. Das kleine Team um Redaktionsleiter Bernd Kerschner beschränkt sich aber nicht nur auf die Arbeit im Netz. Es verlässt zunehmend häufiger die Redaktionsräume, um Menschen jeden Alters in Workshops und Vorträgen Tipps und Kniffe zu vermitteln, wie man mit Methoden der evidenzbasierten Medizin so manches „Wunderwuzzi“(*) als heiße Luft entlarvt. Dabei lässt sich das Team des 2011 gegründeten Projekts auch nicht von juristischen Einschüchterungsversuchen von Herstellern beeindrucken, sondern nimmt diese als Gelegenheit, noch mehr für ihr unabhängiges Faktencheck-Portal zu werben. Das unabhängige Webprojekt aus Österreich ist an der „Universität für Weiterbildung Krems“ am Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation angesiedelt. Zu Gast in dieser Folge: Bernd Kerschner, Redaktionsleitung Dr. Jana Meixner, Medizinredakteurin Links: Webseite Medizin-Transparent:  (*)Wunderwuzzi: österreichisch für „Wunderschweinchen“ im Sinne eines Wundermittels. Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • „IGeL-Ärger“: So helfen die Verbraucherzentralen bei Beschwerden über Selbstzahlerleistungen 06.11.2025 25m
    Ärger mit Selbstzahlerleistungen (IGeL) in der ärztlichen Praxis? Das Projekt „IGeL-Ärger“ der Verbraucherzentralen bietet die Möglichkeit, Fragen und Beschwerden zum Umgang mit IGeL loszuwerden. In dieser Folge des IGeL-Podcast berichten Stefan Stehl, wissenschaftlicher Referent beim Projekt „IGeL-Ärger“ und Gesa Schölgens, Leiterin des Projekts „Faktencheck Gesundheitswerbung“ wie das Projekt funktioniert, welche Anfragen sie bekommen, was Betroffene im Sprechzimmer erleben und wie „IGeL-Ärger“ helfen kann. Das Projekt „IGeL-Ärger“ wird von den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz betreut. Zu Gast in dieser Folge: Gesa Schölgens, Leiterin „Faktencheck Gesundheitswerbung“ M. Sc. Stefan Stehl, wissenschaftlicher Referent Links: Webseite IGeL-Ärger  Kassenleistung als IGeL verkauft: Zwischenauswertung Verbraucheraufruf Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast. 
  • Brustkrebs-Früherkennung: Was bringen MRT und Ultraschall? 24.07.2025 17m
    Der IGeL-Monitor hat vor kurzem seine Bewertungen von Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) zur Brustkrebs-Früherkennung aktualisiert. Beide Selbstzahlerleistungen hat der IGeL-Monitor mit „unklar“ bewertet. In der heutigen Folge des IGeL-Podcast sprechen zwei Expertinnen des IGeL-Monitors über die Vor- und Nachteile dieser Untersuchungen und wie die Bewertung „unklar“ zustande gekommen ist.
  • Ein Leben voller Studien und Statistik: Den Honig aus den Daten saugen 26.06.2025 29m
    Nach einer kurzen Pause geht es endlich weiter mit einer neuen Folge des IGeL-Podcast. Ein neuer Host löst den bisherigen Gründer und Produzenten des Podcast, Andreas Lange, ab. Der Medizinjournalist und Podcaster Marcus Anhäuser übernimmt mit dieser Folge, und stellt den neuen Leiter des Bereichs „Evidenzbasierte Medizin“ beim Medizinischen Dienst Bund, Dr. Stefan Lange, vor, der damit auch für den IGeL-Monitor verantwortlich ist. Der 62-Jährige hat nicht nur Medizin studiert und einige Jahre in einem Krankenhaus gearbeitet, er war rund zehn Jahre in einer Abteilung für Biometrie einer Uni tätig, bevor er als Ressortleiter und stellvertretender Leiter das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit aufbaute, eine der wichtigsten Institutionen im deutschen Gesundheitswesen. Das IQWiG verließ Lange nach zwanzig Jahren und nach einem kurzen Abstecher in die Welt der Pharmaberatung übernahm er im April die verantwortungsvolle Position beim Medizinischen Dienst Bund. Im IGeL-Podcast erzählt Lange von seiner Leidenschaft für Zahlen und Statistik, die ihn letztlich aus der praktischen Medizin ins Akademikerleben führte, von seinem ganz persönlichen IGeL-Erlebnis in der Arztpraxis, warum er einen kurzen beruflichen Ausflug auf die Seite der Pharmaindustrie nicht bereut, und warum es den IGeL-Monitor mehr braucht denn je. Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts. Weitere Musik stammt von Podington Bear/Chad Crouch.
  • Lichttherapie bei Winterdepression 26.02.2025 37m
    Wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, kann dies mit Stimmungsschwankungen einhergehen. Viele Menschen sprechen von "Winterblues", aber einige Menschen sind so stark und langanhaltend niedergedrückt, dass man von einer depressiven Störung spricht. Die sogenannte „Herbst- oder Winterdepression“ ist eine saisonal auftretende Form der Depression; meist tritt sie in der dunklen Jahreszeit auf und klingt im Frühling und Sommer wieder ab. Die Ursachen für die Winterdepression sind noch nicht abschließend erforscht, es wird aber angenommen, dass mangelndes Tageslicht sich so auf den Hormon- und Botenstoff-Haushalt im Körper auswirkt, dass sich eine Depression entwickeln kann. Insofern ist es naheliegend, dass man ihr mit viel Tageslicht begegnen möchte. Diese Lichttherapie hat der IGeL-Monitor aktuell unter die Lupe genommen, mit der Frage: Helfen spezielle Lichttherapie-Lampen, die Symptome der Winterdepression zu lindern? Und: Hilft diese Lichttherapie sogar, Symptomen der Winterdepression vorzubeugen? Diese Bewertung des IGeL-Monitors wollen wir in dieser Episode des IGeL-Podcasts näher erörtern. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Johannes Morche, Seniorberater im Bereich Evidenzbasierte Medizin beim Medizinischer Dienst Bund , einer der Autoren der aktuellen BewertungFaktenboxDie Winterdepression ist eine saisonal abhängig affektive Störung. Übersetzt von der englischen Bezeichnung: Seasonal Affective Disorder. Das heißt, die Symptome zeigen sich ausschließlich in den sonnenlichtärmeren Jahreszeiten Herbst und Winter. Und in der Regel verschwinden sie wieder, sobald der graue Winter in den deutlich helleren Frühling übergeht. Viele Menschen sagen zur Winterdepression etwas verharmlosend auch „Winterblues“. Fakt ist, dass eine niedergedrückte Stimmung zu den kennzeichnenden Symptomen der Winterdepression zählt. Diese niedergedrückte Stimmung kann sehr unterschiedlich ausfallen, von häufiger schlechter Laune oder Gereiztheit bis zu einer depressiven Stimmungslage, die sich über die Wintermonate immer weiter zuspitzen kann. Ärztinnen und Ärzte sehen in der Winterdepression mehr als ein bloßes Stimmungstief, denn oft kommen noch weitere typische Symptome hinzu, wie vermehrter Appetit, vor allem auf Kohlehydrate (daher der Appetit auf Süßes), ein erhöhtes Schlafbedürfnis und verstärkte Tagesmüdigkeit, Energielosigkeit und Antriebsschwäche (oft mit Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen), Konzentrationsstörungen sowie Angstgefühle bis hin zu Angstzuständen. Quelle: Barmer Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
  • Blase und Niere – was bringt die Krebsfrüherkennung? 30.01.2025 39m
    Früherkennungsuntersuchungen sind umstritten. Oft werden nur die Vorteile gesehen: Krankheiten früh zu erkennen und sie möglicherweise wirksamer behandeln zu können. Aber sie haben auch Risiken. So können bei Früherkennungsuntersuchungen grundsätzlich indirekte Schäden entstehen, z.B. durch Fehlalarme, die wiederum weitere Untersuchungen nach sich ziehen oder die Betroffenen psychisch belasten. Auch Überdiagnosen sind möglich, die zu unnötigen Untersuchungen und Behandlungen führen können, bei denen es zu Nebenwirkungen und Komplikationen kommen kann. Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors hat aktuell gleich drei Verfahren mit „tendenziell negativ“ bewertet, die Blasen- oder Nierenkrebs frühzeitig erkennen sollen: Die Analyse des Urins und eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Blasenkrebs sowie eine Ultraschalluntersuchung der Nieren zur Früherkennung von Nierenkrebs. Zu keinem der Verfahren fanden sich Studien, die Hinweise auf einen Nutzen oder einen direkten Schaden dieser Untersuchung geben. In dieser Episode des IGeL-Podcasts erläutern wir die wissenschaftliche Bewertung dieser Untersuchungen und ordnen ein, warum es trotz mangelnder Studienergebnisse zu der Bewertung "tendenziell negativ" gekommen ist. Zu Gast in dieser Folge:Monika Becker, Fachberaterin im Bereich Evidenzbasierte Medizin beim Medizinischen Dienst Bund, eine der Autorinnen der aktuellen BewertungenFaktenboxDer Körper entsorgt feste, nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte über den Darm. Lösliche Stoffe werden durch den Urin mithilfe der ableitenden Harnwege ausgeschieden. Zu diesem lebenswichtigen System gehören alle Organe, die den Urin bilden, sammeln und transportieren: Der in der Niere produzierte Urin gelangt über das Nierenbecken durch einen der beiden Harnleiter in die Blase. Dort wird der Urin gesammelt, bis er über die Harnröhre ausgeschieden wird. Krebs ist der Überbegriff für bösartige Neubildungen beziehungsweise Tumoren, die aus veränderten Zellverbänden entstehen. Diese Veränderung ist der entscheidende Schritt von einer normalen Zelle zu einer bösartigen Tumorzelle. Nierenkrebs umfasst alle bösartigen Erkrankungen der Niere. Etwa fünf Prozent aller Nierentumoren sind gutartig. Auch wenn manche dieser Tumoren im Ultraschall oder in der Computertomographie charakteristische Befunde zeigen, kann nur die Untersuchung einer Gewebeprobe durch den Pathologen sicher feststellen, ob sie gut- oder bösartig sind. Bei der Diagnose Blasenkrebs liegt ein sogenannter invasiver Krebs vor, der in die tieferen Schichten der Harnblasenwand eingewachsen ist. In der Regel haben Betroffene ein frühes Krankheitsstadium von Blasenkrebs mit oberflächlichem Wachstum des Tumors. Bei Blasenkrebs ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, denn je früher eine bösartige Erkrankung erkannt wird, desto besser sind in vielen Fällen die Heilungs- und Überlebenschancen. Quelle: Deutsche Krebshilfe  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
  • Viel Geld für fragwürdige Leistungen - IGeL-Umsätze in Deutschland 12.12.2024 35m
    Selbstzahlerleistungen sind eine lukrative Einnahmequelle für ärztliche Praxen. Laut aktuellem IGeL-Report 2024 zahlen gesetzlich Versicherte in Deutschland pro Jahr mindestens 2,4 Milliarden Euro für IGeL aus eigener Tasche. Wie viele IGeL es eigentlich gibt und wie viel Geld damit in Deutschland verdient wird, ist eigentlich nicht bekannt. Zu den Ausgaben werden seit Jahren veraltete Schätzungen zitiert, die den jährlichen Umsatz mit IGeL-Leistungen auf etwa 1 Milliarde Euro beziffern. Die Ergebnisse des IGeL-Reports 2024 zeigen nun, dass diese Zahl deutlich nach oben korrigiert werden muss: Gesetzlich Krankenversicherte geben im Jahr mindestens 2,4 Milliarden Euro für IGeL-Leistungen aus. Diese Zahl ist belastbar und es gab sie vorher nicht. Der IGeL-Report 2024 enthält die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung zu IGeL-Leistungen, die der Medizinische Dienst Bund als Initiator und Betreiber des IGeL-Monitors in Auftrag gegeben hat. Wissenschaftlich begleitet wurde die Erhebung durch den Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Lehrstuhl für Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg In dieser Episode erläutern wir die Ergebnisse der Befragung und bleuchten die Erkenntnisse hinter der Statistik. Zu Gast in dieser Folge:Dr. Stefan Gronemeyer, Arzt und Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes BundProf. Dr. Jonas Schreyögg, Gesundheitsökonom und Inhaber des Lehrstuhls für für Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg FaktenboxDer IGeL-Report 2024 liefert verlässliche Informationen, wie viel Geld gesetzlich Krankenversicherte pro Jahr für Selbstzahlerleistungen in ärztlichen Praxen ausgeben. In einer Repräsentativbefragung im Online-Panel von forsa wurden zwischen Juli und August 2024 insgesamt 2.013 gesetzlich Krankenversicherte im Alter von 18 bis 80 Jahren befragt. Sie konnten alle Leistungen benennen, für die sie im letzten Jahr Geld ausgegeben hatten. Hilfestellung gab eine verschlagwortete Liste mit über 150 bekannten IGeL, möglich war aber auch eine Freitexteingabe. Dabei wurde ausschließlich nach Ausgaben gefragt, die die Versicherten für IGeL in ärztlichen Praxen bezahlt haben. Andere kostenpflichtige Leistungen wurden ausgenommen, Darunter fallen zahnärztliche, homöopathische, kosmetische, schönheitschirurgische und physiotherapeutische Leistungen, aber auch Kosten für Arzneimittel, Krankenbeförderung oder den Krankenhausaufenthalt. Auf diese Weise sollte ermittelt werdenwie viel Geld gesetzlich Krankenversicherte pro Jahr für IGeL ausgeben.wie sich die Ausgaben auf das Geschlecht, Alter, Einkommen, Bildungsniveau und die Wohnlage verteilen. wie viel Umsatz mit den am häufigsten angebotenen IGeL gemacht wird, welches die teuersten IGeL sind und wie sich der Umsatz und das Angebot von IGeL auf die Facharztgruppen verteilt. wie hoch der Umsatz mit IGeL ist, die vom IGeL-Monitor mit „unklar“, „tendenziell negativ“ oder „negativ“ bewertet worden sind. wie IGeL in den ärztlichen Praxen angeboten werden. wie die Befragten IGeL einschätzen und ob sie sich vor der Inanspruchnahme einer IGeL über den möglichen Nutzen oder Schaden ausreichend informiert fühlen. Die Ergebnisse wurden auf die Gesamtzahl der gesetzlich Versicherten im Alter von 18 bis 80 Jahren hochgerechnet. Das sind insgesamt 57 Millionen Personen. Die Hochrechnung ergibt einen Gesamtbetrag von mindestens 2,4 Mrd. Euro, den gesetzlich Versicherte in Deutschland im Alter von 18 bis 80 Jahren jährlich für IGeL bezahlen. Den IGeL-Report 2024 und sämtliche Unterlagen dazu zum Download finden Sie hier.Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
  • Gesundheit und der lange Weg eines Gesetzes 28.11.2024 35m
    Ob Cannabis-Gesetz, die große Krankenhausreform, das Gesunde-Herz-Gesetz oder Pflegekompetenzgesetz, Prof. Karl Lauterbach hat in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister viele Gesetzesinitiativen angeschoben und verfolgt. Und das ist nur eine kleine Auswahl. Gibt man auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums „Gesetze und Verordnungen“ ein, erhält man eine Trefferliste von 199 (!) Vorhaben, Gesetzen, Verordnungen und Anordnungen - davon allein 80 aus der aktuellen Legislaturperiode. Jedes einzelne Gesetz durchläuft einen festgelegten Weg durch Bundestag, Bundesrat und die Ausschüsse. Viele Formulierungen kennt man - „das Gesetz wird im Bundesrat beraten“, „hat heute verabschiedet“, „erste Lesung“, „zweite Lesung“ und so weiter … In dieser Episode des IGeL-Podcasts schreiten wir den ganzen (oft langen) Weg eines Gesundheitsgesetzes ab, von der Gesetzesinitiative bis zu dessen Inkrafttreten. Wer kann eigentlich eine Gesetzesinitiative starten? Welche und wie viele Akteur*innen werden in den Ausschüssen zu einem Gesetz angehört? Und wie viel Einfluss haben diese Interessensvertreter*innen auf die Ausgestaltung des Gesetzes? Antworten darauf kennt Kerstin Macherey, sie ist Diplom-Volkswirtin und leitet die Stabsstelle Politik und Strategie beim Medizinischen Dienst Bund. In dieser Rolle ist sie in etliche Gesetzesverfahren unmittelbar involviert und weiß aus eigener Erfahrung, wie lang der Weg ist und wo sich steinige Abschnitte befinden. Faktenbox In Deutschland können nur die Bundesregierung, der Bundesrat oder mehrere Mitglieder des Bundestages eine sogenannte Gesetzesinitiative starten (…). Will die Regierung beispielsweise ein neues Gesundheitsgesetz einführen, macht sie dafür einen Gesetzentwurf. Diesen Entwurf gibt sie an den Bundesrat. Der Bundesrat äußert sich dazu und gibt den Gesetzentwurf zur weiteren Beratung in den Bundestag. Im Bundestag (…) finden drei Beratungen darüber statt. Diese Beratungen nennt man „Lesungen“. In der 1. Lesung, der sogenannten Grundsatzdebatte, wird der Gesetzentwurf vorgestellt und die Abgeordneten sagen dazu allgemein ihre Meinung. Danach kommt der Gesetzentwurf in einen speziellen Ausschuss des Bundestages, um dort Einzelheiten zu beraten und Sachverständige zu befragen. Darüber berichten Ausschussmitglieder in der 2. Lesung im Parlament Meistens werden Änderungsvorschläge vorgetragen. In der 3. Lesung kommt es noch einmal zur Aussprache über das Gesetz. (…). Dann kommt es zur Schlussabstimmung. Wenn die Mehrheit der anwesenden Abgeordneten dem Gesetz zugestimmt hat, ist das Gesetz „verabschiedet“. (…) Hat der Bundestag das Gesetz verabschiedet, geht es in den Bundesrat. Die Beteiligung des Bundesrates hängt davon ab, ob es sich um ein Zustimmungsgesetz oder ein Einspruchsgesetz handelt (…). Wenn der Bundesrat ein Gesetz ablehnt, (…) kann eine erneute Beratung im sogenannten Vermittlungsausschuss stattfinden. Dort sitzen Mitglieder des Bundestages und des Bundesrates. Wenn dieser Ausschuss Änderungen am Entwurf vorschlägt, wird darüber im Bundestag erneut abgestimmt. Wenn bei Zustimmungsgesetzen keine Einigung erzielt werden kann, tritt das Gesetz nicht in Kraft. (…) Gegen Einspruchsgesetze kann der Bundesrat nur Bedenken vortragen. Wenn ein Gesetz so beraten und beschlossen wurde, müssen Bundeskanzlerin oder -kanzler oder die zuständige Ministerin bzw. der zuständige Minister unterschreiben, und auch die Bundespräsidentin oder der Bundespräsident muss noch seine Unterschrift geben. Zuletzt wird das Gesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlichet. Erst danach tritt das Gesetz in Kraft. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), stark gekürzt.  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick" ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
  • Shared Decision Making 24.10.2024 33m
    Zum zweiten Mal setzen wir das Thema "Shared Decision Making" auf die Agenda. Vor zwei Jahren haben wir dieses Konzept einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen Arzt/Ärztin auf der einen Seite und Patient*in auf der andern Seite im IGeL-Podcast vorgestellt und diskutiert. Shared Decision Making ist sprechende Medizin: Der Arzt/die Ärztin bespricht mit den Patient*innen einen gemeinsamen Behandlungsweg, der die Präferenzen, Vorstellungen, Lebensgewohnheiten der Patient*innen berücksichtigt. In Abwägung desssen, dass - so formulierte es Professorin Tanja Krones im IGeL-Podcast - die meisten Entscheidungen in der Medizin Grauzone seien, es kein schwarz und weiß gäbe und die Medizin in den meisten Fällen mehrere Möglichkeiten habe, zu behandeln. Welche Vorteile bringt eine solche gemeinsame Behandlungsentscheiung? Dazu hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dieses Jahr einen sogenannten "ThemenCheck-Bericht" veröffentlicht. Für diesen Bericht wurden sieben systematische Übersichten analysiert, die insgesamt 252 Studien zusammenfassen. Die Studien untersuchten verschiedene SDM-Maßnahmen in der Behandlung von Erwachsenen mit unterschiedlichen Erkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-, Krebs- oder psychischen Erkrankungen. Die Ergebnisse besprechen wir in dieser Episode des IGeL-Podcasts mit zwei der insgesamt sieben Autor*innen des Berichts, Dr. Marion Danner, Diplom-Volkswirtin und Gesundheitsökonomin und Dr. Anne Rummer, Juristin und Medizinethikerin. Faktenbox Shared Decision-Making – oder auf deutsch: Partizipative Entscheidungsfindung – ist eine Form der Kommunikation zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient. Sie sieht vor, Informationen auszutauschen und eine Entscheidung gemeinsam und gleichberechtigt zu finden – etwa mit Blick auf eine Behandlung. Die Kommunikation in diesem Konzept erfolgt also zweiseitig. Sowohl Ärztin/Arzt als auch Patientin/Patient stellen Fragen und beantworten Fragen. Hierfür bezieht die Ärztin/der Arzt seine Gegenüber in alle wichtigen Aspekte mit ein. Die Patientin/der Patient wiederum bespricht seine Anliegen offen und erklärt ihre/seine Präferenzen. Ziel ist es, gemeinsam über eine angemessene medizinische Untersuchung oder Behandlung zu entscheiden und diese zu verantworten. Quelle: Stiftung Gesundheitswissen Projektseite des ThemenCheck-Berichts des IQWiG mit allen Ergebnissen Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück Beat Stick ist der Jingle des IGeL-Podcasts.

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